Award / Auszeichnung | 09/2024
BDA Preis Bayern 2025
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Innenhof
©Bernd Bergmann
Generalsanierung des Asamgebäudes in Freising
DE-85357 Freising, Marienplatz 7
Anerkennung
Architektur
Architektur
Architektur
Beratende Ingenieure Brandl + Eltschig Tragwerksplanung GmbH
Tragwerksplanung
Müller-BBM Building Solutions GmbH
Akustikplanung, Bauphysik
fischer heumann landschaftsarchitekten
Landschaftsarchitektur
Bauherren
Projektdaten
-
Objekttyp:
Kultur-, Veranstaltungsgebäude
-
Projektgröße:
keine Angabe
-
Status:
Realisiert
-
Termine:
Fertigstellung: 01/2024
Projektbeschreibung
„Das Herz schlägt wieder“ – Asamgebäude/Freising
Barockes Baudenkmal belebt die Innenstadt
Die prominente Lage in der Stadtmitte, am Marienplatz in Freising, rückt das denkmalgeschützte Asamgebäude aus dem 16.Jhd. ins Blickfeld. Die Generalsanierung hat das barocke Baudenkmal als Kultur- & Bürgerzentrum zu neuem Leben erweckt.
Die Vierflügelanlage, in deren Mitte ein quadratischer Innenhof liegt, bündelt unter ihrem Dach die wichtigsten öffentlichen Nutzungen Freisings: im Erdgeschoß die Touristinfo, im 1.OG das Stadtmuseum und im 2.OG das Stadttheater. Ergänzt werden diese Nutzungen um Einzelhandelsgeschäfte zum Marienplatz und eine Gaststätte zum Innenhof. Das Asamgebäude verleiht jeder dieser Einzelnutzungen eine individuelle Prägung, indem die räumlichen Gegebenheiten des Baudenkmals bewahrt und neu interpretiert wurden.
Die Touristinfo erreicht man vom Hof in einem großzügigen, überwölbten Hallenraum. Das Stadtmuseum nutzt die hofseitigen Räume für einen geschlossenen Museumsrundgang, während das Stadttheater im Asamsaal (Deckengemälde von Hans Georg Asam, 1709) ergänzt wird um ein Foyer mit Blick auf den Marienplatz.
Das Bindeglied der drei Funktionen ist eine Raumfolge, die einen Weg durch das Gebäude bildet. Vom Marienplatz kommend, betritt man zuerst den Innenhof und von dort das Haus. Kernstück dieses Weges ist der neue Treppenraum mit einer einläufigen Treppe über zwei Geschosse. Er stellt die räumliche und visuelle Verbindung her zwischen dem multifunktionalen Foyer im Erdgeschoß, dem erweiterten Stadtmuseum im 1.OG und dem historischen Asamsaal im 2.OG.
Dieser zentrale Treppenaufgang ist die zeitgenössische Zutat, die nicht im Baudenkmal angelegt war. Er verkörpert den Charakter des gesamten Gebäudes: Verbindung leben. Im Spannungsfeld denkmalpflegerischer Konservatorik und räumlicher Neuinterpretation erfährt das Asamgebäude eine Aufwertung. Die vorhandene Bausubstanz wurde sorgfältig restauriert. Alle Maßnahmen reagieren auf das Baudenkmal. Das Stichwort ist Weiterbauen. Putze wurden restauriert, Fenster und Fassadenmalerei nach bauzeitlichem Vorbild rekonstruiert. Die Eingriffe schützen den Bestand, stärken ihn, entwickeln ihn weiter. Die Gestaltung zielt auf ein harmonisches Miteinander von Alt und Neu, nicht auf die reißerische Inszenierung des Kontrasts.
Das Asamgebäude ist heute ein Ort der Identifikation für die Bürger. Ein geschichtsträchtiges Haus, prominent gelegen, mit zeitgemäßer Nutzungsvielfalt unter einem Dach.
Kaskadentreppe
©Bernd Bergmann
Restaurierte Hauptfassade
©Bernd Bergmann
Stadttheater im Asamsaal
©Bernd Bergmann