modgnikehtotsyek
ALLE WETTBEWERBSERGEBNISSE, AUSSCHREIBUNGEN UND JOBS Jetzt Newsletter abonnieren

Nichtoffener Wettbewerb | 09/2023

6. Th√ľringer Landesgartenschau 2028 in der Orlaregion

Pößneck, Neustadt an der Orla, Triptis

Pößneck, Neustadt an der Orla, Triptis

1. Preis

Preisgeld: 56.000 EUR

Station C23 - B√ľro f√ľr Architektur, Landschaftsarchitektur und St√§dtebau

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

Die Landesgartenschau verbindet die Orlaregion: beginnend an der Orlaquelle die ‚ÄěWasserlandschaft Triptis‚Äú mit ihren vielf√§ltigen M√∂glichkeiten Wasser zu erleben, √ľber die ‚ÄěGarten-Promenade‚Äú in Neustadt, welche die historischen Stadtg√§rten mit dem neuen industriekulturell gepr√§gten Buteilepark verbindet und immer wieder Aussichten in das Holzland er√∂ffnet, bis nach P√∂√üneck mit seinen neuen ‚ÄěTerrasseng√§rten‚Äú in topographisch ausgepr√§gter Lage. Verbindendes Motiv der neuen Landschaften in den drei Orten sind die Hangwege, die spezifische topografische Situationen nutzen, Ausblicke erm√∂glichen, Ruhepunkte bieten und durch standorttypische und vielf√§ltige Vegetationsbilder f√ľhren
Städtebauliche, landschaftsarchitektonische und funktionale Konzeption
Eingebettet in die Orlasenke, sind die drei Gartenschaust√§dte verbunden und gepr√§gt durch die umgebenden Naturr√§ume der Saale-Elster-Buntsandsteinplatte, des Ostth√ľringer Schiefergebirges, und der Hochebene um Triptis bis zur Plothener Teichlandschaft. Wiedererkennbare, aus der Topographie geformte Wege mit zahlreichen Aussichtsm√∂glichkeiten, eine regionaltypische Materialverwendung und ein √ľbergeordnetes, aus dem Naturraum abgeleiteten Vegetationskonzept pr√§gen die Entw√ľrfe f√ľr die einzelnen Orte, welche sich aus der unterschiedlichen und flussabw√§rts zunehmenden Dynamik der Topographie heraus entwickeln:
Wasserlandschaft Triptis: An der Orlaquelle formt eine Teichkette im noch flachen Tal eine markante Wasserlandschaft, welche am Speicher Triptis mit geradlinigen Wegen und dem neu gefassten Sportplatz den Übergang zur Siedlung definiert. Vom Festplatz aus entlang des Freibads werden der Orlateich und der höher gelegene Sportpark mit seinen neuen Spiel-, Sport- und Bewegungsangeboten durch einen neuen Naturrundweg erschlossen.
Von hier aus flie√üt die Orla weiter als kleines Fl√ľsschen, teils √ľberdeckt, zwischen und hinter den H√§usern zum Schlossteich, hier kommen auch die tempor√§r stark str√∂menden Gr√§ben aus den umliegenden Feldern an. Die unterschiedlichen Flie√ügeschwindigkeiten, die ruhige Fl√§che des Teichs und die flie√üend geschwungenen alten und neuen Wege pr√§gen den Park, erg√§nzt durch Spielfl√§chen f√ľr unterschiedliche Altersgruppen mit Parkcaf√©. Der Uferbereich am Teich wird am Denkmal durch Trittstufen zum Wasser behutsam erg√§nzt, und f√ľhrt entlang von neuen Sitzgelegenheiten zu der neuen ‚ÄěTeichspange‚Äú, welche mit einem st√§hlernen Steg √ľber der Uferkante den √úbergang zur Burg und zum Marktplatz markiert. Staudenb√§nder mit artenreichen, schattenvertr√§glichen Pflanzungen begleiten die Wege und die Gr√§ben, z.B. als Blutweiderich-M√§des√ľ√ü-Saum. Der alte Baumbestand wird behutsam entwickelt und erg√§nzt, Wiesenfl√§chen werden zu arten- und bl√ľtenreichen, zweisch√ľrigen Wiesen entwickelt.
