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Nichtoffener Wettbewerb | 09/2011

1. Realisierungsabschnitt Freiham Nord - Bearbeitungsbereich A: Schwerpunkt Stadtteilzentrum sowie Schul-und Sportzentrum, Bearbeitungsbereich B: Schwerpunkt Wohnen und Quartierszentrum

4. Rang / Bearbeitungsbereich B

BUUR | bureau voor urbanisme

Stadtplanung / Städtebau

Alkewitz Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

EINE VISION F√úR FREIHAM-NORD

Freiham ist das letzte zusammenhangende Gebiet innerhalb des Ringes, das noch als Wohngebiet entwickelt werden kann. Eine solche Entwicklung kann diesem ein wenig vernachl√§ssigten Ort am Rande der Stadt eine neue Bedeutung verleihen, wozu die nicht zu verkennenden Qualit√§ten des Gebietes beitragen m√ľssen. Mit Respekt f√ľr die Geschichte des Ortes, mit Erhaltung der landschaftlichen Offenheit und mit maximaler Anbindung an die umliegenden, bestehenden Orts¬¨teile, kann hier ein Viertel entstehen, das auf einer gr√ľnen Insel neues Leben erschafft und das zu einem Bindeglied zwischen dem Amalgam der umliegenden Atmosph√§ren und Gebiete wird.

Freiham wird zu einem neuen Wohnviertel, das die Logik und die Qualit√§ten seiner Umgebung aufnimmt und seine Struktur und Identit√§t in den deutlich lesbaren Systemen des √∂ffentlichen Raumes, die Orte verbinden und sich √ľberlappen, erg√§nzen oder widersprechen, findet. Es entsteht ein nachhaltiges Wohngebiet, das √∂kologische, wirtschaftliche und soziale Qualit√§ten voraus¬¨setzt, dank einer Kombination von traditionellen st√§dtebaulichen Prinzipien und zukunftsorientierten Konzepten. Ein Viertel, wo st√§dtisches Wohnen mit einem maximalen Angebot an Einrichtungen kombiniert wird mit der einzigartigen Qualit√§t, die Wohnen am Stadtrand bietet, wo die offene und nat√ľrliche Landschaft dem st√§dtischen Leben begegnet und es umarmt.

Der vorliegende Masterplan ist kein Konzept, der die k√ľnftige Entwicklung von Freiham vollst√§ndig bestimmt und die baulichen M√∂glichkeiten bis ins Detail festlegt. BUUR und Alkewitz Landschaftsarchitekten entwerfen vielmehr das Layout eines Stadtteils: F√ľr das Programm und die Silhouette werden die Stimmen der k√ľnftigen Be¬¨wohnerinnen und Bewohner, der √∂ffentlichen und privaten Investoren, der Entwickler und Entwerfer Gewicht haben. Aus dieser Sicht sehen wir unseren Masterplan nicht als ein ‚ÄúBlueprint‚ÄĚ, sondern als einen ‚ÄúFramework‚ÄĚ des √∂ffentlichen Raums: Die Qualit√§t dieses √∂ffentlichen Raums, der st√§rker als die Bebauung und die Erscheinungsform der Wohnungen die Identit√§t des Stadtteils mitbestimmen wird.




ERL√ĄUTERUNGSTEXT

1 FREIHAM NORD M√úNCHEN ‚Äď EIN MASTERPKAN ALS RAHMEN F√úR DIE K√úNFTIGE ENTWICKLUNG
2 RAUMSYSTEME
3 PROGRAMM UND BEBAUUNG



1 FREIHAM NORD M√úNCHEN ‚Äď EIN MASTERPKAN ALS RAHMEN F√úR DIE K√úNFTIGE ENTWICKLUNG

Derzeit wird die einzigartige Ansiedlung des Projektgebiets als Stadtrand von M√ľnchen nur teilweise genutzt. Es gibt einen deut¬¨lichen, harten Rand, in dem die Bebauung pl√∂tzlich haltmacht und zu einer offenen Landschaft mit Landwirtschaftsfl√§che wird, aber die Beziehung den zwei sich gegen√ľberstehenden Strukturen wird nicht in Qualit√§t √ľbersetzt. Stattdessen wird der Kontakt zwischen der Stadt und der Landschaft durch eine Anzahl Barrieren verhindert: Im Falle Neuaubings ist es die Anwesenheit des mit B√§umen dicht bewachsenen Gr√ľnwalls, im S√ľden ist es die Gleislandschaft. Die Landschaft, die den Raum zwischen Stadt¬¨rand und Stadtring f√ľllt, f√§llt durch seine Offenheit auf und enth√§lt noch einige interessante Relikte aus der Vergangenheit: Au√üer dem Gut Freiham f√§llt noch die diagonale Verbindungsstra√üe in Richtung des historischen Dorfkerns von Aubing auf.

