Einladungswettbewerb | 09/2025
Entwicklung Stadtquartier Baufeld 05 im Deutzer Hafen in Köln
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Lageplan
©&MICA GmbH
1. Preis / 2. Stufe / Städtebaulicher Realisierungsteil
Preisgeld: 8.000 EUR
Stadtplanung / Städtebau
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
Silvia Ciprian, Kaspar Dettinger, Christophe Leclere, Ludovic Bacon Maho, Rostyslav Skyba
Tragwerksplanung
Bauphysik
TGA-Fachplanung
Erläuterungstext
Entwurfsidee
Das Baufeld 05 erhält durch seine Lage am zentralen Marktplatz und seine frühe Erstellung eine bedeutende Rolle für die Identitätsbildung des Deutzer Hafens. Die zentrale Idee ist die Schaffung eines kleinen Platzes am Poller Kirchweg. Diese Aufweitung stärkt sowohl den Marktplatz als auch die Verbindung zum Hafenbecken. Zudem entsteht ein Vorplatz vor dem Hochhaus, wodurch dessen Wirkung zum Wasser und zum Poller Kirchweg verstärkt wird.
Städtebauliche Qualität
Die Deutzer Altstadt ist durch einen definierten Blockrand mit ablesbaren Häusern geprägt. Brüche in der Blockrandfigur bilden Vorplätze oder prominente Giebelfassaden. Diese Charakteristika setzen sich im Hafengebiet fort: Zum Hafen hin präsentieren sich die Baukörper geschlossen, während die Rückseiten funktionalen Notwendigkeiten folgen. Unser Entwurf nimmt diese Merkmale auf und entwickelt sie weiter.
Der Hochpunkt markiert mit seiner Form den Block und einen wichtigen Punkt der Nachbarschaft. Analog zu den Brüchen der Altstadt schaffen wir zwischen Hochpunkt und Block C einen einladenden Vorplatz. Dieser wird mit der Markthalle, dem Foyer des Büroturms und der gewerblichen EG-Zone der Stadthäuser (Bauteil C) zu einem lebendigen Raum, der durch Einzelhandel und Mobilitätsanbindungen belebt wird. Zugleich erhält der Turm mit seiner markanten Stirnseite sowie das gesamte Baufeld mit dem Vorplatz eine attraktive Adresse.
Eine weitere Fuge öffnet den Deutzer Block zur Promenade, während eine dritte Fuge Hafenriegel und Straßenbebauung trennt. Die Fugen wahren den Blockrand, ermöglichen jedoch Belüftung und Besonnung des Hofes. Zudem schaffen sie mit dem Höhenversatz zwischen Straße und Hof eine Schwelle zwischen privatem und öffentlichem Raum.
Am Poller Kirchweg bildet eine Reihe kleinteiliger Stadthäuser einen Blockrand, der der Nahsicht der Stadtseite Rechnung trägt. Variationen in Höhe und Fassade erzeugen eine vielfältige Wirkung. Zum Hafen hin setzen wir auf großformatigere Gebäude, analog zu den Silos und glatten Fassaden der Mühlenbauten. Der Versatz im Hochpunkt schafft eine Sockelzone, die den Maßstab zum Hof wahrt und die Grüne Gasse rahmt. Der Vorplatz öffnet sich so einladend zur Nachbarschaft, während der Hochpunkt integriert bleibt.
Hochbauliche Qualität
Der Vorplatz mit seinen vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten und die publikumsbezogene EG-Zone in Bauteil C bilden eine belebte Stadtseite. Die EG-Zone am Poller Kirchweg hebt sich leicht von der oberen Fassade ab, um die öffentliche Nutzung (Gastronomie & Einzelhandel) zu betonen. Zur Aktivierung der Promenade wird die funktionale EG-Zone durch gastronomische Nutzung in der Sockelzone ergänzt.
Die Architektur des Turms lässt mit seinem deutlichen Versprung und der siloartigen Fassade den industriellen Charakter des Gebiets nachklingen und schafft einen eindeutigen Identifikationspunkt für das Baufeld. Die Option, flexibel begrünte Loggien oder Wintergärten in die Fassade zu integrieren, bringt nicht nur gestalterische Vorteile, sondern sorgt auch für eine hohe Qualität der Innenräume. Eine nach Süden ausgerichtete Dachterrasse, die durch das Verschieben der Volumen entsteht, bietet den oberen Geschossen eine hochwertige Aufenthaltsoption.
Auch die Wohngebäude knüpfen mit ihren unterschiedlichen Dachformen und Höhen an die industrielle Ästhetik des Hafens an. Im Innenhof entsteht durch Loggien, Balkone und Laubengänge eine menschliche Maßstäblichkeit. Die Wohnungen in Bauteil B und C sind als 3- bis 4-Spänner organisiert, während im Südflügel von Bauteil C eine flexible Laubengangerschließung möglich ist.
