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Award / Auszeichnung | 11/2023

Antonio-Petrini-Preis 2023

Gartenansicht

Gartenansicht

Mit Alt mach Neu - Aufstockung und Erweiterung eines Mehrfamilienwohnhauses

DE-97070 W├╝rzburg

2. Preis

Stefan Lang Architektur

Architektur

Projektdaten

  • Geb├Ąudetyp:

    B├╝ro-, Verwaltungsbauten, Wohnungsbau

  • Projektgr├Â├če:

    keine Angabe

  • Status:

    Realisiert

  • Termine:

    Baubeginn: 01/2020
    Fertigstellung: 06/2022

Projektbeschreibung

Ein historisch anmutendes Nachkriegsgeb├Ąude in der W├╝rzburger Innenstadt sollte er- weitert werden um bezahlbaren st├Ądtischen Wohnraum zu erhalten. Durch die Aufstockung/Nachverdichtung auf das Niveau der Nachbarbebauung wird die Stra├čen- flucht ungest├Ârt fortgef├╝hrt und der Stra├čenraum klarer definiert. Die Tragstruktur vom Bestand wurde erhalten, Struktur und Aufbau der Fassade wurden kaum ver├Ąndert. Die zwei Vollgeschosse wurden durch ein weiteres Stockwerk und ein neues Dachgeschoss erg├Ąnzt. Dabei wurden die Achsen der bestehenden Fenster├Âffnungen aufgenommen und die vertikale Struktur durch zur├╝ckversetzte Fl├Ąchen unter- und oberhalb der Fenster verst├Ąrkt. Ein durchgehend heller Fassadenanstrich und filigrane Holzfenster schaffen wiederum Verbindung zwischen den Geb├Ąudeteilen. Das neue Dachgeschoss ist als Mansarddach ausgef├╝hrt. Hohe, schmale Gauben mit hohen Fenstert├╝ren nehmen im Dach die vertikale Struktur der Fassade wieder auf. Das markante Dach mit seiner Kupferverblechung wirkt identit├Ątsstiftend und sorgt f├╝r Wiedererkennungswert.

Zur Gartenseite in Richtung S├╝d-Ost erg├Ąnzt ein Anbau aus Klinkermauerwerk das Bestandsgeb├Ąude. Klinker hat viele Vorteile, einerseits ist die Fassade sehr robust und langlebig, andererseits sorgt der zweischalige Wandaufbau f├╝r einen sehr guten sommerlichen W├Ąrmeschutz und Schallschutz. Einen Kontrast dazu bilden Sichtbetonelemente zwischen den raumhohen Fenstern. Sp├Ąter k├Ânnen die Bauteile sortenrein getrennt und als Rohstoff f├╝r die Zukunft verwendet werden.

Private Freibereiche f├╝r die einzelne Wohneinheit waren den Bauherren wichtig. So sind s├Ąmtliche Wohnungen mit einem Balkon, einer Loggia oder einer Terrasse aus-gestattet. Die gro├če, park├Ąhnliche Gr├╝nfl├Ąche ist f├╝r alle Bewohner des Hauses zug├Ąnglich und wurde ebenfalls in die ganzheitliche Planung des Projekts einbezogen (Neupflanzung von Klimab├Ąumen, Regenwassernutzung, etc.).

R├╝ckseitig gliedern sich Technik- und Kellerr├Ąume an. Unter dem Anbau befindet sich eine Tiefgarage mit ausreichend Stellpl├Ątzen f├╝r die Bewohner. Die technische Ausstattung des Geb├Ąudes sorgt f├╝r modernen Wohnkomfort. Das Bus-System KNX zur Geb├Ąudeautomation trennt die Ger├Ątesteuerung und die Stromversorgung voneinander. Das erm├Âglicht nachtr├Ągliche Schaltungs├Ąnderungen oder auch ├╝bergeordnete Steuerfunktionen.
Mit der Photovoltaikanlage, ca. 16 KWp, auf dem Dach und einem Batteriespeicher im Technikraum, ist das Geb├Ąude f├╝r die Zukunft ger├╝stet. Denn dank des sogenannten Mieterstrommodells ist es m├Âglich, lokal produzierten Strom auch lokal zu verbrauchen. In der Tiefgarage sind sechs Lades├Ąulen f├╝r Elektrofahrzeuge vorgesehen, die ebenfalls mit dem selbst erzeugten Strom geladen werden k├Ânnen.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Sanierung und Erweiterung des Nachkriegsgeb├Ąudes von 1952 ├╝berzeugt durch die Herangehensweise an das sensible Thema Bauen im Bestand in der W├╝rzburger Innenstadt.

Das Objekt nimmt mit seiner Aufstockung und Erweiterung Bezug auf die Ma├čst├Ąblichkeit der bestehenden Nachbarbebauung und wird durch ein weiteres Stockwerk, ein Dachgeschoss mit Mansarddach und einen gartenseitigen Anbau in Sichtmauerwerk erweitert.

Hervorzuheben ist der zur├╝ckhaltende, gestalterische Umgang bei der Aufstockung des Bestandsgeb├Ąudes.

Fassadendetails und auch die Ausf├╝hrung des Daches mit seiner Kupferverblechung sind wertig und stimmig im Bezug auf die vorhandene Fassadengliederung.

Der hofseitige Erweiterungsneubau steht mit seinem zeitgem├Ą├čen Gepr├Ąge, wertigen und langlebigen Materialien, wie Klinkermauerwerk, als positives Beispiel f├╝r vorbildliches Bauen im Bestand.

Der Neubau erf├╝llt alle Anforderungen des zeitgem├Ą├čen Warme- und Schallschutzes.

Hofseitig sind unterirdisch Technik- und Parkbereiche angeordnet.

Das Geb├Ąude ist ein KfW 100-Effizienzhaus, somit auf Neubauniveau, bemerkenswert und wichtig im Kontext des W├╝rzburger Klimaversprechens.

Die nicht sichtbare Photovoltaikanlage auf dem Dach, die zusammen mit einem Batteriespeicher, ein Mieterstrommodell mit lokal produziertem Strom sowie sechs Lades├Ąulen erm├Âglicht, ist ebenfalls beispielhaft.

Der r├╝ckwertige Hofraum ist park├Ąhnlich gestaltet, steht den Bewohnern des Hauses zur Verf├╝gung und ist in die ganzheitliche Planung des Objektes mit klimagerechter Bepflanzung, Regenwassernutzung, etc., eingebunden.

Gerade im Kontext des zunehmend wichtigen Themas Bauen im Bestand ein im architektonischen und innerst├Ądtischen Kontext beispielhaftes Objekt, das mit hoher Qualit├Ąt umgesetzt wurde und somit einen preisw├╝rdigen Beitrag im Sinne der Zielsetzungen des Antonio-Petrini-Preises darstellt.
Stra├čenansicht

Stra├čenansicht

Luftbild Gartenansicht in Richtung Westen

Luftbild Gartenansicht in Richtung Westen

Alt und Neu

Alt und Neu

Bestand vor den Umbau

Bestand vor den Umbau

Terrasse und Garten

Terrasse und Garten

Dachterrasse

Dachterrasse

Ausblick Loggia

Ausblick Loggia

K├╝che im Erdgeschoss

K├╝che im Erdgeschoss

Wohn- und Esszimmer

Wohn- und Esszimmer

Wohnzimmer in Richtung K├╝che

Wohnzimmer in Richtung K├╝che

Wohnzimmer

Wohnzimmer

Tiefgarage

Tiefgarage