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Nichtoffener Wettbewerb | 10/2022

Entwicklung Schulcampus Gellershagen in Bielefeld

Campusmitte

Campusmitte

Anerkennung

Preisgeld: 25.000 EUR

hks architekten BDA

Architektur

LORBER PAUL Architektur und Städtebau

Architektur

GREENBOX Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

ST√ĄDTEBAU

Der Entwurf f√ľr den Schulcampus Gellershagen schafft mit der Verteilung der Bauk√∂rper ein Campusensemble, welches differenziert auf die Umgebung reagiert und den Bestand elegant integriert. Die Sekundarschule im Bestandsbau wird durch einen Anbau im Norden um die notwendige Fl√§che erweitert. Diesem gegen√ľber wird im Osten die Grundschule positioniert.
Die neue Dreifachsporthalle grenzt im Norden des Grundst√ľcks an die Sportfl√§chen der Bielefelder Turngemeinde. Zwischen den drei Geb√§uden spannt sich die neue Campusmitte auf, von der aus alle drei Geb√§ude erschlossen werden.
Die Turnhalle und das Forum sind auch f√ľr au√üerschulische Aktivit√§ten nutzbar und √ľber den Campus optimal auffindbar und erreichbar. Als √∂ffentliches Geb√§ude hat die Schule das Potential, ein Gemeinschaftsort mit quartiersstiftender Identit√§t zu werden.
Die Position der Sporthalle teilt die Freifl√§chen im Norden in zwei gesch√ľtzte Schulh√∂fe, die √ľber den Campus verbunden sind. Die bewusste Setzung der Sporthalle sorgt au√üerdem f√ľr eine Wegeverbindung zwischen Wohnquartier und Gellershagenpark.
Durch die markanten Dachformen reagieren die Schulk√∂rper auf den Bestand und schreiben die Satteld√§cher in zeitgem√§√üer Form fort. So entsteht ein stimmiges, √ľbersichtliches und zusammenh√§ngendes Gesamtensemble.
Die Freiraumzonierung unterst√ľtzt den st√§dtebaulichen Entwurf und betont und differenziert an den richtigen Stellen.

FREIRAUM

Im Bestand positioniert sich die Sekundarschule Gellershagen als Barriere zwischen der s√ľdlich gelegenen √∂ffentlichen Gr√ľnfl√§che an der Schelpsheide und den Sportanlagen, sowie den Gellershagenpark im Norden. Dieser besonderen gro√ür√§umlichen Lage bewusst, gliedert sich der neue Schulcampus zuk√ľnftig als Schnittstelle zwischen diesen Bereichen ein. Die jeweiligen angrenzenden freir√§umlichen Strukturen sind dabei ma√ügeblich pr√§gend f√ľr die Gestaltung der Randbereiche des neuen Campus. Im S√ľden bleiben die raumpr√§genden Geh√∂lze und der park√§hnliche Charakter der Gr√ľnfl√§che erhalten und werden durch punktuelle Nutzungen aufgewertet. Zum zentral gelegenen Campusplatz wird ein gr√ľnes Entre√© ausgebildet, das als Haupterschlie√üung f√ľr den weiteren Campus fungiert. Von Norden kommend wird der gr√ľne Charakter des Gellershagenparks auf den Schulcampus √ľbertragen und weiterentwickelt.

