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Offener Wettbewerb | 11/2010

City Nord-Reutlingen

Strukturkonzept

Strukturkonzept

ein 1. Preis

Preisgeld: 18.000 EUR

vielmo architekten

Architektur

G R I Gesellschaft f├╝r Gesamtverkehrsplanung, Regionalisierung und Infrastrukturplanung

Verkehrsplanung

Kienleplan GmbH

Landschaftsarchitektur

Erl├Ąuterungstext

Freiraumkonzept

ÔÇó Gr├╝ne Vision
Die Vision, mit dem neuen Gleispark die bestehenden Gr├╝nstrukturen Reutlingens zu einem Ganzen, zu einem gr├╝nen Ring, zusammenzuf├╝gen ist die einmalige Chance, einen stadtr├Ąumlichen Umgriff zu definieren. Die Konversion ehemalig intensiv durch Bahn und Post genutzter Fl├Ąchen erm├Âglicht neue Formen linearer Gr├╝n- und Freir├Ąume.
Das Bahn- und Gewerbeareal wird freir├Ąumlich und ├Âkologisch entscheidend aufgewertet, bestehende, bislang isoliert im Stadtgef├╝ge liegende Freir├Ąume werden miteinander verkn├╝pft, alte und neue Quartiere miteinander verbunden. Die vorhandene Wohnbebauung ├Âstlich des Friedhofs soll zu Gunsten durchg├Ąngiger freir├Ąumlicher Qualit├Ąten langfristig aufgegeben werden und wird an anderer Stelle stadtr├Ąumlich eingef├╝gt.

ÔÇó Gleispark/Gr├╝n-Zug
Der neue Gleispark, ein 800 m langer und 50 ÔÇô 100 m breiter Gr├╝n-Zug, ist zentraler Bestandteil eines f├╝r jeden aneigenbaren und unverwechselbaren Frei-Raumes in erreichbarer Stadtn├Ąhe. Den strengen baulichen Linien und Kanten des neuen Quartiers zwischen Kaiser- und Silberburgstra├če werden im Gleispark naturnahe Strukturen des Baumhains und ruderaler Fl├Ąchen im Gleispark gegen├╝bergestellt. Der Bogen des Parks vermittelt zwischen der ehemaligen Bahnlinie Reutlingen-Kleinengstingen, ├╝ber den Friedhof bis zum Echazufer. L├Ąngs des starken gr├╝nen R├╝ckgrats werden wohlformatige Kleinr├Ąume mit unterschiedlichen Nutzungsm├Âglichkeiten integriert. Der spannungsvolle Wegebogen schafft eine hochwertige Verbindung und Verkn├╝pfung in angrenzende Wege- und Stadtstrukturen.
Der Br├╝ckenschlag zwischen Friedhof und Bismarckstra├če verbindet die Quartiere mit den n├Ârdlich, jenseits der Bahn liegenden, Gr├╝n- und Naherholungsr├Ąumen.

ÔÇó Verbinden
Bestehende Verbindungen werden aufgewertet, neue Verbindungen werden geschaffen. Die Bahnunterf├╝hrung ÔÇÜUnter den LindenÔÇś, die auf ca. 12 m aufgeweitete Bahnhofsunterf├╝hrung und der neue Steg ├╝ber die Bahn verweben die Kernstadt und die Oststadt mit den neuen Quartieren, dem neuen Gleispark. Die Abst├Ąnde der Bahnquerungen von 150 bzw. 250 m erlauben eine fu├čl├Ąufig gute Erreichbarkeit. Die Stadtfugen der Kaiser- und Bismarckstra├če, sowie ÔÇÜUnter den LindenÔÇś erhalten eine Aufwertung durch stra├čenbegleitende Baumpflanzungen, welche bis in die neuen Quartiere erweitert werden.

ÔÇó Bahnhofsplatz
Der Bahnhof erh├Ąlt sein historisches Vorfeld, seine axialen Bez├╝ge zur Stadt und seine Raumkanten in angemessener Proportion wieder. Das gesamte Umfeld des Bahnhofs mit Vorplatz, Mobilit├Ątszentrum (B+R) und ZOB wird ├╝ber eine einheitliche Platzgestaltung zusammengefasst und klaren Funktionszonen zugeordnet. Hauptbestandteil des neuen Listplatzes bildet das erhaltene Listdenkmal einschl. der den Platz dominierenden vorhandenen Blutbuchen. Die Karlstra├če wird randst├Ąndig ├╝ber den Platz gef├╝hrt, deren verkehrliche Zwangspunkte in die Platzgestaltung integriert.

