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Gutachterverfahhren | 02/2014

Entwicklung einer Wohnbebauung des B-Plangebietes LohbrĂŒgge 89 / Hirtenland

PPL Architektur und Stadtplanung . Schoppe+Partner | Visualisierung

PPL Architektur und Stadtplanung . Schoppe+Partner | Visualisierung

2. Rundgang

PPL Architektur und Stadtplanung

Architektur

schoppe + partner freiraumplanung, Inhaber Jochen Meyer

Landschaftsarchitektur

ErlÀuterungstext

1. StÀdtebauliches Konzept

Das „Wohnquartier Hirtenland“ versteht sich als neues, lebendiges Quartier, das durch seine Lage und stĂ€dtebauliche Struktur ein wichtiges Bindeglied und eine Bereicherung der vorhandenen Siedlungsgebiete am Reinbeker Redder darstellt. Die planerischen AnsĂ€tze besitzen modellhaften Charakter und lassen sich auf die weitere Siedlungsentwicklung am Reinbeker Redder ĂŒbertragen.
Die Ausnutzung der natĂŒrlichen Topographie fĂŒr eine Terrassierung des GelĂ€ndes und ein großzĂŒgiger, klar definierter Platzraum als Mittelpunkt des Quartiers bestimmen die Struktur des stĂ€dtebaulichen Entwurfs. 13 GebĂ€ude mit insgesamt 148 Wohneinheiten liegen jeweils einzeln oder paarweise auf einer Terrasse. Mit ihren Abmessungen und Proportionen vermitteln die GebĂ€ude zwischen der östlich angrenzenden kleinteiligen Einzelhausbebauung und der sĂŒdlich gelegenen Bebauung der Großsiedlung LohbrĂŒgge.
Jedes GebĂ€ude besitzt einen einzigen Eingang und erfĂ€hrt somit eine Betonung und Aufwertung als eigenstĂ€ndiges, individuelles Haus, als „Villa“. Es sind drei Typen von 3-geschossigen Villen unterschiedlichen Charakters geplant. Am Rand des Quartiers stellen Parkvillen den Bezug zur Landschaft her, wĂ€hrend im inneren Bereich sechs Gartenvillen den Charakter der Siedlung prĂ€gen. Die sĂŒdwestlich gelegene Stadtvilla erhĂ€lt 5 Geschosse + Staffelgeschoss und markiert an dieser Stelle den Eingang zum Quartier. Durch die Terrassierung des GelĂ€ndes entsteht trotz der gleichen Geschossigkeit der GebĂ€ude ein abwechslungsreiches Höhenspiel.
Die stĂ€dtebauliche Gestaltung eines Quartiers als lebendiger Ort mit unterschiedlichen Aufenthalts- und Identifikationsmöglichkeiten und einem eigenen nachbarschaftlichen Zusammenleben geht interessanterweise direkt mit einer kriminalprĂ€ventiven Quartiersgestaltung einher. Die vorgesehene Anordnung und die klare Struktur der GebĂ€ude erlauben eine gute rĂ€umliche Orientierung und Übersichtlichkeit. Gleichzeitig werden durch die Terrassierung des GelĂ€ndes und die versetzte Anordnung der GebĂ€ude AußenrĂ€ume geschaffen, die jeweils einen eigenen Charakter und eine eigene IdentitĂ€t besitzen. Von jedem Standpunkt aus gibt es vielfĂ€ltige Blickbeziehungen, sei es in die Tiefe des Quartiers, sei es in die Landschaft. Alle RĂ€ume im Außenbereich sind gut einsehbar. Hierzu gehören auch der zentrale Platz mit den KinderspielflĂ€chen und die Tiefgarageneinfahrten. Die Freiraumgestaltung spielt hier eine wichtige Rolle.
Mit seiner GebÀudestruktur passt das neue Quartier sich der Dichte der umgebenden Bebauung an. Die GRZ liegt unter 0,4 und entspricht hiermit den Vorgaben der BauNVO.

