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Award / Auszeichnung | 09/2015

Auszeichnung Guter Bauten Franken 2015

Geschenk der Geschichte I Umbau des ehemaligen herzoglichen Marstalles zum Vermessungsamt Coburg

DE-96450 Coburg

Anerkennung

Br├╝ckner & Br├╝ckner Architekten GmbH Tirschenreuth I W├╝rzburg

Architektur

Projektdaten

  • Geb├Ąudetyp:

    B├╝ro-, Verwaltungsbauten

  • Projektgr├Â├če:

    keine Angabe

  • Status:

    Realisiert

  • Termine:

    Baubeginn: 01/2009
    Fertigstellung: 01/2012

Projektbeschreibung

Herzog Albrecht von Sachsen-Gotha-Altenburg lie├č zwischen 1685 und 1690 in exponierter Lage gegen├╝ber der Ostseite des Schlosses Ehrenburg ÔÇ×einen sehr langen Marstall und daran stossendes Reit- und Kutschen-HausÔÇť erbauen und diese ÔÇ×aussen mit Stein verkleidenÔÇť. Aus dieser Zeit stammen die ├Ąltesten Geb├Ąudeteile dieses Baudenkmals.

Urspr├╝nglich waren die Geb├Ąude zweigeschossig und hatten ein mit altdeutschem Schiefer gedecktes Mansardendach. Die R├╝ckfront war auf Teilen der ├Ąu├čeren Stadtmauer errichtet worden, was die leichte Kr├╝mmung des Grundrisses erkl├Ąrt. Die Au├čenmauern bestanden aus mit Steinen verkleidetem, ausgemauertem Fachwerk. Das heutige Erscheinungsbild mit reicher architektonischer Neurenaissancegliederung an den Giebeln entstand Ende des 19. Jahrhunderts. Letzte Eingriffe in die historische Struktur des Marstalles wurden zwischen 1921 und 1923 get├Ątigt. Seither erfuhr das Ensemble mehrere Umnutzungen, wesentliche die Substanz ver├Ąndernde Ma├čnahmen wurden nicht durchgef├╝hrt.

Im Zuge der Sanierung wurde der Haupteingang in den Mittelrisalit des Geb├Ąudes zur├╝ckverlegt, wo er zu herzoglichen Zeiten bereits angeordnet war und in die Stallungen f├╝hrte. So wurde eine st├Ądtebauliche Verkn├╝pfung mit dem Schlossplatzensemble geschaffen, die der historischen Bedeutung der Marstalles gerecht wird, und die erdgeschossigen Gu├čeisenst├╝tzkonstruktionen mit Kappendecken wieder als r├Ąumlich erlebbares Geschenk der Geschichte zug├Ąnglich gemacht. Wertvolle architektonische Bauteile wurden wieder entdeckt und in das Gesamtkonzept integriert. Die nachtr├Ąglich unter funktionalen Gesichtspunkten eingef├╝gte Kellersituation mit ihren problematischen H├Âhendifferenzen wurde bereinigt. So konnte eine Geb├Ąudestruktur geschaffen werden, die ├╝ber eine Mittelerschlie├čung kurze Wege und klare Orientierung bietet. Auch die Materialit├Ąt entwickelte sich aus der Historie: Ziegel, Eisen, Putz, Holz und Glas bilden die Basis des reduzierten Konzeptes.

Die Sanierungsma├čnahme bot die gro├čartige M├Âglichkeit, das ├╝berformte Marstallgeb├Ąude aus funktionalen, konstruktiven, energetischen und architektonischen Zw├Ąngen zu befreien und in enger Abstimmung mit dem Bauherrn und dem Landesamt f├╝r Denkmalpflege eine auf historischer Grundlage fu├čende zukunftsweisende Architektur f├╝r ein modernes Vermessungsamt zu erm├Âglichen. Die Planungen von Br├╝ckner & Br├╝ckner Architekten ber├╝cksichtigten die historisch gewachsenen Strukturen und f├╝gten das Raumprogramm sensibel in den Bestand ein. Den Mitarbeitern des Vermessungsamtes und den B├╝rgern der Stadt Coburg wurde ein St├╝ck erlebbarer Geschichte zur├╝ckgegeben und dem Geb├Ąude Atmosph├Ąre und Charakter.