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Award / Auszeichnung | 06/2024

DAM Preis für Architektur in Deutschland 2025

10

Clusterwohnen Wabenhaus

DE-81829 München-Trudering-Riem, Den-Haag-Straße

Finalist

PETER HAIMERL . ARCHITEKTUR

Architektur, Fassadenplanung, Lichtplanung

Wogeno München eG

Bauherren

balda architekten

Architektur

HOFFMANNARCHITEKT

Architektur

a.k.a.ingenieure

Tragwerksplanung

consult ddk

TGA-Fachplanung

Ingenieurbüro v. Törne GmbH

TGA-Fachplanung

ig-bauphysik GmbH & Co. KG

Bauphysik

BSSP BRANDSCHUTZPLAN GMBH

Brandschutzplanung

Uniola AG

Landschaftsarchitektur, Stadtplanung / Städtebau

Projektdaten

  • Objekttyp:

    Wohnungsbau

  • Projektgröße:

    keine Angabe

  • Status:

    Realisiert

  • Termine:

    Fertigstellung: 01/2023

Projektbeschreibung

Mit der Messestadt Riem entstand in den letzten 20 Jahren im östlichen München ein neues urbanes Quartier für 16000 Menschen. Dort addieren sich zwei- bis viergeschossige Mehrfamilien- und Reihenhäuser mit monotoner Fassadengestaltung und weißem Vollwärmeschutz aneinander, gleichförmig sind sie linear gereiht oder um Innenhöfe gruppiert.
2023 stellte Peter Haimerl für die Münchner Wohnungsbaugenossenschaft Wogeno das Wabenhaus als Teil eines Ensembles aus zwei Häusern fertig: einen eher konventionellen Riegel entlang der Den-Haag-Straße mit 15 Wohnungen und dem diesem westlich quergestellten Wabenhaus. Es flankiert den Quartiersplatz und setzt sich aus sechseckigen, horizontal aufeinander gestapelten wabenförmigen Röhren zusammen, die zu einem Cluster in Form eines großen Wabenstocks aus Beton montiert werden.
Von der Schmalseite des Gebäudes aus erschlossen, zieht sich hier eine gerade Treppe, die sogenannte Himmelsleiter, über alle Schrägen hinweg. An jedem Zwischenpodest gehen beidseitig Eingänge zu den Cluster- und Einzelwohnungen bzw. Wohngemeinschaften ab. Am Ende der ersten Treppe befinden sich eine große Gemeinschaftsküche und ein gemeinsames Wohnzimmer, das über einen Laubengang und eine Gebäudebrücke auch die Verbindung zum Gartenhaus herstellt. Am Ende des ersten Treppenflurs schließt die gegenläufige, zweite Himmelsleiter an, die die oberen Waben erschließt und nach einem letzten Wendepodest auf die gemeinsam nutzbare, kleine Dachterrasse führt.
Die Hexagonalstruktur erlaubt intelligente, räumliche Verschachtelungen und ermöglicht unzählige Kombinationsmöglichkeiten von Raumeinheiten: Es gibt 22 Einheiten zwischen 22 und 106 Quadratmetern, darunter Maisonetten mit 1 bis 4 Zimmern, aber auch einzelne Wabenzimmer mit eigenem Bad, die über das gesamte Haus verteilt sind. Beim WG-Modell steht den Bewohner*innen ein Gemeinschaftsraum mit Küche zur Verfügung, der zugleich als Ess- und Wohnzimmer dient. Hinzu kommen weitere Gemeinschaftsräume, eine Fahrradwerkstatt, ein Quartiersladen, ein Gästeappartement und eine gemeinschaftlich nutzbare Dachterrasse. Das Konzept gemeinsamer Wohnräume fungiert als zentraler Knotenpunkt und fördert Gemeinschaftskultur und gemeinsame Wohnerlebnisse.
Jede Wabe ist im Querschnitt gleich dimensioniert: Die Wabenform mit einer Raumhöhe von 2,65 Metern und spitzen Winkeln von 36,2 Grad vergrößert aufgrund spezieller Möbeleinbauten, mit denen auch die Schrägen bewohnt werden können, Nutzfläche wie Wohnraum. Schräge Decken erweitern so die nutzbare Bodenfläche, bieten maximalen Stauraum entlang der Innenwände und integrieren platzsparende Einrichtungsgegenstände. Für die Wabe wurde ein Möbelsystem entwickelt, das es den Bewohner*innen ermöglicht, die Nischen effektiv zu nutzen. Teil der Grundausstattung jeder Wohnung ist eine keilförmige Sitzbank mit integriertem Stauraum. Sie ist so positioniert, dass auch andere vom Büro Haimerl entworfene Möbel wie schwebende Betten, Sitzkissen oder ausziehbare Tische dort Platz finden können. Auf diese Weise werden die beiden Wabennischen zu individuell möblierten Rückzugsorten, während der Bereich dazwischen frei bespielbar bleibt. Zusätzlich bieten die
Nischen Platz für verschiedene Einbauschränke und Küchen, die teilweise in die Schrägen integriert sind. Die flexibel platzierbaren Sitzkissen ermöglichen eine spielerische Aneignung der Wohnung.
Aufgrund des offenen Grundrisses wie auch der großflächigen Verglasung und den beiden vorgelagerten Loggien als auch durch die Breite des Raumes von 6,65 wirkt die Wabe großzügig und hell.
Das Wabenhaus bietet auch wirtschaftliche und nachhaltige Vorteile. Der Verzicht auf überschüssige Wände und die Integration der geneigten Flächen führen zu herausragender Wirtschaftlichkeit, ohne die Lebensqualität zu beeinträchtigen. Die vorgefertigten Wabenmodule steigern die Effizienz, erleichtern Bauprozesse und minimieren Materialverschwendung.

Freiraumplanung
Dank eines nachhaltigen Nutzgartens im Wohnhof überwiegt üppiges Grün, sodass sich der Gemeinschaftsraum zu einer grünen Oase entwickelt. Der grüne Dschungel aus Nutzpflanzen wird von wasserdurchlässigen Wegen durchzogen.
Das Fallschutzmaterial der Spielgeräte aus natürlichen Materialien geht fließend in das Mulchmaterial der Pflanzungen über. Der gesamte Garten besteht nur aus Nutzpflanzen. Entweder die Früchte, das Blatt, die Blüte oder die ganze Pflanze kann gegessen werden. Apfelbäume, Rabarber, Wilderbeeren, Buschbohnen, Salbei, Ribisel, Zucchini, Nussbäume, Ringelblumen, Girsch, Borretsch, Kapuzinerkresse, Minze und vieles mehr prägen den Hof. Nur Rasen kommt nicht vor.
Die Intensität der Nutzung bestimmt langfristig das Erscheinungsbild.

Gartenparadies mitten in der Stadt

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Essbare Pflanzen und Kräuter

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Gemüse-Wildnis

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