Nichtoffener Wettbewerb | 11/2025
Aufwertung und Neugestaltung Bahnhofsumfeld und Achse vom Bahnhof zur Innenstadt in Heilsbronn
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Blick auf den Bahnhof
©STUDIO-MRA
Anerkennung
Preisgeld: 7.500 EUR
Stadtplanung / Städtebau
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
Erläuterungstext
NEUORDNUNG UND AUFWERTUNG DES BAHNHOFSUMFELDS – HEILSBRONN
Neuordnung und Aufwertung des Bahnhofsumfelds
Ziel ist ein funktional gegliedertes, identitätsstiftendes Bahnhofsumfeld mit hoher Aufenthaltsqualität. Die derzeit dominierende Verkehrsfläche wird zurückgebaut zugunsten klarer Raumzonen für Fußgänger, Radverkehr und Busanbindung. Attraktive, begrünte Wartezonen für Bahn- und Busreisende werden geschaffen, ergänzt durch schattenspendende Baumpflanzungen und möblierte Aufenthaltsflächen.
Der Bahnhofsplatz wird durch Belagswechsel, Pflanzinseln und ein neues Wegekonzept gegliedert. Barrierefreiheit wird funktional (Busabsenkung) und gestalterisch (niveaugleiche Übergänge) umgesetzt. Konfliktbereiche – insbesondere der Kreuzungspunkt Bahnhofstraße/Bahnhofsvorplatz – werden durch Neuorganisation des Verkehrsflusses sowie durch klare Wegeführungen für Fuß- und Radverkehr entschärft.
Angemessenes Vorfeld zur Musikschule
Der Eingangsbereich der zukünftigen Musikschule erhält einen offenen, begrünten Vorplatz mit Sitzmöglichkeiten, künstlerischer Gestaltung (Verbleib oder neue Platzierung des Stahlkunstwerks), und einer optischen Abgrenzung zum PKW-Verkehr. Dies schafft einen angemessenen, ruhigen Rahmen für das kulturelle Gebäude und fördert Begegnung und Aufenthalt.
Reibungsloses Miteinander der Verkehrsteilnehmer
Der Bahnhofsvorplatz wird in verkehrsberuhigter Form mit klar definierten Zonen für alle Verkehrsteilnehmer neugestaltet. Fuß- und Radverkehr erhalten großzügige, konfliktfreie Flächen. Die Buszufahrt bleibt bestehen, wird jedoch optisch integriert. Die Bahnhofstraße erhält Tempo 30 und wird gestalterisch aufgewertet – inkl. Querungshilfen, Begrünung und Möblierung für sichere Schulwege und touristische Besucher.
Parkierungskonzept für PKW und Fahrräder
Für PKW wird ein flächensparendes, oberirdisches Parkdeck am Rand des Realisierungsgebiets vorgeschlagen (mindestens 158 Stellplätze), mit flexibler Nachnutzungsperspektive. Die restlichen Stellplätze (94) liegen auf DB-Flächen. Oberflächenstellplätze sind versickerungsfähig zu gestalten. Fahrradabstellanlagen (mind. 204 Stellplätze) werden neu geordnet, witterungsgeschützt und barrierefrei am westlichen Bahnhofszugang platziert. Weitere 48 gesicherte Stellplätze sind bereits eingeplant.
Mobilitätskonzept
Im Sinne eines zukunftsfähigen Mobilitätsmixes wird eine Mobilitätsstation integriert mit:
Der 24/7-Shop wird zentral am neu gestalteten Platz integriert und bei Bedarf flexibel rückbaubar ausgeführt. Bestehende Infrastrukturen wie EC-Automat und Mitnahmebank werden neu positioniert, sichtbar und barrierefrei integriert.
Städtebauliche Neuordnung einzelner Grundstücke
Die stadteigenen Grundstücke rund um den Kreuzungspunkt Bahnhofstraße/Alte Poststraße werden in die Gestaltung integriert. Der dort entstehende Knotenpunkt wird durch Rückbau überdimensionierter Verkehrsflächen, Einbezug des Regenrückhaltebeckens (bepflanzbare Oberfläche), und Neubebauung stadträumlich gefasst.
Für das Gewerbeareal (Ideenteil) wird ein städtebauliches Konzept vorgeschlagen, das Wohnen, Arbeiten und Co-Working kombiniert – z. B. in Form eines Gründerzentrums. Eine Ost-West-Wegeverbindung wird vorgesehen, um den Bahnhof mit Sportflächen und der Hohenzollernhalle zu verknüpfen. Bahnflächen der DB können mittelfristig als Grün- oder Freizeitflächen aktiviert werden.
