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Offener Wettbewerb | 09/2014

Dokumentation Obersalzberg

4. Preis

TRU ARCHITEKTEN

Architektur

HOLZWARTH Landschaftsarchitektur

Landschaftsarchitektur

ErlÀuterungstext

Die intakte, gesunde und konkurrenzstarke Waldgesellschaft, die gekennzeichnet ist durch Artenreichtum und ein Geflecht von sich gegenseitig bedingenden Faktoren, bildet den Hintergrund fĂŒr einen kĂŒnstlichen Eingriff. Ein neu eingefĂŒgtes Baumraster, welches die historischen Orte im GelĂ€nde markiert. Die Dichte der Baumstellung erzwingt einen artifiziellen Kleinwuchs der BĂ€ume. Auf diese Weise entsteht durch einen kleinen Eingriff eine weithin sichtbare Metapher fĂŒr das VerhĂ€ltnis zwischen der pervertierten Ideologie, fĂŒr die dieser Ort den malerischen Hintergrund liefern sollte, und einer lebenswerten Gesellschaft, die auf der Freiheit und Entfaltung aller Menschen beruht.

Diese Konfrontation setzt sich in der WegefĂŒhrung zwischen Museum, nördlichem Bunkerzugang und Plateau am Berghof fort. Der Weg löst sich sowohl topografisch als auch formal von den Bildern der landschaftlichen Wanderwege. Um die GefĂ€lle zu vermitteln und Informationen in Tafeln und SchaukĂ€sten aufnehmen zu können, grĂ€bt er sich teilweise ein und bildet Engstellen, und verlĂ€uft an anderer Stelle als erhöhter Gang mit freien Blickbeziehungen ĂŒber dem eigentlichen GelĂ€nde. Die polygonale WegefĂŒhrung bricht mit dem idyllisch verschleierten Blick auf die umgebende Landschaft.

Beurteilung durch das Preisgericht

Durch die Anordnung auf dem Areal wird das AusstellungsgebĂ€ude vom Parkplatz aus fĂŒr
ankommende Besucher bereits gut erkennbar, wenngleich das GebÀude unter dem Höhenniveau des Parkplatzes liegt. Das GebÀude setzt sich vom bestehenden GebÀude in seiner architektonischen Ausformung und von der Lage her deutlich ab. Das jetzige DokumentationsgebÀude wird mit sehr geringen Eingriffen zum Bildungszentrum umgebaut. Auch wird die Anbindung an die bestehende Stollenanlage positiv gesehen.

Das Bildungszentrum erhĂ€lt leider keine direkte Anbindung zum AusstellungsgebĂ€ude. Lediglich ĂŒber die Stollenanlage wird eine Verbindung zwischen den beiden GebĂ€uden hergestellt.

Die funktionalen Anforderungen wurden gut erfĂŒllt, wenngleich wegen der 2-geschossigen unterirdischen Anordnung auch eine hohe technische GebĂ€udeausstattung erforderlich wird. Die 2-geschossige unterirdische Bauweise mit teilweise 5,50 m Geschosshöhe zieht einen hohen finanziellen Aufwand nach sich.

Die nach der 1.Preisgerichtssitzung angesagte PrĂŒfung zur Überdeckung des RĂŒckweges vom Bunkerrundgang wurde scheinbar nicht vorgenommen. Die Barrierefreiheit zum neuen Stollenabgang ist nicht gegeben, außerdem ist die Anlieferung im Bereich des Haupteingangs funktional schwierig bzw. nicht denkbar.

Die Anbindung des BerghofgelĂ€ndes ĂŒber einen neuen „Höhenweg“ wird als ein interessanter Ansatz gesehen. Der weiterfĂŒhrende neue Höhenweg trennt jedoch das bestehende Dokumentationszentrum, das nun als Bildungszentrum fungiert, unverstĂ€ndlich ab.

Die GebÀudekennwerte liegen im oberen Bereich.
Perspektive Dokumentation und Rundweg

Perspektive Dokumentation und Rundweg

Ansicht

Ansicht

Lageplan 1:500

Lageplan 1:500

Piktogramm Baumraster

Piktogramm Baumraster