qualitätsorientiertes Auswahlverfahren | 07/2025
Entwicklung ehemaliges Sport- und Erholungszentrum (SEZ) in Berlin-Friedrichshain
9
Perspektive Straße
©03 Arch. GmbH
Teilnahme
Stadtplanung / Städtebau
-
Verfasser:
-
Mitarbeitende:
Erläuterungstext
Beitrag in der TAZ
03 Arch. vs. SEZ
Widerspruch
Der Entwurf für den Bebauungsplan ist zu einer Zeit entstanden, in der die DDR-Moderne noch nicht ausreichend gewürdigt wurde. Die städtebaulichen Grundzüge der damaligen Planung wollten auf der einen Seite wieder klassische Straßenräume ausbilden und auf der anderen Seite Wohnraum schaffen. Wichtig und gut nachvollziehbar ist die erneute Definition der Kreuzung. Sie ist wieder angemessen im Maßstab einer Großstadt und entspricht wieder der Bedeutung der Danziger und der Landsberger Straße. Dafür sollte das SEZ abgerissen werden. Seit der Satzung des Bebauungsplans haben sich die politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen erheblich gewandelt. Unter dem Eindruck des Klimawandels müssen wir heute jeden Abriss eines Gebäudes wesentlich klarer begründen. Parallel haben wir mittlerweile eine differenziertere Wahrnehmung der DDR-Moderne.
Kollektives Gedächtnis
Das Sport- und Erholungszentrum (SEZ) war eines der öffentlichen Prestigeprojekte der Partei- und Staatsführung der DDR. Das Gebäude mit seiner einladenden gläsernen Architektur war ein großer Erfolg. Nach der Wende wurde das Gebäude privatisiert. Auch wenn einige aus dem Denkmalschutzrat die damalige Entscheidung mittlerweile problematisch finden, bietet sie die große Chance freier mit dem Bestand umzugehen. Für viele Berliner*innen ist das SEZ Teil ihres kollektiven Gedächtnisses. Mit unserem Entwurf wollen wir den zentralen Bereich des SEZ als öffentlichen grünen Oase und Begegnungsraum für Alle an der Kreuzung Landsberger und Danziger Straße erhalten.
Wohnen am Park
Der Entwurf verknüpft die beiden städtebaulichen Vorstellungen. Mit der Randbebauung werden die Straßenräume und der Blockrand wieder definiert. Die Wohnbebauung öffnet sich zum Park. Die einfache Architektur der Haupthalle mit Ihrer Topografie bleibt erhalten. Die Becken werden zu Pflanztrögen und das SEZ zu einem Gewächshaus. Oben auf der Brücke im 1. Obergeschoss befinden sich die offenen Lesebereiche der Stadtbibliothek. Ein ruhiger Erholungsraum, eine Heterotopie, mitten im lauten Berlin.
Reprogramm Reuse Recycle
Die Haupthalle des SEZ und der ehemalige Eingangsbereich bis zur Baufuge zur Eissporthalle werden erhalten. Alle anderen Teile werden abgerissen. Die Halle bleibt im ursprünglichen Zustand. Einfache Gewächshaustechnik wird genutzt. Die ehemaligen Becken werden zu Pflanzbecken. Die Halle wird zu einer Passage, zu einem großen Gewächshaus für Alle im ursprünglichen Sinn des Volksparks. Die ehemalige Farbigkeit wird in der Wohnbebauung übernommen. Die Träger der Eissporthalle und der Sporthalle werden gesichert und als Pergola wieder verwendet.
Raumprogramm / Erschließung Schule
Der Vollsortimenter liegt an der Danziger Straße. Die Einfahrten zu den zwei Tiefgaragen sind direkt von der Langenbeckstraße und der Danziger Straße aus erreichbar. Der Kindergarten liegt in der Langenbeckstraße. Der Eingang des Einzelhandels liegt direkt am Platz neben der Haupthalle des SEZ. Die neue Schule am Ende der Langenbeckstraße kann nun als Typenschule gebaut werden.
Typenhäuser
Die neue Wohnbebauung steht neben dem erhaltenen Gebäudeteil des SEZ. Die Wohnbebauung besteht im Wesentlichen aus zwei Typenhäusern. Der eine Haustyp ist extrem wirtschaftlich und effizient. Mit dem Sicherheitstreppenhaus kann derselbe Bautyp auch als Hochhaus bis 60 m gebaut werden. Da wir den Gebäudetyp bereits in anderen Städten bauen, haben wir ausreichend Erfahrung. Die Wohnungen halten die Flächen des geförderten Wohnungsbaus ein. Das zweite sechseckige Typenhaus steht im Park und kann komplett aus Holztafeln gebaut werden.
