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Nichtoffener Wettbewerb | 07/2008

Energieeffiziente Modernisierung von PunkthÀusern

Ankauf

heilergeiger architekten und stadtplaner BDA

Architektur

Herz & Lang IngenieurbĂŒro fĂŒr Energie

Bauingenieurwesen

ErlÀuterungstext

+ WOHNEN

StÀdtebau
Die PunkthÀuser erhalten durch den verstÀrkten Bezug der Eingangssituation zur Neugablonzer Strasse und zur Stadt eine klare Adresse und IdentitÀt im öffentlichen Raum.
Ein „RĂŒckgrat“ als ĂŒberdachtes Wegesystem verbindet die drei Baukörper und deren neu geschaffene Service- und GemeinschaftsrĂ€ume.
Das frĂŒhere UG wird zum neuen EG und verwebt die Eingangssituation mit den GemeinschaftsrĂ€umen und der neu gestalteten Außenanlage. Die Wohnungen liegen damit ein ganzes Geschoß ĂŒber dem GelĂ€nde und erhalten dadurch mehr Privatheit.
Durch das „RĂŒckgrat“ und die eingefĂŒgten Gemeinschaftsbereiche entsteht ein geschĂŒtzter Garten mit gegliederten FreirĂ€umen.

Wohnungsbau
Das Konzept ist, ein + an Wohnraum, rÀumlicher QualitÀt und vielfÀltigen Wohnmöglichkeiten zu schaffen.
+ variables Mix aus 1- bis 5-Zimmerwohnungen
+ Maisonette (4 und 5 Zimmer): Wohnen ĂŒber zwei Geschoße wie im Einfamilienhaus
+ mehr WohnflĂ€che durch Balkone und WintergĂ€rten (bei den Maisonetten zwei Geschoße hoch)
+ DachgĂ€rten fĂŒr die Wohnungen
+ ein großzĂŒgiger „Allraum“ als Wohn- und Essbereich
+ mehr Tageslicht, weite Ausblicke und großzĂŒgige, klare RĂ€ume
+ zusĂ€tzliche RĂ€ume fĂŒr die HĂ€usergemeinschaft (Service, Freizeit, Gemeinschaftsraum, Kinderbetreuung, MietergĂ€rten, „Wohnen und Arbeiten“, 
)
+ Wohnen mit Energiegewinn


Energetisches Konzept
Die Modernisierung erfolgt in zertifizierter Passivhausbauweise nach PHI-Kriterien.
GrundsÀtzlich wird bei allen haustechnischen und baukonstruktiven Elementen eine möglichst einfache Technik mit hoher Nutzerfreundlichkeit und individueller Bedienbarkeit eingesetzt.

Die hoch wĂ€rmegedĂ€mmte, wind- und luftdichte thermische GebĂ€udehĂŒlle hat mit der geringst möglichen AbwicklungsflĂ€che ein optimales A/V-VerhĂ€ltnis und minimiert dadurch die TransmissionswĂ€rmeverluste. Die HĂŒlle ist unter BerĂŒcksichtigung der erforderlichen passivsolaren Energiegewinne und des sommerlichen WĂ€rmeschutzes mit dem PHPP entwickelt worden.

Grundidee des haustechnischen Konzepts ist, ein in der Praxis bewÀhrtes, energetisch hoch optimiertes, zudem nachhaltiges und ökologisches System einzusetzen.
Pelletsanlagen kombiniert mit Solarthermie versorgen die drei PunkthĂ€user. Zentrale LĂŒftungen mit kontrollierter Be- und EntlĂŒftung und WĂ€rmerĂŒckgewinnung stellen ein nutzerfreundliches und wartungsarmes System dar.
Die Fassaden sind mit Ihren Fensteröffnungen unter differenzierter Betrachtung der unterschiedlichen GebĂ€udeseiten fĂŒr passivsolare Energiegewinne optimiert und berechnet.
Photovoltaikanlagen auf den DĂ€chern ergĂ€nzen das regenerative Energiekonzept. Pelletsanlagen werden fĂŒr das Grundkonzept aus ökologischen und regionalwirtschaftlichen (Holz- und Forstwirtschaft) GrĂŒnden der Verwendung von WĂ€rmepumpen vorgezogen. Im Idealfall kann beim dargestellten Konzept ein Energiegewinn erzielt werden, was den Aspekt des + Wohnens unterstreicht.
Der Hinweis aus dem Protokoll der 1. Phase, sich auf eine Variante beim energetischen Konzept festzulegen wurde berĂŒcksichtigt, dennoch wird noch einmal darauf hingewiesen, dass mit den drei gleichen GebĂ€uden an einem Standort die seltene Chance genutzt werden könnte, um drei unterschiedliche, in der Praxis bewĂ€hrte, energetisch hoch optimierte und nachhaltige Systeme unter denselben Bedingungen zu vergleichen. Im Rahmen des Modellvorhabens könnten damit wertvolle Erkenntnisse erzielt werden, die auf zukĂŒnftige Wohnbauprojekte ĂŒbertragen werden können. Die beiden Alternativen zum jetzt festgelegten Grundkonzept wurden aus diesem Grund noch einmal aufgefĂŒhrt.

