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Award / Auszeichnung | 04/2023

Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2023

WA15

WA15

Prinz-Eugen-Park

DE-81927 MĂŒnchen

Auszeichnung | Kategorie: Wohnumfeld

liebald+aufermann landschaftsarchitekten und stadtplaner PartG mbB

Landschaftsarchitektur

die naturgartenplaner

Landschafts- / Umweltplanung

Projektdaten

  • GebĂ€udetyp:

    Landschaft und Freiraum

  • ProjektgrĂ¶ĂŸe:

    keine Angabe

  • Status:

    Realisiert

  • Termine:

    Baubeginn: 01/2017
    Fertigstellung: 01/2020

Projektbeschreibung

Planverfasser
Katja Aufermann, Ingrid Liebald
liebald + aufermann landschaftsarchitekten & stadtplaner bdla

Martina Lehmann, Isabella Sworowski, Martin Spiekermann

weitere Planungsbeteiligte
BiodiversitĂ€tskonzept; Pflanzplanung; Pflanzungen, Ansaaten und Entwicklungspflege mit BĂŒrgerbeteiligung
Dr. Reinhard Witt und Katrin Kaltofen
(die naturgartenplaner)

Bauherr
Mehrere Baugemeinschaften und Genossenschaften

Zeitraum
2017 - 2020

Ökologische Mustersiedlung im Prinz-Eugen-Park

Die beiden Baufelder WA 15 und WA 16 sind Teil der ökologischen Mustersiedlung im Prinz-Eugen-Park in MĂŒnchen. Dieser Anspruch findet sich auch in der Gestaltung und MaterialitĂ€t der Architektur und Freianlagenplanung wieder: Ziel war möglichst viele Materialien vor Ort wieder zu verwenden: Boden, Steine, BĂ€ume und insgesamt die Versiegelung zu minimieren, das Regenwasser direkt ĂŒber Bankette in Mulden zu versickern und so möglichst viele verschiedene Standorte und Nischen fĂŒr Tiere und Pflanzen zu schaffen.

Die unversiegelten FlĂ€chen der Gemeinschaftsbereiche wurden in Zusammenarbeit mit den Naturgartenplanern Dr. Reinhard Witt und Katrin Kaltofen als artenreiche Wildstaudenbeete mit solitĂ€ren Wildgehölzen ausgearbeitet. Auf den FreiflĂ€chen und DĂ€chern wurde konsequent mit heimischen Wildpflanzen auf drei Ebenen nach dem Konzept der Naturgartenidee gearbeitet. Insgesamt wurden mehr als 300 verschiedene heimische Stauden- und Gehölzarten eingesetzt. Bei den flĂ€chigen Ansaaten ist heimische Vielfalt ebenfalls das oberste Prinzip. Die artenreichen Mischungen fĂŒr Blumenrasen, Wildblumenwiesen, WildblumensĂ€ume, Staudenbeete und BiodiversitĂ€tsdĂ€cher enthielten jeweils 60-70 Pflanzenarten. Die Saatgut-Mischungen wurden den durch Substrat und Exposition vorgegebenen Standorten angepasst. ZusĂ€tzlich wurden ĂŒber 50 verschiedene Arten von Blumenzwiebeln eingesetzt.

Alle VegetationsflĂ€chen wurden komplett oberbodenfrei hergestellt und bestehen aus Unterböden, die vor Ort entnommen und mit Hilfe von Zuschlagsstoffen, wie z.B. Sand und Kompost, verbessert wurden. Dabei entstanden unterschiedliche Standorte, da der Aushub sehr heterogene Bodeneigenschaften aufwies. So wurde aus Lehmlinsen Substrat fĂŒr den Rosengarten und aus kiesiger Rotlage ein magerer Standort fĂŒr den spĂ€teren Schmetterlingsgarten entwickelt.

Die Pflanzung sowie die Entwicklungs- und Dauerpflege fĂŒhren die Naturgartenplaner gemeinsam mit den Anwohnern durch. So verstetigt sich das Wissen um die Pflanzen und Symbiosen mit Tierarten und erfĂŒllt zugleich umweltpĂ€dagogische Zwecke: eine Staude, die man selber pflanzt und pflegt wird nicht zertrampelt oder gepflĂŒckt.

Auch beim Spielplatzbau wurden hauptsÀchlich naturnahe Materialien verwendet. Zusammen mit der projekt spielart GmbH wurde ein individueller Spielplatz mit zahlreichen Klettermöglichkeiten und Balancierangeboten gemeinsam mit den Bewohnern entworfen und dann gebaut.

Die DachflĂ€chen ĂŒber dem 5. OG bieten neben gemeinschaftlich nutzbaren TerrassenflĂ€chen auch Raum fĂŒr den privaten Gartenbau. So wird das GemĂŒse fĂŒr den Eigenbedarf auf dem gemeinschaftlichen Dachgarten (mit GewĂ€chshĂ€usern zur VerlĂ€ngerung der Erntezeit) gezogen. Im Hinblick auf den Artenschutz wurden TeilflĂ€chen anderer DĂ€cher, die oft die einzigen nicht Menschen oder Haustieren zugĂ€nglichen GrĂŒnflĂ€chen der Stadt darstellen, mit erhöhtem Substrataufbau als sogenannte BiodiversitĂ€tsdĂ€cher ausgebildet. Eine zusĂ€tzliche Anreicherung mit Totholz, Sandlinsen und Steinhaufen ermöglicht die Ansiedlung unterschiedlicher Vegetationsformen und Habitate. Wenige DĂ€cher sind lediglich extensiv begrĂŒnt, beziehungsweise mit Photovoltaikanlagen belegt.
Lageplan

Lageplan

Baumerhalt im Baufeld

Baumerhalt im Baufeld

Blick in den Innenhof WA 16

Blick in den Innenhof WA 16

Detail aus dem artenreichen Wildblumensaum: Moschus-Malven, Echtes Labkraut, Wiesen-Knautien ...

Detail aus dem artenreichen Wildblumensaum: Moschus-Malven, Echtes Labkraut, Wiesen-Knautien ...

Rosengarten mit mehr als 30 Sorten Gartenrosen und dazwischen gesÀten Wildblumen

Rosengarten mit mehr als 30 Sorten Gartenrosen und dazwischen gesÀten Wildblumen

GemĂŒsegarten auf dem Dach

GemĂŒsegarten auf dem Dach

Zentraler Treff im Rosengarten

Zentraler Treff im Rosengarten