Das Herz des Schulcampus bildet der Campusplatz. Er ist Ankunfts- und Orientierungspunkt f√ľr Sch√ľlerInnen und BesucherInnen sowie das Lehrpersonal. Er befindet sich in seiner zentralen Lage an der Schnittstelle aller Bauk√∂rper, die ihren jeweiligen Eingangsbereich zuk√ľnftig auf den Platz ausrichten. Eine Platzintarsie mit hochwertigem Pflasterbelag, eine locker angeordnete M√∂blierung und ein Wasserspiel markieren diesen zentralen Bereich. Die angrenzende Mensa hat die M√∂glichkeit, den Platz durch eine freie Bestuhlung zu bespielen. Die Platzfl√§che selbst bleibt aber weitestgehend frei von einer Programmierung, um so als multifunktionale Fl√§che f√ľr z.B. Veranstaltungen genutzt werden zu k√∂nnen. Um den Platz an den Stadtteil anzubinden, √∂ffnet sich die √∂ffentliche Gr√ľnfl√§che nach S√ľden hin und l√§dt zum Betreten des Campus ein. Hier werden die erhaltenswerten Bestandsgeh√∂lze weitestgehend erhalten.
Nach Westen schlie√üt sich - getrennt durch eine Gr√ľninsel - der Schulhof der Sekundarschule an den Campusplatz an. Der Schulhof selbst l√§sst sich grunds√§tzlich in zwei Bereiche unterteilen ‚Äď den gro√üen und multifunktional nutzbaren Spielhof und den auf dem 1.OG liegenden Patio der Sekundarschule. Durch eine gro√üz√ľgige Treppenanlage, die auch als Trib√ľne genutzt werden kann, werden beide Bereiche miteinander verbunden. Der Spielhof bietet als gro√üz√ľgige und befestige Fl√§che Platz f√ľr verschiedene Nutzungen wie Ballspiel oder Versammlungen. An den R√§ndern finden sich dagegen eher kleinteiligen Nutzungen wie ein gr√ľnes Klassenzimmer, ein Schulgarten und weitere Spielangebote. Zwei gro√üz√ľgige Sitzelemente definieren die Schnittstelle zwischen den unterschiedlichen Bereichen und laden zum Verweilen und zur Kommunikation ein. Die erhaltenswerten Gro√ügeh√∂lze bleiben weiterhin auf dem Schulhof erhalten und geben ihm seine gr√ľne Note.
√Ėstlich des Campusplatzes befindet sich der Schulhof der Grundschule. Durch die st√§dtebauliche Struktur der beiden Neubauten grenzt sich der Schulhof r√§umlich ab. Verschiedenste Nutzungen wie ein gr√ľnes Klassenzimmer, Schulg√§rten, eine gro√üz√ľgige Kletterwand und zahlreiche Spielelemente verteilen sich √ľber den Schulhof, der in seinen R√§ndern durch ein dichtes Gr√ľn ges√§umt wird. Die Bestandsb√§ume werden hier behutsam in die Gestaltung des Hofes integriert und sorgen im Sommer f√ľr eine ausreichende Verschattung und ein angenehmes Mikroklima.
Die Fahrradstellpl√§tze werden an den jeweiligen Geb√§udeeing√§ngen verortet. Es werden 108 Stellpl√§tze an dem n√∂rdlichen Eingang der Sekundarschule verortet und weitere 60 Stellpl√§tze zwischen Sporthalle und Grundschule. Die PKW-Stellpl√§tze befinden sich im Westen und werden √ľber die Stra√üe Am Brodhagen erschlossen. Hier befinden sich ges√§umt vom dichten Gr√ľn 41 Stellpl√§tze, die zum Gro√üteil durch Solarpanele abgedeckt werden. Die Stellpl√§tze der Sekundarschule und der Grundschule werden dabei r√§umlich voneinander getrennt.

