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Sonstiges Vergabeverfahren | 10/2012

Baufeld Dennewitzstraße 36-38

Perspektive Wohnbebauung Visualisierung: architecture2brain

Perspektive Wohnbebauung Visualisierung: architecture2brain

1. Rang

ZOOMARCHITEKTEN GmbH

Architektur

ARCHITECTURE2BRAIN - architekturdarstellungen

Visualisierung

Erläuterungstext

Städtebauliche Leitidee, Baukörper und Freiraumkonzept:

Die Lage zwischen Westpark und verdichteter Stadtstruktur, zudem das Baufeld geteilt durch den U-Bahnviadukt, stellt einen außerordentlichen Identifikationsfaktor mit sowohl einem Höchstmaß an möglicher Lebens- und Wohnqualität als auch, nicht zuletzt dadurch bedingt, ein hohes immobilienwirtschaftliches Potential dar.
An diesem Ort ist der weite Blick in die k√ľnftige Gr√ľnanlage und die Nutzung derselben verkn√ľpft mit einer hervorragenden Citylage, kurzen Wegen in alle angrenzenden Bezirke und einer guten Anbindung an den √∂ffentlichen Nahverkehr.
Wenngleich der U-Bahnviadukt eine betr√§chtliche Schallemission mit sich bringt, sehen wir in der denkmalgesch√ľtzten Anlage insbesondere ein herausragendes Merkmal gro√üst√§dtischer Dichte.
An diesem Ort ist es m√∂glich Wohnen (und sei es nur auf Zeit als Gast des Hotels) in einer gro√üst√§dtischen Auspr√§gung umzusetzen und zugleich die Qualit√§ten des Landschaftsparks zu nutzen ‚Äď frei nach Tucholskys ‚ÄěDas Ideal‚Äú, vorne Westpark, hinten Kurf√ľrstenstra√üe.
Die Besonderheiten des Ortes und seine Potentiale verlangen sowohl nach einer eindeutigen städtebaulichen Ergänzung, als auch der bestmöglichen Ausnutzung und Stärkung der lagebedingten Qualitäten.

Es werden klare, achtgeschossige Bauk√∂rper (sieben Vollgeschosse + Staffelgeschoss) vorgeschlagen, welche eindeutige Bez√ľge und Kanten zu Stadt- und Landschaftsraum definieren (GRZ 0,4 / GFZ 2,75). Die Fluchten von Kurf√ľrsten- und Pohlstra√üe werden aufgenommen. Die bereits durch das Baufeld Mitte vorgegebene H√∂henentwicklung wird, unter Einhaltung der Hochhausgrenze, aufgenommen.
Durch quer zum Westpark aufgestellte Bauk√∂rper (bzw. zum Park ge√∂ffnete U-f√∂rmige Geb√§ude) der Baufelder Nord und Mitte ist die Stadtkante bereits als eine rhythmisierte Grundstruktur vorgepr√§gt. Diese wird durch das Hotel und den n√∂rdlichen Teil der Wohnbebauung fortgesetzt um schlie√ülich im S√ľden mit einer eindeutigen Stadtraumkante zum Park einen definierten Abschluss zu finden.

Die S-f√∂rmige Auspr√§gung der Wohnbebauung erm√∂glicht wechselseitige Freiraumbez√ľge zu einerseits der Dennewitzstra√üe (Stadt) und andererseits dem Westpark (Landschaft).
Der Baukörper maximiert dadurch die Interaktionsfläche sowohl mit der Stadt- als auch der Landschaftsseite. Auf der Stadtseite erweitern die Raumkanten die Dennewitzstraße um einen Platz.
Auf der Parkseite trägt der geöffnete, aufgeweitete Baukörper dem Landschaftsbezug Rechnung.
Die Bauk√∂rper vermitteln zwischen dem Niveauversprung von Stra√üe und Westpark. Die Erdgeschosse an der Dennewitzstra√üe sind somit Untergeschosse bez√ľglich des Westparkniveaus. N√∂rdlich und s√ľdlich des Gesamtbaufeldes wird das Gel√§nde dem Niveauverlauf der √∂ffentlichen Parkerschlie√üungen angeglichen.
Mit der vorhandenen und k√ľnftigen H√∂henentwicklung der Freibereiche wird differenziert umgegangen. Im Bereich der Wohnbebauung wird eine feingliedrige Abstufung zwischen √∂ffentlichen, halb√∂ffentlichen und privaten Freibereichen vorgeschlagen. Der Platz an der Dennewitzstra√üe ist leicht vom Stra√üenniveau abgesetzt (+30cm). √úber eine Freitreppe und durch eine zweigeschossige Aussparung des Bauk√∂rpers ist dieser mit dem zum Landschaftspark ge√∂ffneten Bereich verbunden. Das Niveau der oberen Ebene liegt i. M. 80cm √ľber dem Westpark. Dort werden sowohl halb√∂ffentliche als auch private Gartenfl√§chen angeboten.

