modgnikehtotsyek
ALLE WETTBEWERBSERGEBNISSE, AUSSCHREIBUNGEN UND JOBS Jetzt Newsletter abonnieren

Award / Auszeichnung | 07/2015

BDA Preis Niedersachsen 2015

HörsaalgebĂ€ude Hochschule OsnabrĂŒck

DE-49076 OsnabrĂŒck, Barbarastrasse 21

Preis

Benthem Crouwel

Architektur

Lichtwerke GmbH

Lichtplanung

IQ Haustechnik - Giesen – Gillhoff – Loomans GbR PlanungsbĂŒro fĂŒr Technische GebĂ€udeausrĂŒstung

TGA-Fachplanung

Hochschule OsnabrĂŒck

Bauherren

LĂŒtzow 7 MĂŒller Wehberg Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

KEMPEN KRAUSE INGENIEURE GmbH

Bauingenieurwesen

CROSS Architecture

Architektur

Projektdaten

  • GebĂ€udetyp:

    Hochschulen, Wissenschaft und Forschung

  • ProjektgrĂ¶ĂŸe:

    8.300mÂČ (geschĂ€tzt)

  • Status:

    Realisiert

  • Termine:

    Baubeginn: 01/2012
    Fertigstellung: 03/2014

Projektbeschreibung

Aus der Lage zwischen Mensa und Bibliothek bzw. Campusplatz und Forum und der Stellung als „Bindeglied“ entwickelt sich die GebĂ€udeform eines von unten angeschnittenem, drei geschossigen Körpers. Mit dem Einschnitt wird eine starke Beziehung zwischen den AußenrĂ€umen hergestellt und ein deutlicher Eingang zum HörsaalgebĂ€ude formuliert. Dem Campus wird außerdem die neue QualitĂ€t eines ĂŒberdachten Außenraumes am „Forum“ hinzugefĂŒgt, der bei Veranstaltungen mitgenutzt werden kann.

Beim Betreten des GebĂ€udes - unter dem auskragenden GebĂ€udeteil hindurch - öffnet sich der Raum nach oben: der Luftraum ĂŒber alle Geschosse schafft rĂ€umliche GroßzĂŒgigkeit. Über das Glasdach wird das Foyer Licht durchflutet. Dieser Raum bietet einen angemessenen Rahmen fĂŒr Hochschulnutzung und reprĂ€sentative, außeruniversitĂ€re Veranstaltungen.

Die Organisation als Dreibund fĂŒhrt zu einem klaren, einfachen und prĂ€gnanten Grundriss des HörsaalgebĂ€udes: an den LĂ€ngsseiten des GebĂ€udes sind die SeminarrĂ€ume und FluchttreppenhĂ€user aufgereiht, in der Mittelspange sind das Foyer, die NebenrĂ€ume sowie die TechnikflĂ€chen und der Innenhof organisiert. Den Abschluss bilden die quer zur Hauptrichtung liegenden großen HörsĂ€le, deren Flurzone ĂŒber den Innenhof natĂŒrlich belichtet wird. Die sich aus der vorhandenen Topografie ergebenden GelĂ€ndeanschlusshöhen werden im Neubau aufgenommen, so dass sinnfĂ€llig und einfach die in den HörsĂ€len geforderte grĂ¶ĂŸere Raumhöhe umgesetzt werden konnte.

Das „Herz“ des neuen HörsaalgebĂ€udes bildet die Lernlandschaft. Diese, sich in Plateaus entwickelnde Topografie entsteht durch den Anschnitt des Baukörpers. Sie wird quasi zur innenrĂ€umlichen Erweiterung des Forums als zentraler Ort fĂŒr Kommunikation, gemeinsames Lernen und Wissensaustausch. Durch die rĂ€umliche QualitĂ€t und den markanten Zuschnitts kann die Studierendenlandschaft zu einem besonderen Ort mit hohem Identifikationspotential innerhalb des Campus werden.

