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Nichtoffener Wettbewerb | 02/2012

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1. Preis / Mit der Realisierung beauftragt

F29 Architekten

Architektur

ZILA

Architektur

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Entwurf zeigt ein lineares, schlankes Geb├Ąude, das sich der angrenzenden Villenarchitektur eindeutig unterordnet. Es orientiert sich mit der stra├čenseitigen Flucht an der Villa Neuwerk 7, ohne sich in den Vordergrund zu dr├Ąngen oder dominierend zu wirken. Damit f├╝gt es sich wohltuend ein, ist zur├╝ckhaltend, dennoch in seinem Erscheinungsbild klar, eigenst├Ąndig und dem Standort angemessen. Durch seine L├Ąnge wird ein baulicher Abschluss des Campusgel├Ąndes nach S├╝den geschaffen, dessen Wirkung sich nach innen, zum Campus hin entfaltet. Es entsteht eine wirkliche Campusmitte, als Herzst├╝ck des Gel├Ąndes. Trotz des komplizierten Gel├Ąndegef├Ąlles gelingt es, diesen Freiraum ohne st├Ârende, behindernde Treppenanlagen anzulegen und damit eine einfache und sch├Âne Gro├čz├╝gigkeit des kleinen Au├čenraumes zu erreiche. Bemerkungswert ist, dass trotz der klaren Unterordnung des neuen Geb├Ąudes gegen├╝ber den Traufh├Âhen der beiden Villen, das Geb├Ąude ├╝ber drei nat├╝rlich belichtete und bel├╝ftete Grundrisse verf├╝gt. Die Erschlie├čung erfolgt eindeutig von der neuen Campusmitte.

Der Freihandbereich unterschreitet die notwendigen Fl├Ąchenvorgaben, eine Anpassung erscheint aber ohne Probleme m├Âglich, ohne dass der Entwurf an Kraft und Ausdruck verliert. Durch die geringe Geb├Ąudetiefe kann auf tragende Innenbauteile verzichtet werden. mit der Entscheidung f├╝r Holz f├╝r Fassade und Innenausbau f├╝gt sich das Geb├Ąude nicht nur mit seiner Geb├Ąudekubatur, sondern auch mit der Wahl der Materialien, vergleichbar dem Typus eines "Gartenhauses", in diesen Teil des ehemaligen Park sein.


Hinweise der Sachverst├Ąndigen:

Denkmalschutz
Obwohl die von der Vorderfassade der Villa Engelmann vorgegebene Fluchtlinie durch die Neubebauung deutlich ├╝berschritten wird, wartet der Entwurf mit unerwarteten st├Ądtebaulichen und architektonischen Qualit├Ąten auf. Der schmale Riegel trennt zwar die beiden Villengeb├Ąude voneinander, schafft es aber, die Lage der Villa Steckner in einem historischen Garten nicht vergessen zu lassen. Diese Wirkung d├╝rfte durch die Holzfassade des Neubaus mit ihrer zu erwartenden Patina unterstrichen werden. Elemente einer Pavillonarchitektur (Holz, Glas, Raster) stellen ebenfalls Bez├╝ge zum Garten her. Die Strenge der Fassaden in Kombination mit ihrer Transparenz und Plastizit├Ąt l├Ąsst den historistischen Fassaden ihren Vorrang, ohne Monotonie zu erzeugen. Positiv zu bewerten sind die Unversehrtheit der Einfriedungsmauer, der Villenterrasse sowie der ├╝berkommenen Topographie.Insgesamt wiegt die architektonische Qualit├Ąt des Entwurfes den Verlust an Denkmalwerten durch ├ťberbauung der schutzw├╝rdigen Freifl├Ąche auf.


Energieeffizienz
Das energetische Konzept basiert auf einer Kombination von einfachen und technisch bew├Ąhrten Komponenten. Es werden Stahlbetondecken mit gro├čer Speichermasse eingesetzt. Die Nachtk├╝hlung erfolgt ├╝ber opake L├╝ftungsfl├╝gel in der Holzfassade. F├╝r das Untergeschoss wird eine Teill├╝ftungsanlage mit W├Ąrmer├╝ckgewinnung vorgesehen. Der Sonnenschutz wird ├╝ber au├čenliegende Alu-Lamellen-Stores mit Lichtlenkung realisiert. Eine Hybride W├Ąrmezentrale soll Grund- und Spitzenlast abdecken; die Erdw├Ąrmepumpe zur Abdeckung der Grundlast wird jedoch wegen des angrenzenden Biotops kritisch bewertet. F├╝r die Spitzenlast sollte ein Gasbrennwertkessel verwendet werden, da ein entsprechendes Campusnetz nicht vorhanden ist.

Nutzer
Der Grundriss ├╝berzeugt durch ├╝berraschende Klarheit, Einfachheit und ├ťbersichtlichkeit und erm├Âglicht so eine hohe Nutzungsflexibilit├Ąt sowie kommunikative Verbindungen zwischen den Geschossen. Der Eingangsbereich ist gro├čz├╝gig und nutzungsneutral gehalten. Die Belichtung der Bereiche im Untergeschoss ├╝ber Decken├Âffnungen zum Erdgeschoss erscheinen ausreichend. Mehrere Bereiche erscheinen auf den Pl├Ąnen auf Grund fehlender Detailierung offen organisiert. Eine notwendige r├Ąumliche und akustische Abtrennung w├Ąre aber durchaus m├Âglich. Die Diathek und Multimediar├Ąume erscheinen in der vorgeschlagenen Position nicht optimal. Auch der Sanit├Ąrbereich sollte bei einer Weiterverfolgung des Entwurfes ├╝berarbeitet werden. In dem vorgeschlagenen Modulraster von 1,40 m k├Ânnen nur Regale mit 25 cm Tiefe verwendet werden.

Realisierbarkeit / Wirtschaftlichkeit
Die Abstandsfl├Ąchen zum Nachbarn werden eingehalten. Bauordnungsrechtliche Besonderheiten sind nicht erkennbar. Eine Barrierefreiheit ist im vorgeschlagenen Entwurf gegeben. Auf Grund des langgezogenen Bauk├Ârpers k├Ânnen sinnvolle Brandabschnitte gebildet werden. Die Arbeit verf├╝gt ├╝ber einen optimalen Verkehrsfl├Ąchenanteil. Insgesamt werden keine Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Entwurfs erwartet. Wegen der klaren Kubatur sind optimale Kosten-/Nutzenverh├Ąltnisse gegeben.
ZILA Leipzig mit F29 Architekten Dresden

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