Offener Wettbewerb | 07/2025
Entwicklung Wohn- und Mischgebiet in Teningen
©Thomas Schüler Architekten und Stadtplaner
Perspektive
1. Preis / Zuschlag
Preisgeld: 26.000 EUR
Thomas Schüler Architekten und Stadtplaner
Stadtplanung / Städtebau
Landschaftsarchitektur
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Arbeit urban, grün, vernetzt, zeichnet sich mit dem Konzept einer Grünen Mitte aus, die den alten Baumbestand respektiert und den beiden Teilorten Teningen und Köndringen eine „multicodierte“ Spiel- und Freizeitfläche für vielfältige Begegnungen entlang des Mühlbachs eröffnet.
Sogenannte Entreeplätze erleichtern die Anschlussfähigkeit des neuen Quartiers in alle Richtungen. Ausgehend von diesen Entrees zeichnet der Entwurf ein ausreichendes Wegenetz, das die grüne Mitte gut mit den Wohnbereichen verbindet. Eine verkehrsberuhigte Anliegerstraße südlich der Lärmschutzbebauung erschließt die Wohnbaufelder. Für die erste Realisierungsphase muss der Entwurf die Wendemöglichkeit noch nachweisen. Für die zukünftige Einbindung der Baufelder im Westen (Phase 2) geht der Entwurf von einer Ringerschließung aus. Während sich im Norden eine robuste Bebauungsstruktur mit der Lärmschutzbebauung und daran angegliederten Baufeldern, kammartig zur grünen Mitte orientiert, bildet die Quartiersgarage den östlichen Abschluss zum bestehenden Gewerbegebiet. Zwei Laubenganghäuser fassen unprätentiös die notwendigen Besucherparkplätze für das gut proportionierte kleine Quartierszentrum.
Das Quartierszentrum wird durch zwei wohl gesetzte Bausteine definiert, die folgerichtig unterschiedliche Nutzungen jeweils gestapelt aufnehmen. Über dem Nachversorger befindet sich ein Pflegewohnheim und über dem Nachbarschaftscafé und der Kita entstehen Seniorenwohnungen. Mit einem Quartiersplatz in Gestalt einer großzügigen Süd-West-Terrasse öffnet sich das Quartierszentrum zur grünen Mitte und bietet damit eine bestmögliche Adresse.
Insgesamt zeigt sich der Entwurf mit gut bemessenen, robusten Baufeldern, die im weiteren Planungsprozess die sukzessive Konzeptvergabe erleichtern. Darüber hinaus ermöglichen die Baufelder eine Vielfalt an Wohntypologien. Es finden sich Stadthäuser, Reihenhäuser, Baugruppen und Mehrfamilienhäuser in unterschiedlichster Ausprägung. Kritisch diskutiert das Preisgericht die Reihenhäuser entlang der Kante zur grünen Mitte. Der Entwurf zeigt mit seinen immobilienwirtschaftlichen Kennzahlen entgegen dem ersten Anschein eine adäquate Ausnutzung bei einer geringen Überbauung des zur Verfügung stehenden Bodens und ausreichender Verkehrsflächen.
Im Freiraum überzeugt die Arbeit mit ihrem zusammenhängenden Grünkonzept und der zentralen parkartigen grünen Mitte. Wohnhöfe und Nachbarschaftsplätze strukturieren die Freibereiche innerhalb des Quartiers. Durch den geschickten Umgang mit der Topografie erhalten Park und Quartier eine gelungene Verknüpfungslinie. Der Quartiersplatz vermittelt an dieser Nahtstelle mit seiner Terrasse gekonnt zwischen den verschiedenen Bereichen und bietet eine hohe Aufenthaltsqualität. Der Umgang mit Regenwasser und die natürlichen, gestalteten Mulden und Retentionsflächen sind angemessen und nachvollziehbar.
Der Entwurf bietet mit seiner insgesamt kompakten, robusten städtebaulichen Figur um eine großzügige grüne Mitte herum einen überzeugenden Beitrag für den weiteren Realisierungsprozess.
©Thomas Schüler Architekten und Stadtplaner mit faktorgruen
Lageplan