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Offener Wettbewerb | 09/2015

Bauhaus Museum Dessau | Neubau eines Museums mit Freianlagen und Stellpl├Ątzen

Anerkennung

Preisgeld: 5.000 EUR

Steiner Wei├čenberger Architekten BDA

Architektur

Henningsen Landschaftsarchitekten PartG mbB

Landschaftsarchitektur

RZ-CON Ingenieurgesellschaft mbH

TGA-Fachplanung

SFB | Saradshow Fischedick Berlin Bauingenieure GmbH

Tragwerksplanung

Dittrich Verkehrsplanung

Verkehrsplanung

Erl├Ąuterungstext

Konzept und St├Ądtebau
Ausgangspunkt f├╝r die Entwicklung des neuen Bauhaus Museums in Dessau ist die Collage aus Elementen, Motiven, Formen und Materialien der in Dessau zu sehenden Bauhaus-Architektur. Aus diesen collagierten Elementen entsteht ein Raumgebilde, das ein Gelenk zwischen Stadt und Park bildet. Es erg├Ąnzt die vorhandene Architektur am Rand des Stadtparks in den Blickachsen von Rathaus, St.Johannis-Kirche und Antoinettenstra├če.

In den Volumen befinden sich die Funktionen des Museums, dazwischen entsteht durch tiefe Einschnitte, Unterschnitte und Atrien ein lichtdurchfluteter Zwischenraum f├╝r das Foyer und die Haupterschlie├čungsbereiche des Museums.

Im heterogenen st├Ądtebaulichen Kontext zwischen den ├╝briggebliebenen historischen Bauten einerseits und der Architektur der Bauten der Nachkriegsmoderne andererseits definiert es einen neuen einpr├Ągsamen Ort in Dessau.

Das Museum
Der Haupteingang liegt in der Sichtachse der Rathausgasse an der Kavalierstrasse. Durch die Setzung des Museums mit seinem Haupteingang an diese ehemalige Prachtstra├če Dessaus wird der historische Bezug zu der ehemals hier vorhandenen Bebauung aufgenommen.

An der Stra├čenecke Friedrichstrasse und Kavalierstrasse entsteht ein st├Ądtischer Platz als Vorplatz des Museums. Hier ist eine Sammlung von freistehenden Skulpturen im Au├čenraum m├Âglich. Der ├╝ber Eck angeordnete Haupteingang an der Kavalierstrasse sowie der Eingang zu den auch unabh├Ąngig vom Museum zug├Ąnglichen Nutzungen wie Caf├ę, Versammlungsraum und Workshopbereich sind von hier aus zug├Ąnglich.
Zum Park hin ├Âffnet sich das Museum mit einem Caf├ę mit Gartenterrasse und einer Freitreppe. Hier ist auch der Museumsgarten mit Veranstaltungsfl├Ąche vorgesehen.

Innere Organisation
Die Grundstruktur des Museums bildet ein r├Ąumliches Gebilde aus kubischen Elementen mit tiefen, bis an das Geb├Ąudeinnere reichenden Einschnitten. Auf zwei Geschossen k├Ânnen die Sammlungen des Bauhausmuseums in st├╝tzenfreien und dadurch maximal flexiblen Ausstellungsbereichen pr├Ąsentiert werden. Der Besucher betrachtet Werke des Bauhauses in einem mit Elementen der Bauhausarchitektur spielenden Raumgebilde.

Durch die Auskragung des 1.OG gelangt man ├╝ber einen ├╝berdachten Vorbereich in das Foyer mit Ticketverkauf und Zugang zu den einzelnen Nutzungen. Es ist ├╝ber 2 Lichtatrien mit Tageslicht versorgt. Von hier sind die Wechselausstellungsfl├Ąchen und die Erstinformation zug├Ąnglich.
Zum Park hin sind Versammlungssaal und Workshopbereich als eine Raumeinheit orientiert. Sie sind an einen ├╝berdachten Au├čenbereich angebunden.
Das Cafe wendet sich zum Stadtplatz und ist mit einem Au├čenbereich ausgestattet. Au├čerdem befinden sich hier der Museumsshop und die Besuchertoiletten.