ARCHITEKTUR

F√ľr die neue Sekundarschule wird das langestreckte dreigeschossige Bestandsgeb√§ude mit einem n√∂rdlichen Anbau erg√§nzt. Die L√§nge des Geb√§udes und der einseitige Flurbereich im Norden werden dabei genutzt und Grundlage des Entwurfskonzepts. Aus dem Flur wird eine verbreiterte, helle Schulstra√üe mit angrenzenden Clustern.
Diese Schulstra√üe vermittelt zwischen Neubau und Bestand, verbindet auf direktem Weg den alten und neuen Haupteingang miteinander und erschlie√üt die Cluster und Fachr√§ume √ľber eine offene Treppe mit Sitzstufen. Durch soziale Nutzungen wie den Sch√ľlerclub, Spielbereiche oder die Bibliothek wird die Magistrale Mittelpunkt des Schulgeschehens und schafft Orte der Begegnung und eine intuitive Orientierung. Dabei sorgen Rampen, Flurbreiten, ein Aufzug und eine gute Belichtung f√ľr eine Barrierefreiheit im gesamten Geb√§ude. So entsteht in einer strukturellen Kompaktheit ein Ort ganzheitlichen und sozialen Lernens, der Bestand und Neubau zu einer Einheit werden l√§sst.
Die Bestandsr√§ume im S√ľden werden in den oberen Geschossen durch Fachr√§ume belegt.
Wegen der geringeren Höhe im Erdgeschoss des Bestands werden hier die Räume der Verwaltung verortet.
Zwischen Neubau und Bestand dient ein Versprung von einem Meter dazu, die Raumh√∂hen f√ľr Mensa und Foyer angenehm zu gestalten. Angrenzend an das Foyer, welches Auftakt der Schulmagistrale darstellt, befinden sich in Verl√§ngerung die beiden koppelbaren Mensen.
Der Au√üenbereich der Mensen orientiert sich Richtung Campus und der Grundschule, sodass trotz gemeinsamer Nutzung der K√ľche eine Teilung der Mensen mit r√§umlicher N√§he gegeben ist.
Die sechs Lerncluster liegen in den beiden Obergeschossen, wobei jeweils die drei Jahrg√§nge der zugeh√∂rigen Jahrgangsstufe auf einer Etage liegen. Alle Jahrg√§nge verf√ľgen √ľber eine dem Cluster zugeordnete Lernloggia sowie eigene Sanit√§rbereiche.
Im 1. Obergeschoss liegt ein √ľber die Schulstra√üe erschlossener Dachgarten, der √ľber eine Freitreppe den direkten Zugang zum Schulhof erm√∂glicht. Dieser wird von einem Lichthof eingeschnitten, der als Werkhof an den Kunst- und Musikbereich im Erdgeschoss angrenzt und f√ľr gute Belichtung sorgt.
Die Fassade im S√ľden wird energetisch saniert und bleibt in ihrer Fassadenstruktur erhalten.
Der dreigeschossige Neubau der Grundschule bildet die Campusbegrenzung im Osten und ist durch seine kompakte Bauform wirtschaftlich und flächeneffizient. Die Haupterschließung bildet die zentrale Mitte des Gebäudes und verbindet die klare Adresse am Campusplatz mit dem östlichen Zugang zum Schulhof. Durch eine geradläufige Sitztreppe und die Erschließung der gemeinsam nutzbaren Mehrzweckräume und der Bibliothek entsteht so eine verbindende und gut einsehbare Ebene. Beidseitig dieser mittigen Erschließung grenzen in den Obergeschossen die Clustereinheiten der Jahrgangsstufe 1-4 an.
Die Cluster-Bereiche bilden in einem idealen räumlichen und funktionalen Zusammenhang das geforderte Raumprogramm ab und ermöglichen mit Lernloggien differenzierte kommunikative Zonen und Lernbereiche.
In der Eingangsebene befindet sich, s√ľdlich des Haupteingangs, die gut erreichbare Verwaltung der Grundschule. Im n√∂rdlichen Teil der Eingangsebene sind, neben den gew√ľnschten Gruppenr√§umen f√ľr den Ganztag, das zentrale Forum mit Bezug und Sichtbeziehungen zum Campusplatz verortet.
Die Dreifach-Sporthalle verbindet ebenfalls in einem kompakten Geb√§ude die geforderten Funktionen des Raumprogramms. Dabei erfolgt die Erschlie√üung vom Campusplatz √ľber ein kleines Foyer. Dort befindet sich auch die zentrale vertikale Erschlie√üung des zweigeschossigen Teils der Umkleide-, Gymnastik- und sonstigen Nebenr√§ume der Sporthallen. Ein durchgehender Flur erschlie√üt diese R√§ume und die Zug√§nge zu den Sporthallen. Der n√∂rdliche Nebenein- und ausgang dient als Fluchtweg und direkter Zugang zum Sportplatz im Norden.

