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Nichtoffener Wettbewerb | 05/2026

Entwicklung Doornkaat-Gelände in Norden

Blick über den Uferpark
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Blick über den Uferpark

3. Preis

Preisgeld: 26.400 EUR

Bruun & Möllers GmbH & Co. KG

Landschaftsarchitektur

KBNK Architekten GmbH

Stadtplanung / Städtebau

Erläuterungstext

DOORNKAAT GELÄNDE
Identität stärken - Begegnungen gestalten

Architektur & Städtebau
Das Doornkaat-Areal verbindet die kleinteilige Altstadt mit den großmaßstäblichen Bestandsbauten und stärkt so seine Rolle als neues Stadtquartier. Das Leitbild „Bewahren & Weiterbauen“ erhält die historische Bebauung am Neuen Weg und ergänzt sie um Praxen, Büros und öffentliche Nutzungen. Die Kulturbrennerei Doka e. V. bildet das kulturelle Herz des Quartiers, während Hotellerie und Stadtverwaltung die langfristige Belebung sichern.
Neue Gebäude definieren Plätze, Höfe und Adressen, ohne den industriellen Charakter zu überlagern. Wohngebäude und Parkhaus greifen mit Satteldächern die Bautradition Nordens auf. Ein Mobility-Hub ergänzt das Mobilitätsangebot. So entsteht ein offenes, durchlässiges Quartier mit klaren Wegen und hoher Aufenthaltsqualität.

Landschaft
Der Freiraum gliedert sich in drei Bereiche: Brennerei-Areal, Doornkaat-Quarree und Uferpark.
Das Brennerei-Areal bewahrt seine Identität durch wiederverwendeten Klinker, neue Begrünung, Künstlergarten und Außengastronomie. Das Doornkaat-Quarree bildet mit Baumdach, Wasserspiel und Sitzstufen die lebendige Quartiersmitte für Aufenthalt und Veranstaltungen.
Der Uferpark verbindet Natur, Freizeit und Industriekultur. Retentionsachse, Liegewiesen und Sitzstufen schaffen hochwertige Freiräume. Die Follies Kühlturm, Pumpenhaus und Zollschuppen werden als Kultur- und Freizeitorte aktiviert. Café, Bootssteg, Kletterwand, Pumptrack und Spielflächen ergänzen das Angebot.

Bewegungsachsen & Verkehr
Ein durchgängiges Wegenetz verbindet Altstadt, Quartiersmitte und Norder Tief. Der Freiraum ist auf Fußgänger:innen ausgerichtet, Radverkehr wird integriert, der Autoverkehr auf Anlieger und Lieferverkehr reduziert.
Roter Klinker im Fischgrätverband prägt Wege und Plätze. Die neue Doornkaatstraße bildet die zentrale Verbindung zwischen Parkhaus, Quartiersmitte und Neuer Weg. Der Uferweg mit neuer Brücke verknüpft das Quartier mit den westlichen Stadtteilen.