├ťber eine gro├če Treppe bzw. einen Aufzug erreicht man die Sammlungspr├Ąsentation im 1.OG. Eine zusammenh├Ąngende Ausstellungsfl├Ąche als Raumkontinuum ist durch zwei Lichtatrien, die als Verbindungsstege einen Rundlauf erm├Âglichen, gegliedert. Hier besteht ausserdem die M├Âglichkeit, die Museumsterrassen zu betreten. Die Ausstellungsr├Ąume sind frei miteinander kombinierbar und lassen sich bei Bedarf unterteilen.
Au├čerdem ist im 1.OG hier separat der Verwaltungsbereich angeordnet sowie an der gegen├╝berliegenden Ecke die Personalr├Ąume mit Terrasse.

Im Bereich zum Mahnmal befindet sich im EG in einem der tiefen Einschnitte die Anlieferung.
Im Untergeschoss befinden sich die Lagerfl├Ąchen und die Technikr├Ąume.

Ausstellungskonzept
Die Sammlungspr├Ąsentation im 1.OG ist als Rundgang konzipiert. Ein Teil davon l├Ąsst sich bei Bedarf der Wechselausstellungsfl├Ąche im EG zuschlagen. Beide Bereiche k├Ânnen separat erschlossen werden.

Fassade
Durch die Fassade aus wei├č eingef├Ąrbtem Sichtbeton entsteht ein abstraktes raumbildendes Volumen, welches durch die tiefen Einschnitte durch starke Schattenwirkung gegliedert ist. Die Einschnitte wiederrum erhalten gro├čfl├Ąchige Verglasungen als filigrane Stahlrahmenfenster, die bei Dunkelheit das Volumen des Bauk├Ârpers besonders plastische erscheinen lassen. Das neue Bauhausmuseum erh├Ąlt dadurch eine starke Pr├Ąsenz im heterogenen Stadtraum.

Erschlie├čung
Die Anlieferung des Museums erfolgt von der Stellplatzfl├Ąche an der Friedrichstrasse ├╝ber den Park. Sie befinden sich in einem Geb├Ąudeeinschnitt und ist dadurch m├Âglichst unauff├Ąllig angeordnet. Hier ist auch ein weiterer Nebeneingang f├╝r die Personalbereiche vorgesehen. Der Verwaltungsbereich besitzt einen separaten Eingang am Gruppeneingang. Die Rettungswege aus dem 1.OG sind durch eine Freitreppe zum Park und eine schmalere Au├čentreppe im Bereich der Anlieferung sowie ├╝ber ein innenliegendes Treppenhaus gew├Ąhrleistet. Der Lastenaufzug verbindet Anlieferung mit Lagerfl├Ąchen und Ausstellungsfl├Ąchen.

Au├čenanlagen
Das Museum steht als neuer markanter Bauk├Ârper im Stadtpark auf der Gel├Ąndeh├Âhe des Parks. Der allseitig umlaufende Platzbelag betont das Geb├Ąude und verbindet es mit dem Park.
Der Vorplatz an der Ecke Friedrichstra├če / Kavalierstra├če setzt einen besonderen Akzent im Stadtraum. Dieser Eingangsbereich wird durch ein Wasserbecken, ein Holzdeck, Sitzelemente und den vorhandenen lockeren Baumbestand betont. Diese Elemente schaffen gleichzeitig den ├ťbergang zum Au├čenbereich des Caf├ęs. Der daran anschlie├čende Museumsgarten setzt vegetative Akzente und steht mit einer B├╝hne f├╝r Veranstaltungen und Aktionen im Freien im Freien zur Verf├╝gung. Auf der Ostseite weitet sich der Platzbelag in eine Au├čenfl├Ąche f├╝r Workshops auf.
Fahrradstellpl├Ątze werden westlich des Museums angeboten, die erforderlichen Pkw-Stellpl├Ątze werden in Erg├Ąnzung der vorhandenen Stellplatzanlage an der Friedrichstra├če erstellt.

