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Nichtoffener Wettbewerb | 05/2017

Campus B├╝hl | Erweiterung Aloys-Schreiber-Schule

Grundriss EG

Grundriss EG

3. Preis

Preisgeld: 18.000 EUR

Lehmann Architekten GmbH

Architektur

helleckes landschaftsarchitektur

Landschaftsarchitektur

Erl├Ąuterungstext

St├Ądtebauliches Konzept
Ziel des st├Ądtebaulichen Entwurfes ist die St├Ąrkung des Gesamtzusammenhangs des Campus B├╝hl auf der Basis der bereits erfolgten Bauma├čnahmen und der Bestand-strukturen, insbesondere des Parkplatzangebotes. Durch achtsames F├╝gen wird eine neue Logik entwickelt:

Der Campus B├╝hl wird durch eine leistungsf├Ąhigere ├Ąu├čere Erschlie├čung und eine klarere innere Ordnung gest├Ąrkt. Dies erfolgt einerseits durch die Verbesserung der Abbiegem├Âglichkeiten aus der Rheinstra├če in die G├╝terstra├če, die Steinstra├če und die Elisabethenstra├če mit der Zufahrt zur neuen Tiefgarage der Aloys-Schreiber-Schule und ihrer Anbindung an die Sparkassentiefgarage.

Der Knotenpunkt Rhein-/Steinstra├če wird ├╝ber einen kleinen Kreisverkehr so gel├Âst, dass eine leistungsf├Ąhige Verbindung zur Sporthalle f├╝r die Fu├čg├Ąnger entsteht. W├Ąhrend hierdurch der Schwerpunkt der ├Ąu├čeren Erschlie├čung von Norden gest├Ąrkt wird, ist die Eisenbahnstra├če im S├╝den vor allem als flankierende Fu├čg├Ąngerpromenade gedacht, die sowohl den Zugang in das Quartier als auch die Ver-bindung zwischen Innenstadt und Bahnhof st├Ąrkt.

Die verbesserte innere Ordnung und Orientierung wird durch ein windm├╝hlenartiges Erschlie├čungsnetz mit dem Platz Villefranche als Herz gest├Ąrkt. Aus allen vier Richtungen erh├Ąlt das Quartier einen markanten Zugang. Die Aufenthaltsqualit├Ąt des Platzes wird verbessert. Zus├Ątzlich erf├Ąhrt er eine Aufwertung durch die r├Ąumliche Verkn├╝pfung mit dem Garten des Kinder- und Familienzentrums. Hier sind auch die ├╝bergeordneten Mensen und das Sch├╝lercaf├ę vorgesehen.

Alle Freir├Ąume, Platzr├Ąume und baulichen Ma├čnahmen werden im Kontext dieser Ordnung weiterentwickelt. Die Baumreihen der ,Windm├╝hleÔÇÖ werden gest├Ąrkt. Die vorhandenen Platzr├Ąume wie Villafranca und Europaplatz werden vereinfacht und in ihrer Abgrenzung klarer definiert. Der Vorbereich der Sparkasse wird aufgeweitet und die Fassade entsprechend vereinfacht. Wir sehen hier am Eingang der Sparkasse den eigentlichen Sparkassenplatz.Durch die Verkehrsberuhigung im angrenzenden Abschnitt der Eisenbahnstra├če entsteht ein Gegen├╝ber zum Eingang des Stadtgartens.

Der Neubau des Kauflands bildet zusammen mit dem Elektromarkt ein Versorgungs-zentrum, das durch das Dach am ZOB mit seiner n├Ârdlichen Verl├Ąngerung und dem Mobilit├Ątszentrum einen attraktiven Raum bildet. Entlang der G├╝terstra├če wird die Wegeverbindung zwischen Bahnhof im S├╝den und Sporthalle im Norden entlang der Realschule gef├╝hrt und springt im Platzbereich des Mobilit├Ątszentrums auf die neue Freifl├Ąche entlang der Bahngleise ├╝ber. Durch die Konzentration der Stellpl├Ątze unter dem Kaufland entsteht hier der notwendige Spielraum.

Der Neubau der Aloys-Schreiber-Schule wird an der Marktstra├če positioniert. Der gro├čz├╝gige Schulhof wird nach Primar- und Sekundarstufe gegliedert.

Durch die Erweiterung der Realschule auf dem Dach kann der Platz Vilafranca als Schulhof und Gegen├╝ber der Mediathek in der ihm angemessenen Gr├Â├če und Ausrichtung erhalten werden. F├╝r das s├╝dlich angrenzende Grundst├╝ck wird kleinteilige Wohnbebauung und die Arrondierung des Schulgrundst├╝ckes vorgeschlagen.