Das bestehende Strukturkonzept ist eine resolute Entscheidung, den derzeitigen Stadtrand bis fast an den Ring zu verlagern und auf diese Weise das ‚ÄěStadt-Weiterbauen‚Äú zu realisieren. Hierzu wird auf eine dichte st√§dtische Baublockstruktur und eine zentrale Haupterschlie√üungsachse zur√ľckgegriffen, die den neuen Stadtteil als symmetrisches R√ľckgrat strukturiert. Die Verkn√ľpfung mit Neuaubing entsteht durch die Bildung eines Gr√ľnband-Parks mit Erholungsfunktion. Der Rand der neuen Entwicklung ist wiederum ein klarer, harter Rand und unfasst einen neu anzulegenden Landschaftspark, der ebenfalls als Abstandshalter gegen¬¨√ľber dem Stadtring agiert. Gr√ľnfinger verbinden diesen Park mit dem Freiham-Neuaubinger Gr√ľnband und zerschneiden das Ge¬¨webe der neuen Wohnquartiere. Die Stadt erh√§lt ein neues, lesbares Ende, aber die Beziehung zu dem bestehenden Wohnquartier Neuaubing ist undeutlich und die aktuellen landschaftlichen Eigenschaften des Gel√§ndes werden kaum ber√ľcksichtigt.

Die Strategie dieses Strukturkonzepts muss zweifellos unterst√ľtzt werden, aber um das vollst√§ndige Potenzial des Gel√§ndes und seine einzigartige Lage am Stadtrand uneingeschr√§nkt nutzen zu k√∂nnen, m√ľssen manche Elemente unbedingt neu ausgelegt werden. Indem sich der Stadtrand fast an den Ring verschiebt, bleibt kaum noch Raum f√ľr den Erhalt und die volle Ausnutzung der Qualit√§t der offenen Landschaft. Wenn sich diese Landschaft jedoch durch das neue bebaute Gewebe bis an die zentrale Hauptachse des neuen Stadtteils hindurchzieht, wird diese M√∂glichkeit geschaffen. An der Hauptachse treffen sich Landschaft und Stadt, es entsteht ein asymmetrisches R√ľckgrat: im Westen eine offene Gr√ľnlandschaft, die in die dicht besiedelten, inself√∂r¬¨migen Wohnquartiere hineinfliesst, w√§hrend am Ostrand ein st√§dtisches Gebiet mit dichter Bebauung und Zentrumfunktionen aufrechterhalten bleiben kann. Wo immer m√∂glich, werden die vorhandenen historischen Elemente erhalten und in den neuen Kontext √ľbersetzt: etwa die diagonale Achse, die Freiham mit dem historischen Kern von Aubing verkn√ľpft, aber auch die im Norden vorhandenen Baumstrukturen um die ehemalige Kiesgrube.

Das Verlegen des Stadtrandes, indem die Stadt weiter gebaut wird, bedeutet, dass die aktuelle lineare Logik des benachbarten Wohngewebes aufrechterhalten werden muss, um es in die neuen Entwicklungen aufzunehmen. Auf diese Weise wird ein maxi¬¨maler Anschluss beabsichtigt und das Konzept des ‚ÄěStadt-Weiterbauens‚Äú wird nahezu w√∂rtlich √ľbersetzt.

Der westliche Teil von Freiham Nord wird ein maximal durchgr√ľntes Quartier, wo die offene Landschaft mit den dicht bebauten Inseln verkn√ľpft wird. Die andere Seite ‚Äď das Wettbewerbsgebiet ‚Äď pr√§sentiert sich als eine neue Zentralit√§t mit einer dichten Struktur, die als Bindeglied zwischen der Bebauung im Gr√ľnen ‚Äď im Westen ‚Äď und den aktuellen Wohnquartieren ‚Äď im Osten ‚Äď fun¬¨giert. In jedem Bereich entstehen Teilgebiete mit unterschiedlichen Funktionen und Dichten. Mit dieser Arbeitsweise verhindert man keineswegs, dass ein koh√§renter neuer Stadtteil entsteht, sondern man offeriert mehr M√∂glichkeiten, eine qualit√§tsvolle Einteilung in Phasen zu entwickeln, bei der die Qualit√§t der jeweiligen Teile auch unabh√§ngig voneinander hochwertig bleibt. Auf diese Weise ist eine flexiblere Logik m√∂glich.

