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Offener Wettbewerb | 11/2004

BaukĂŒnstlerischer Wettbewerb - Neubau Bundeshandelsakademie, Bundeshandelsschule

Perspektive außen

Perspektive außen

2. Preis

HINRICHS WILKENING ARCHITEKTEN

Architektur

Studio Schröder

Architektur

ErlÀuterungstext

Die stĂ€dtebauliche Aufgabe, das Schulzentrum Feldkirch um den Neubau der BHAK BHASCH zu erweitern. wird als Herausforderung begriffen. Die besondere Situation am Rande des Schulzentrums, am Übergang zur Wohnbebauung in die Landschaft mit den Alpen als Panorama. Die Topographie als Schwelle, das grĂ¶ĂŸtenteils auf dem Niveau des angrenzenden Parks liegende GrundstĂŒck wird so aufgeteilt, daß die Möglichkeit der Erweiterung des Altenheimes gegeben ist. Das zur VerfĂŒgung stehende GrundstĂŒck wird in drei Teile geteilt, von der Strasse aus verlĂ€uft eine breite Promenade in der Richtung des vorhandenen Fußweges zum Park und bildet den Auftakt zur neuen Schule. Die Promenade teilt sich in zwei Wege rechts und links, in der Mitte sind unter den BĂ€umen die geforderten ParkplĂ€tze angeordnet, auf diese Weise ergibt sich eine Durchwegung zum Park, die direkt an dem Eingang der neuen Schule und der vorhandenen Sporthalle entlang fĂŒhrt.

Diese Schnittstelle bildet den Auftakt zum Landschaftsraum. Die Promenade fĂŒhrt auf dem vorhandenen Niveau entlang der Böschung zum tieferliegenden Großteil des GrundstĂŒcks. Der Baukörper der BHAK BHASCH versteht sich als Vermittler zwischen den unterschiedlichen Gegebenheiten des bestehenden Schulzentrums und des Landschaftsraumes. Er legt sich mit seinem plattformartigen Sockel an die GelĂ€ndekante und bietet so den Eingang auf der Ebene +1. Das sich aus der Plattform erhebende Volumen vermittelt ĂŒber zwei Einschnitte zwischen der Ebene +1 und der Ebene 0. Die VerschrĂ€nkung ĂŒber diese Ă€ußeren LuftrĂ€ume greift zwischen die beiden Situationen und verweist auf das Innere des GebĂ€udes.

Im Zentrum des Volumens liegt das offene Atrium. Das Herz des Hauses, um dieses Atrium wickelt sich förmlich die Haupterschließung der Schule, die Treppenanlage. Entlang des Hofes orientiert sich die ganze Bewegung des GebĂ€udes. Die Dopplesporthalle liegt unter der Plattform und bindet sich ĂŒber die Pausenhalle auf Ebene 0 des neuen Hauses an das Atrium an. Eine von allen Seiten durchlichtete Ebene entsteht. Über die Plattform, die das Kunststoffspielfeld und die PausenfreiflĂ€che aufnimmt, gelangt man geschĂŒtzt in die Eingangshalle der Schule. Hier befinden sich der Verwaltungstrakt sowie das Lern- und Informationszentrum. Der Weg ĂŒber die kaskadenartige Treppenanlage verteilt ĂŒber die Geschosse. In den beiden oberen Geschossen lagern sich die KlassenrĂ€ume nach Osten und Westen an, die grĂ¶ĂŸeren EckrĂ€ume nehmen die EDV auf. Auf Ebene 0 befinden sich die Naturwissenschaftlichen RĂ€ume, das Betriebswirtschaftliche Zentrum sowie einzelne ProjektrĂ€ume. Rund um das Atrium gliedert sich hier die Pausenhalle an. Die große Verschneidung zum Park bietet den Ausblick auf die Alpen und der Luftraum ĂŒber der Sporthalle gibt den Blick Richtung Stadt frei. Das Buffet liegt im Zentrum der Pausenhalle und kann als Cafe genutzt werden, im Sommer bietet sich die Terrasse am Park an.

Das gesamte GebĂ€ude ordnet die Nutzungen kompakt zusammen, so entstehen direkte Verbindungen zwischen den einzelnen Einheiten. Der Aufbau des GebĂ€udes in Schichten spricht eine klare Sprache. Das SelbstverstĂ€ndnis der vertikalen Fassade aus Beton umfasst die glĂ€serne Fassade, die durch das Spiel des textilen Sonnenschutzes den Eindruck des GebĂ€udes prĂ€gt. Die KlassenrĂ€ume verstehen sich als neutrale RĂ€ume, die den Aussenbezug suchen. Innen zur Erschliessung legt sich eine hölzerne Fassade an die KlassenraumwĂ€nde, die das GebĂ€ude tragen. Diese hölzerne Schicht beherbergt die Garderoben. Die nĂ€chste Schicht bilden die breiten GĂ€nge, die sich um die Treppenskulptur legen. Die Treppe stellt dann den Übergang zum Atrium dar, welches ĂŒber die glĂ€serne Innenfassade die Verbindung zum inneren Aussenraum herstellt. Zum Himmel offen lĂ€sst dieser Hof den Aussenraum durch alle Geschosse des GebĂ€udes dringen.