KONSTRUKTION UND MATERIALIEN
Die Geb√§ude sind im Raster konzipiert. Die Konstruktion des Baus ist auf eine lange Nutzungsdauer, flexible Anpassungsm√∂glichkeiten und eine unkomplizierte Austauschbarkeit reparaturbed√ľrftiger Bauteile ausgelegt.
Der Schulbau ist in nachhaltiger Holz- bzw. Holzhybridbauweise geplant. Bauen mit Holz ist aktiver Klimaschutz. W√§hrend bei der Herstellung von Massivbaustoffen teilweise hohe CO2-Gase emittiert werden, wird Kohlenstoff im Holz √ľber viele Jahre gebunden.
Die Brettsperrholzdecken werden durch ein Prim√§rtragwerk aus Massivholzst√ľtzen, Unterz√ľgen und Holzrahmenw√§nden getragen und erm√∂glichen so flexibel bespielbare Grundrisse. Gr√ľndung, Sockelbereiche und aussteifende Kerne werden in Stahlbetonbauweise hergestellt. Deckenbereiche mit gr√∂√üeren Spannweiten und reduziertem Einsatz von Unterz√ľgen erhalten Holz-Beton-Verbunddecken. Der Betonanteil ist jedoch auf ein Minimum reduziert (geringer CO2-Austo√ü, viel CO2 Storage). Das Ausbauraster von 1,25 Meter erm√∂glicht eine wirtschaftliche Dimensionierung der Konstruktion. Alle Materialien werden nach den Kriterien Robustheit, Langlebigkeit, Gestaltungsqualit√§t und Trennbarkeit zu Recyclingzwecken ausgew√§hlt.
Die hinterl√ľfteten au√üenliegenden Holzverkleidungen erhalten eine Lasur, die eine nat√ľrliche und gleichm√§√üige Vergrauung vorwegnimmt. Das Bestandsgeb√§ude wird ebenfalls mit einer solchen Holzverkleidung energetisch ert√ľchtigt, dabei bleibt die Struktur der Fassade erhalten. Die Materialit√§t schafft hier eine Verbindung zwischen Bestand und Neubau. Alle sonstigen au√üenliegenden Holzfl√§chen sind mit einer langlebigen Silikatfarbe gegen Witterungseinfl√ľsse gesch√ľtzt. Alle D√§cher der Neubauten erhalten eine einfache intensive Begr√ľnung.
Sowohl in der tragenden Struktur als auch im Innenraum finden sich Holzoberfl√§chen in der Gestaltung. Das nat√ľrliche Material schafft ein gesundes Raumklima und leistet als nachwachsender Rohstoff einen enormen Beitrag zum nachhaltigen Bauen. Die Materialwahl ist Teil des Konzepts, den Sch√ľler*innen eine h√§usliche und vor allem famili√§re Atmosph√§re zu bieten.
Die Integration von Pflanzen in Teilen der Fassade und in den Innenräumen wirkt sich positiv auf das Mikroklima und die Behaglichkeit der Räume aus.

WIRTSCHAFTLICHKEIT
Ausgangspunkt f√ľr die vorliegende wirtschaftliche Umsetzung des Schulcampus ist die effiziente Erf√ľllung des Raum-/ und Funktionsprogramms mit einem sehr guten A/V-Verh√§ltnis. Die Fl√§chen des Bestandsgeb√§udes werden unter Ber√ľcksichtigung der bestehenden Geometrie ebenfalls m√∂glichst effizient eingebunden. Durch die Holzbauweise k√∂nnen √ľberdies viele Bauteile vorgefertigt werden, was einen beschleunigten Bauablauf und k√ľrzere Interimsnutzungen mit sich bringt. Zudem besteht eine hohe Flexibilit√§t der Raumgestaltung durch minimale Eingriffe. Dies reduziert den Umbauaufwand bei ver√§nderten Anforderungen an die R√§ume oder ver√§nderten p√§dagogischen Konzepten. Eine sehr gut ged√§mmte Au√üenh√ľlle in Verbindung mit einem auf regenerative Energietr√§ger ausgelegten Energiekonzept l√§sst verh√§ltnism√§√üig geringe Betriebskosten erwarten. Letztlich tr√§gt eine robuste und langlebige Materialauswahl dazu bei, die Instandhaltungskosten gering zu halten.


NACHHALTIGKEITSKONZEPT
FUNKTIONALIT√ĄT
Ein gemeinsamer Campus im Au√üenraum, sowie Schulstra√üen in der Mitte der Geb√§ude sorgen f√ľr eine optimale Orientierung. Der Campus schafft eine neue Mitte, die alle Haupteing√§nge und Schulh√∂fe in visuellen Kontext setzt. Die Turnhalle, Foren und Mensen orientieren sich als teilweise √∂ffentliche Orte ebenfalls zum Campus und sind somit gut auffindbar. Bei der Sekundarschule gibt es aufgrund der L√§nge des Geb√§udes und der Parkplatz Verortung mehrere Zug√§nge, um die Wege kurz zu halten.
S√§mtliche Geb√§ude sind barrierefrei geplant und verf√ľgen √ľber Aufz√ľge und Rampenanlagen, die den Bestand integrieren.
Die Schulstraße als Mitte bietet in beiden Schulen ein hohes Maß an differenzierten, leisen und lauten Orten des Zusammenkommens. Eine direkte Anbindung dieser Mitte an den Dachgarten und Außenraum schafft eine besonders hohe Qualität. Die einzelnen Clustermitten bieten mit den Loggien ebenfalls ein hohes Angebot an kommunikationsfördernden Flächen.