2. Freiraumplanerisches Konzept

Das Quartier wird durch eine rĂ€umliche Abfolge unterschiedlicher FreirĂ€ume geprĂ€gt, deren hochwertige Gestaltung wesentlich zur IdentitĂ€t des neuen Wohngebietes beitrĂ€gt. Es entsteht eine qualitativ hochwertige Stadtkante, die einen Übergang zwischen freier Landschaft und bebauten FlĂ€chen herstellt.
Die FreirĂ€ume des neuen Quartiers gliedern sich in drei klar voneinander abgegrenzte Bereiche. Der erste Bereich bildet einen Ă€ußeren Rahmen um das Quartier und bindet es gleichzeitig in die umgebende Landschaft ein. Er entsteht durch die vorhandenen Landschaftselemente. Auf der Nordseite sind dies der lockere Birkenwald und der damit verbundene Trockenrasen, die geschĂŒtzt und erhalten werden sollen. Auf der Ost- und SĂŒdseite sind es vorhandene Knicks, die ebenfalls erhalten werden und jeweils durch einen fĂŒnf Meter breiten Wiesenstreifen geschĂŒtzt werden sollen, der sich zur neu geplanten Straße hin orientiert. Auf der Westseite des Quartiers sollen der vorhandene Erdwall und der damit verbundene Baumbestand zu einem Knick entwickelt werden. Die Landschaftselemente dienen dem Ausgleich der durch die Bebauung verursachten Eingriffe in Natur und Landschaft, daher werden sie von Nutzungen weitestgehend freigehalten.
Der zweite Bereich wird durch eine extensive Obstwiese gebildet, die den Übergang zwischen den wohnungsnahen FreirĂ€umen und den Landschaftselementen herstellt. Hier werden die ĂŒbergeordneten Wegeverbindungen sowie Spiel- und SportflĂ€chen angeordnet. In diesem Bereich können auch die aus den versiegelten FlĂ€chen entstehenden AbwĂ€sser in Mulden versickert werden. Es entsteht ein Landschaftspark, der sowohl ökologisch hochwertige LebensrĂ€ume fĂŒr Flora und Fauna, als auch Freizeit- und


Aufenthaltsmöglichkeiten fĂŒr Bewohner und Besucher schafft. Außerdem lĂ€sst die Bebauungsstruktur an dieser Stelle Raum fĂŒr die Fortsetzung des von SĂŒden kommenden GrĂŒnzuges.
Der dritte Bereich wird durch die wohnungsnahen FreirĂ€ume geprĂ€gt. Sie liegen zur Parklandschaft erhöht und werden durch Hecken eingefasst. Die hinter den GebĂ€uden liegenden TerrassengĂ€rten sind auf diese Weise zum öffentlichen Freiraum abgegrenzt und bieten fĂŒr die Bewohner ein hohes Maß an PrivatsphĂ€re. Auf der Eingangsseite der GebĂ€ude sind FahrradhĂ€user und MĂŒllstandorte vorgesehen. In Kombination mit Aufenthaltsbereichen entstehen hier RĂ€ume fĂŒr nachbarschaftliche Begegnung und Kommunikation.
Im Zentrum des neuen Quartiers entsteht ein Platz, der vor allem Kinderspiel- und Aufenthaltsfunktionen fĂŒr alle Bewohner ĂŒbernehmen wird. Er erstreckt sich ĂŒber verschiedene Höhenstufen, die in Form einer großzĂŒgigen Treppenlandschaft mit Sitzmöglichkeiten unter BĂ€umen gestaltet sind. Diese zentrale PlatzflĂ€che steht auch fĂŒr gemeinschaftliche Veranstaltungen zur VerfĂŒgung.
Der fĂŒr die Erschließung des Gebietes erforderliche Wohnweg ist vollstĂ€ndig verkehrsberuhigt und wird durch eine abwechslungsreiche Gestaltung mit Baumpflanzungen und unterschiedlichen Pflasterungen zu einem attraktiven wohnungsnahen Freiraum.