Garten-Promenade Neustadt: In Neustadt an der Orla wird das Tal langsam etwas tiefer und steiler - parallel zur Bahnstrecke verl√§uft die ‚ÄěGarten-Promenade‚Äú auf gleichbleibendem, leicht erh√∂htem Niveau, von hier aus werden die neuen Freir√§ume jeweils durch gewundene, der Topographie folgenden Wege hangabw√§rts erschlossen. Von der neuen Promenade bieten sich immer wieder Ausblicke in die Umgebung mit dem Bismarckturm und in die Stadt, sie verbindet gleichzeitig die beiden Teiche ‚ÄěGamsenteich‚Äú und ‚ÄěButeileteich‚Äú. An der Klosterkirche verbindet sich die Innenstadt √ľber den behutsam renovierten und erneuerten historischen Rosengarten und den Stadtgarten mit der Promenade.
Weiterf√ľhrend wird der ‚ÄěStadtpark‚Äú √ľber den hoch gelegenen Promenadenweg erschlossen, von der ‚ÄěPromenadenterrasse‚Äú f√ľhrt ein neuer Weg √ľber die leichten H√∂henstufen des Parks bis zur Ernst-Th√§lmann-Stra√üe. Hier erh√§lt der Stadtpark eine neue und gro√üz√ľgige Verbindung zum Stadtraum, in Verbindung mit einer Caf√©terrasse und barrierearmer Erschlie√üung werden von hier aus die verschiedenen Spielangebote miteinander verbunden. Der wertvolle Baumbestand wird gepflegt und erhalten, Baum- und Strauchpflanzungen an den R√§ndern des Parks schlie√üen ihn r√§umlich zu den Privatgrundst√ľcken ab. Wiesenfl√§chen werden mit artenreichen Mischungen angereichert und bilden somit einen Beitrag zur Erh√∂hung der Artenvielfalt in der Stadt.
Die Promenade f√ľhrt weiter zum Bahnhof, am Vorplatz zweigt eine neue Verbindung aus Rampe und Treppe zur umgestalteten Busterrasse hinab. Die Richtung der Bushaltestellen wird parallel zu Bahn und Hauptstra√üe gelegt, ein neuer, durchgehender Weg vom Bahnhof zur Triptiser Stra√üe erm√∂glicht eine leichte Orientierung f√ľr die Reisenden.
Entlang der Bahnfl√§chen f√ľhrt die hoch gelegene Promenade bis zum ‚ÄěButeile-Park‚Äú und endet an der Willkommensterrasse am ebenfalls oberhalb gelegenen Buteileteich - von hier aus bietet sich ein Blick √ľber das Wasser und den neuen Park mit der raumpr√§genden Shedhalle bis zum Holzland mit Kesselberg und Bismarckturm. Von der Willkommensterrasse windet sich der Weg entlang niedriger Sandsteinmauern sacht absteigend durch bl√ľtenreiche Wiesen, begleitet von Staudenb√§ndern mit artenreichen Wildstaudenmischungen, und trifft immer wieder auf den freigelegten Buteilebach mit seinen Kaskaden. Der Kaskadengarten wird durch eine Hosta-Hakonechloa-Bepflanzung g√§rtnerisch betont, im weiteren Verlauf begleiten die offengelegte Buteile standorttypische Hochstaudenfluren. Kleine und gr√∂√üere Pl√§tze entlang des Weges bieten Raum f√ľr Sport, Spiel und Kontemplation. Der Weg f√ľhrt in einer einzigen, durchgehenden Bewegung durch das Areal der ehemaligen Spinnerei und trifft dabei immer wieder das Wasser - und erinnert so an einen gesponnenen Faden, dessen Herstellung ohne Wasser und Luftfeuchte nicht m√∂glich w√§re - eine Reminiszenz an die Herstellungstechniken in der vergangenen Textilindustrie. Der Faden-Spielplatz stellt ebenso Bez√ľge zum industriekulturellen Erbe der Textilindustrie her.
Terrasseng√§rten P√∂√üneck: Die neuen Freir√§ume in P√∂√üneck sind gepr√§gt von gro√üen H√∂henunterschieden und steilen H√§ngen. Das Motiv der Hangwege wird hier wieder aufgegriffen und erm√∂glicht erst die Erschlie√üung der Fl√§chen. Vor allem am Zukunftspark Lederwerke am westlichen Stadteingang, welcher bestimmt wird durch den markanten, wertvollen Geb√§udebestand, sowie den Steilhang an der Saalfelder Stra√üe, erschlie√üt ein neuer Bergweg von der Stadt aus das Gel√§nde. Trockenmauern aus Sandstein begleiten den Weg durch den Steilhang, Aufweitungen an den Kehren bieten Ausblicke auf die Altstadt und in die Umgebung. Ausgehend von der gro√ür√§umigen landschaftlichen Einordnung in die Saale-Elster-Buntsandsteinregion wird der Standort mit dem Schwerpunkt eines extensiven Trockenhangs mit der standorttypischen Artenvielfalt an bl√ľhenden Kr√§utern, Wildstauden und Geh√∂lzen entwickelt.