Die einzuordnenden Zentrumfunktionen gelten als Mittel, die Identit√§t des Wettbewerbsgebiets als Bindeglied zu betonen. Zum einen werden sie in zwei Clustern konzentriert, die klare Zentralit√§ten darstellen, aber maximal in das umliegende Gewebe ein¬¨dringen, zum andern wird an den R√§ndern einerseits eine klare Fassade st√§dtischer Funktionen entlang der Hauptachse und ande¬¨rerseits eine maximale Integration der aufladenden Funktionen im Freiham-Neuaubinger Gr√ľnband gesucht.



2 RAUMSYSTEME

Der Masterplan wird von vier Systemen der st√§dtebaulichen Strukturen und √∂ffentlichen R√§ume bestimmt. Sie struktu-rieren den neuen Stadtteil und vermitteln jeweils auf einer anderen Ebene eine Bedeutung f√ľr das Gewebe und die neue Umwelt von Freiham Nord.

Ost-West-Strukturen

Mit dem Leitmotiv des ‚ÄěStadt-Weiterbauens‚Äú wird die vorhandene lineare Struktur von Neuaubing in die Baublockstruktur von Freiham Nord fortgesetzt. Wichtige Ost-West-Beziehungen werden dabei als Verbindungsachsen, die Freiham Nord und Neuau¬¨bing durch das Freiham-Neuaubinger Gr√ľnband hindurch miteinander verkn√ľpfen. Andere, weniger verbindungsbedeutende Li¬¨nien werden mittels kleiner Verschiebungen unterbrochen, sodass die Logik der Lesbarkeit aufrechterhalten bleibt. Die jeweiligen Ost-West-Linien werden von erkennbaren Baumreihen betont. Dank dieser linearen Logik wird einerseits die Schaltfunktion des Wettbewerbsgebiets betont, andererseits unterst√ľtzt sie die Durchg√§ngigkeit des Gebietes in Ost-West-Richtung. Die Fortsetzung der makromorphologischen Logik von Neuaubing verleiht dem Wettbewerbsgebiet eine deutliche Aufgliederung der neuen Wohngebiete, die in eine Reihe line¬¨arer Baufelder strukturiert werden. Die Bautiefe dieser Felder schwankt, wobei im s√ľdlichen Teil breitere Felder dominieren, im n√∂rdlichen Teil werden die Breiten reduziert. Auf diese Weise wird eine abnehmende Dichte von S√ľden nach Norden betont, die sich auf das entwickelte Energiekonzept Freiham einstellt. Die Erschlie√üung dieser Baufelder wird mittels Schleifensystem orga-nisiert, an das nur lokale Quartier mit verkehrsberuhigten Bereichen anschlie√üen. Um Geradlinigkeit und zu lange Sichtstra√üen zu vermeiden, schlie√üen Ost-West-gerichtete Stra√üen nicht direkt aneinander an: An den an den Schnittstellen entstehenden Verschiebungen k√∂nnen auf diese Weise R√§ume f√ľr kleine Pl√§tze oder Parktaschen eingeordnet werden.