3. Verkehrsplanerisches Konzept

Über eine neue Zufahrt wird das geplante Quartier zusammen mit dem vorhandenen Einfamilienhausgebiet Haempten an den Reinbeker Redder angeschlossen. Gleichzeitig wird mit einer FußgĂ€ngerampel eine Querung der GrĂŒnachse ĂŒber den Reinbeker Redder geschaffen. Der Autoverkehr wird jedoch nicht durch das neue Quartier hindurch gefĂŒhrt, sondern als öffentliche Wohnstraße östlich in ihm vorbei.
Die innere Erschließung des Wohngebietes erfolgt ĂŒber einen Wohnweg, der von Fahrzeugen der Stadtreinigung und der Feuerwehr befahren werden kann. Nur in AusnahmefĂ€llen erfolgt die Befahrung mit PKW, z.B. fĂŒr Menschen mit Behinderung oder fĂŒr die kurzfristige Nutzung zu Be- und Entladungszwecken. Ausgehend von diesem Wohnweg entwickelt sich ein Netz von Fußwegen, das als Feinerschließung alle GebĂ€ude miteinander verbindet.
Neben dem Durchgangs- wird auch der Parksuchverkehr konsequent aus dem Quartier herausgehalten. Hierzu trĂ€gt die BĂŒndelung der BesucherstellplĂ€tze (32 Stp.) und die direkte Anbindung der 4 Tiefgaragen an die Wohnstraße bei. In den Tiefgaragen sind alle PKW -StellplĂ€tze (134 Stp.) fĂŒr die Bewohner untergebracht.
Die neu geplanten Radwege nehmen die vorhandenen Wegeverbindungen auf und setzen diese fort. Alle Wegeverbindungen und HauszugÀnge sind barrierefrei geplant.

4. Hochbauliches Konzept

Leitidee fĂŒr den Hochbau ist es, Baukörper mit einer klaren Form und Ausrichtung zu schaffen und gleichzeitig unterschiedliche Haustypen anzubieten, die es ermöglichen, auf wirtschaftliche Weise eine Vielfalt von Wohnungstypen herzustellen. Die 148 Wohneinheiten sind in drei Haustypen: Parkvilla, Gartenvilla und Stadtvilla untergebracht und verteilen sich nach folgendem Wohnungsmix:
- 15 x 2 Zimmerwhg. (60-65 mÂČ) (10%)
- 59 x 3 Zimmerwhg. (75-80 mÂČ) (40%)
- 74 x 4 Zimmerwhg. (90-95 mÂČ) (50%)
Von den 13 geplanten GebĂ€uden sind fĂŒr die Unterbringung von geförderten Wohnungen 4-6 GebĂ€ude geeignet. StĂ€dtebaulich sind diese GebĂ€ude integraler Bestandteil der Planung. Je nach Anforderung können 47 bzw. 72 WE (32% bzw. 48%) als geförderte Wohnungen errichtet werden.
In der 5- geschossigen Stadtvilla, mit ihrer stĂ€dtebaulich prominenten Lage am Eingang zum Quartier sind Sonderwohnformen wie Bau- bzw. Wohngemeinschaften vorgesehen. Das Staffelgeschoss mit seiner Dachterrasse bietet sich fĂŒr Nutzungen wie GemeinschaftsrĂ€ume oder eine GĂ€stewohnung an. Im Zusammenhang mit der zukĂŒnftigen Entwicklung des östlich gelegenen Siedlungsbereichs am Reinbeker Redder ist die Unterbringung einer KITA im Erdgeschoss der Stadtvilla sehr gut vorstellbar.


Allen Wohnungen gemeinsam ist der Freiraumbezug durch eine Terrasse oder einen Balkon. Der Anteil an barrierefrei zugĂ€nglichen Wohnungen liegt ĂŒber den Anforderungen nach HBauO, alle Wohnungen sind gemĂ€ĂŸ den gesetzlichen Vorschriften durch die Feuerwehr anleiterbar.
Es ist möglich, eine Realteilung in vier Abschnitten vorzunehmen. Jedem der vier Abschnitte ist eine Tiefgarage zugeordnet. Mit ihrer individuellen Material- und Farbgebung stellen sie vier Unterquartiere dar, die sich gestalterisch voneinander unterscheiden und gleichzeitig Teil eines Ganzen sind.