KOMFORT & GESUNDHEIT
Durch klare Bauk√∂rper und Vermeidung von Nischenbildung und dunkle Ecken werden Gefahrensituationen vorgebeugt. Dies dient als Schutz vor √úbergriffen. Eine √ľbersichtliche und helle Raumgestaltung tr√§gt ebenfalls zur Behaglichkeit bei.
Gesamtheitlich hoher akustischer Komfort durch wirksame Deckenbekleidungen. Zusätzliche akustische Maßnahmen nach planungsbegleitendem Konzept. Verschiedene Raumgrößen und textile Elemente dienen dem allgemeinen Wohlbefinden.
Die Fenster bringen viel Tageslicht in die R√§ume und reduzieren den Bedarf an k√ľnstlicher Beleuchtung. Die Klassenr√§ume werden durch textile ausstellbare Sonnenschutzelemente verschattet, wodurch ein √ľberm√§√üiger W√§rmeeintrag im Sommer vermieden werden kann. Ein hybrides System aus nat√ľrlicher Bel√ľftung durch die Fenster und mechanischer bedarfsgesteuerter Bel√ľftung sorgt f√ľr ein angenehmes Raumempfinden beim Lernen. Eine passive K√ľhlung und Nachtausk√ľhlung in Verbindung mit Sonnenschutzelementen sorgen f√ľr einen hohen sommerlichen W√§rmeschutz.
Durch gro√üe Verglasungsanteile, Lichth√∂fe oder Oberlichter erhalten die Bewegungsr√§ume ebenfalls eine gute Tageslichtverf√ľgbarkeit. Sichtverbindungen nach Au√üen sind in allen Unterrichtsr√§umen gegeben und durch au√üenliegende Sonnenschutzelemente wird die Blendfreiheit und Besonnung reguliert.

WIRTSCHAFTLICHKEIT
Eine m√∂glichst genaue Umsetzung und Einhaltung des Raum- und Funktionsprogramms ist die Grundlage f√ľr eine hohe Fl√§cheneffizienz. Die Fl√§chen des Bestandsgeb√§udes werden unter Ber√ľcksichtigung der bestehenden Geometrie m√∂glichst effizient eingebunden. Durch den gerasterten Aufbau und die vielf√§ltige Aufenthaltsfl√§chen entsteht eine hohe Nutzungsflexibilit√§t.
Die kompakte Bauweise bietet ein optimiertes A/V-Verh√§ltnis und verringert den Energiebedarf der Schule. Die Photovoltaikanlagen auf dem Dach erm√∂glichen Energiegewinnung f√ľr den Eigenbedarf und zur Einspeisung ins Stromnetz.
Die Zukunftsfähigkeit der Gebäude ist durch langfristig flexible und punktuell variable Raumstrukturen und teils hochwertige, robuste Materialien im Bodenbereich gesichert.
Ein wichtiger Punkt bei der Planung des Entwurfes war das Regenwassermanagement auf der Grundst√ľcksfl√§che. Die intensiv begr√ľnten Dachfl√§chen bilden einen Schwamm f√ľr Regenwasser und federn Starkregenereignisse ab. Die Verdunstungsk√§lte wirkt sich positiv auf das Mikroklima aus. Die Schulhoffl√§chen sind da, wo es m√∂glich und nutzungstechnisch sinnvoll ist, unversiegelt und erm√∂glichen die schnelle und direkte Regenwasserversickerung auf dem Grundst√ľck.
Konstruktiv ist das Geb√§udeensemble auf Effizienz und Einfachheit ausgelegt. Unter dem Aspekt der R√ľckbaubarkeit, beziehungsweise eines holistischen Nachhaltigkeitskonzepts wird √ľberwiegend Holz ‚Äď sowohl konstruktiv als auch f√ľr √§sthetische Zwecke ‚Äď verwendet. Die sichtbaren Holzoberfl√§chen in Fassade und Innenraum stellen ein zeitgem√§√ües Statement in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit dar. Die Langlebigkeit der gew√§hlten Baustoffe und der Austausch einzelner Segmente bei minimalem Arbeitsaufwand halten die Instandhaltungskosten √ľber die gesamte Lebensdauer gering.
Durch die Hand-in-Hand-Entwicklung von Energie- und Geb√§udekonzept ist ein hoher Integrationsgrad von architektonischem Entwurf und technischer Ausr√ľstung angestrebt.

