Shree Shila Devi Kindergarten
Das Projekt in einem Satz
Design-Build-Projekt eines Kindergartens in der nepalesischen Bergregion in Zusammenarbeit mit der ansässigen Community
Warum ist das Projekt besonders einzigartig?
Der Kindergarten entstand als Design-Build-Projekt in enger Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft und den zukünftigen Nutzern. Der 10-monatigen Aufenthalt vor Ort umfasste die Entwicklung eines eigens für den Prozess eingeführten Schulfachs, die Verwendung lokaler Baumaterialien und -methoden, die Entwicklung von Abdichtungsbahnen und Dämmstoffen aus recycelten Baustoffen, sowie die fortlaufende Finanzierung des Projekts durch Crowdfundings.
Projektbeschreibung
Aufgrund der wachsenden Anzahl an Schulkindern besteht inzwischen ein akutes Platzproblem in Dhoksans Grundschule. Wir sind als Team junger Studierender nach Nepal gereist, um in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung den Masterplan für einen angrenzenden Kindergarten zu entwickeln und Teilgebäude dessen umzusetzen. Das Projekt dokumentiert einen 10-monatigen Aufenthalt vor Ort und umfasst die gesamte Projektentwicklung: vom Kennenlernen der Dorfgemeinschaft, ihrer Kultur und den klimatischen Bedingungen über den Entwurf eines Masterplans bis hin zur Finanzierung und Umsetzung. Das Projekt wurde mitunter als freie Bachelor-Thesis am Lehrstuhl Jacob van Rijs der TU Berlin begleitet.
Ein zentrales Anliegen war die Einbindung und Identifikation der lokalen Gemeinschaft. Dafür führten wir an der angrenzenden Schule das Fach „We Build Our House“ ein, in dem die Kinder aktiv in den Planungsprozess einbezogen wurden. Auch die bauliche Umsetzung geschah in enger Zusammenarbeit mit der Dorfbevölkerung.
Für das Pilotgebäude wurde die Yaki-Sugi-Technik verwendet, bei der die Holzoberfläche durch Verkohlen eine wasser- und schädlingsresistente Schicht erhält. Zusätzlich wurde eine eigens entwickelte Holzschnitzeldämmung verbaut, die dazu beiträgt, starke Temperaturschwankungen auszugleichen und eine stabile Gebäudeklimatik zu gewährleisten.
Die vier freistehenden Klassenzimmer sind als autarke Baukörper geplant, um die Umsetzung, Finanzierung und den Teilbetrieb in gestaffelten (Bau-) Phasen zu ermöglichen. Diese basieren auf derselben Kubatur und Tragstruktur, unterscheiden sich jedoch durch Details wie eine spezielle Holzverarbeitungstechnik. Die Raumaufteilung orientiert sich an einer vorhergehenden Nutzungsanalyse nepalesischer Klassenräume, wobei das steile Gelände mit 18 Grad Neigung und die besonderen Witterungsbedingungen zentrale Vorgaben für die Kubatur und Gestaltung lieferten. Die Freiraumplanung stellt das funktionale Bindeglied zwischen den Gebäuden her.