5. Ruhekonzept

Um den Bewohnern des neuen Wohnquartiers einen optimalen LĂ€rmschutz zu garantieren, sind sowohl stĂ€dtebauliche als auch technische und hochbauliche Maßnahmen geplant. Der Siedlungsrand wird gegenĂŒber der LĂ€rmquelle um ca. 40 m zurĂŒck versetzt. Es wird eine 4,0 m hohe beidseitig absorbierende LĂ€rmschutzwand so nah wie möglich in Richtung der LĂ€rmquelle errichtet. Die Grundrisse der Wohnungen werden so organisiert, dass der ĂŒberwiegende Teil der SchlafrĂ€ume auf der schallabgewandten Seite liegt. FĂŒr die GebĂ€ude, die am stĂ€rksten von LĂ€rm betroffen sind, werden Schallschutzfenster vorgesehen. WintergĂ€rten bzw. verglaste Loggien sorgen hier fĂŒr einen geschĂŒtzten Außenbereich.

6. Ökologisch- nachhaltiges Konzept

Im Sinne eines nachhaltigen Gesamtkonzepts ist in jedem Fall die in der Auslobung genannte Möglichkeit des FernwĂ€rmeanschlusses zu empfehlen-. Die DachflĂ€chen der WohngebĂ€ude werden als GrĂŒndach ausgefĂŒhrt. Durch den hohen Anteil an Verblendmauerwerk in den Fassaden ist die Verwendung eines hochwertigen und somit dauerhaften Materials vorgesehen. Im Freiraum werden ausschließlich heimische und gebietsspezifische Gehölzarten gepflanzt. Schmutz- und Regenwasser können durch die Form der öffentlichen Erschließungsanlage und unter Ausnutzung bzw. Beibehaltung der natĂŒrlichen GefĂ€llesituation des Plangebietes sowie der möglichen VersickerungsfĂ€higkeit des anstehenden Bodens auf ein Minimum reduziert werden.

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Ă€ußeren MaßstĂ€be sind gut gewĂ€hlt.
Die Fassaden zeigen ein sehr einheitliches, jedoch damit auch ein monotones Aussehen.
Der sehr groß angelegte Besucherplatzbereich erweist sich als nachteilig fĂŒr den sĂŒdlich liegenden GebĂ€udeblock. Zusammen mit der 4-5 m hohen Schallschutzwand entsteht hier kein qualitĂ€tsvolles Entree.
Die Verteilung des öffentlich geförderten Wohnungsbaus erfĂŒllt nicht die Forderung nach gleichmĂ€ĂŸiger Mischung.
Die Erschließung zwischen Bestands- und Neubaugebiet wird als problematisch beurteilt. Sie fĂŒhrt zu Störungen der Bestandsbebauung. Die doppelte Erschließung ist zu aufwĂ€ndig. Es sind zu wenige Wohnungen in sehr geringer Kubatur eingebracht worden.
Die QualitÀt des naturschutzfachlichen Ausgleiches ist zu gering bearbeitet.
Die im SĂŒden verlaufende Schallschutzwand erscheint als Schallschutzkonzept zu aufwĂ€ndig und auch nicht notwendig.
Lageplan

Lageplan

PPL Architektur und Stadtplanung . Schoppe+Partner | Lageplan

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Freiraumkonzept

Freiraumkonzept

PPL Architektur und Stadtplanung . Schoppe+Partner | Blatt 1

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Erschließung 1

Erschließung 1

PPL Architektur und Stadtplanung . Schoppe+Partner | Blatt 2

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Erschließung 2

Erschließung 2

Zentraler Platz

Zentraler Platz

Perspektive

Perspektive