modgnikehtotsyek
ALLE WETTBEWERBSERGEBNISSE, AUSSCHREIBUNGEN UND JOBS Jetzt Newsletter abonnieren

Nichtoffener Wettbewerb | 12/2007

Campus Rosenfels

1. Preis

AV1 Architekten GmbH

Architektur

  • Mitarbeitende:

    Marcel Weimar, Dipl.-Ing. Marcel Weimar Dipl.-Ing. Arnulf Bark

Mettler Landschaftsarchitektur

Landschaftsarchitektur

Erl├Ąuterungstext

├ťbergeordnetes Ziel des Entwurfes ist es, einen neuen homogenen erlebbaren Campus mit durchg├Ąngiger Gestaltung zu schaffen. Innerhalb dieses Campus entwickelt sich das neue Schulhaus synergetisch aus dem Bestehenden und setzt es selbstbewusst an der Baumgartnerstrasse in eine starke visuelle Pr├Ąsenz zur Stadt L├Ârrach.
Ausgehend von diesen Ans├Ątzen arbeitet der Entwurf mit folgenden

Themen:

Freiraum

Der neue Campus erh├Ąlt seine Pr├Ągnanz mittels einer durchg├Ąngigen Formensprache, die sich durch klare und einfache Gestaltungselemente auszeichnet. Der gesamte Campus einschlie├člich des Boulevards (Baumgartnerstra├če) wird mit eingef├Ąrbtem Asphalt hervorgehoben, zusammengefasst. Die Baumgartnerstrasse erh├Ąlt zwei Eingangspunkte mit durchgehendem Belag (├ťbergang zum Rosenfelspark und zur Villa Aichele), die eine bewusste Eingangssituation schaffen. Die einzelnen Aufenthaltsbereiche der Schulh├Âfe sind als wassergebundene Decke ausgebildet. Alle H├Âfe erhalten ihren eigenen Charakter durch unterschiedliche Themensprache des Mobiliars und werden durch die jeweilige Baumart (Gleditsie, Ahorn, Platane und Schnurbaum) differenziert.

Boulevard

Die Baumgartnerstra├če erf├╝llt mit einer pr├Ągnanten Baumreihe die Funktion der Gr├╝nverbindung zwischen dem Rosenfelspark, der Villa Aichele und der Basler Strasse. Der Boulevard erf├╝llt somit zwei Funktionen und stellt einerseits die Gr├╝nverbindung und andererseits die Erschlie├čung und Verbindung der beiden Campusteile her. Die Baumreihe innerhalb des durchg├Ąngigen Streifens mit wassergebundener Decke sorgt f├╝r Zonierung und erh├Âhter Aufenthaltsqualit├Ąt. Durch gestreute B├Ąume im Bereich Koechlinstra├če und Stettengasse wird der Campus mit dem Rosenfelspark verbunden, ohne einen flie├čenden Eindruck zu erzeugen und die Funktionalit├Ąt des Campus zu beeintr├Ąchtigen. Die Rahmung des Bildungsquartiers wird zus├Ątzlich durch eine Baumreihe in der Sch├╝tzenstra├če, zwischen Hans-Thoma-Gymnasium und dem Sportplatz und der Schillerstra├če erreicht.

Erschlie├čung

Die Baumgartnerstrasse wird im gesamten Bereich von Br├╝hlstra├če bis Rosenfelspark verkehrsberuhigt. Der Abschnitt Br├╝hlstra├če bis Kreuzstra├če wird in Zukunft nur noch dem Stadtbus-, Anlieger-, Kunden-, und Lieferverkehr zur Verf├╝gung stehen. Der Abschnitt Kreuzstra├če bis Rosenfelspark wird dem Schulbus, den Anliegern, sowie den Sch├╝lern mit Mofa oder Velo zug├Ąnglich sein. Gestalterisch wird dies durch eine ebenfalls chaussierte Fl├Ąche unter den Baumsetzungen untermauert. Die Ausgestaltung der Baumgartnerstra├če findet von Fassade zu Fassade statt, es gibt keine Niveauunterschiede zwischen Fu├čweg und Fahrbahn. Die bestehende Gr├╝nfl├Ąche Br├╝hlstra├če Ecke Baumgartnerstra├če wird mit in das Gestaltungsprinzip des neuen Campus/Bildungsquartiers mit einbezogen um eine bewusste Eingangssituation zu schaffen. Der so neu geschaffene stadtplatz├Ąhnliche Freiraum beruhigt durch die r├Ąumliche Ausweitung die verkehrliche Situation, dient als Ausgangspunkt f├╝r die Querung der Bahngleise und stellt Verbindung zur Innenstadt her.


Einbindung in den Stadtraum

Aufgrund der gew├╝nschten klaren organisatorischen Zuordnung zum Hebelgymnasium und die Einbindung des angrenzenden Rosenfelsparks orientiert sich das Schulhaus zur Baumgartnerstrasse und definiert, zum vorhandenen Stadtraum einen eindeutigen Abschluss der ÔÇ×CampusstrasseÔÇť. Der dadurch entstehende Schulhof zwischen Alt- und Neubau ├Âffnet sich nach Osten und geht flie├čend in den Park ├╝ber.
Der Eingang orientiert sich aufgrund seiner ├Âffentlichen Zug├Ąnglichkeit am Wegenetz Baumgartnerstrasse und Koechlinstrasse. Das Foyer empf├Ąngt als heller gro├čvolumiger Vertikalraum die Sch├╝ler und dient als zus├Ątzlichen Pausenbereich mit direkter Zuordnung zum Innenhof. Der Altbau des Hebelgymnasiums wird durch den Neubau erg├Ąnzt, der lediglich punktuell an den Bestand ankn├╝pft und sich somit als eigenst├Ąndiger Bauk├Ârper pr├Ąsentiert. Verbindungsstege schlie├čen direkt an die Flure des Hebelgymnasiums an, so dass sich die horizontale Erschlie├čung im Neubau fortsetzt.

