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Award / Auszeichnung | 06/2023

9. Österreichischer Stahlbaupreis 2023

ATMOSPHERE by Krallerhof

AT-5771 Leogang, Rain 6

Siegerprojekt | Kategorie: Hochbau

Hadi Teherani Architects GmbH

Design, Architektur, Innenarchitektur

Oberhofer Stahlbau

Bauunternehmen

Projektdaten

  • GebĂ€udetyp:

    Sport und Freizeit

  • ProjektgrĂ¶ĂŸe:

    3.700mÂČ (geschĂ€tzt)

  • Status:

    Realisiert

  • Termine:

    Baubeginn: 02/2022
    Fertigstellung: 04/2023

Projektbeschreibung

FĂŒr dieses Prestige-Projekt haben wir uns in einem internationalen Architekturwettbewerb erfolgreich durchgesetzt. Mit der Vision eines SPA, der sich trotz GrĂ¶ĂŸe und Dimension organisch und harmonisch in die Bergwelt einfĂŒgt und ganzjĂ€hrig Raum fĂŒr eine innovative Art der Regeneration und Inspiration schafft. Hadi Teherani: „Ich wollte ein GebĂ€ude schaffen, das sich dieser wunderbaren Landschaft unterordnet, aber trotzdem prĂ€sent ist. Ein stilles Erlebnis von großer Eindringlichkeit, ganz besonders im 50 Meter langen Infinity-Pool, eingebettet in einen großen See und die Weite dieser einzigartigen Landschaft." Die von Hadi Teherani Architects geschaffene SPA- und Wellnessanlage “Atmosphere by Krallerhof” erweitert das FĂŒnf-Sterne-Hotel Krallerhof in Leogang, Österreich, sĂŒdlich von Salzburg. Das im Namen der Familie Altenberger gefĂŒhrte Hotel schließt damit an seine vor 600 Jahren begrĂŒndete Tradition der Beherbergung im Luxussegment an und findet mit den neuen Elementen SPA und Wellness seinen neuen Weg in die Zukunft. Der Entwurf besteht aus einer geschwungenen und gestaffelten Dachkonstruktion, die sich in den GrĂŒnraum als 100 Meter weit gespanntes grĂŒnes Landschaftselement einfĂŒgt. Der wetterunabhĂ€ngige Zugang verbindet Hotel und SPA direkt und wird auf halbem Weg durch einen spiralförmigen, in die Tiefe fĂŒhrenden Hof akzentuiert. Dieser bietet dem Besucher die Möglichkeit weiter in das Innere mit seinen vielfĂ€ltigen Angeboten einzutauchen oder den neu angelegten 5.500 Quadratmeter großen Natursee als HerzstĂŒck der neu geschaffenen Landschaft rundum zu erkunden. Dabei fĂŒhrt der Weg auch ĂŒber das Dach des SPA. Wichtiger Entwurfsgedanke war vor allem, die weiten Ausblicke aus dem Hotel nicht einzuschrĂ€nken und den Neubau als integralen Bestandteil in die Topografie des alpinen GelĂ€ndes einzufĂŒgen. Das neue Element SPA nutzt in seinen Abstufungen die bestehenden GelĂ€ndeunterschiede von Ost nach West, die bis in das Hauptdach zu verfolgen sind. Die im Inneren vorherrschenden Materialien Holz und Stein schaffen keine Konkurrenz zur Aussicht, sondern intensivieren diese vielmehr. Das nach Westen orientierte Obergeschoss mit dem “CafĂ© am See” öffnet den Blick auf den Schwimmteich mit großer Terrasse und integriertem beheizten Infinity-Pool. Das CafĂ©mit einer lichten Raumhöhe von ĂŒber 5 Metern ist bereits aus dem Erdgeschoss mit seiner Höhe von ĂŒber 9 Metern wahrzunehmen. Die ungeteilte glĂ€serne Westfassade lĂ€sst sich ĂŒber eine Distanz von ĂŒber 22 Metern völlig im Boden versenken, um Innen- und Außenraum ganz und gar miteinander verschmelzen und das Panorama bis zur gegenĂŒber liegenden Leoganger Steinbergbahn weit zu öffnen. Im Erdgeschoss finden sich neben dem Foyer, den Umkleidebereichen und den NebenrĂ€umen vielfĂ€ltige Sauna-Attraktionen sowie der Ruheraum mit eigener, fĂŒr Allergiker sicheren Luftzirkulation. Neben der “Blauen Grotte”, ein ganz aus Sichtbeton mit doppelt gekrĂŒmmten EingĂ€ngen gestaltetes Wassergewölbe, steht dem Gast als besonderes Highlight die hölzerne “Amphi-Sauna” zu VerfĂŒgung. Die insgesamt 21 Meter breite und 4 Meter hohe, doppelt gekrĂŒmmte Holzskulptur bietet eine Finnische- und eine KrĂ€uter-Sauna und öffnet den Blick ĂŒber eineweit gespannteGanzglasfassade zum östlichen Tal. Als verbindendes Gestaltungselement dient die geschwungene Lamellendecke aus Holz. Auf eine LauflĂ€nge von 175 Metern verbindet diese den Bestand mit dem Endpunkt des Hauptdachs. Die CNC-gefrĂ€ste Konstruktion folgt dabei der sich immer wieder Ă€ndernden Geometrie und wird zum Bindeglied aller Bauteile. Die Wahl der Materialien beschrĂ€nkt sich mit Hilfe von regionalen Firmen im Sinne der Ressourcenschonung auf lokale Produkte, um dem Genius Loci und kurzen Produktionswegen Rechnung zu tragen. Neben SichtbetonwĂ€nden in vertikaler Bretterschalung werden fĂŒr besondere Möbel lokale Hölzer, in Salzburg produzierte GlĂ€ser und Alpenmarmor aus der unmittelbaren Nachbarschaft eingesetzt. Der Brennstoff fĂŒr die Heizung kommt in Form von Holz-Briketts aus SĂ€gespĂ€nen vom Nachbarn.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die PreiswĂŒrdigkeit des Projektes ergibt sich aus der Kombination eines gestalterisch ambitionierten Entwurfs mit dem vorbildhaften Einsatz von Stahl als Konstruktionsmaterial. Nur durch den Einsatz von Stahl können die hohen, nicht zuletzt aus der BegrĂŒnung des in den Hang integrierten Daches erwachsenden Lasten abgeleitet werden. Der Stahlbau ermöglicht die Wahrung eines ebenso schlanken wie feingliedrigen Erscheinungsbildes fĂŒr die HĂŒlle eines doch betrĂ€chtlichen Volumens.

Auch die Fertigungskompetenz der AusfĂŒhrenden ist in hohem Maße preiswĂŒrdig, kein Bauteil dieses Tragwerkes gleicht dem anderen. Die prĂ€zise Herstellung der gekrĂŒmmten HaupttrĂ€ger stellte angesichts der geringen Maßtoleranzen eine besondere Herausforderung dar.