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Nichtoffener Wettbewerb | 11/2007

"Elsbethenareal - Schrannenplatz - els"

Ankauf

f64 Architekten

Architektur

IngenieurbĂŒro Hartmann + Walter

Tragwerksplanung

ErlÀuterungstext

Stadtboden

Ziel des vorgeschlagenen Gestaltungskonzeptes ist es die vernachlĂ€ssigten StadtrĂ€ume Schrannenplatz und die beiden Innenhöfe im Elsbethenareal wieder erfahrbar zu machen. Die gestalterische Neuordnung komplettiert die bedeutsame Perlenkette der Memminger PlĂ€tze vom Marktplatz ĂŒber Weinmarkt, Theaterplatz hin zum Schrannenplatz.
Entsprechend dem Duktus der Memminger Platzgestaltung wird der Stadtraum mit homogenem, durchgĂ€ngigem Granitpflasterbelag des Altstadtbodens und BĂ€ndern von großformatigen Granitplatten entlang den GebĂ€uden definiert.
Das Konzept bezieht auch die Kramerstrasse, die Lindentorstrasse und weitere angrenzende Altstadtgassen mittelfristig in die Umgestaltung mit ein.



Schrannenplatz

Durch die Freilegung der atmosphĂ€rischen Stadtbachachse auf dem Platz werden die nördlich und sĂŒdlich gelegenen Altstadtbereiche stĂ€rker miteinander verklammert.
Neue BachbrĂŒcken vernetzen die FußgĂ€ngerzone mit der sĂŒdlichen Altstadt.
Die vorgeschlagene Bebauung am Standort der einstigen Winterschranne knĂŒpft an die historische baulich rĂ€umliche Dimension des Schrannenplatzes wieder an. Die neue Schranne ist als leichte, durchlĂ€ssige, multifunktionale Überdachung fĂŒr Marktnutzungen, FlohmĂ€rkte, Stadtfeste, Konzerte und die Aussengastronomie etc. konzipiert. Feste Einbauten fĂŒr Kiosk, SchließfĂ€cher, Toiletten können bei Bedarf um mobile Funktionsboxen oder TribĂŒnen erweitert werden. Die umgebenden Platzbereiche werden komplett freigehalten. Vielseitige Verweilmöglichkeiten und eine platzbezogene Gastronomie schaffen eine neue AufenthaltsqualitĂ€t.
Der Fischerbrunnen wird ins Zentrum der verkehrsberuhigten nördlichen PlatzflĂ€che verlegt. Kurzzeitparken wird in der Lindentorstrasse und bei der EinmĂŒndung der Baumstrasse angeboten.



Elsbethenareal

Das Wettbewerbsgebiet liegt im Kernbereich der Altstadt von Memmingen. Das Elsbethenareal bildet mit in seiner kompakten eiförmigen Großform eine Sonderstellung in der eher kleinteiligen umgebenden Stadtstruktur. Die neue großmaßstĂ€bliche Bebauung wird durch leichte polygonale Fassadenknickungen optisch verkĂŒrzt und fĂŒgt sich mit seiner Gliederung aus der FussgĂ€ngerperspektive trotz seiner Dimension in den Duktus der historischen Altstadt ein. Die Höhenstaffelung am sĂŒdlichen GebĂ€udeteil am Schrannenplatz vermittelt zwischen den unterschiedlichen MaßstĂ€ben der Eckbebauung an der Kramergasse und der historischen HĂ€userzeile an der Lindentorstrasse. Der nördliche GebĂ€udeteil ist ebenfalls in der Höhenentwicklung abgestuft, um das Stadttheater freizustellen.
Die stĂ€dtebauliche Großform der Neubebauung wird nicht verleugnet; die horizontale Schichtung wird durch lange GlasbĂ€nder unterstĂŒtzt. Als Referenz zur benachbarten Altstadtbebebauung erfolgt eine Feingliederung der großen Fassaden durch Lochfenster in stehenden Formaten.
Der Elsbethenhof im Bereich des ehemaligen Klosterhofes wird als grĂŒner Innenhof mit seinem Platanenbestand und Aussengastronomie als RĂŒckzugsraum abseits der geschĂ€ftigen Kramergasse geplant.
Der einstige Klostergarten wird als Theaterhof mit den umliegenden „GlĂ€sernen WerkstĂ€tten“ zur AktionsflĂ€che fĂŒr FreilufttauffĂŒhrungen des Landestheater Schwaben definiert.



Lichtkonzept

Am Schrannenplatz wird ĂŒber im Schrannendach eingebaute Leuchten die verkehrstechnische Grundausleuchtung der BodenflĂ€chen gewĂ€hrleistet. Ebenso werden zusĂ€tzlich auch die umliegenden Fassaden flĂ€chig, aber in der LichtintensitĂ€t zurĂŒckhaltend ausgeleuchtet. In den angrenzenden Strassen und Gassen wird die ortsĂŒbliche Altstadtleuchte eingesetzt. Das Modell Nachtstadt ermöglicht das deutliche und nicht nur schemenhafte Erleben des stĂ€dtischen nĂ€chtlichen Raumes ohne Blendung und Überreizung des Auges durch grelle Lichtpunkte. Der Passant nimmt nicht die Lichtquelle, sondern den Raum wahr.