Freiham-Neuaubinger Gr√ľnband als ‚ÄúKette‚ÄĚ von R√§umen

Die lineare Ost-West-Struktur teilt auch das Nord-S√ľd-orientierte Freiham-Neuaubinger Gr√ľnband in mehrere Teile, sodass eine Kette von R√§umne entsteht. Diese haben je eine eigene Atmosph√§re und ein eigenes Programm und bilden Anlaufpunkte f√ľr bestehendes und entstehendes Wohngebiet. Am Rande und innerhalb der jeweiligen R√§ume stehen cha-rakteristische Geb√§ude, die die Raumsilhouette bestimmen, Identit√§t an den Raum verleihen und dessen Bedeutung betonen. Ein Rad- und Fu√üweg von Nord nach S√ľd vernetzt die R√§ume zu einem abwechslungsreichen, jedoch koh√§renten Ganzen. Eine zent¬¨rale Rolle spielt dabei der neu anzulegende Stadtteilpark an der Kreuzung der Gr√ľnfinger und des Gr√ľnbandparks , der durch rah¬¨mende und bildpr√§gende Funktionen ‚Äď wie die Grundschule, das bestehende Einkaufszentrum in Neuaubing und die Grund- und Hauptschule ‚Äď ges√§umt wird. Dieser Park bekommt eine wichtige Aufenthalts-, Verbindungs- und Erholungsfunktion durch das Einbringen von Infrastrukturen und Sportanlagen, die von den benachbarten Schulen genutzt werden k√∂nnen und dar√ľber hinaus den Quartieren zur Verf√ľgung stehen. Au√üerdem wird auch der √ľber√∂rtliche Gr√ľnkorridor der Gr√ľnfinger in die Logik der linearen Baufelder und der Gr√ľnr√§ume aufgenommen. Auf diese Weise entstehen zwei unterschiedliche, jedoch zusammen¬¨h√§ngende Parks, in denen die Kombination von Wasser, qualit√§tsvollen Anlagen und einer harmonischen Landschaft zur Erholung und zum M√ľ√üiggang einladen, aber auch weiterhin eine √∂kologische Funktion √ľbernehmen. Die Ausformulierung der anderen R√§ume des Gr√ľnbands h√§ngt eng mit der benachbarten Bebauung zusammen und enth√§lt sowohl √∂ffentliche Freifl√§chen als von halb√∂ffentlich zu privat gestaffelten Fl√§chen wie beispielsweise Krautg√§rten. Die punktuelle Hochhausbebauung Neuaubings wird in die Landshaftsr√§ume integriert, so dass die Bewohner ein Wohnen im Park genie√üen. Die Seite der neuen Wohnquartiere wird als abwechslungsreiche Grenze gestaltet, auf der klare Randbebauung mit im Gr√ľnband situierten Geb√§uden, beispielsweise den st√§dtischen Villen im Norden und kleinen Appartementh√§user am Stadtteilzentrum, abwechseln. Im s√ľdlichen Teil wird die Wiesentfelserstra√üe zu einer vom Gr√ľnband umgebenen Stra√üe umgestaltet.

Hauptstruktur Stadtteil- und Quartierszentrum

Die Hauptachse erf√ľllt neben ihrer Bedeutung als Rand des st√§dtischen Gebiets eine wichtige Rolle als Tr√§ger der Funktionen des neuen Quartierszentrums und als wichtigste Erschlie√üungsachse f√ľr die √∂ffentlichen Verkehrsmittel und den Kraftfahrzeugver¬¨kehr. Die Stra√üenbahnlinie l√§uft weitgehend vom Kraftfahrzeugverkehr ungehindert und ist deshalb an der westlichen Seite der Hauptachse im Gr√ľnen eingebettet. Die Achse erh√§lt klare Start- und Endpunkte in Form von zwei durch bildbestimmende Geb√§ude ges√§umten Pl√§tzen. Im Zentrum des Wohngebietes werden an der Hauptachse auch die Stadtteilzentrumfunktionen aufgeh√§ngt. Hier entsteht ein Cluster von Pl√§tzen und gr√∂√üeren Geb√§uden, welche eine Ausnahme in der Morphologie der linearen Baufelder darstellt. Zwei gro√üe, zusammenh√§ngende Pl√§tze bilden das pulsierende Herz des gesamten Gebietes und werden von den wichtigsten Zentrumsfunktionen umrahmt. Zwischen den Pl√§tzen und dem gr√ľnen Boulevard der Hauptachse wird ein Nahversorgungszentrum mit Superm√§rkten, Gastronomie und kleinen L√§den angesie¬¨delt. An die andere Seite des Hauptplatzes, grenzend an das Gr√ľnband, f√ľgt sich das Kirchenzentrum ein. Der √úbergang zwischen den beiden wichtigsten Pl√§tzen wird durch das Kulturzentrum markiert, das als baulicher Blickfang eine Schl√ľsselrolle zur Ver¬¨bindung von bestehenden und entstehendem Quartier √ľbernimmt.In den Geschossen √ľber Einkaufs- und Kulturzentrum sowie anderen Zentrumsgeb√§uden wird die Wohnfunktion integriert: Auf diese Weise erzielt man eine maximale Programmmischung, die soziale Kontrolle und Lebendigkeit gew√§hrleistet.