Klimaanpassung und Klimaschutz
Im gesamten Entwurf wird auf Klimaanpassung geachtet und durch innovative Maßnahmen zukunftsfähig ergänzt:
Wirtschaftlichkeit
Neuordnung und Aufwertung des Bahnhofsumfelds
Ziel ist ein funktional gegliedertes, identitätsstiftendes Bahnhofsumfeld mit hoher Aufenthaltsqualität. Die derzeit dominierende Verkehrsfläche wird zurückgebaut zugunsten klarer Raumzonen für Fußgänger, Radverkehr und Busanbindung. Attraktive, begrünte Wartezonen für Bahn- und Busreisende werden geschaffen, ergänzt durch schattenspendende Baumpflanzungen und möblierte Aufenthaltsflächen.
Der Bahnhofsplatz wird durch Belagswechsel, Pflanzinseln und ein neues Wegekonzept gegliedert. Barrierefreiheit wird funktional (Busabsenkung) und gestalterisch (niveaugleiche Übergänge) umgesetzt. Konfliktbereiche – insbesondere der Kreuzungspunkt Bahnhofstraße/Bahnhofsvorplatz – werden durch Neuorganisation des Verkehrsflusses sowie durch klare Wegeführungen für Fuß- und Radverkehr entschärft.
Angemessenes Vorfeld zur Musikschule
Der Eingangsbereich der zukünftigen Musikschule erhält einen offenen, begrünten Vorplatz mit Sitzmöglichkeiten, künstlerischer Gestaltung (Verbleib oder neue Platzierung des Stahlkunstwerks), und einer optischen Abgrenzung zum PKW-Verkehr. Dies schafft einen angemessenen, ruhigen Rahmen für das kulturelle Gebäude und fördert Begegnung und Aufenthalt.
Reibungsloses Miteinander der Verkehrsteilnehmer
Der Bahnhofsvorplatz wird in verkehrsberuhigter Form mit klar definierten Zonen für alle Verkehrsteilnehmer neugestaltet. Fuß- und Radverkehr erhalten großzügige, konfliktfreie Flächen. Die Buszufahrt bleibt bestehen, wird jedoch optisch integriert. Die Bahnhofstraße erhält Tempo 30 und wird gestalterisch aufgewertet – inkl. Querungshilfen, Begrünung und Möblierung für sichere Schulwege und touristische Besucher.
Parkierungskonzept für PKW und Fahrräder
Für PKW wird ein flächensparendes, oberirdisches Parkdeck am Rand des Realisierungsgebiets vorgeschlagen (mindestens 158 Stellplätze), mit flexibler Nachnutzungsperspektive. Die restlichen Stellplätze (94) liegen auf DB-Flächen. Oberflächenstellplätze sind versickerungsfähig zu gestalten. Fahrradabstellanlagen (mind. 204 Stellplätze) werden neu geordnet, witterungsgeschützt und barrierefrei am westlichen Bahnhofszugang platziert. Weitere 48 gesicherte Stellplätze sind bereits eingeplant.
Mobilitätskonzept
Im Sinne eines zukunftsfähigen Mobilitätsmixes wird eine Mobilitätsstation integriert mit:
- E-Bike-Ladestationen
- E-Scooter-Station
- Fahrradreparatur-Box
- Schließfächern
- Digitalem Infosystem (ÖPNV, Stadtinfos, Events)
Der 24/7-Shop wird zentral am neu gestalteten Platz integriert und bei Bedarf flexibel rückbaubar ausgeführt. Bestehende Infrastrukturen wie EC-Automat und Mitnahmebank werden neu positioniert, sichtbar und barrierefrei integriert.
Städtebauliche Neuordnung einzelner Grundstücke
Die stadteigenen Grundstücke rund um den Kreuzungspunkt Bahnhofstraße/Alte Poststraße werden in die Gestaltung integriert. Der dort entstehende Knotenpunkt wird durch Rückbau überdimensionierter Verkehrsflächen, Einbezug des Regenrückhaltebeckens (bepflanzbare Oberfläche), und Neubebauung stadträumlich gefasst.
Für das Gewerbeareal (Ideenteil) wird ein städtebauliches Konzept vorgeschlagen, das Wohnen, Arbeiten und Co-Working kombiniert – z. B. in Form eines Gründerzentrums. Eine Ost-West-Wegeverbindung wird vorgesehen, um den Bahnhof mit Sportflächen und der Hohenzollernhalle zu verknüpfen. Bahnflächen der DB können mittelfristig als Grün- oder Freizeitflächen aktiviert werden.