Beurteilung durch das Preisgericht

Ein spannungsvoll verschrĂ€nktes, homogen gegliedertes Volumen wird in die VerlĂ€ngerung der Turnhalle, auf die untere Ebene des GrĂŒnraumes gesetzt, bindet jedoch mit der vorgezogenen, nordseitigen Sockelpartie der Turnhalle in großzĂŒgiger Weise fließend an das Niveau des bestehenden Spielfeldes an. Zudem stellt eine durchgĂ€ngige Allee die markante, durchlĂ€ssige Querbeziehung zur Liechtensteiner-Straße her. Das große, markante Bauvolumen erreicht durch seine Setzung und die volumetrische Ausbildung eine völlig neue großrĂ€umige Raumordnung im maßgeblichen Gebiet zwischen dem Campus des BORG und dem Reichenfeld. Auch werden klare Voraussetzungen fĂŒr eine mögliche weitere Bauentwicklung geschaffen.

Der Schulbau bindet sicht beidseitig gut an das ĂŒbergeordnete Wegnetz an, welches außenrĂ€umlich den Zugangsbereich erfasst und zusĂ€tzlich die innere Durchwegung thematisiert. Markanteste Elemente des Baukörpers bilden der Vorplatz und der langgezogene Hof. Diese werden durch zwei im landschaftlichen Maßstab gesetzte, in der Diagonale angelegte Kerben an den GebĂ€udeecken ergĂ€nzt, welche auch die die ringförmig um den Hof angelegte Halle aufbrechen. Damit sind klar lesbare Ă€ußere Zeichen fĂŒr die DurchlĂ€ssigkeit der Schule gesetzt.

Die Ă€ußere Erschließung ist vom scheinbar alles ĂŒberziehenden, geschoßweise gegliederten massiv ausgefĂŒhrten Beton-Stabwerk geprĂ€gt. Dieses lĂ€sst jedoch subtile Differenzierungen einzelner Partien und deren Inhalte zu. Dieser Aspekt wĂ€re allerdings noch stĂ€rker auszuloten. Hingegen stĂ€rkt die Tektonik der Fassade die PlastizitĂ€t der Volumetrie und lĂ€sst auch eine gute Rythmisierung der Fenster im Innenraum erwarten. Die gedeckten, eingezogenen EingĂ€nge in der Diagonale legen den Hofumgang frei und tragen zum außenrĂ€umlichen Bezug der Halle bei. KernstĂŒck aber ist der von den Kaskadentreppen umwundene, außenliegende, transparente Hofraum, welcher bis auf das gewachsene Terrain reicht. Der großzĂŒgig dimensionierte Umgang vermag die horizontalen und vertikalen Raumverbindungen zu leisten. Volle Entfaltung erreicht der Umgang mit seiner ausgezeichneten rĂ€umlichen Anbindung an die Turnhalle, welche allerdings mit Garderobenmöbeln ungĂŒnstig verstellt ist. Hier zeigt sich auch die Problematik des GelĂ€ndesprungs, der die Definition eines Hauptgeschosses erschwert.

Die Turnhalle liegt selbstĂ€ndig vorgesetzt, aber gut angebunden an den Hauptbau. Da der Turnhallenraum weit ĂŒber die Sportnutzung hinaus das GeprĂ€ge eines eigentlichen Festsaales mit Galerie annimmt, ist die Vertikalerschließung zu stark ausgedĂŒnnt und mĂŒsste zudem mit dem Aufzug erreichbar sein.

Der Entwurf zeichnet sich in gekonnter Weise durch die StĂ€dtebauliche Strategie und die Ausformulierung einer spannenden Volumenkomposition aus, die zudem markante landschaftliche Anbindungen aufzeigt. Fragen stellen sich in Bezug auf auftretende Wahrnehmung von GrĂ¶ĂŸe sowie einer gewissen Erstarrung tektonischer Mittel.
Perspektive außen

Perspektive außen

Modell

Modell

Modell

Modell

Perspektive Innen

Perspektive Innen

Perspektive Innen

Perspektive Innen

Ebene 0

Ebene 0

Ebene 0

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Ebene 1

Ebene 1

Ebene 1

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Ebene 2 und 3

Ebene 2 und 3

Ebene 2 und 3

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