Das Gelände unter dem U-Bahnviadukt wird von einer (sichtbaren) Bebauung freigehalten. Unterirdisch wird dort die Anordnung von Stellplätzen vorgeschlagen. Die Tiefgarage ist mit ca. 90 Stellplätzen in einem Sockelgeschoss zwischen Hotel und Wohnbebauung angeordnet.
Das Niveau der Tiefgarage ist ca. 35cm unter dem der Dennewitzstra√üe angelegt. Gegen√ľber dem Westpark ragt Sie als Kante mit ca. 80cm aus dem Gel√§nde. Unter dem U-Bahnviadukt wird die Decke der Tiefgarage landschaftsplanerisch gestaltet und ist als solche nicht erkennbar. Bei Bedarf ist die partielle Erweiterung der Tiefgarage im Untergeschoss m√∂glich.

Die Erschlie√üung des Hotels, des Wohngeb√§udes und der Tiefgarage erfolgt einzig √ľber die Dennewitzstra√üe. Dadurch wird die Grundlage f√ľr eine Adressbildung auf der st√§dtischen Seite der Baufelder geschaffen.
Technikfl√§chen sind g√§nzlich im UG, dennoch oberhalb des Grundwasserspiegels untergebracht und somit f√ľr die Medienanbindung ideal erreichbar (im Rahmen des Verfahrens bisher nicht dargestellt).

Dem Lärmeintrag der U-Bahn wird auf unterschiedlichen Ebenen begegnet:
St√§dtebau: Minimalfront zur U-Bahn. Nur ca. ¬ľ des Wohnbauk√∂rpers ist unmittelbar entlang der U-Bahn aufgestellt. Dieser Bereich schirmt zugleich das s√ľdliche Baufeld gegen L√§rm ab.

Organisation: Reduktion von der U-Bahn zugewandten Hauptnutzflächen. Konzentration der Erschließungszonen des Hotels entlang der U-Bahn.

Nutzung: Keine lärmempfindlichen Wohnräume an der U-Bahn. Schlafräume möglichst nicht entlang der U-Bahn angeordnet. Bei der Wohnbebauung der Einsatz von (dreieckigen) Wintergärten an der U-Bahn zur Schallminimierung.

Techik: Bauteilert√ľchtigung zur Schalld√§mmung. Einsatz von Schallschutzverglasung und L√ľftungsanlagen nach Erfordernis.


Wohnbebauung:

Die meanderförmige Struktur der Wohnbebauung maximiert die Oberfläche und somit das Potential des Ausblicks zum Westpark.
Der besonderen Standortqualit√§t wird im Rahmen der Grundrissgestaltung zus√§tzlich Rechnung getragen, dass fast alle Wohnungen eine Loggia, Terrasse oder Gartenfl√§che zum Westpark erhalten, zudem Wohnr√§ume und Wohnk√ľchen i. d. R. zum Westpark orientiert sind.

Die Zug√§nge der Wohnbebauung erfolgen niveaugleich von der Dennewitzstra√üe bzw. dem daran angeschlossenen Platz. Auch die integrierten Stadth√§user werden jeweils √ľber die Stra√üenseite erschlossen.
Da parkseitig keine M√∂glichkeit zum Anleitern besteht, gleichzeitig eine √úbererschlie√üung vermieden werden muss und Laubeng√§nge vom Auslober ausgeschlossen wurden, sind vier der insgesamt sechs Treppenh√§user als Sicherheitstreppenr√§ume konzipiert. F√ľr Wohnungen entlang der Dennewitzstra√üe und am Platz ist der 2. Rettungsweg √ľber Rettungsger√§t der Feuerwehr sichergestellt.

Die Wohnbebauung ist in vier Segmente untergliedert. Bau- und Brandabschnitte sind klar definiert und somit die Baukörper zeitlich und eigentumsrechtlich unabhängig voneinander realisierbar. Es gibt keine Wohnung mit reiner Nordausrichtung.