Städtische Fassaden
Die Häuser haben einen betonierten Sockel. Die Obergeschosse orientieren sich an großstädtischen Fassaden. Durch den deutlichen und hohen Sockel bekommen die Häuser eine sehr angenehme Proportion. Themen wie Farbigkeit und Sonnenschutzelemente am Hochhaus werden vom SEZ übernommen.
Landschaftsarchitektur
Da die Bebauung ausschließlich straßenbegleitend ist, wird der gesamte Baumbestand zum Volkspark hin nicht angetastet. Die Wegebeziehung durch die Haupthalle des SEZ zum Park wird zentral geführt. Unter einer Pergola aus den Trägern der Eissporthalle entsteht eine großzügige Spiellandschaft.
Mobilitätskonzept
Momentan sind zwei verschiedene Tiefgaragen unter den Wohnbauten geplant. Aufgrund der sehr guten ÖPNV-Erschließung kann der Stellplatzschlüssel reduziert werden. Direkt an den Garagen sind auch die Fahrradstellplätze. Auch diese können ergänzt werden durch ein Sharingangebot.
Wirtschaftlichkeit / Realteilung / Bauabschnitte
Die im Rahmenplan dargestellte Bebauung ist vom Erschließungsaufwand extrem wirtschaftlich. Alle Häuser stehen am Straßenrand und können direkt von diesem erschlossen werden. Das SEZ ist ein separater Bauabschnitt und kann unabhängig mit dem Bezirk entwickelt werden.
Baurecht
Der jetzige Bebauungsvorschlag verbindet die städtebaulichen Grundzüge des Bebauungsplans mit dem Erhalt wesentlicher Teile des SEZ. Die bauliche Dichte und die Art der Nutzung entsprechen genau der Gesamt-GF des Bebauungsplans. Die im Bebauungsplan gesetzten Höhen zur Langenbeckstraße werden genau eingehalten. Zurück bleiben zwei wesentliche Abweichungen: die geschlossene Ecke an der Kreuzung und das Hochhaus mit seinen 60 m. Unser Vorschlag, die Kreuzung durch ein Hochhaus großstädtisch zu definieren, ist die zweite wesentliche Abweichung. Das Hochhaus selbst entspricht den Vorstellungen des Hochhausleitbildes für Berlin. Gleichzeitig wird das Hochhaus genutzt, um Wohnraum zu schaffen und bildet die wirtschaftliche Grundlage für den Erhalt wesentlicher Teile des SEZ.
03 Arch. vs. SEZ
Widerspruch
Der Entwurf für den Bebauungsplan ist zu einer Zeit entstanden, in der die DDR-Moderne noch nicht ausreichend gewürdigt wurde. Die städtebaulichen Grundzüge der damaligen Planung wollten auf der einen Seite wieder klassische Straßenräume ausbilden und auf der anderen Seite Wohnraum schaffen. Wichtig und gut nachvollziehbar ist die erneute Definition der Kreuzung. Sie ist wieder angemessen im Maßstab einer Großstadt und entspricht wieder der Bedeutung der Danziger und der Landsberger Straße. Dafür sollte das SEZ abgerissen werden. Seit der Satzung des Bebauungsplans haben sich die politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen erheblich gewandelt. Unter dem Eindruck des Klimawandels müssen wir heute jeden Abriss eines Gebäudes wesentlich klarer begründen. Parallel haben wir mittlerweile eine differenziertere Wahrnehmung der DDR-Moderne.
Kollektives Gedächtnis
Das Sport- und Erholungszentrum (SEZ) war eines der öffentlichen Prestigeprojekte der Partei- und Staatsführung der DDR. Das Gebäude mit seiner einladenden gläsernen Architektur war ein großer Erfolg. Nach der Wende wurde das Gebäude privatisiert. Auch wenn einige aus dem Denkmalschutzrat die damalige Entscheidung mittlerweile problematisch finden, bietet sie die große Chance freier mit dem Bestand umzugehen. Für viele Berliner*innen ist das SEZ Teil ihres kollektiven Gedächtnisses. Mit unserem Entwurf wollen wir den zentralen Bereich des SEZ als öffentlichen grünen Oase und Begegnungsraum für Alle an der Kreuzung Landsberger und Danziger Straße erhalten.
Wohnen am Park
Der Entwurf verknüpft die beiden städtebaulichen Vorstellungen. Mit der Randbebauung werden die Straßenräume und der Blockrand wieder definiert. Die Wohnbebauung öffnet sich zum Park. Die einfache Architektur der Haupthalle mit Ihrer Topografie bleibt erhalten. Die Becken werden zu Pflanztrögen und das SEZ zu einem Gewächshaus. Oben auf der Brücke im 1. Obergeschoss befinden sich die offenen Lesebereiche der Stadtbibliothek. Ein ruhiger Erholungsraum, eine Heterotopie, mitten im lauten Berlin.
