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Award / Auszeichnung (auch für Studierende) | 11/2025

competitionline CAMPUS Award 2026

Die Stadt als Organismus
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Die Stadt als Organismus

Das Haus als Organismus

Anerkennung | Kategorie: Studierenden- und Bachelorarbeiten

Preisgeld: 250 EUR

Lina Nikolic

Architektur

Hannah Cerbe

Architektur

Quirin Grubert

Architektur

Erläuterungstext

Das Haus als Organismus

Wie schafft man wachsende, sich selbst regulierende Strukturen? Welche Ausdrucksformen entstehen, wenn thermische und physikalische Logiken zum Ausgangspunkt eines Entwurfsprozesses werden? Was bedeutet dies für die Stadt als statistischen Raum?

Berlin ist eine Stadt des Unfertigen. Eine Stadt, die nie aufgehört hat zu wachsen, sondern sich immer wieder von innen heraus verändert. Als Reaktion auf das signifikante Bevölkerungswachstum strebt der Berliner Senat bis zum Jahr 2030 den Bau von 140.000 neuen Wohnungen an. Gleichzeitig will Berlin ‚Schwammstadt‘ sein und in Anbetracht klimatischer Extrembedingungen umdenken. Die in 1980er-Jahren von Herbert Sukopp initiierte Biotopkartierung West-Berlins gilt als Pionierleistung in der Entwicklung einer stadtökologischen Perspektive auf den urbanen Raum: In Anbetracht der Notwendigkeit eines innerstädtischen Biotopnetzwerks, das Konnektivität und Artenaustausch auch unter den Bedingungen urbaner Fragmentierung ermöglicht, versteht er Stadt und Natur als sich gegenseitig bedingende Faktoren, nicht als entweder-oder Beziehung. Seit 2010 verfolgt der Berliner Senat außerdem die Strategie ‚Entsiegelungspotenziale in Berlin‘, um zu entsiegelnde Flächen zu kategorisieren. Der Entwurf nimmt diese alternative Lesart von Stadt zum Anlass, um fehlende Verknüpfungsstücke im städtischen Biotopverbund zu identifizieren und Reparaturarbeit auf stadtökologischer Ebene zu leisten. Der vermeintliche Konflikt aus Verdichtung und Entsiegelung bietet dabei Grundlage, um die Frage nach Nachverdichtung, Schwammstadt und urbanen Ökosystemen neu zu stellen.

Der Entwurf arbeitet mit einer Gleichwertigkeit von Maßstäben und der These, dass sich im kleinen Maßstab genauso viel entscheidet wie im großen: Es entsteht ein Organismus in dem Gebäude und Natur anpassungsfähig interagieren, es entstehen Strukturen, die mit ihrer Umgebung in aktiver Wechselwirkung stehen und urbane Ökosysteme stärken. Das Projekt versteht das Gebäude als Teil eines größeren urbanen Organismus. Jeder kleinste Kreislauf wird in einen Zusammenhang mit dem ökologischen Gesamtsystem gesetzt, jeder Eingriff ist Teil einer Bilanz auf Stadtebene.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Jury würdigt den theoretisch fundierten Ansatz, der den Mangel an Biotopvernetzung ins Zentrum stellt. Der Entwurf formuliert eine schlüssige Strategie für das Zusammenwachsen der Stadt und dient als mögliche "Blaupause" für die Versöhnung von Wohnraumbedarf und Schwammstadt-Prinzipien. Besonders gelobt wird die innere Logik: Gebäude und Natur werden nicht als Gegensätze, sondern als wechselseitig wirkendes System begriffen. Das komplexe Thema der stadtökologischen Reparatur durchdringen die Verfasser*innen dabei laut Preisgericht auf bemerkenswertem Niveau.

Auf der gestalterischen Ebene besticht das Projekt durch eine "kohärente Ästhetik" und eine architektonische Feinheit, die sich bis in die konstruktiven Details fortsetzt. Die Grundrissorganisation verortet das Preisgericht zwischen "virtuoser Lebendigkeit" und systematischer Formstrenge. Kritisch diskutiert wurde die konsequente Aufständerung der Baukörper: Ob der sehr hohe konstruktive Aufwand dem darunterliegenden Stadtraum tatsächlich die erhoffte Qualität verleihen kann, bleibt offen. Insgesamt erkennt das Preisgericht den Entwurf als ambitionierten und eigenständigen Beitrag mit starkem Ausdruck an.
Stärkung urbaner Ökosysteme: Gebäude und Natur in Wechselwirkung

Stärkung urbaner Ökosysteme: Gebäude und Natur in Wechselwirkung

Biotopkartierung Herbert Sukopp (1984) und Entsiegelungspotenziale Berliner Senat (heute)

Biotopkartierung Herbert Sukopp (1984) und Entsiegelungspotenziale Berliner Senat (heute)

Fehlstellen im Biotopverbund Berlins

Fehlstellen im Biotopverbund Berlins

Organismus: Gleichwertigkeit von Maßstäben

Organismus: Gleichwertigkeit von Maßstäben

Das Quartier als Organismus

Das Quartier als Organismus

Fehlende Biotopvernetzung entlang ehemaliger Gleistrasse

Fehlende Biotopvernetzung entlang ehemaliger Gleistrasse

Entsiegelung und Feuchtbiotop unter aufgehängtem Wohnungsbau

Entsiegelung und Feuchtbiotop unter aufgehängtem Wohnungsbau

Biotopkorridor entlang keilförmigem Flurstück und Zielgrößen Senat

Biotopkorridor entlang keilförmigem Flurstück und Zielgrößen Senat

Modell: Hängende Zugkonstruktion

Modell: Hängende Zugkonstruktion

Das Flurstück als Organismus

Das Flurstück als Organismus

Eingangssituation: Orientierung der Küche zum Laubengang

Eingangssituation: Orientierung der Küche zum Laubengang

Grundriss: Regel- und Obergeschoss

Grundriss: Regel- und Obergeschoss

Schwammdach zur Senkung des innerstädtischen Überschwemmungsrisikos

Schwammdach zur Senkung des innerstädtischen Überschwemmungsrisikos

Schnitt: Lokale Wasserkreisläufe und Verdunstungskühlung

Schnitt: Lokale Wasserkreisläufe und Verdunstungskühlung

Das Haus als Organismus

Das Haus als Organismus

Wohnungstypen

Wohnungstypen

Transformation: Trümmerschuttboden zu nassem Filterboden

Transformation: Trümmerschuttboden zu nassem Filterboden

Wintergarten zur Regulierung des Innenklimas

Wintergarten zur Regulierung des Innenklimas

Fassadensystem: Luft- und Wasserzirkulation

Fassadensystem: Luft- und Wasserzirkulation