Es werden klare strukturelle Vorgaben zur Sicherstellung einer wirtschaftlicher Erschlie√üung und Fl√§chenausnutzung und eines hohen Nutzungskomforts (Orientierung / Querl√ľftung) umgesetzt. Aus Gr√ľnden der Fl√§chenwertigkeit werden vorwiegend Innenb√§der vorgeschlagen. Au√üenliegende B√§der sind alternativ m√∂glich. Die Anordnung der Treppenr√§ume und Wohnungstrennw√§nde erfolgte auf Grundlage eines durchg√§ngigen Grundrasters, welches eine Kompatibilit√§t mit der Struktur der Tiefgarage sicherstellt.

Die insgesamt 6 Aufgänge der Wohnbebauung variieren zwischen 2-, 3-, und 4-Spännern. Das Verhältnis von Wohnfläche zu BGF beträgt 76%.
Die insgesamt nachgewiesenen 120 Wohneinheiten mit 12.445m² Wohnfläche (ohne Laden und Kita) gliedern sich grob wie folgt:

25 Stk. 2-Raum-Wohnungen (50-70m²)
46 Stk. 3-Raum-Wohnungen (85-120m²)
13 Stk. 4-Raum-Wohnungen (90-125m²)
28 Stk. 5-Raum-Wohnungen (130-160m²)
8 Stk. 6-Raum-Wohnungen (140-160m²)
Darin enthalten 12 Stadthäuser

Größere Wohnungen lassen sich durch vertikale bzw. horizontale Kopplung zweier Einheiten schaffen.

Insgesamt 12 Stadthäuser (jeweils dreigeschossige, schlanke Maisonetten) wurden ohne zusätzlichen Erschließungsaufwand in die Struktur integriert. Allen Stadthäusern gemeinsam ist die niveaugleiche Erschließung von der Dennewitzstraße aus. Auf Ebene +1 ist der Wohnbereich zum Westpark angeordnet.

Ein Auszug einiger Wohnungstypen ist plangrafisch im Maßstab 1:100 dargestellt. Eine Wohnungsliste ist Bestandteil der eingereichten Unterlagen.

Die Kita ist erdgeschossig im Bereich des s√ľdwestlichen Bauk√∂rperabschlusses angedacht.
Das Ladengeschäft ist ebenfalls erdgeschossig angeordnet und öffnet sich sowohl zur Dennewitzstraße als auch zum Platz.


Hotel:

Als Monolith √ľberbaut das Hotel das Baufeld unter Einhaltung der Bauflucht der Pohlstra√üe.

In den repr√§sentativen Bereichen werden Luftgeschosse vorgeschlagen. Der Empfangsbereich des Hotels ist √ľber einen zweigeschossigen Luftraum gro√üz√ľgig zur Stadt ge√∂ffnet und wird niveaugleich von der Dennewitzstra√üe erreicht.
√úber eine gro√üz√ľgige Treppe bzw. Aufz√ľge werden die Sitzungss√§le im 1. Obergeschoss und das Restaurant auf Parkniveau erschlossen. Das Restaurant orientiert sich zum Westpark und ist in Teilbereichen ebenfalls durch einen Luftraum zweigeschossig aufgewertet.
Im 2. Obergeschoss ist eine Bar angedacht, alternativ können dort 7 Doppelzimmer untergebracht werden.

Die geforderten 110 Zimmer werden nachgewiesen. Die Anzahl der zum U-Bahnviadukt orientierten Zimmer wurde möglichst gering gehalten.

Zwei Treppenh√§user dienen als bauliche Rettungswege und sichern neben zwei Aufz√ľgen die vertikale Erschlie√üung. Konferenz- und Wellnessbereiche sind im Staffelgeschoss angeordnet und verf√ľgen dort √ľber hervorragende Aussicht zum Park und der umliegenden Stadt.

Die Tiefgaragenzufahrt befindet sich unmittelbar neben dem Hotel. Die Anlieferung erfolgt √ľber eine Ladezone in der Tiefgarage.

Beurteilung durch das Preisgericht

Konzeptbeschreibung
Das S-f√∂rmige Wohngeb√§ude ist, √§hnlich wie der L√∂sungsansatz von Raumzeit, jeweils parallel zu unterschiedlichen Planungslinien des s√ľdlichen Teilgebiets ausgerichtet. Durch den Bauk√∂rper werden je eine interne Platzfl√§che zur Dennewitzstra√üe und eine zum Park hin ausgebildet.

