Nichtoffener Wettbewerb | 07/2025
Entwicklung Mühleareal in Kenzingen
Anerkennung
Preisgeld: 4.000 EUR
SCHÖFFLER.stadtplaner.architekten
Stadtplanung / Städtebau
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Verfasser schlagen ein klares Grundkonzept vor, ein neuer Baukörper für Wohnen am Roßmarkt, der an den alten Farrenstall erinnert, korrespondiert mit der aufgewerteten Mühle und definiert eine klare Raumstruktur mit grünem Roßmarkt und baulich geprägter Treppenanlage zur Elz. Der Vorplatz an der „Neuen Mühle“ mit anschließendem grünem Ufer fügt sich gut in diese Raumfolge ein. Die Erschließung des Gebiets erfolgt über die Metzgerstraße. Damit ist ein verkehrsberuhigter Bereich westlich davon Richtung Elz und Insel möglich. Das Ufer zur Elz ist perspektivisch als Naturspielplatz vorgesehen. Dies wäre eine attraktive Nutzung für diesen Bereich, der jedoch die Möglichkeit des Erwerbs der privaten Grundstücke voraussetzt.
Dieses Grundgerüst wird sehr positiv bewertet, ist allerdings ausgesprochen sparsam ausformuliert und lässt viele Fragen der konkreten Ausgestaltung offen. Die als Schlagworte im Plan eingetragenen Nutzungsinhalte finden sich gestalterisch nicht wieder. Das Preisgericht hätte sich hier konkrete Gestaltungsideen erwartet. Gleichzeitig lässt diese fehlende Ausformulierung aber auch die Weiterentwicklung anhand konkreter Gestaltungswünsche zu.
Überdimensioniert wirken die weitläufigen befestigten Flächen. Insbesondere die Befestigung großer Flächen im Bereich der Insel bei der vorhandenen Gastronomie ist unnötig und nicht nachvollziehbar. Es wird damit eine sehr städtische, steinerne Fläche im Zentrum des Bearbeitungsgebiets geschaffen, die an dieser Stelle nicht zielführend ist. Die Insel als besonderes Element kann nicht wahrgenommen werden. Die südliche Insel ist als Grünfläche vorgesehen, jedoch auch hier ohne weitere gestalterische Ideen. Gut gelöst ist die Anbindung der Insel sowohl mit Steg im Süden als auch im Norden. Attraktive Rundgänge werden so möglich.
Die Entwicklung der Alten Mühle als größerer Veranstaltungsort ist nicht angemessen. Die zu erwartende Zahl von Besuchern kann dieser Ort nicht bewältigen. Auch die Aufstockung mit Panoramazimmer erscheint an dieser Stelle überdimensioniert. Sehr gut gelöst ist hingegen der schöne Übergang in die südliche, grüne Insel, die sich in der schlüssigen Wegeverbindung fortsetzt.
Das Wohngebäude am Roßmarkt bedarf einer genaueren Ausformulierung, ist aber in seiner Kubatur und Nutzung vorstellbar. Das Café im EG wird an dieser Stelle kritisch gesehen, eine Platzierung in der alten Mühle wäre besser vorstellbar. Die zugehörigen Stellplätze sind sinnvoll angeordnet.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass das vorgeschlagene Grundkonzept über eine hohe Qualität verfügt. Leider ist die Arbeit nicht gut ausgearbeitet und die befestigten Flächen sind überdimensioniert. Damit wird der Gesamteindruck der Arbeit entscheidend geschwächt.