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Einladungswettbewerb | 06/2013

Ehemaliges Krankenhaus Bethanien

2. Preis

APB. Schneider Andresen Pommée Architekten und Stadtplaner PartG mbB

Architektur

Rehwaldt Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

RMN Ingenieure GmbH

TGA-Fachplanung

INGENIEURBÜRO DR. BINNEWIES Ingenieurgesellschaft mbH

Tragwerksplanung

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit folgt einem rĂ€umlichen Konzept, das den Anforderungen des Ortes und der Aufgabenstellung auf ĂŒberzeugende Weise gerecht wird. Auch in ihrem architektonischen Ausdruck leistet sie einen guten Beitrag zur Entwicklung des Quartiers. Der nördliche Wohnbereich ist hinsichtlich Erschließung, Ausrichtung und Grundrissorganisation vielversprechend ausgebildet. Durch den Verzicht auf das Staffelgeschoss fĂŒr die beiden mittleren Baukörper erhĂ€lt der Wohnort maßstĂ€bliche Proportionen. Zudem kann durch den dadurch möglichen Verzicht auf eine Feuerwehrzufahrt im Hof eine adĂ€quate Gestaltung des Außenraumes erfolgen. Von dem existierenden Altbauensemble wird die Fassade bis einschließlich Treppenhaus des GebĂ€udeteils aus den 20er Jahren mit einem markanten Treppenturm erhalten. SĂ€mtliche ZugĂ€nge der Sondernutzungen erfolgen ĂŒber eine parallel zur Martinistraße angeordnete „Passarelle“. Zuordnung und Organisation sind sinnfĂ€llig und plausibel ĂŒberlegt.

Insbesondere ĂŒberzeugt der Umgang mit der Bestandsfassade hinsichtlich einer Gestaltung in Bezug auf die zukĂŒnftige Nutzung. Hier wĂ€re lediglich die Proportion der Gauben zu bemĂ€ngeln. Der fehlende 2. bauliche Rettungsweg fĂŒr die Wohnpflegegemeinschaft sowie ihre zweigeschossige Anordnung wird als problematisch erachtet. Hervorzuheben ist hier die identitĂ€tstiftende Sichtbarkeit des Treppenturms auch vom Wohnhof aus. Der Verzicht auf einen Tiefhof im nördlichen Bereich zwischen Wohnhof und den SonderflĂ€chen erzeugt eine maßstĂ€bliche VerknĂŒpfung der unterschiedlichen Nutzungen. Der im westlichen Bereich der Sondernutzungen untergebrachte Veranstaltungsbereich ist in Anordnung und Verbindung mit den benachbarten Funktionen, wie z.B. dem CafĂ©, gut proportioniert. Leider ist seine Sichtbarkeit eingeschrĂ€nkt. Der Höhenunterschied zur Frickestraße ist mit einer Natursteinmauer zwar ĂŒberzeugend gestaltet, der barrierefreie Zugang liegt jedoch zu versteckt.

Der Freiraumentwurf bietet eine Vielzahl an unterschiedlich nutzbaren FreirĂ€umen an, ohne dass seine Struktur „zerfĂ€llt“. Die Barrierefreiheit ist gegeben. Der Außenraum fĂŒr die Tagespflege erscheint zu klein. Der Höhenversprung zwischen Alt- und Neubau ist gut gelöst. Zu betonen ist die „Ausschau“ im sĂŒdwestlichen Areal, die den optischen Bezug zum angrenzenden Park herstellt. Die angebotenen und benachbarten Themen Rhododendrongarten, Martinihof, Ausschau und Passarelle gliedern den Außenraum in Teilbereiche, die durch die neu gestaltete Einfassungsmauer entlang der Martini- und Frickestraße deutlich gefasst werden. Ein barrierefreier Zugang ergĂ€nzend zu der breiten Eingangstreppe an der Frickestraße wĂ€re wĂŒnschenswert.

Die Arbeit ĂŒberzeugt insgesamt durch ihre solide Entwurfskomposition, die eine funktionale und hinsichtlich des spezifischen Charakters des Ortes eine vielversprechende Architektur und einen hochwertigen Außenraum erwarten lĂ€sst.
APB. Architekten BDA, Hamburg

APB. Architekten BDA, Hamburg