Das Hotel mit trapezf√∂rmiger Grundfl√§che nimmt die s√ľdliche Flucht der Pohlstra√üe auf, so dass ein gut 6 m tiefer Abstand zum Parkzugang entsteht. Der Bauk√∂rper grenzt ferner unmittelbar an die Dennewitzstra√üe an und h√§lt zur U-Bahnbr√ľcke einen Abstand von 3 m und zur Parkanlage von 5 m.

Der Hauptzugang und die Vorfahrt zum Hotel befinden sich, im Unterschied zu den anderen Entw√ľrfen, an der Dennewitzstra√üe gegen√ľber der Pohlstra√üe. Die Zufahrt zu den Stellpl√§tzen in einer Tiefgarage erfolgt √ľber eine Rampe an der Dennewitzstra√üe unmittelbar s√ľdlich an den Bauk√∂rper anschlie√üend.

Die n√∂rdliche Freifl√§che ist als Gemeinschaftsgr√ľnanlage mit Orientierung zum Park dargestellt, der s√ľdliche als durchgehend befestigter, halb√∂ffentlicher Bereich, etwa 30 cm gegen√ľber der Stra√üe erh√∂ht.

Der Zugang zu den Treppenh√§usern des Wohngeb√§udes erfolgt √ľber einen auf der erh√∂hten Ebene gef√ľhrten Weg n√∂rdlich des Geb√§udes an der U-Bahnbr√ľcke, Zug√§nge direkt an der Dennewitzstra√üe sowie weitere Zug√§nge im stra√üenseitigen, s√ľdlichen Hof.

Die Tiefgaragenzufahrt s√ľdlich des Hotelbauk√∂rpers dient auch dem Wohnprojekt; Wohn- und Hotelbereich sind durch die Tiefgarage verbunden.


Bewertung
Die Ableitung eines M√§anders als Geb√§udeform aus den st√§dtebaulichen Rahmenbedingungen des Grundst√ľcks wird als tragf√§hige und ausdrucksstarke L√∂sung anerkannt. Damit werden sowohl die Eigenst√§ndigkeit des s√ľdlichen Baufeldes, wie auch die Einf√ľgung in den √ľbrigen st√§dtebaulichen Kontext gew√§hrleistet.

Nur dieser Entwurf h√§lt die verl√§ngerten Fluchtlinien sowohl der Pohl- als auch der Kurf√ľrstenstra√üe ein.

Dies wird besonders an der Pohlstrasse als angemessene Überleitung des Straßenraumes in den Park beurteilt und komme der Hotelnutzung zugute.

Die Ausbildung eines der Stadt zugewandten, halb-öffentlichen Platzraumes durch das Wohngebäude und eines dem Park zugewandten privaten Hofraumes wird einvernehmlich als Qualität gesehen.
Die Verbindung beider R√§ume durch ein Luftgeschoss sei in diesem Entwurf √ľberzeugender gel√∂st: Der private Hofraum sei durch ein erh√∂htes Niveau gegen√ľber dem stra√üenseitigen Platz abgeschirmt, der Platzraum auch im Bereich des Luftgeschosses durch den Bauk√∂rper im EG gefasst.

Der Bezug der Wohnungen zum Park sei deutlich herausgearbeitet. Die Qualität durchgesteckter, sehr schmaler Wohnungen wird jedoch bezweifelt.

Die Fassadengestaltung mit einer Dominanz der Balkonb√§nder an zwei der parkseitigen Fassaden sollte nach Auffassung einiger Obergutachter √ľberarbeitet werden.

Die Ausbildung eines Garagengeschosses und die damit erreichte H√∂henlage oberhalb des Parkniveaus wird als Qualit√§t der Freir√§ume und als Vorzug f√ľr die Erdgeschosswohnungen hervorgehoben. Allerdings wurde der dadurch grosse Niveauunterschied zum Park in Frage gestellt. Ob eine √§hnliche Qualit√§t bei H√∂hengleichheit ebenso erreicht werden kann, sollte gepr√ľft werden.

Die Eignung dieser L√∂sung f√ľr die Rettungswege der Feuerwehr muss nachgewiesen werden.
Perspektive Hotel Visualisierung: architecture2brain

Perspektive Hotel Visualisierung: architecture2brain

Schwarzplan / Lageplan

Schwarzplan / Lageplan

1. Obergeschoss

1. Obergeschoss

Regelgeschoss

Regelgeschoss

Dachgeschoss

Dachgeschoss