Oben angekommen, verl√§uft der Weg durch Obstb√§ume zur Terrasse am erhaltenen Heizhaus mit vorgelagertem Platz f√ľr Veranstaltungen und Aufenthalt. Diese flacher geneigten Fl√§chen sind mit dem Thema Kulturlandschaft, Obstanbau und Wein gepr√§gt. Weiter aufsteigend f√ľhrt der Weg zu einem (tempor√§ren) Aussichtsturm, von welchem aus die gesamte Stadt und die umliegenden Berge und Zechsteinriffe zu sehen sind, und welcher gleichzeitig eine Willkommens-Landmarke f√ľr die aus Richtung Saalfeld kommenden G√§ste ist. Das ehemalige Heizhaus wird erhalten, ein Weg mit Aussicht auf Altenburg und die Stadt verbindet das Geb√§ude mit dem Geb√§udekomplex der Lederwerke auf einem gleichbleibenden H√∂henniveau, begleitet von Obstb√§umen und artenreichen Staudenb√§ndern am sonnigen Hang. Die relativ ebene Fl√§che wird locker besetzt als Streuobstwiese ausgebildet mit typischen Sorten wie Apfel, Birne, Quitte, Pfirsich, Pflaume und Zwetsche, erg√§nzt durch Walnuss und Wildobst wie Speierling, Elsbeere, Eberesche, Kornelkirsche oder Holunder. Zus√§tzlich gibt es Beerenobst wie Erdbeere, Johannisbeere, Stachelbeere.. Erg√§nzend zum Obstbau wird zum Hang ein extensiv bewirtschafteter Weingarten angelegt. Angelehnt an historische Vorbilder sind hier Weinst√∂cke gemischter Sorten hangparallel bestockt, was das Mikroklima und den Wasserhaushalt f√ľr die Rebst√∂cke verbessert. Die Weinreben werden erg√§nzt durch Duftrosen, Muscari, Narzissen und Tulpen auch Iris spectabilis - die Weinberg-Iris. Das ehemalige Heizhaus kann als ‚ÄěObstscheune‚Äú genutzt werden, hier bietet sich die M√∂glichkeit, die Kultivierung und Verarbeitung verschiedener Obstsorten zu erleben und in einem lokalen Wirtschaftskreislauf zu etablieren. Im oberen Teil wird der aufgewachsene Baumbestand weitgehend erhalten und zu einem robusten und artenreichen Baumbestand weiter entwickelt, mit Bl√ľhstr√§uchern ges√§umte Lichtungen laden zum Aufenthalt ein.
Die Wegeschleifen verbinden den neu entstehenden Landschaftspark mit dem ‚ÄěZukunftsquartier Lederwerke‚Äú auf den unterschiedlichen bestehenden H√∂henniveaus. F√ľr den bestehenden Geb√§udekomplex schlagen wir eine Umnutzung in Orte f√ľr Wohnen, Arbeiten und Kultur vor. Der vorhandene Gel√§ndesprung in und zwischen den Geb√§uden kann genutzt werden, um einen h√∂her gelegenen Wohnhof als ‚ÄěLederwerkbalkon‚Äú zu gestalten - unter dieser Fl√§che k√∂nnen zus√§tzlich zum Geb√§udebestand weitere gut zug√§ngliche und nach au√üen wirksame Nutzungen wie Werkst√§tten oder Ateliers Raum finden. Auf der n√§chsten Ebene gruppieren sich Stadt- bzw. Reihenh√§user f√ľr Baugruppen oder Gemeinschaften mit dazugeh√∂rigen G√§rten und Gemeinschaftshof. Diese Geb√§udek√∂nnen den historischen Geb√§udebestand zu einem kompakten Zukunftsquartier mit Angeboten f√ľr neue Wohn- und Arbeitsformen erg√§nzen, und leiten √ľber zu einer Reihe m√∂glicher Einfamilienh√§user entlang der oberen Gel√§ndekante; eine zweite r√ľckw√§rtige Erschlie√üung erg√§nzt die bestehende begrenzte Durchfahrt im historischen Geb√§ude.