Reprogramm Reuse Recycle
Die Haupthalle des SEZ und der ehemalige Eingangsbereich bis zur Baufuge zur Eissporthalle werden erhalten. Alle anderen Teile werden abgerissen. Die Halle bleibt im ursprünglichen Zustand. Einfache Gewächshaustechnik wird genutzt. Die ehemaligen Becken werden zu Pflanzbecken. Die Halle wird zu einer Passage, zu einem großen Gewächshaus für Alle im ursprünglichen Sinn des Volksparks. Die ehemalige Farbigkeit wird in der Wohnbebauung übernommen. Die Träger der Eissporthalle und der Sporthalle werden gesichert und als Pergola wieder verwendet.
Raumprogramm / Erschließung Schule
Der Vollsortimenter liegt an der Danziger Straße. Die Einfahrten zu den zwei Tiefgaragen sind direkt von der Langenbeckstraße und der Danziger Straße aus erreichbar. Der Kindergarten liegt in der Langenbeckstraße. Der Eingang des Einzelhandels liegt direkt am Platz neben der Haupthalle des SEZ. Die neue Schule am Ende der Langenbeckstraße kann nun als Typenschule gebaut werden.
Typenhäuser
Die neue Wohnbebauung steht neben dem erhaltenen Gebäudeteil des SEZ. Die Wohnbebauung besteht im Wesentlichen aus zwei Typenhäusern. Der eine Haustyp ist extrem wirtschaftlich und effizient. Mit dem Sicherheitstreppenhaus kann derselbe Bautyp auch als Hochhaus bis 60 m gebaut werden. Da wir den Gebäudetyp bereits in anderen Städten bauen, haben wir ausreichend Erfahrung. Die Wohnungen halten die Flächen des geförderten Wohnungsbaus ein. Das zweite sechseckige Typenhaus steht im Park und kann komplett aus Holztafeln gebaut werden.
Städtische Fassaden
Die Häuser haben einen betonierten Sockel. Die Obergeschosse orientieren sich an großstädtischen Fassaden. Durch den deutlichen und hohen Sockel bekommen die Häuser eine sehr angenehme Proportion. Themen wie Farbigkeit und Sonnenschutzelemente am Hochhaus werden vom SEZ übernommen.
Landschaftsarchitektur
Da die Bebauung ausschließlich straßenbegleitend ist, wird der gesamte Baumbestand zum Volkspark hin nicht angetastet. Die Wegebeziehung durch die Haupthalle des SEZ zum Park wird zentral geführt. Unter einer Pergola aus den Trägern der Eissporthalle entsteht eine großzügige Spiellandschaft.
Mobilitätskonzept
Momentan sind zwei verschiedene Tiefgaragen unter den Wohnbauten geplant. Aufgrund der sehr guten ÖPNV-Erschließung kann der Stellplatzschlüssel reduziert werden. Direkt an den Garagen sind auch die Fahrradstellplätze. Auch diese können ergänzt werden durch ein Sharingangebot.
Wirtschaftlichkeit / Realteilung / Bauabschnitte
Die im Rahmenplan dargestellte Bebauung ist vom Erschließungsaufwand extrem wirtschaftlich. Alle Häuser stehen am Straßenrand und können direkt von diesem erschlossen werden. Das SEZ ist ein separater Bauabschnitt und kann unabhängig mit dem Bezirk entwickelt werden.
Baurecht
Der jetzige Bebauungsvorschlag verbindet die städtebaulichen Grundzüge des Bebauungsplans mit dem Erhalt wesentlicher Teile des SEZ. Die bauliche Dichte und die Art der Nutzung entsprechen genau der Gesamt-GF des Bebauungsplans. Die im Bebauungsplan gesetzten Höhen zur Langenbeckstraße werden genau eingehalten. Zurück bleiben zwei wesentliche Abweichungen: die geschlossene Ecke an der Kreuzung und das Hochhaus mit seinen 60 m. Unser Vorschlag, die Kreuzung durch ein Hochhaus großstädtisch zu definieren, ist die zweite wesentliche Abweichung. Das Hochhaus selbst entspricht den Vorstellungen des Hochhausleitbildes für Berlin. Gleichzeitig wird das Hochhaus genutzt, um Wohnraum zu schaffen und bildet die wirtschaftliche Grundlage für den Erhalt wesentlicher Teile des SEZ.
Perspektive Park
©03 Arch. GmbH
Axonometrie
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Lageplan
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Schnitt Wohnbebauung
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Schnitt SEZ
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SEZ für Alle
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SEZ für Alle
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SEZ für Alle
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