Klimaanpassung und Klimaschutz
Im gesamten Entwurf wird auf Klimaanpassung geachtet und durch innovative Maßnahmen zukunftsfähig ergänzt:
- Baumerhalt und gezielte Neupflanzungen schaffen Schatten, verbessern das Mikroklima und fördern Biodiversität (z. B. klimaresiliente Arten, Bienenweiden).
- Minimierung versiegelter Flächen durch wasserdurchlässige Beläge und grüne Fugen in Pflasterflächen.
- Einsatz nachhaltiger Materialien (z. B. Recycling-Beton, Holz aus FSC-zertifizierten Quellen, CO₂-armer Asphalt).
- Vorbereitung auf Starkregenereignisse: Integration eines Regenrückhaltebeckens mit 1.500 m³, kombiniert mit Retentionsmulden und Gründächern zur dezentralen Regenwasserbewirtschaftung.
- Flexible Nachnutzungsperspektiven für Verkehrsflächen und Gebäude (z. B. spätere Umwandlung von Parkflächen in Grünräume oder Baufelder).
- Photovoltaik auf Dächern und Fassaden von Mobilitätsstationen, Parkpalette und Bahnhof – gekoppelt mit einem lokalen Stromspeicher zur Eigenversorgung.
- Intelligentes Energiemanagement für Gebäude (Smart Grids) zur bedarfsgerechten Steuerung von Beleuchtung, Ladestationen und Heizung.
- Klimapositiver Freiraum: Durch Verdunstungskühlung, Windführung und Schattenzonen entsteht ein spürbarer Temperaturausgleich.
- „Coole Wege“: helle, reflektierende Oberflächen und begrünte Pergolen entlang wichtiger Fuß- und Radverbindungen reduzieren Hitzeentwicklung im Sommer.
Wirtschaftlichkeit
Das Konzept setzt auf ressourcenschonende, langlebige und betriebskostenarme Strukturen und wird durch folgende innovative Ansätze ergänzt:
- Verzicht auf kostenintensiven Tiefbau (keine Tiefgarage), stattdessen kompakte, oberirdische Parkpalette mit Nachnutzungspotenzial (z. B. für Handwerk, Wohnen oder Urban Farming).
- Optimierte Flächennutzung durch Mehrfachnutzung (z. B. Dachnutzung für PV, Gründach oder Aufenthalt; Platzflächen mit Veranstaltungen oder Wochenmärkten bespielbar).
- Reversibilität temporärer Nutzungen: 24/7-Shop, Mobilitätsstation oder Fahrradservice können modular rückgebaut oder erweitert werden.
- Reduktion der Betriebskosten durch:
- pflegeleichte Bepflanzung (z. B. extensive Dachbegrünung, heimische Staudenmischungen)
- langlebige Materialien und Recycling-Baustoffe
- automatisierte Bewässerungssysteme mit Regenwassernutzung
- Synergien durch zentrale Infrastruktur (z. B. gemeinschaftlich genutzte Technikzentralen, Müllentsorgung, Ladepunkte).
- Modulares Bauen bei Neubauten im Bahnhofsbereich ermöglicht kostengünstige Anpassungen und Erweiterungen im Bestand.
- Lebenszykluskosten im Fokus: Investitionen orientieren sich nicht nur an Baukosten, sondern an langfristiger Wirtschaftlichkeit (z. B. durch geringere Instandhaltung, Energieautarkie, CO₂-Einsparungen).
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Fokussierung der Arbeit auf wesentliche Bereiche wird grundsätzlich begrüßt. Hervorzuheben ist die Freiraum- und Aufenthaltsqualität des Bahnhofsplatzes. Auch der Gedanke den Fahrverkehr, Busse und motorisierten Individualverkehr, in einem Bauwerk zusammenzufassen wird als innovativ eingeschätzt, allerdings bleibt die Arbeit einen Nachweis der Funktionsfähigkeit dieses Bauwerks schuldig. Die Herausnahme des Durchgangsverkehrs aus dem Bahnhofsvorplatz hat zwar für diesen einen positiven Effekt in Bezug auf die Aufenthaltsqualität, führt aber dazu, dass der Durchgangsverkehr auf die nicht ausreichend leistungsfähige Parallelstraße verlagert wird.