Sozialintegrative und √∂kologische Gr√ľnader
Neben der Hauptstruktur und dem Freiham-Neuaubinger Gr√ľnband wird eine dritte, strukturgebende Nord-S√ľd-Verbindung in Form einer Gr√ľnader hinzugef√ľgt, die als wichtige lokale Fu√üg√§nger- und Fahrradverbindung funktioniert. Entlang dieser gr√ľ¬¨nen Achse sind au√üerdem alle wichtigen √∂rtlichen und √ľber√∂rtlichen sozial-kulturellen Funktionen angesiedelt. Auf diese Weise entsteht eine lebendige, sozialintegrative aber vor allem gr√ľne Verbindung, die das Wohngewebe durchquert und die Pl√§tze im Norden und S√ľden miteinander vernetzt. Unterwegs passiert sie private Innenh√∂fe und Kitas mit ihren Spielpl√§tzen sowie den Stadtteilpark, das Kirchenzentrum, die Grundschule, das Seniorenzentrum und zwei gr√∂√üere Wohngebietsparks im s√ľdlichen Teil des Quartiers. Die Gr√ľnader bietet Raum f√ľr Nachbarschaftsaktivit√§ten, √ľbernimmt aber auch die Funktion einer √∂kologische Achse: Sie verringert die Dichte des Bebauungsnetzes und fungiert als Speicher von Regenwasser.



3 PROGRAMM UND BEBAUUNG

Quartierszentrum

Die wichtigsten √∂ffentlichen Funktionen werden im Cluster der Geb√§ude um das Quartierszentrum aufgenommen: das Nahver¬¨sorgungszentrum mit Superm√§rkten, das Kirchenzentrum und das Kulturzentrum. Wo m√∂glich, werden diese aber mit Wohn¬¨funktionen verbunden, damit im Zentrum eine lebhafte Mischung von Funktionen gew√§hrleistet ist. Das Nahversorgungszent¬¨rum wird ebenfalls am strategischen √úbergang zwischen dem gr√ľnen Boulevard und den beiden wichtigsten Pl√§tzen angesiedelt, so kommt den Fassaden eine wichtige Rolle bei der Bildgebung des √∂ffentlichen Raumes zu. Die Orientierung der beiden Platzfas¬¨saden (S√ľd und West) eignet sich zumAnlegen lebendiger Terrassen. Parkpl√§tze sind unter dem Nahversor¬¨gungszentrum integriert ‚Äď wiederum mit Zugang an der Nordseite. Die anderen Fassaden der Pl√§tze sind abwechselnd offen ‚Äď an der Nordseite (Terrassen mit S√ľdsonne) ‚Äď und eher geschlossen im S√ľden. Die Westseite wird vom Kirchenzentrum - eine deut¬¨liche Akzentarchitektur und zugleich Ruhepunkt durch eine geschlossene Fassade - bestimmt. Das Kulturzentrum √ľbernimmt seinerseits eine Schaltfunktion am √úbergang zwischen den beiden Pl√§tzen, sodass sich die Gestaltung eines repr√§sentativen Ge¬¨b√§udes anbietet, in dem das Foyer im Erdgeschoss auch den Raum des Platzes mit einbeziehen kann.

Bildung und soziale Infrastruktur


In zentraler Lage am √úbergang zwischen Bebauung und Gr√ľnband f√ľgt sich die Grundschule als Bindeglied zwischen den Zent¬¨rumsgeb√§uden und dem gr√ľnen Band ein. Schulgeb√§ude und zugeh√∂riger Spielplatz bilden ein Cluster auf einem einzigen Bau¬¨feld, zus√§tzlich erforderlicher Au√üenraum ist n√∂rdlich davon im Gr√ľnband aufgenommen und f√ľr alle Bewohner zug√§nglich. Kitas und kleinere sozialintegrative Funktionen wie Nachbarschaftstreffs werden entlang der Gr√ľnader positioniert, sodass ihre Rolle als √∂rtliche Verbindungsachse gest√§rkt wird. Die f√ľnf Kindertageseinrichtungen, die als Festbau ausgearbeitet werden, liegen den Quartieren strategisch zugeteilt entlang der Gr√ľnader und erhalten eine auff√§llige aber doch ruhige Architektursprache. Jede Kita liegt direkt an einer Au√üenspielfl√§che, die zugleich Teil der Kette von Gr√ľnr√§umen bildet, aus der sich die Gr√ľnader zusam¬¨mensetzt. Im Aussenraum der Grundschule wird neben den Freisporteinrichtungen auch das Geb√§ude der Jugendfreizeitst√§tte aufgenommen. Kombiniert mit den im Westen angrenzenden Geb√§uden von Altenpflegeeinrichtung und Kita, entsteht hier auf diese Weise eine Kombination sozialer Begegnungs- und Erholungseinrichtungen, die die Generationen √ľberspannt.