In der Summe der Ma├čnahmen wird das zentral im Stadtzentrum gelegene Quartier zu einem Campus f├╝r Bildung und Kultur weiterentwickelt.


Erl├Ąuterungen Hochbauma├čnahmen:

Kaufland
Die Neubauma├čnahme von Kaufland ist f├╝r die gew├╝nschte Aufwertung und Neugestaltung der ├Âffentlichen Fl├Ąchen am nord├Âstlichen Eingang zum Quartier ein wichtiger Baustein. Herausforderung ist die Gestaltung von ca. 5.800 qm Verkaufs- und Lagerfl├Ąche auf einer Ebene und die Organisation von weiteren 230 Stellpl├Ątzen (ca. 5.750 qm) f├╝r die funktional mit der Verkaufsfl├Ąche verbundene Parkierungsanlage.

Es wird vorgeschlagen, den Gel├Ąndeanstieg von Nordosten nach S├╝dwesten von ├╝ber einem Meter zu nutzen: durch eine halbgeschossige Absenkung der Parkierung im Nordwesten und eine Anhebung des Eingangsbereichs im S├╝den wird erreicht, dass die Parkierung einfach als offene Garage hergestellt werden kann. Gleichzeitig sind Haupteingang und Verkaufsebene auf dem Niveau des Erdgeschosses angebunden. Das Kaufland kann so zu einem st├Ądtischen Baustein werden.

Die Verwaltung im S├╝den betont den Eingang und den st├Ądtischen Anspruch des Geb├Ąudes. Durch eine intensiv begr├╝nte Dachfl├Ąche k├Ânnte auch den ├Âkologischen Anforderungen Gen├╝ge getan werden. Die Einfahrt zur Parkierung sowie zur Anlieferung erfolgt ├╝ber die G├╝terstra├če n├Ârdlich des Geb├Ąudes, so dass im S├╝den als Pendant zum Gesch├Ąftszentrum Octomedia ein gro├čz├╝giger Eingangsbereich in Verbindung mit der verkehrsberuhigten Luisenstrasse gestaltet werden kann.

Wohn- und Gesch├Ąftshaus, Steinstr. 2
Die Chance f├╝r eine Neubebauung sollte in Verbindung mit dem Neubau des Kauflandmarktes genutzt werden und die Dimensionen der Nachbarbebauung der Seniorenwohnanlage aufnehmen. Die Er-schlie├čung k├Ânnte von der ├Âstlich verlaufenden Heidlauffstra├če erfolgen.

Kinder- und Familienzentrum
Das unter Denkmalschutz stehende Geb├Ąude wird in seinem ├Ąu├čeren Erscheinungsbild
erhalten und im Innern in geringem Umfang organisatorisch verbessert. Der n├Ârdliche
Anbau in Nachbarschaft des neuen Aufzugelementes wird zur├╝ckgebaut und erh├Ąlt ein
eingeschossiges Eingangsgeb├Ąude mit Foyer und Garderobe. ├ťber die vorgelagerte und barrierefrei erschlossene Terrasse kann der Saal im Erdgeschoss sowie die Mensa der Unterstufe direkt von der Elisabethenstrasse und der Aloys-Schreiber-Schule aus erreicht werden.

Mensa und Sch├╝lercaf├ę
Die vorhandene Infrastruktur und die zentrale Lage des Kinder- und Familienzentrums mit einem sehr sch├Ânen Garten schaffen gute Voraussetzungen f├╝r die Platzierung der Mensa und des Sch├╝lercaf├ęs. Die vorgeschlagene pavillonartige, eingeschossige Bebauung nimmt Bezug zu dem neuen Anbau am Bestandsgeb├Ąude und schafft im Garten mit sch├Ânen Au├čenbereichen die Voraussetzung f├╝r die notwendige Aufenthalts-qualit├Ąt.

Aloys-Schreiber-Schule
Die Fl├Ąche f├╝r die Erweiterung der Schule wird in einem kompakten Bauk├Ârper geplant, der gleichzeitig die Sporthalle beinhaltet. Die Platzierung an der S├╝d-Ost-Ecke an der Marktstra├če erm├Âglicht die ge-w├╝nschte externe Erschlie├čung. Der Bauk├Ârper definiert im Nordosten einen gro├čz├╝gigen Freiraum, der f├╝r die Gestaltung der Pausenh├Âfe genutzt werden kann. Hier besteht auch die M├Âglichkeit, eine weitere Tiefgarage zu anzuordnen. Diese kann bei Bedarf mit der vorhandenen Tiefgarage der Sparkasse ver-bunden werden.