Die Verbindung zur Stadtmitte über die Bahnhofsstraße weist wenig Ansätze zur Verbesserung der Freiraumqualität auf. Der Vorschlag von beidseitigen Rad- und Gehwegen in der Bahnhofstraße erscheint aufgrund der unzureichenden Breite nicht zielführend. Bei Tempo 30 könnten die Fahrradfahrer auch die Fahrbahn benutzen. Im Übrigen widersprechen sich die Aussagen insbesondere beim Straßenprofil.
Der Gestaltungsvorschlag für den Postberg zeigt keinen neuen, funktionierenden Ansatz auch in verkehrlicher Hinsicht. Die zeichnerische Zusammenfassung der grundsätzlich begrüßenswerten Platzbereiche Kneippplatz und Vorbereich der Eventscheune wird aufgrund der topographischen und verkehrlichen Situation nicht gelingen.
Im südwestlichen Bereich des Ideenteils wird der Erhalt des prägenden Bestandsgebäudes und die städtebauliche Neuordnung des Quartiers positiv gewürdigt. Die Zuordnung der Musikschule zum neuen Quartier schafft Identität und steigert dessen Qualität. Die Konzentration der Funktionen ermöglicht gute Chancen der baulichen Nachverdichtung, die zukunftsfähig erscheinen. Dass auf dem Bahngelände im nordöstlichen Bereich des Ideenteils außer Baumneupflanzungen keine Impulse aufgezeigt werden, trägt der gegenwärtigen Eigentümersituation Rechnung, ist jedoch nicht im Sinne der Stadt weiterführend.
Die Baumpflanzungen sind bezüglich der Klimaanpassung zwar begrüßenswert, müssten aber noch im Hinblick auf den notwendigen Wurzelraum und eventuelle Konflikte mit den Spartentrassen überprüft werden. Zusätzlich werden in der Beschreibung umfangreiche Maßnahmen zu Nachhaltigkeit und Klimaresilienz aufgezeigt, die vorerst nur verbal beschrieben sind.
Die Arbeit bietet wertvolle Ansätze, ist aber im Hinblick auf die Umsetzbarkeit vor allem aus verkehrlichen Gründen eher problematisch.
Die Verbindung zur Stadtmitte über die Bahnhofsstraße weist wenig Ansätze zur Verbesserung der Freiraumqualität auf. Der Vorschlag von beidseitigen Rad- und Gehwegen in der Bahnhofstraße erscheint aufgrund der unzureichenden Breite nicht zielführend. Bei Tempo 30 könnten die Fahrradfahrer auch die Fahrbahn benutzen. Im Übrigen widersprechen sich die Aussagen insbesondere beim Straßenprofil.
Der Gestaltungsvorschlag für den Postberg zeigt keinen neuen, funktionierenden Ansatz auch in verkehrlicher Hinsicht. Die zeichnerische Zusammenfassung der grundsätzlich begrüßenswerten Platzbereiche Kneippplatz und Vorbereich der Eventscheune wird aufgrund der topographischen und verkehrlichen Situation nicht gelingen.
Im südwestlichen Bereich des Ideenteils wird der Erhalt des prägenden Bestandsgebäudes und die städtebauliche Neuordnung des Quartiers positiv gewürdigt. Die Zuordnung der Musikschule zum neuen Quartier schafft Identität und steigert dessen Qualität. Die Konzentration der Funktionen ermöglicht gute Chancen der baulichen Nachverdichtung, die zukunftsfähig erscheinen. Dass auf dem Bahngelände im nordöstlichen Bereich des Ideenteils außer Baumneupflanzungen keine Impulse aufgezeigt werden, trägt der gegenwärtigen Eigentümersituation Rechnung, ist jedoch nicht im Sinne der Stadt weiterführend.
Die Baumpflanzungen sind bezüglich der Klimaanpassung zwar begrüßenswert, müssten aber noch im Hinblick auf den notwendigen Wurzelraum und eventuelle Konflikte mit den Spartentrassen überprüft werden. Zusätzlich werden in der Beschreibung umfangreiche Maßnahmen zu Nachhaltigkeit und Klimaresilienz aufgezeigt, die vorerst nur verbal beschrieben sind.
Die Arbeit bietet wertvolle Ansätze, ist aber im Hinblick auf die Umsetzbarkeit vor allem aus verkehrlichen Gründen eher problematisch.
Kreuzungspunkt Bahnhofstrasse/ Am Postberg
©STUDIO-MRA
Lageplan
©STUDIO-MRA
Konzeptideen
©STUDIO-MRA
Schnitt Bahnhofsplatz
©STUDIO-MRA