In der Innenstadt Befinden sich die Teilbereiche ‚ÄěStreichgarnterrassen‚Äú und ‚ÄěRosenberg-Park‚Äú in unmittelbarer N√§he, jedoch heute durch starke H√∂henunterschiede voneinander getrennt. Ein neuer barrierearmer Verbindungsweg, unter Obstb√§umen und entlang von extensiven Wildstaudenb√§ndern durch einen neu angelegten Hanggarten verlaufend, verbindet die beiden Teilbereiche miteinander und stellt gleichzeitig eine neue Abk√ľrzung vom Bahnhof Richtung Stadtzentrum dar. Die terrassenartig angeordneten Stellpl√§tze auf dem Gel√§nde der ehemaligen Streichgarnspinnerei werden als ‚ÄěStreichgarnterrassen‚Äú neu interpretiert, w√§hrend der Gartenschau als Ausstellungsfl√§chen genutzt, und in der Dauernutzung als multicodierte Freifl√§chen sowohl als Stellplatz nutzbar sein, als auch Raum bieten f√ľr urbane Sport-, Spiel- und Bewegungsangebote.
Der Rosenberg-Park wird behutsam neu gestaltet, ohne die grunds√§tzliche Struktur zu ver√§ndern: die gro√üe Wiese sowie die Spielbereiche im westlichen Teil werden neu gefasst und erneuert, die Zug√§nge neu gestaltet, eine neue Treppenverbindung √∂ffnet den Park Richtung Bahnhof. Die alten Baumbest√§nde werden in beiden Teilbereichen erhalten und durch robuste, stadtklimavertr√§gliche Arten erg√§nzt; im Hanggarten oberhalb der Streichgarnterrassen mit bl√ľhenden Obstgeh√∂lzen wie Malus, Prunus und Pyrus.
Die Nachhaltigkeit und Konzeption der Dauernutzung wird durch zwei wesentliche Faktoren bestimmt:
Es wird ein √ľbergeordnetes Pflanzkonzept entwickelt, welches auf der Verwendung standortgerechter und artenreicher Pflanzengesellschaften sowohl bei Wiesen, Stauden als auch Geh√∂lzen beruht. Dies erm√∂glicht eine gezielte und grunds√§tzlich reduzierte Pflege bei gleichzeitiger Erh√∂hung der Biodiversit√§t. Der Geh√∂lzbestand wird an allen drei Orten weitgehend erhalten und durch robuste, klimaangepasste und standortgerechte Arten erg√§nzt. Das Vegetationskonzept folgt dem Grundsatz ‚ÄěEinheitlichkeit im Gro√üen, Vielfalt im Kleinen‚Äú und erm√∂glicht so eine Wiedererkennbarkeit √ľber alle drei St√§dte, welche aus dem gro√ür√§umigen landschaftlich-geologischen Kontext abgeleitet ist, und ist doch an den jeweiligen Orten an die konkreten kleinr√§umigen Standortbedingungen angepasst.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Verwendung robuster und dauerhafter Materialien f√ľr Wege, Einfassungen, Mauern, Stufen und Einbauten - dies aus Gr√ľnden der Dauerhaftigkeit im Sinne reduzierter Pflege und Reparaturen, sowie unter Beachtung der Energiebilanzen in Herstellung, Transport und Einbau. Wege sind in wassergebundener Decke, Natursteinpflaster oder Asphalt ausgef√ľhrt, Einfassung, Stufen und Kanten in Granit. Mauern werden den √∂rtlichen Traditionen entsprechend √ľberwiegend als Trockenmauern aus Sandstein, Kalkstein oder Theumaer Fruchtschiefer hergestellt.
Wasserlandschaft Triptis: Wenige, robuste neue Wege und Einbauten werten den Schlosspark auf, die Spiellandschaften werden neu angelegt; der Baumbestand bleibt weitgehend erhalten und wird durch standortgerechte Uferrandstauden an Teich und Gräben ergänzt, Wiesen werden mit artenreichen Schattenmischungen aufgewertet und in der Pflege reduziert. Am Sportplatz werden die nutzbaren Flächen erneuert und mit Spiel- und Bewegungsangeboten ausgestattet, der unterhalt kann im Zuge des Sportbetriebs mit geschehen. Die Wege sind in Asphalt und wassergebundener Decke robust und lediglich mit Stahleinfassungen dem landschaftlichen Zusammenhang angemessen ausgebaut.
Garten-Promenade Neustadt an der Orla: Die bestehende Vegetation in Rosengarten, Stadtgarten und Stadtpark wird weitgehend erhalten; im Stadtpark ergänzt durch standortgerechte Gehölze, Sträucher und Stauden, sowie neu etablierte artenreiche Schattenwiesen. Im Buteilepark werden auf den Konversionsflächen artenreiche Wiesenmischungen und Wildstaudenmischungen neu angelegt, vorhandenen Bäume erhalten und durch Neupflanzungen ergänzt; entlang des Wassers entsprechende Uferrandstauden neu angelegt - alles mit dem Ziel reduzierter Pflege und erhöhter Artenvielfalt. Die Materialverwendung entspricht den oben aufgestellten Prinzipien an Dauerhaftigkeit und Energieeinsatz.