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Entwurf gruppiert die drei Baukörper so in das Planungsgebiet, dass sehr gut geordnete Außenbereiche entstehen.

Die neue Dreifachsporthalle grenzt im Norden zweigeschossig an die bestehenden Sportanlagen, zusammen mit der dreigeschossigen Grundschule und der Ostseite des Bestandsbaus sowie der dreigeschossige Ergänzung schließt sie den Campusplatz räumlich in einem gelungenen Eingangsplatz ab.

Der Campusplatz ist von der Schelpsheide aus erreichbar. Er wird zum Ankunftspunkt und organisiert als Schnittstelle aller Eingangsbereiche die Wege der Sch√ľler, Lehrer und Besucher. Zwei Schulh√∂fe, einer n√∂rdlich der Grundschule der zweite im Zentrum der Gesamtanlage sind selbstverst√§ndlich mit den Zuwegungen auf das Gel√§nde verbunden. Die bestehenden Gr√ľncharaktere und Gr√ľnverbindungen, werden √ľbernommen und weitergef√ľhrt. Die Schulh√∂fe bieten je nach Funktion und Zuordnung f√ľr verschiedenen Altersgruppen vielf√§ltige Angebote f√ľr Freizeit und Aufenthalt.

Das architektonische Thema des geneigten Daches wird vom Bestandsbau √ľbernommen und auf die neuen Geb√§ude √ľbertragen, was die Ensemblewirkung unterst√ľtzt.

Die neue Sekundarschule wird durch eine ¬ĽSchulstra√üe¬ę organisiert. Diese liegt im Altbau, erg√§nzt durch einen n√∂rdlichen Anbauteil und verbindet die Mensa im Eingangsbereich mit der Verwaltung und f√ľhrt mit einer klaren Orientierung zu den Clustern und Fachr√§umen. Problematisch wird die Anlieferung und Versorgung der Mensa √ľber den Schulhof von Norden aus gesehen. Die Cluster in den Obergeschossen haben eine hohe Qualit√§t durch die Gruppierung der Unterrichtsr√§ume um eine Kommunikationszone mit vorgelagerter Loggia. Ein Dachgarten erg√§nzt das Freiraumangebot am Geb√§ude.
Die innenr√§umlichen Qualit√§ten und die kompakte Organisation von Altbau und Neubauteilen stehen leider im Kontrast zu den r√§umlich plastisch wenig √ľberzeugenden Anbauteilen an den Altbau. Hier w√§re ein klareres Gestaltungskonzept w√ľnschenswert.

Die Grundschule ist mittig organisiert. Ihr Eingang liegt am Ankunftsplatz, gegen√ľber dem Altbau der Sekundarschule. Die Verwaltung ist gut erreichbar. Eine sch√∂ne Treppenanlage f√ľhrt in einer dreigeschossigen Halle in die oberen Ebenen. Dort sind die Cluster jeweils um eine gemeinsame Mitte organisiert. Der Mehrzweckraum liegt sinnvoll am zentralen Eingangsbereich.

Die Dreifachsporthalle ist mit einem kleinen Eingangsfoyer mit Treppe zu den Gymnastikräumen im 1. Obergeschoss verbunden und leider nur mit einem Turnschuhgang organisiert.

Die vorgeschlagen Konstruktion und das Fassadenmaterial in Holzhybridbauweise mit hinterl√ľfteter Holzverkleidung wird hinsichtlich der Nachhaltigkeitsaspekte begr√ľ√üt.

Das Raumprogramm ist an wenigen Stellen √ľber oder unterschritten. Alle √ľbrigen Kennwerte liegen im mittleren Bereich.
Die Arbeit stellt besonders in der st√§dtebaulichen Grundkonzeption und in der Gestaltung der Freianlagen einen qualitativ hochwertigen Beitrag dar. Auch die Qualit√§t der Cluster ist hervorzuheben. Der Anschluss an den Altbau √ľberzeugt hingegen nicht.
Innenperspektive

Innenperspektive

Lageplan

Lageplan

Grundriss EG

Grundriss EG

Grundriss 1. OG

Grundriss 1. OG

Grundriss 2. OG

Grundriss 2. OG