Die Spielfl├Ąche der Sporthalle wird gegen├╝ber dem Au├čengel├Ąnde um ca. 3 m abgesenkt. Die schulinterne und die externe Erschlie├čung der Halle erfolgt getrennt auf dem Niveau des Erdgeschosses. Im 1. Obergeschoss befinden sich die neuen Klassenr├Ąume mit einem gro├čz├╝gigen und flexibel nutzbaren Lernatelier. Diese R├Ąume sind im Obergeschoss direkt mit dem Bestandgeb├Ąude verbunden.

Mit der Klinkerfassade in hellem Farbton und lebendigem Farbspiel bildet die Erweiterung zusammen mit dem Bestandsbau ein spannendes Ensemble. Der Erweiterungsbau bleibt dabei insbesondere zur Marktstra├če als eigenst├Ąndiger Baustein ablesbar.

Carl-Netter-Realschule
Die Carl-Netter-Realschule bildet einen pr├Ągnanten Bauk├Ârper im Stadtraum. Im Norden und Osten sowie im Westen zum Platz Vilafranca schlie├čt der ├Âffentliche Raum unmittelbar an das Schulgeb├Ąude an. Der Au├čenbereich der Schule im S├╝den ist r├Ąumlich sehr begrenzt. Daher wird vorgeschlagen, die zus├Ątzlich ben├Âtigten R├Ąume auf dem Dach anzuordnen. Hierzu wird der vorhandene Treppen- und Luftraum sowie der Aufzug auf das Dach erweitert. Der neue Dachaufbau f├╝r die au├čerschulische Betreuung erg├Ąnzt das bereits bestehende Oberlicht im Osten der Schule.

Mobilit├Ątsstation f├╝r Fahrr├Ąder und E-Autos
Um das Stadtquartier im Westen r├Ąumlich besser zu fassen, wird vorgeschlagen, den neugestalteten Platzraum zwischen Kaufland und Gesch├Ąftszentrum Octomedia mit einem Geb├Ąude abzuschlie├čen, in dem k├╝nftig Einrichtungen in Verbindung mit dem ZOB und Bahnhof untergebracht werden k├Ânnen. Ausgehend von diesem Geb├Ąude k├Ânnte mit einer pergola├Ąhnlichen Dachkonzeption der ZOB aufgewertet werden.

Beurteilung durch das Preisgericht

Ziel der Verfasser ist es, den Campus B├╝hl ├╝ber eine leistungsf├Ąhigere ├Ąu├čere Erschlie├čung zu st├Ąrken und zu ordnen. Sehr positiv bewertet wird die neue Fassung des ZOB mit langgestrecktem Dach und Mobilit├Ątsstation.
Der mit einem Baumkarree gefasste neue Platz Villefranche als zentraler Punkt der inneren Erschlie├čungsachsen respektiert zwar die Liegenschaftsverh├Ąltnisse, wirkt aber zu klein und vermag nicht, die wichtige neue Mensa mit Cafeteria einzubinden. Generell wirkt das Freiraum- und Gr├╝nkonzept sehr formal und in seiner Ma├čst├Ąblichkeit nicht durchdacht.

Die neue Mensa bildet mit ihrer Winkelform ein Pendant zum Kifaz, wirkt aber als eingeschossiger Bauk├Ârper in ihrem Umfeld zu schwach. Die Verkn├╝pfung von Mensa und Sch├╝lercaf├ę und die klare Zuordnung separater Terrassen wird begr├╝├čt.

Die Erweiterung der ASS ist funktional gelungen, die 2-geschossige Anbindung an das Bestandsgeb├Ąude wird jedoch hinterfragt: Mit der Platzierung des Lehrerzimmers im s├╝dlichen Abschnitt des 2. OG geht eins der gew├╝nschten Dreier-Module (Unterricht- Lernatelier) verloren. Die Zweiteilung des Schulhofs mit Hecke und Baumreihe ist in dieser Konsequenz nicht erforderlich.

Die Erweiterung der Realschule mittels Dachgeschoss ist grunds├Ątzlich denkbar, statisch aber noch zu pr├╝fen.

Verkehrsf├╝hrung und Erschlie├čung sind funktional gut gel├Âst, die Hierarchien w├Ąren allerdings noch auszubilden: So sollte die Steinstra├če z.B. deutlicher untergeordnet werden. Der Raumbedarf f├╝r Ein-/Ausfahrt und Anlieferung des Kauflands w├Ąre zu ber├╝cksichtigen, die Erschlie├čung hier zu optimieren.

Insgesamt liegen die St├Ąrken der Arbeit in ihrem architektonisch-funktionalen Ansatz. In st├Ądtebaulicher und freiraumplanerischer Hinsicht w├Ąre eine st├Ąrkere Positionierung w├╝nschenswert.
Lageplan

Lageplan

Grundriss EG

Grundriss EG

Konzept

Konzept

Ansicht

Ansicht

Ansicht

Ansicht

Schnitt

Schnitt

Schnitt

Schnitt

Detail

Detail

Detail

Detail