Architektur und Gestalt

Dem Inhalt und der Bedeutung entsprechend entwickelt sich die architektonische Gestalt im Wesentlichen aus den funktionalen Anforderungen. Innerhalb dieser Struktur bilden die einzelnen Funktionsbereiche in sich abgeschlossene Raummodule. Der Grundriss organisiert sich horizontal, sodass jede Funktion seinen eigenen Hausabschnitt erh├Ąlt.
Der Musikbereich, als Klangk├Ârper im Haus definiert, erzeugt f├╝r das musizieren mehr die gew├╝nschte Abgeschlossenheit mit ├ľffnungen als Inszenierung indirekten Lichteinfalls und gerahmter Ausblicke. Andererseits vermittelt der Kunstbereich, als Atelier die Offenheit mit viel nat├╝rlichem Licht und orientiert sich deshalb zum Park mit gescho├čhohen, gro├čz├╝gigen ├ľffnungen, die gleichzeitig als Landschaftsspiegel fungieren. Der Mehrzwecksaal dient als neutraler Filter zwischen den beiden Funktionsbereichen. Die gegliederte Bauform steht im Dialog mit dem Umfeld, die zum einen das Volumen der Schulbauten sowie die kleinteilige Wohnbebauung aufnimmt.
Der Mehrzecksaal
Der Mehrzwecksaal ist als Instrument f├╝r flexible Szenarien zu bespielen. Neben tempor├Ąre Events dient er auch als p├Ądagogisches Zentrum im Rahmen der Ganztagsschule. ├ťber gro├čz├╝gige ├ľffnungen ist die Innen- und Au├čenbeziehung zwischen Saal- und Hofraum m├Âglich. Sein Fokus ist auf die B├╝hne als Bildkasten gerichtet. Die transparenten Fassaden aus Glas sind entsprechend ihrer Lage als Stadt- und Landschaftsspiegel zu verstehen. ├ťberraschende, subtile Raumerlebnisse entstehen.

├ľkologie und Haus

Einfache geometrische und materialgerechte Konstruktionen unter ├Âkologischer und ├Âkonomischer Verarbeitungsweisen tragen dem Anspruch zeitgem├Ą├čer Architektur Rechnung. Die Dachbegr├╝nung zur Verbesserung des Kleinklimas reagiert mit seiner Farbigkeit auf die innere Funktion. Der baukonstruktiv einfache Wandaufbau mit einer hinterl├╝fteten Fassade aus Betonfertigteilen ist sehr hoch ged├Ąmmt. Die in die massive Betonkonstruktion integrierte Bauteilaktivierung und ein unter der Bodenplatte in die Sauberkeitsschicht eingelegter Erdkollektor sorgen f├╝r eine Optimierung des Klimas durch K├╝hlung im Sommer und Beheizung im Winter. Die Betonmassen der Tragkonstruktion der W├Ąnde und Decken dienen hierbei als Klimapuffer, sie speichern die W├Ąrme und geben sie zeitversetzt wieder ab. Sonnenkollektoren erw├Ąrmen das f├╝r die Waschr├Ąume notwendige Brauchwasser ohne fossile Brennstoffe zu verbrennen.

Material und Konstruktion

Pr├Ągend f├╝r die Gestalt ist der Einsatz der aus dem Ort abgeleiteten Materialien Glas sowie Beton und ihrer transformierten Verfeinerung. Massive Betonscheiben, welche die Effizienz des Werkstoffs Beton ausnutzen, bilden als vertikale, gescho├čhohe Wandtr├Ąger das Tragwerk und gleichzeitig die Raumstruktur.
S├Ąmtliche Wand- und Deckenfl├Ąchen der Musiks├Ąle sind mit Platten aus Birkensperrholz und integrierten Absorptionsfl├Ąchen bekleidet und ergeben zusammen mit dem hellen Ahorn-Parkett einen einheitlichen Raumeindruck. Die Kunsts├Ąle sind in Wei├č gehalten. ├ťberraschende und atmosph├Ąrisch dichte Raumerlebnisse entstehen, verst├Ąrkt durch die Inszenierung des Betontragwerks im Mehrzwecksaal mit der Freilegung der Struktur. Durch die Beleuchtung werden diese Erlebnisse zu tages- und jahreszeitlich wechselnden Ph├Ąnomen, das die Beziehung Architektur und Inhalt, Innen- und Au├čenraum auf vielf├Ąltige Art intensiviert.

Identit├Ąt

In einer durch Zweckrationalit├Ąt bestimmter Umwelt m├╝ssen Geb├Ąude in erster Linie vom Sinngehalt der Aufgabe bestimmt sein. Das Wesen der Thematik soll sich widerspiegeln in der Art, wie Situationen zum Lehren geschaffen werden. Offene und introvertierte R├Ąume wechselnde Bez├╝ge von Innen- und Au├čenraum, sowie lebendige und vielseitige nutzbare Vor- und Zwischenzonen bestimmen die Raumqualit├Ąt und die Identifizierung der Besucher mit dem Schulhaus.
Als Ganzes reagiert das Projekt f├╝r den Campus Rosenfels mit r├Ąumlicher Vernetzung auf den Genius Loci und das Thema der gestellten Aufgabe.


Wettbewerb ÔÇ×Campus RosenfelsÔÇť Stadt L├Ârrach 15 23 64