Nachhaltigkeit & Resilienz
Das Quartier vereint soziale Vielfalt, robuste Nutzungen und klimaresiliente Freiräume. Entsiegelung, Begrünung und neue Lebensräume erhöhen die ökologische Qualität.
Das Regenwasser wird nach dem Schwammstadt-Prinzip vor Ort gespeichert, gereinigt und gedrosselt in das Norder Tief abgegeben. Herzstück ist die Retentionsachse mit Mulden-Rigolen-System. Bei Starkregen stehen zusätzliche Retentionsflächen zur Verfügung und sorgen für einen sicheren, klimaangepassten Wasserrückhalt.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit orientiert sich an der vorhandenen Struktur und Ausrichtung der Grundstücke in Norden und entwickelt von der Neuen Straße aus eine Abfolge von Teilräumen, die in ihrer Größenordnung in Richtung Osten zunehmen.
An der Doornkaatstraße wird die vorhandene Baustruktur akzentuiert und teils aufgestockt, um die Verbindung in das Plangebiet erkennbar zu machen. Durch Baumpflanzungen und weitere Ausstattungselemente wird die Linearität dieser Wegeverbindung unterstrichen. Die Doornkaatstraße führt entlang des denkmalgeschützten Ensemble der Brennerei bis zu einem mit Gleditsien überstandenen Baumdach, dass gleichzeitig das Gelenkstück zum großen öffentlichen Platz – dem Doornkaat Quarree - darstellt. In der Verlängerung endet die Doornkaatstraße am Parkhaus, das von Norden bis an das Quarree heranreicht. Das Parkhaus steht mit seiner Stirnseite zu diesem zentralen Freiraum, es wird in seiner übergroßen Dimensionierung und nicht angemessenen Lage als eine deutliche Schwäche der Arbeit angesehen.
Zur Wohnnutzung sind drei neue, richtig orientierte, Baukörper nördlich des Baumdachs vorgesehen.
Die Abstände zwischen den Baukörpern sind zu gering. dimensioniert, darüber hinaus schränkt die unmittelbare Nachbarschaft des viergeschossigen Parkhauses im Osten die Wohnqualität. Die vom zentralen Platz zurückgesetzte Lage der Wohngebäude verpasst die Chance, zur sozialen Kontrolle des öffentlichen Raumes beitragen zu können.
Das Quarree wird als großer freier Rasenplatz mit einigen Bäumen und wenigen Spielgeräten dargestellt, er dient als Veranstaltungsort und „Grüner Treffpunkt“. Den westlichen Abschluss - unmittelbar dem Doornkaatareal vorgelagert - wird eine kleine Bühne vorgesehen, dies wird von der Jury positiv gewürdigt. Das Quarree wird im Osten von der Verlängerung der Straße Glückauf gesäumt. Diese
Wegeverbindung bindet die neue Brücke über das Norder Tief an, eine wünschenswerte Verbindung, auch wenn ihre Verwirklichung noch nicht absehbar ist. Die Anbindung an das Tief wird in ihrer Dimension und Gestalt als angemessen angesehen.
Jenseits dieser Wegeverbindung wird der Uferpark als großzügige, teils baumüberstandene, Grünfläche entwickelt. Die vorhandenen Gebäude am Tief werden durch den vom Baumdach ausgehenden diagonal geführten Weg sinnvoll angebunden, ihre zurückhaltende Einbindung hält die Jury für richtig.
Die Gebäude der Polizei orientieren sich zum Kreisverkehr, damit wird einerseits die Chance verpasst, die Raumbildung des Quartiers von Norden zu bereichern. Andererseits trägt diese Anordnung zu einer zufriedenstellenden Gestaltung des Kreisverkehrs und seines Umfeldes bei. Durch die Abstufung des Parkhauses im nördlichen Bereich wird die Flucht des Polizeigebäudes aufgegriffen und führt zu einer gestalterischen Aufwertung der Gebäudeanordnung in diesem Bereich.
Die Regelungen zur Anlieferung der Hackschnitzel wird nicht optimal organisiert.
Positiv anzumerken ist der hohe Anteil an Grünflächen. Das Regenwasser wird über eine in ihrer Dimension und Lage geschickt angeordnete großzügige Mulde parallel zur Straße Glückauf zum Norder Tief abgeleitet.
Insgesamt gelingt es der Arbeit, die Aufgabenstellung sinnvoll umzusetzen und bis in die Details sauber durchzuarbeiten. Allerdings stellen insbesondere die städtebauliche Anordnung und übergroße Dimension des Parkhauses an zentraler Stelle des Plangebiets eine Schwäche dar.
Nutzungskonzept

Nutzungskonzept

Lageplan

Lageplan

Lageplan

Lageplan

Schnitt

Schnitt

Doornkaat als grüner Treffpunkt

Doornkaat als grüner Treffpunkt