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Award / Auszeichnung | 09/2025

Auszeichnung vorbildlicher Bauten in Nordrhein-Westfalen 2025

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Erweiterung Betriebshof Hochfeld – Recyclingzentrum in Duisburg

DE-47053 Duisburg

Auszeichnung

sgp Hachtel I Bauer GmbH architekten BDA

Architektur

Wirtschaftsbetriebe Duisburg

Bauherren

Schüßler-Plan

Verkehrsplanung, Tragwerksplanung

Projektdaten

  • Objekttyp:

    Technische Infrastruktur

  • Projektgröße:

    keine Angabe

  • Status:

    Realisiert

  • Termine:

    Fertigstellung: 11/2024

Projektbeschreibung

Der Betriebshof Hochfeld wird in mehreren Bauabschnitten erweitert. sgp HACHTEL I BAUER architekten und Schüssler–Plan Ingenieure haben dafür ein völlig neues Konzept für Funktionalität und Nachhaltigkeit entwickelt.

Unsere Planung umfasst dabei die Objektplanung der Gebäude und Dächer Recyclinghofes, Verwaltungsgebäude, ein Parkhaus, großflächige Überdachungen für Fahrzeuge, Umbauten im Bestand sowie die gestalterischen und ökologischen Leitlinien des Betriebshofes.

Dem Auftrag ging ein Wettbewerb über Konzeptideen voraus. Unser funktionales, wirtschaftliches und ökologisch nachhaltiges Konzept konnte überzeugen. Klare, funktionale Strukturen verbessern die Betriebsabläufe in einer zukunftsweisenden Infrastruktur der Kreislaufwirtschaft.

Das Projekt hat die Auszeichnung vorbildlicher Bauten 2025 des Landes Nordrhein-Westfalen und der Architektenkammer NRW erhalten!

Unser Entwurf entstand im Auftrag und hervorragender Zusammenarbeit mit Schüßler-Plan, Köln und hat die Auszeichnung vorbildlicher Bauten in Nordrhein-Westfalen 2025 erhalten.

Umgesetzt wird das Projekt in zwei Bauabschnitten. Der erste Bauabschnitt mit dem neuen Recylinghof und der großen Umlade wurde 2024 fertiggestellt. Der zweite Bauabschnitt mit Verwaltungsgebäude, Parkhaus und Stellplatzüberdachungen wird 2027 folgen.

Die nachhaltige Architektur für eine zirkuläre Zukunft setzt auf eine CO2 Reduzierung. Holzfassaden und Holzdächer kompensieren CO2. Dachbegrünung filtert Regenwasser und führt es als Kompensation für die unvermeidbare Flächenversiegelung der Versickerung zu. Große Dächer verschatten bei Hitze und schützen vor Regen. Die Dachflächen der Bestandshallen werden für großzügige Photovoltaik genutzt.
Im Sockelbereich sind die Gebäude robust und widerstandsfähig. Holz wird oberhalb der Sockelzone als CO2 neutrales Fassadenmaterial verwendet.

Beurteilung durch das Preisgericht

Für die Wirtschaftsbetriebe Duisburg AöR galt es, den bestehenden Betriebshof in zwei Bauabschnitten funktional und wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Auf einer zuvor brachliegenden Industriefläche entstand ein moderner Recyclinghof mit Tonnenlager, Wertstoff-Umladebereich sowie Flächen für betriebliche Funktionen. Die neue Anlage ist direkt an den angrenzenden Bestand angebunden, der im zweiten Bauabschnitt neu strukturiert werden soll.

Im öffentlich zugänglichen Bereich des Recyclingzentrums wurde unmittelbar neben dem Foyer im Erdgeschoss der „R(h)einladen“ integriert, in dem aufbereitete, wiederverwertbare Gegenstände zum Verkauf angeboten werden. Das Obergeschoss beherbergt Schulungsräume, Verwaltungsbereiche und Umkleiden. Die Organisation der Abgabe von Recyclinggut folgt einem serviceorientierten Layout, das den Kundenzugang komfortabel und intuitiv gestaltet. Rampen und Stege erleichtern die Anlieferung und das Abwerfen der Materialien.

Die neuen baulichen Elemente überzeugen sowohl städtebaulich durch ihre klare Positionierung und Proportionen als auch gestalterisch durch die Bezugnahme auf industrielle Architektursprache. Trotz komplexer Rahmenbedingungen ist es gelungen, robuste und prägnante Baukörper zu entwickeln, die betriebliche Abläufe effizient und kreuzungsfrei organisieren und gleichzeitig neue, kundenfreundliche Zugänge schaffen. Neue Wegebeziehungen strukturieren das Gelände übersichtlich und erleichtern die Orientierung.

Die Materialwahl symbolisiert den Übergang der Duisburger Industrielandschaft in eine nachhaltige Zukunft: Die Sockelzonen sind widerstandsfähig in Beton ausgeführt, während die oberen Bereiche aus CO₂-neutralem Holz bestehen. Gründächer und Versickerungsflächen kompensieren die Versiegelung und tragen zur Verbesserung des Mikroklimas bei.

Aus Sicht der Jury stellt die Erweiterung des Recyclingzentrums im Stadtteil Hochfeld eine überzeugende architektonische Antwort auf die Anforderungen einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft dar. Zugleich würdigt die Auszeichnung die Umsetzung einer Bauaufgabe, die oftmals wenig Beachtung findet und macht sie zu einem Wirtschaftsbau mit Modellcharakter.