Barrierefreies Entwurfskonzept
Das Haus ist barrierefrei erschlossen, der Haupteingang im EG ist stufenlos erreichbar, im Geb├Ąude werden die zwei Ausstellungsebenen durch Aufz├╝ge erschlossen, die Ausstellungsebenen sind stufenlos befahrbar. Die entsprechenden sanit├Ąren Einrichtungen werden zur Verf├╝gung gestellt. Der Gel├Ąndeverlauf wird im Au├čenraum durch die mit leichtem Gef├Ąlle versehene Fl├Ąche realisiert.

Konzept des Tragwerks
Der zweigeschossige und teilunterkellerte Museumsneubau wird als Ortbeton-Massivbau geplant. Weitgehend geschlossene Au├čenw├Ąnde, die versetzt zueinander angeordnet sind, tragen die Lasten auf direktem Weg in die Fundamentebene ab. Sie wirken im Obergeschoss als aussteifende und auskragende Scheiben, wodurch das Konzept der versetzten Kuben auf wirtschaftliche Weise realisiert wird. Die ├╝ber 10 bis 12 Meter spannenden Decken werden als 50 cm Flachdecken mit runden Hohlk├Ârpern (Bubble-Deck) zur Gewichtsreduzierung ausgebildet und binden monolithisch in die W├Ąnde ein. Die so erzeugte Einspannung der Decken tr├Ągt zu einem vergleichsweise schlanken und damit wirtschaftlichen Rohbau bei. Die Decken sind bei konventioneller Stahlbetonbauweise beim Einschalen mit 2 bis 3 cm zu ├╝berh├Âhen, um den vertikalen Verformungen der fertigen Konstruktion entgegen zu wirken. Unterz├╝ge werden bei diesem Konzept generell f├╝r alle Decken nicht ben├Âtigt. Das f├╝hrt zu einer stets zug├Ąnglichen und ebenfalls flexiblen Installation, ein Kriterium f├╝r eine nachhaltige Nutzung.

Die Fassade besteht aus gro├čformatigen Stahlbeton-Fertigteilen in Sichtqualit├Ąt mit dazwischen liegender W├Ąrmed├Ąmmung. Die Sichtbetonfassade verleiht dem Monolithen seine pr├Ągnante und sachliche Ausstrahlung.

Die relativ gleichm├Ą├čig verteilten Belastungen des neuen kompakten Geb├Ąudes werden von Streifenfundamenten aufgenommen. Die monolithische und fugenlose Bauweise entspricht dem vorhandenen guten Baugrund, der nach 1 bis 3 Metern Tiefe anliegt. Die Flachgr├╝ndung bildet mit den aufgehenden Untergeschoss-W├Ąnden eine Betonwanne, die wasserundurchl├Ąssig konstruiert wird (Wei├če Wanne). Damit ist die Abdichtung des Untergeschosses gegen anstehendes und dr├╝ckendes Schichtenwasser auf wirtschaftliche Weise hergestellt. Bei hochwertiger Nutzung des Untergeschosses wird eine zus├Ątzliche innere Abdichtung erforderlich, die die Dampfdiffusion ins Innere des Geb├Ąudes verhindert.