Die Neubauten zeichnen sich durch hohe Flächeneffizienz und eine klar strukturierte Konstruktionsweise mit direktem Lastabtrag bis in die Tiefgarage aus. Die effiziente Erschließung gewährleistet eine wirtschaftliche Umsetzung.
Die Realteilung erfolgt entlang der Außenkante der Wohngebäude am Poller Kirchweg, wobei Wege- und Nutzungsrechte durch Dienstbarkeiten gesichert sind. Gesunde Wohnverhältnisse werden durch optimierte Grundrisslösungen und eine Besonnungsstudie sichergestellt. Die Vorgaben des Wettbewerbs hinsichtlich städtebaulicher Kennziffern und Höhenentwicklungen wurden eingehalten, wodurch die Genehmigungsfähigkeit gewährleistet ist.
Nachhaltigkeit
Die Gebäude entstehen teilweise als Betonkonstruktion unter Verwendung von CO₂-reduziertem Recyclingbeton und teilweise mit Geschossdecken in Massivholzkonstruktion. Auf recycelte, wiederverwertbare und trennbare Bauteile und Konstruktionen wird besonders geachtet.
Die Energieversorgung erfolgt unter Berücksichtigung von Photovoltaik und zur Bereitstellung von Wärme und Kälte mithilfe einer Wasser-Sole-Wärmepumpe – und damit besonders ressourcenschonend.
Regenwasser wird auf den Dächern der Gebäude und der Tiefgarage zurückgehalten und verdunstet; überschüssiges Regenwasser wird auf dem Grundstück versickert. Die Dächer übernehmen damit neben einer sozialen Nutzung auch die Funktion der Stromproduktion im Quartier – durch die Kombination von Retention, extensiver Begrünung mit leicht erhöhtem Substrataufbau zur Stärkung der Biodiversität.
Die Höfe sind durchlässig gestaltet, und öffentliche Nutzungen im Erdgeschoss tragen zur Kommunikation und Belebung bei.
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Jury würdigt den Entwurf von &MICA Architekten als konsequent und stimmig für die besondere Lage am Hafen. Das Hochhaus nimmt die Typologie hafentypischer Silos auf und überzeugt durch eine klare Maßstäblichkeit sowie durchdachte Grundrisse, die eine flexible Nutzung ermöglichen.
Die Gebäudeensemble auf Baufeld 05 übersetzen den Quartierscode „Deutzer Block“ überzeugend in unterschiedliche Gebäudetypologien und schaffen damit ein glaubwürdiges und selbstverständliches Bild im Hafenkontext. Besonders hervorgehoben wurden die Möglichkeit einer hohen urbanen Durchmischung, die attraktive Fassadengliederung sowie gemeinschaftliche Angebote wie Dachterrassen.
Städtebaulich gelingt es dem Entwurf, die einzelnen Bauteile in ein ausgewogenes Verhältnis zu setzen, den Hofraum als grüne Gemeinschaftsfläche zu gestalten und eine prägnante Adresse an der Hafenkante zu schaffen.
Städtebau
Die städtebauliche Setzung folgt den Vorgaben des Rahmenplans und sieht drei unterschiedlich breite Öffnungen in den Eckbereichen des Blocks vor, wobei der durchgesteckte Laubengang nahezu als vierte Öffnung wahrgenommen werden kann. Der Hofraum stellt sich attraktiv mit starker Begrünung als multicodierte Gemeinschaftsfläche dar und übernimmt die Haupterschließung für Bauteil B. Alle 3 Bauteile stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander und verfügen über eine innere Gliederung, die den Quartierscode „Deutzer Block“ in idealer Weise umsetzt. Die Gliederung von Bauteil A wird als überraschend empfunden, aber durchweg positiv aufgenommen, da sie im Maßstab zu den anderen Bauteilen vermittelt und die vorgeschlagene Lunchterrasse im 5. OG gut vorstellbar erscheint. Bei Bauteil B beschränkt sich die Gliederung auf leichte Versätze im obersten Geschoss, wodurch sich das Sheddach zu
Pultdachelementen auflöst, jedoch über die durchlaufende Konstruktion in der Linienführung zusammengehalten wird. Die Gliederung von Bauteil C wird durch unterschiedliche Wohnungsbautypologien hergestellt, sodass in Bezug auf den gesamten Block ein vielfältiges räumliches Gefüge entsteht.
Leitidee
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4 Typologien im Deutzer Block
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Axonometrie
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3D Skizze 06 Freiraum
©qla
Perspektive Hafen 01
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Perspektive Hafen 02
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Perspektive Straße
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Grundriss EG
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3D Skizze 01
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3D Skizze 02
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3D Skizze 03
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3D Skizze 04
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3D Skizze 05
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