Vor den Balkonen gefĂŒhrte, manuell und individuell bedienbare Schiebeelemente mit textiler Membran gewĂ€hrleisten die Verschattung im Sommer und in den Übergangsjahreszeiten. Die Membran der Schiebeelemente erlaubt in geschlossenem Zustand den Durchblick nach außen und ist gleichzeitig Sichtschutz fĂŒr die Privatheit auf den Balkonen. Der Sonnenschutz wurde gegenĂŒber der 1. Phase in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit, Bedienbarkeit und Robustheit verbessert und vereinfacht.
Der Schallschutz gegenĂŒber der stark befahrenen Neugablonzer Straße wird durch die Dreifachverglasung der Öffnungen in Kombination mit der kontrollierten Be- und EntlĂŒftung erreicht.

Die WintergĂ€rten werden im Winter und den Übergangszeiten durch bewĂ€hrte Standard-Einfachglasschiebelemente geschlossen und fungieren damit als energetischer Pufferraum, der zugleich zum Überwintern von Balkonpflanzen benutzt werden kann. Ebenso ein energetischer Pufferraum ist das neue Eingangsgeschoß (frĂŒheres UG), in dem sich ein mittleres Klima vor der eigentlichen thermischen HĂŒlle einstellt.


Baukonstruktion
Die statische Grundstruktur der GebĂ€ude wird beibehalten. WintergĂ€rten und Balkone werden als leichte, wirtschaftliche Stahlkonstruktion davor gestellt, um keine WĂ€rmebrĂŒcken zur thermischen HĂŒlle zu erzeugen. Die neu gedĂ€mmte thermische HĂŒlle ist als hinterlĂŒftete Konstruktion mit HolzfasereinblasdĂ€mmung und gefĂ€rbten Faserzementplatten geplant. Das Flachdach ĂŒber dem neuen 6. OG (frĂŒheres Dachgeschoß) ist ein Warmdach mit BegrĂŒnung im Bereich der DachgĂ€rten.




Ökologie und Wirtschaftlichkeit
Der CO2-Ausstoss fĂŒr Heizung, Warmwasser und Hilfsstrom betrĂ€gt fĂŒr das Muster-Punkthaus in 20 Jahren bei einer EnEV-Standard Sanierung 720 Tonnen im Vergleich zur Passivhausstandard Sanierung, die mit -33 Tonnen durch die eingesparten CO2 Emissionen des Solarstroms sogar einen negativen Wert erreicht.
Die auf 20 Jahre gerechneten Heiz- und Kapitalkosten wĂŒrden bei einer EnEV-Sanierung gesamt um ĂŒber 250% ĂŒber den Kosten der gewĂ€hlten Passivhaussanierung liegen. Durch die tilgungsfreien KfW-Kredite, den Tilgungszuschuß, die geringeren Energiekosten von Pellet im Vergleich zu Gas oder Öl und die GrĂ¶ĂŸe der Umbaumaßnahme ist die Passivhaussanierung der GebĂ€udehĂŒlle wirtschaftlicher als eine EnEV-Sanierung und bringt zudem die ökologisch dringend erforderliche CO2 Reduzierung.

Bauökologie
Besonderes Augenmerk wird auf die Bauökologie gelegt. Die verwendeten ökologischen Baustoffe, insbesondere im Innenausbau, verringern erheblich die messbaren Schadstoffe in der Raumluft und tragen zur LuftqualitĂ€t und Raumhygiene bei. JĂŒngste Untersuchungen haben gezeigt, dass mit dem Einsatz bauökologischer Materialien lediglich ca. 2% Mehrkosten verbunden sind.