Haustechnik
Ein wesentliches Merkmal der Technischen Ausr├╝stung f├╝r das Geb├Ąude besteht in der energetischen Optimierung der Klima- und K├Ąltetechnik. Die klimatischen Parameter stellen hinsichtlich der Konstanz von Temperatur und Feuchte eine hohe Anforderung dar.
Um den Luftvolumenstrom in den einzelnen Bereichen so gering wie m├Âglich zu halten, wird zus├Ątzlich zu den Ma├čnahmen der W├Ąrmed├Ąmmung das Speicherverhalten des Bauwerkes mittels einer thermischen Bauteilaktivierung unterst├╝tzt und damit die entsprechenden Lastverh├Ąltnisse sowohl im Sommer als auch im Winter gesenkt.
Es werden insbesondere regenerative Energiequellen wie W├Ąrmepumpen unter Nutzung der Erdw├Ąrme, ein Blockheizkraftwerk zur Spitzenlastbeherrschung sowie hocheffiziente K├Ąltemaschinen mit einem hohen Anteil an freier K├╝hlung vorgesehen.
Die M├Âglichkeiten der Nutzung der Erdw├Ąrme zur gekoppelten K├Ąlte- und W├Ąrmeerzeugung mit einer W├Ąrmepumpe ├╝ber Tiefenbohrungen < 99m mit einer ad├Ąquaten Anzahl von Sonden ├╝ber die zur Verf├╝gung stehenden Fl├Ąche wird im Rahmen der Planung untersucht.
Gleicherma├čen stehen Fl├Ąchen auf dem Dach zur Anordnung einer Photovoltaik-Anlage zur Verf├╝gung. Der mit dieser Anlage erzielte Strom wird der Hausversorgung zur Verf├╝gung gestellt.
Bei der Einhaltung der Klimaparameter wird insbesondere bei der notwendigen K├╝hlung in der ├ťbergangszeit soweit als m├Âglich eine trockene K├╝hlung vorgesehen, um die Kosten f├╝r eine teure und aufw├Ąndige Entfeuchtung zu sparen. Entfeuchtet wird nur in Zeitr├Ąumen hoher Au├čenluftfeuchte (schw├╝lwarme Temperaturen), die auch mit einer effizienten W├Ąrmer├╝ckgewinnung nicht beherrschbar sind.
Grundlage der Bemessung der Klimaanlagen bildet die sogenannte ÔÇ×Hilbert-KurveÔÇť, die jahreszeitlich die Temperatur und Feuchte einschlie├člich ihrer zeitlichen Abweichung (Gradient) darstellt.
Die Einbringung der Luft erfolgt ├╝berwiegend mittels Quellluftausl├Ąssen, um durch die Nutzung der thermischen Verh├Ąltnisse die Luftmenge zu reduzieren.
Damit einher gehen Vorteile wie
- Steigerung der Energieeffizienz des Geb├Ąudes,
- Reduzierung des Prim├Ąrenergiebedarfs,
- Minimierung der CO2 ÔÇô Emissionen und
- Kostensenkung durch Nutzung nat├╝rlicher Ressourcen.

In Umsetzung der brandschutztechnischen Ma├čnahmen sind neben dem Einsatz von L├Âschanlagen (Hochdruckspr├╝hnebelanlagen bzw. Inertgasanlagen) auch Ma├čnahmen der Entrauchung vorgesehen.
F├╝r das Geb├Ąude wird ein Ma├čnahmekatalog zur Ber├╝cksichtigung der Merkmale der Bewertungskriterien Nachhaltiges Bauen (BNB) erarbeitet, der die Nachhaltigkeit des Geb├Ąudes und der technischen Ausr├╝stung in ├ťbereinstimmung mit den Anforderungen aus der Nutzung sicherstellt.
Die f├╝r die technische Ausr├╝stung erforderlichen Fl├Ąchen, Leitungswege und Sch├Ąchte werden ber├╝cksichtigt. Technikfl├Ąchen sind sowohl im Untergeschoss vorgesehen als auch auf dem Dach (K├Ąltemaschinen bzw. R├╝ckk├╝hler und Entrauchungsventilatoren).
Lageplan M 1:500

Lageplan M 1:500