Terrasseng√§rten P√∂√üneck: Der neue Landschaftspark an den Lederwerken ist √ľberwiegend extensiv mit standortgerechten Wild- und Kulturpflanzen sowie artenreichen, zweisch√ľrigen Wiesenfl√§chen angelegt. St√ľtzmauern werden soweit wie m√∂glich mit Trockenmauern aus Sandstein hergestellt, diese sind robust und bieten √∂kologische Nischen. Wegebefestigungen sind in Asphalt oder wassergebundener Wegedecke eingebracht. Einfassungen, Stufen und Kanten in gelblichem Granit erg√§nzen den Sandstein. Die Fl√§chen im Wohnumfeld werden gemeinschaftlich genutzt den Geb√§uden zugeordnet.
Die Idee und Ausf√ľhrung des Ausstellungskonzeptes folgt dem Grundsatz des Vegetationskonzepts ‚ÄěEinheitlichkeit im Gro√üen - Vielfalt im Kleinen‚Äú nicht nur f√ľr die Ausstellungspflanzungen, sondern auch im Bezug auf die Inhalte der Ausstellungsthemen und Veranstaltungen. Die historisch und aus dem Landschaftsraum gepr√§gten Eigenheiten der drei Orte werden thematisch f√ľr die Ausstellungsbeitr√§ge als √ľbergeordnetes, die Orlaregion repr√§sentierendes Konzept aufgegriffen:
Triptis: Naturerleben in der Wasserlandschaft, Sport und Spiel in der Landschaft, Schlosspark am Teich mit Verbindung zu Burg und Altstadt
Neustadt an der Orla: Promenade zwischen Altstadt, Stadtpark, Bahnhof und Buteilepark mit Bez√ľgen zur reichen Stadtgeschichte und zur Geschichte der Textilindustrie, Textil- und F√§rberpflanzen
Pößneck: Industriekultur und zukunftsfähige Neuinterpretation an den Lederwerken und den Streichgarnterrassen, Zukunftspark mit neuen Wohn- und Arbeitswelten, Landschaftspark mit Obstbau und Lebensmittelbezug, Familienpark am Rosenberg-Park
Im Einzelnen sind die Ausstellungskonzepte an allen drei Orten so gestaltet, dass die BesucherInnen jeweils alle erforderlichen Angebote und Infrastrukturen f√ľr einen gelungenen Gartenschaubesuch vorfinden, und so die einzelnen Orte als Tagesausfl√ľge unabh√§ngig voneinander erlebt werden k√∂nnen: von gastronomischen Angeboten, Blumenschauen, Veranstaltungen, Spielangeboten bis hin zu den unterschiedlichen Bl√ľhaspekten im Gartenschaujahr.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Verfasser entwickeln entlang des Wasserlaufs der drei Standorte P√∂√üneck, Neustadt an der Orla und Triptis ein Konzept, das die Grundstrukturen des Landschaftsraumes und der drei St√§dte aufnimmt, aber f√ľr jeden Standort ein eigenes Thema entwickelt. In P√∂√üneck entstehen aufgrund der Topografie die Terrasseng√§rten, in Neustadt wird das gr√ľne R√ľckgrat der Stadt als Gartenpromenade inszeniert und am Ursprung der Orla entsteht die Wasserlandschaft Triptis. Dabei werden auf Grundlage einer klaren und konsequenten Form- und Gestaltungssprache die individuellen Qualit√§ten der sehr unterschiedlichen Orte herausgearbeitet und gest√§rkt.
Lederwerke Pößneck