Dezentrale Handels- und Gewerbeeinrichtungen

Kleinere L√§den und Firmen finden ihren Platz entlang der Hauptachse, an den kleinen Pl√§tzen im Wohngewebe und an den Verbreiterungen der Park¬¨taschen. Die Allee bekommt auf diese Weise ein deutlich asymmetrisches Profil: An der Westseite wechseln sich offene Landschaft und dicht bebaute Wohngebiete ab, mittels der gr√ľnen Stra√üenbahnachse wird ein Puffer zwischen dem Kraftfahrzeugverkehr und der Bebauung geschaffen. Die Ostseite bekommt eine st√§dtische, aktive Fassade mit Funktionen im Erdgeschoss, √ľber de¬¨nen man wohnt. Auch die Verbindungsstra√üe zwischen der Hauptachse und der Wiesentfelserstra√üe bekommt ein aktiveres Pro¬¨gramm im Erdgeschoss. Au√üer diesen Fassaden, die die wichtigen Verkehrsachsen begleiten, werden alle anderen dezentralen Einrichtungen um die √∂ffentlichen Pl√§tze konzentriert: Um die beiden als Endpunkte fungierenden Pl√§tze im Norden und S√ľden, aber auch um die kleineren Begegnungsr√§ume, die dort entstehen, wo die Stra√üen sich verschieben oder in Wohngebiete mit Verkehrsberuhigung √ľbergehen.

Wohnen

Freiham Nord bleibt an erster Stelle ein Wohnquartier, in dem man √ľberall wohnt, wenngleich dadurch gemischte Projekte wie im Stadtteilzentrum entstehen, wo √ľber dem Nahversorgungszentrum auch Wohnungen integriert werden. F√ľr dieses Wohnge¬¨webe wird von einer maximalen Verbreitung und Mischung von Typologien sowie Wohnungsgr√∂√üen und Finanzierungsmethoden (freifinanziert oder gef√∂rdert) und Projektgr√∂√üen (Baulose) ausgegangen. Die exakte Positionierung und architektonische Aus¬¨arbeitung der Wohnungen spielt f√ľr die Qualit√§t des st√§dtebaulichen Masterplans eine untergeordnete Rolle, solange Dekon¬¨zentration gew√§hrleistet und Segregation ausgeschlossen werden. Identifikation und r√§umliche Qualit√§t der neuen Wohnviertel entstehen nicht durch die zuf√§llige Juxtaposition einer Anzahl spezifischer Wohnungstypen um einen bestimmten Punkt, son¬¨dern werden von der Anwesenheit gut entworfener und lesbarer √∂ffentlicher Raumsysteme gebildet. Der Masterplan zeigt also an erster Stelle einen Rahmen √∂ffentlicher R√§ume mit zugeh√∂rendem √∂ffentlichen Programm und baulich markanten Geb√§uden, die gezeigte Auslegung des generischen Wohngewebes dazwischen ist dabei vor allem als ein m√∂gliches Szenario zu verstehen, das die G√ľltigkeit des Masterplans und das zugeh√∂rende Entwicklungskonzept beweist, aber eine gro√üe Flexibilit√§t beinhaltet. Die Abnahme der Dichte, die von S√ľd nach Nord stattfindet, findet man auch in der Verteilung der Wohnungstypen: Der s√ľdliche Teil des Projekts enth√§lt bedeutend mehr Geschosswohnungsbau, w√§hrend die gemischten Wohnformen und der verdichtete Einfamilienhausbau vor allem im n√∂rd¬¨lichen Teil zu finden sind. Automatisch bedeutet das auch, dass die gef√∂rderten Wohnungen im n√∂rdlichen Teil weniger verbreitet sind, sodass ein Gegengewicht zu den bestehenden Wohnungen in Neuaubing generiert wird.