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Award / Auszeichnung (auch für Studierende) | 11/2025

competitionline CAMPUS Award 2026

Schutt oder Chance Masterthesis
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Schutt oder Chance Masterthesis

Schutt oder Chance: Bauschuttrezyklat in Stampflehm

Anerkennung | Kategorie: Master- und Diplomarbeiten

Preisgeld: 250 EUR

Alin Molavi

Architektur

Darlyn Richter

Architektur

Erläuterungstext

Schutt oder Chance: Bauschuttrezyklat in Stampflehm

Das Projekt in einem Satz
Die experimentelle Materialstudie zeigt, dass Bauschutt in Form von grobkörniger rezyklierter Gesteinskörnung mit Lehm aus Baustellenaushub als Schutt-Stampf-Baustoff im Hochbau tragend wieder eingesetzt werden könnte.

Warum ist das Projekt besonders einzigartig?
Die Arbeit zeigt eine neue Weiterverwertungsstrategie von Bau- und Abbruchabfällen, um diese als Sekundärressource für den Hochbau verfügbar zu machen. Die Materialkombination aus Bauschutt und Stampflehm als tragender Baustoff ist bislang kaum erforscht. Das durchgeführte Experiment leistet eine fundierte Grundlage für die architektonische und bautechnische Weiterentwicklung eines ressourcenzirkulären Schutt-Stampf-Baustoffs, der den Materialkanon des Hochbaus erweitert, die Materialkreisläufe konsequent schließt und gleichzeitig neue Perspektiven für eine nachhaltige Architektur eröffnet.

Projektbeschreibung
Seit 1970 hat sich der Abbau nicht erneuerbarer Rohstoffe um 376% gesteigert – eine Entwicklung, die eine Rückführung der entnommenen Rohstoffe fordert. Somit rückt die Frage nach zirkulären Materialstrategien ins Zentrum einer zukunftsfähigen Baukultur.

Eine Stoffstromanalyse zeigt das quantitative (Bau-)Abfallaufkommen auf und damit die Potentiale für eine urbane Kreislaufstrategie. Zwar werden 75 Mio. Tonnen als Recycling-Baustoffe im Straßenbau wiederverwertet, doch für den Hochbau bleibt diese Ressource bislang weitgehend ungenutzt. Die Masterthesis untersucht, wie mineralische Bau- und Abbruchabfälle als Ressource für einen tragfähigen Baustoff nutzbar gemacht werden können. In einer experimentellen Materialstudie wurde die Baustoffzusammensetzung aus rezyklierter Gesteinskörnung und bindigem Lehm für einen tragfähigen Stampf-Baustoff aus 100%-RC-Material getestet. In mehreren Prüfserien wurden unterschiedliche Stampfmischungen hergestellt, in normgerechten Verfahren auf ihre Korngrößenverteilung, ihre Rohdichte und ihr Schwindverhalten untersucht und über den einaxialen Druckfestigkeitstest auf ihre Tragfähigkeit geprüft. Das Ergebnis: mehrere Mischungen erreichten den praxisrelevanten Schwellwert von 2 N/mm² und damit die Tragfähigkeit, die für tragenden Stampflehm erforderlich ist.

Angesichts der zunehmenden Diskrepanz zwischen Rohstoffbedarf und -verfügbarkeit gewinnen urbane Räume als sekundäre Rohstoffquellen an Bedeutung. Das Implementierungskonzept schlägt eine systemisch gedachte, kreislauforientierte Strategie für die Etablierung des Schutt-Stampf-Baustoffs im Hochbau vor: Abbruchmaterialien werden lokal gesammelt, aufbereitet und in geschlossene Materialkreisläufe geführt. Recyclinghöfe bilden die Schnittstelle zwischen Rückbau, Materialaufbereitung und Vertrieb. Digitale Prozessketten und Vorfertigungstechniken erhöhen die Effizienz und schaffen die Grundlage, die Sekundärbaustoffe in einem ganzheitlichen Materialkreislauf wiederzuverwerten.

Beurteilung durch das Preisgericht

Mit ihrer experimentellen Materialstudie verlässt die Arbeit den Rahmen des klassischen Entwurfs und positioniert sich im Bereich der Grundlagenforschung. Das Preisgericht hebt den Mut der Verfasserinnen hervor, aus dem architektonischen Kontext heraus in Richtung Materialentwicklung zu denken und damit disziplinäre Grenzen zu erweitern. Durch die Anwendung genormter Prüfverfahren belegt die Thesis, dass rezyklierte Gesteinskörnungen als Zuschlag für einen tragfähigen Stampfbaustoff eingesetzt werden können. Ein solches Verständnis für Stoffkreisläufe, Materialeigenschaften und deren Grenzen, so die Jury, wird für eine zukunftsfähige Baupraxis unverzichtbar.

Inhaltlich besticht das Projekt durch seine "sehr fundierte Vorarbeit" und den klaren wissenschaftlichen Anspruch. Dass die getesteten Mischungen die erforderliche Tragfähigkeit erreichten, unterstreicht das Potenzial urbaner Minen. In einer Weiterentwicklung der Ergebnisse, etwa in Form eines prototypischen Bauteils, sieht die Jury eine Perspektive, den Forschungsansatz konkret in die architektonische Anwendung zu überführen.
Mock-up Wand

Mock-up Wand

Abbruchbaustelle Friedrich-Ludwig-Jahn Sportpark

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Aufkommen und Verbleib mineralischer Bauabfälle

Aufkommen und Verbleib mineralischer Bauabfälle

Intervention in den bestehenden Wiederverwertungskreislauf

Intervention in den bestehenden Wiederverwertungskreislauf

Akteure und Regularien der Wiederverwertung

Akteure und Regularien der Wiederverwertung

Standortnetz von Abbruch- und Recyclingunternehmen in Berlin

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Bodenkarte Berlin

Bodenkarte Berlin

Abbruchmaterial

Abbruchmaterial

Mischung für einen Prüfkörper

Mischung für einen Prüfkörper

Herstellung der Prüfkörper

Herstellung der Prüfkörper

Prototypen für den Schutt-Stampf-Baustoff in Serien

Prototypen für den Schutt-Stampf-Baustoff in Serien

Druckfestigkeitsprüfung

Druckfestigkeitsprüfung

Auswertung der Druckfestigkeitsprüfung

Auswertung der Druckfestigkeitsprüfung

Implementierungsstrategie für den Schutt-Stampf-Baustoff

Implementierungsstrategie für den Schutt-Stampf-Baustoff

Zusammenarbeit der Akteure für eine funktionale Kreislaufwirtschaft

Zusammenarbeit der Akteure für eine funktionale Kreislaufwirtschaft