Alle Geschosse sind an diese „Landschaft“ angebunden. Unterschiedlich breite Schollen mit einem Parkett-boden aus gerĂ€ucherte Eiche schaffen Verweilzonen, die mit „gefalteten“ Tisch- und Sitzobjekten unterei-nander „verklammert“ sind. Diese Objekte bieten dem Nutzer unterschiedliche ArbeitsflĂ€chen. Die weitere Möblierung mit SitzwĂŒrfeln und SitzsĂ€cken laden ein, mit den Objekten eigene Konfigurationen zu bilden. Dem Aspekt des akustischen Komforts und der Lichtstimmung wurde besondere Aufmerksamkeit gewidmet: die dichte Ausstattung mit Akustik-Baffeln und die integrierten Beleuchtungselemente erzeugen ein angenehmes Ambiente.

Das strenge Prinzip der Fassadengliederung mit einem Fassadenraster von 1,25m wird durch die differenzierte Ausbildung unterschiedlicher Fensterhöhen aufgelockert. Die verschiedenen Raumzuschnitte lassen sich auch außen ĂŒber die Zuordnung unterschiedlicher Fensterhöhen ablesen. Es entsteht ein lockeres Spiel zwischen einem klaren, ordnenden Raster und unterschiedlichen Höhenlagen. Auch im Innenraum zeichnen sich unterschiedliche Situationen aufgrund der differenzierten BrĂŒstungshöhen ab.

Die AußenhĂŒlle ist als 2-schalige Struktur entwickelt: die Baukörper besitzt eine grĂŒne Membranfolie als Wind- und Regenabdichtung der AußendĂ€mmung. Auf eine Aluminium-Unterkonstruktion wurde eine Verkleidung aus gekanteten, an den Stegseiten gelochten Aluminiumtafeln montiert. Aufgrund der Perforation der Metallhaut entstehen vielfĂ€ltige Einsichten und ein wechselhaftes, belebtes Fassadenbild. Immer wieder schimmert der grĂŒne Körper durch das Metallkleid der Fassade. Die eloxierten Aluminiumtafeln haben eine edle, samtig glĂ€nzende OberflĂ€che und vermitteln eine wertige Anmutung. Die Ausschnitte sind jeweils so gesetzt, dass die FlĂŒgel und Blendrahmen der dahinter liegenden Fenster verdeckt werden. Das Prinzip der prĂ€zisen Schnitte wird auch am oberen und unteren GebĂ€udeabschluss fortgesetzt: auf eine sichtbare Attikaabdeckung oder ein Sockelblech wird verzichtet.

Mit der Farbe GrĂŒn nimmt der Neubau Bezug auf die „Keimzelle“ der Hochschule deren UrsprĂŒnge in der FakultĂ€t Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur der damaligen „Höheren Landbauschule“ liegen. Mit der frischen und stimulierenden Farbe werden Akzente gesetzt, die einen schönen Kontrast zum sonst zurĂŒckhaltenden Farb- und Materialeinsatz bilden.

FĂŒr das Leitsystem des Neubaus wurde eine eigene, grafische Typografie entwickelt. An den WĂ€nden platzierte Zitate und Wortgruppen regen an, die Botschaften zu entschlĂŒsseln. Die Zitate haben allesamt die Farbe GrĂŒn zum Thema. Diese grafischen Elemente werden auch fĂŒr die kontrastreiche Markierung auf den GlasflĂ€chen fĂŒr Menschen mit Sehbehinderung verwendet.

Entwurfsverfasser: Benthem Crouwel GmbH

Beurteilung durch das Preisgericht

Die EinfĂŒgung in das stringente StĂ€dtebaukonzept wird gekonnt ĂŒberspielt mit dem markanten Eingangsraum zwischen Forum und Campusplatz. Der ĂŒberdachte Außenraum wird zum bespielbaren Zentrum des Campus. Im Inneren öffnet sich der Raum spannungsvoll ĂŒber alle Geschosse mit einer skulpturalen Treppenanlage. Eine in Plateaus topografisch sich entwickelnde Lernlandschaft wird zum zentralen Ort fĂŒr zukunftsorientierte Formen gemeinsamen Lernens und Wissensaustausch. Sie verklammert eindrucksvoll den inneren mit dem Ă€ußeren Kommunikationsraum. Die zweischalige Strukturfassade reflektiert anmutig samtig schimmernd wechselnde Lichtstimmungen und verweist mit ihrem grĂŒnen Grundton zugleich noch auf die UrsprĂŒnge des Campus als FakultĂ€t Agrarwissenschaft und Landschaftsarchitektur.