Die Hangsituation an der Saalfelder Stra√üe wird herausgearbeitet und mit Wein bepflanzt, was positiv gew√ľrdigt wird. Eine geschickt gesetzte Rampenanlage erschlie√üt die oberhalb gelegene Fl√§che um das alte Heizhaus, der eine nach S√ľden orientierte Terrasse vorgelagert ist. Der sich anschlie√üende n√∂rdliche Baumbestand wird erhalten und mit wenigen, aber ausreichenden zus√§tzlichen Spiel- und Freizeitangeboten erg√§nzt. An der Lederfabrik entsteht eine neue Terrasse, die den vorhandenen H√∂henunterschied geschickt nutzt und so eine hohe Aufenthaltsqualit√§t erzeugt. Der St√§dtebau im Ideenteil unterst√ľtzt die r√§umlichen Bez√ľge und Qualit√§ten. Die Arbeit √ľberzeugt hier auch mit der intensiven Auseinandersetzung und dem Umgang mit der anspruchsvollen Topografie, die zu einer sehr gelungenen Abfolge von R√§umen, Wegen und Nutzungen beitr√§gt.
Streichgarnareal und Rosenberg-Park
Der Rosenbergpark wird mit einem neuen Weg im S√ľden erschlossen, der weiter in den Streichgarn f√ľhrt. Die Grundstrukturen werden belassen und sinnvoll erg√§nzt, die neue fu√ül√§ufige Erschlie√üung im S√ľden wird positiv gew√ľrdigt. Der Parkplatz wird pragmatisch und extensiv gestaltet, sodass auch andere Interimsnutzungen m√∂glich sind.
Gartenschaukonzept Pößneck
Das Gartenschaukonzept in P√∂√üneck √ľberzeugt durch die geschickte Anordnung der Fl√§chen z.B. im Bereich der Gastronomie und die Erschlie√üung der Ausstellungsfl√§chen.
Gartenpromenade Neustadt an der Orla
Buteilepark
Die behindertengerechte Erschlie√üung √ľber eine Rampenanlage mit Aufweitungen und Terrassen ist sehr gut gel√∂st und bietet qualit√§tsvolle Aufenthaltsfl√§chen f√ľr die Daueranlage. Allerdings erscheinen die Fl√§chen teilweise √ľberdimensioniert. Auch der Umgriff um die Halle ist gut gel√∂st, die Anordnung der Veranstaltungs- und Spielfl√§chen ist nachvollziehbar und bietet eine hohe Aufenthaltsqualit√§t. Die ge√∂ffnete Buteile f√ľgt sich harmonisch in die Gesamtkonzeption ein. Kritisch wird die Anordnung und Anzahl der Stellpl√§tze f√ľr PKW an der Westseite gesehen sowie die zu gering dimensionierte Erschlie√üungsfl√§che f√ľr die Andienung der Halle.
Rosengarten und Stadtpark, Volkshauspark
Der Rosen- und Stadtgarten wird in den Strukturen beibehalten. Zus√§tzliche Ausstattungen und Erg√§nzungen sind nicht vorgesehen, was durchaus m√∂glich gewesen w√§re. Die Promenade des Volkshausparks wird herausgearbeitet und mit einer Terrasse gest√§rkt. Eine behutsam eingef√ľgte Wegef√ľhrung f√ľhrt zum neuen Caf√©, das sich geschickt in die Baul√ľcke einf√ľgt. Die vorgeschlagene L√∂sung f√ľr den Busbahnhof stellt leider keine Verbesserung der Bestandssituation dar, es sind lediglich 4 Haltestellen vorgesehen.
Wasserlandschaft Triptis
Der Trainingsplatz an der Orla wird sinnvoll mit zus√§tzlichen Sportm√∂glichkeiten und einer kleinen Trib√ľne erg√§nzt. Das neue Vereinsheim ist richtig an der Zufahrtsstra√üe positioniert. Die extensive und behutsame Gestaltung des Umfeldes des Stausees wird positiv gew√ľrdigt.
Schlosspark
Die vorhandene Mittelachse wird belassen, der Park mit einer neuen geschwungenen Wegef√ľhrung erg√§nzt. Der Haupteingang zum Park wird v√∂llig neu gestaltet und ist mit der vorgeschlagenen Idee einer Terrasse sehr gut umgesetzt. Die neuen Spielm√∂glichkeiten f√ľgen sich harmonisch in den Park ein, auch der neue Wasserspielplatz am Graben ist gut gel√∂st.
Ausstellungskonzept
Die etwas schematische Bepflanzung mit Bändern wird kritisch gesehen.
Fazit:
Die Arbeit besticht in allen Bereichen mit einem sensiblen Umgang der vorhandenen Strukturen, der Herausarbeitung der Qualit√§ten der sehr unterschiedlichen Orte und dem Umgang mit der anspruchsvollen Topografie. Die Arbeit stellt daher einen wertvollen Beitrag f√ľr die Identit√§tsstiftung der 3 Standorte dar und bietet auf dieser Grundlage die M√∂glichkeit f√ľr eine nachhaltige und innovative Gartenschau Orlaregion 2028.
Landschaftsräumliches Gesamtkonzept Orlaregion