Beurteilung durch das Preisgericht

In ihrem Gesamtkonzept gehen die Verfasser/innen von einer Verlagerung des trennenden Verkehrs der heute die Karlsstra├če dominiert, auf den au├čenliegenden Stadtring aus. Dies f├╝hrt leider zu einem st├Ąrker als notwendigen Abh├Ąngen der T├╝binger Vorstadt. Dadurch kann das neue Wohnquartier City Nord leider nicht als eine Erweiterung der T├╝binger Vorstadt bis zum Bahnhof gelesen werden; auch r├Ąumlich fehlt diese Verkn├╝pfung.
Eine Verl├Ąngerung der Burkhard+Weber-Stra├če zur Gminderstra├če w├╝rde diese Situation deutlich verbessern, damit w├Ąre auch die glaubhafte Entlastung der Karlstrasse nachgewiesen. Die Karlstra├če w├Ąre auch dann nicht zweispurig reduziert m├Âglich.
Die zentrale gro├čr├Ąumige Idee ist die eines ringf├Ârmigen Gr├╝nraums um die Kernstadt, welcher vom Stadtgarten ├╝ber die ehemalige Honauer Bahntrasse, dem neuen Gleispark bis zur Echaz und dem Bruderhausareal reicht. Die r├Ąumliche Formulierung entlang der Echaz ├╝berzeugt noch nicht. Der gro├če Gr├╝nbereich des Friedhofs wird ├╝ber eine neue Br├╝cke an die Oststadt angebunden. Das darunter liegende Gleisfeld wird zum attraktiven Gleispark.
Weitergehende Entwicklungen n├Ârdlich des Gleisparks in Richtung Wohnungsbau w├Ąren folgerichtig. Das in den Gleispark eingestellte Parkhaus wiederspricht durch seine Dimension dem Ziel des gr├╝nen Rings.
Das neue Wohnquartier City Nord hat die angemessene R├Ąumlichkeit und Verdichtung eines st├Ądtischen Quartiers. Dies gilt auch f├╝r das neu entstehende Quartier n├Ârdlich der
Karlstrasse mit seiner L├Ąrmschutzbebauung zur Gleisanlage.
Die Verfasser/innen greifen bei der Gestaltung des zentralen urbanen Bereichs um den Bahnhof herum die historische Situation des Listplatzes auf und richten ihn zur Gartenstra├če hin aus. Es entsteht ein gut proportionierter neuer Stadtraum. Die ├Âstliche Raumkante k├Ânnte auch architektonisch ausformuliert werden. Die Gr├Â├če des zentralen Busbahnhofs wird hinterfragt. Die F├╝hrung der Regionalstadtbahn ├╝ber den Listplatz direkt in die Gartenstra├če, so wie auf dem historischen Bild gezeigt, k├Ânnte die Karlstra├če weniger belasten. Die Fokussierung auf den Listplatz verhindert eine direkte stadtr├Ąumliche Verkn├╝pfung mit der Wilhelmstra├če. W├╝nschenswert w├Ąre dennoch eine
Auseinandersetzung mit diesem st├Ądtebaulichen Schl├╝sselproblem.
Insgesamt stellt diese Arbeit einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung der Innenstadt dar.
Besonders die gro├čr├Ąumige Betrachtung, aus der heraus die einzelnen Teilbereiche folgerichtig entwickelt sind, wird besonders anerkannt. Vielf├Ąltige neue urbane Stadtr├Ąume werden entstehen, die Reutlingen angemessen sind.
Strukturkonzept Wettbewerbsgebiet

Strukturkonzept Wettbewerbsgebiet

St├Ądtebaulicher Entwurf

St├Ądtebaulicher Entwurf

St├Ądtebaulicher Entwurf

St├Ądtebaulicher Entwurf

Bahnhofsbereich

Bahnhofsbereich

Bahnhofsplatz

Bahnhofsplatz

Gr├╝nvernetzung und Nutzungsverteilung

Gr├╝nvernetzung und Nutzungsverteilung

Skizze Gr├╝nkonzept

Skizze Gr├╝nkonzept

Perspektive Gleispark

Perspektive Gleispark

Blick entlang des Gleisparks

Blick entlang des Gleisparks

Blick ├╝ber den Listplatz / ZOB

Blick ├╝ber den Listplatz / ZOB