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Award / Auszeichnung | 09/2025

Auszeichnung vorbildlicher Bauten in Nordrhein-Westfalen 2025

36

Historisches Archiv und Rheinisches Bildarchiv

DE-50674 Köln, Eifelwall 5

Auszeichnung

Waechter + Waechter Architekten BDA PartmbB

Architektur

heinlewischer

Architektur

RB+P Landschaftsarchitektur Bauermann Otto Ludwigs

Landschaftsarchitektur

IDK Kleinjohann GmbH & Co.KG Köln

Tragwerksplanung

agn Niederberghaus & Partner GmbH

TGA-Fachplanung

Pirlet & Partner Ingenieurgesellschaft mbH

Sachverständigenwesen

Gebäudewirtschaft der Stadt Köln

Bauherren

Projektdaten

  • Objekttyp:

    Bibliotheken, Mediatheken

  • Projektgröße:

    keine Angabe

  • Status:

    Realisiert

  • Termine:

    Baubeginn: 01/2016
    Fertigstellung: 01/2021

Projektbeschreibung

Auszug aus Juryprotokoll 'Vorbildliche Bauten Nordrhein-Westfalen 2025':
'Manche Bauwerke sind nicht ohne ihre Vorgeschichte zu verstehen: Am 3. März 2009 stürzt das Gebäude des historischen Archivs der Stadt Köln in der Severinstraße in sich zusammen. Die Trümmer begraben unter sich nicht nur zehntausende Archivalien von historischem Wert. Sie treffen auch das Gedächtnis und damit den Stolz der 2.000 Jahre alten Stadt. Diese Hypothek wiegt schwer für den Neubau: Nicht weniger war von den Planenden gefordert als die Heilung einer verletzten Stadtgesellschaft. Wertschätzung und Wertigkeit sollte der neue Bau verkörpern, wo Wertvolles in Schmutz geraten war. Schutz und Sicherheit schaffen, wo Zerstörung gewütet hatte. Und der Stadt zurückgeben, was für immer verloren schien. [...] Die Jury würdigt die präzise Durcharbeitung des architektonischen Konzepts bis in jedes Detail: Die funktionale Gliederung ist ebenso überzeugend wie die atmosphärische Dichte der Innenräume. [...] Dieses Haus zeigt Würde. Es steht für eine Stadt, der Heilung gelungen ist.'

Beurteilung durch das Preisgericht

Manche Bauwerke sind nicht ohne ihre Vorgeschichte zu verstehen: Am 3. März 2009 stürzt das Gebäude des historischen Archivs der Stadt Köln in der Severinstraße in sich zusammen. Die Trümmer begraben unter sich nicht nur zehntausende Archivalien von historischem Wert. Sie treffen auch das Gedächtnis und damit den Stolz der 2.000 Jahre alten Stadt. Diese Hypothek wiegt schwer für den Neubau: Nicht weniger war von den Planenden gefordert als die Heilung einer verletzten Stadtgesellschaft.

Wertschätzung und Wertigkeit sollte der neue Bau verkörpern, wo Wertvolles in Schmutz geraten war. Schutz und Sicherheit schaffen, wo Zerstörung gewütet hatte. Und der Stadt zurückgeben, was für immer verloren schien. Die Arbeit des Büros Waechter + Waechter Architekten aus Darmstadt leistet all das in herausragender Weise.

Der Neubau am Eifelwall überzeugt durch eine klare, selbstbewusste Gestalt, die zugleich zurückhaltend bleibt. Die robuste, dreigeschossige Mantelbebauung strahlt Schutz und Dauerhaftigkeit aus – eine in sich ruhende, aber unübersehbare Präsenz im Stadtraum. Der so genannte „Schatzraum“ bildet die sicher beschirmte Mitte der Bebauung mit den Magazinräumen und rund 50 Regalkilometern für das Archivgut. Das Gegenbild findet sich in einem einladenden Foyer, das die Öffnung des Hauses in die Stadtgesellschaft leistet.

Die Jury würdigt die präzise Durcharbeitung des architektonischen Konzepts bis in jedes Detail: Die funktionale Gliederung ist ebenso überzeugend wie die atmosphärische Dichte der Innenräume. Materialwahl, Lichtführung und Proportionen schaffen eine wertige und konzentrierte Arbeits- und Forschungsumgebung.

Dieses Haus zeigt Würde. Es steht für eine Stadt, der Heilung gelungen ist. Es steht für Erinnerung, Offenheit und neues Vertrauen – und damit für ein meisterliches Stück Architektur in und für Köln.
Lageplan

Lageplan

Grundriss Erdgeschoss

Grundriss Erdgeschoss

Grundriss Obergeschoss

Grundriss Obergeschoss

Schnitt

Schnitt