Landschaftsräumliches Gesamtkonzept Orlaregion

Pößneck - Freiraumplanerisch-Städtebauliches Konzept

Pößneck - Freiraumplanerisch-Städtebauliches Konzept

Pößneck - Strukturkonzept LP2000

Pößneck - Strukturkonzept LP2000

Pößneck - Streichgarnterrassen und Rosenbergpark LP1000

Pößneck - Streichgarnterrassen und Rosenbergpark LP1000

Pößneck - Zukunftsquartier Lederwerke LP500

Pößneck - Zukunftsquartier Lederwerke LP500

Pößneck - An der Streuobstwiese

Pößneck - An der Streuobstwiese

Neustadt a.d.O. - Freiraumplanerisch-Städtebauliches Konzept

Neustadt a.d.O. - Freiraumplanerisch-Städtebauliches Konzept

Neustadt a.d.O. - Strukturkonzept LP2000

Neustadt a.d.O. - Strukturkonzept LP2000

Neustadt a.d.O. - Rosengarten, Stadtgarten, Stadtpark und Bahnhofsterrassen LP1000

Neustadt a.d.O. - Rosengarten, Stadtgarten, Stadtpark und Bahnhofsterrassen LP1000

Neustadt a.d.O. - Buteilepark LP500

Neustadt a.d.O. - Buteilepark LP500

Neustadt a.d.O. - Blick √ľber die Buteileterrassen

Neustadt a.d.O. - Blick √ľber die Buteileterrassen

Triptis - Freiraumplanerisch-Städtebauliches Konzept

Triptis - Freiraumplanerisch-Städtebauliches Konzept

Triptis - Strukturkonzept LP2000

Triptis - Strukturkonzept LP2000

Triptis - Sportpark und Orlagarten LP1000

Triptis - Sportpark und Orlagarten LP1000

Triptis - Schlosspark LP500

Triptis - Schlosspark LP500

Triptis - Am Schlossteich

Triptis - Am Schlossteich