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Nichtoffener Wettbewerb | 11/2025

Ersatzneubau Spickelbad in Augsburg

Lageplan

Lageplan

Anerkennung

Preisgeld: 18.500 EUR

Anderhalten Architekten

Architektur

wbp Landschaftsarchitekten GmbH

Landschaftsarchitektur

Fast + Epp

Tragwerksplanung

Planungsgruppe VA GmbH

TGA-Fachplanung

Boje Modellbau

Modellbau

Erläuterungstext

Die Gebäudeform folgt dem besonderen Verlauf des Kaufbaches, öffnet sich in Richtung des Fribbe-Freibads und bindet sich dadurch in das Ensemble ein.
Ein neuer, grüner Vorplatz Richtung Norden schafft mit langen Sitzbänken eine einladende Eingangssituation, die zum Verweilen einlädt. In Richtung Kaufbach bietet eine breite, bepflanzte Mulde die Möglichkeit, Regenwasser zurückzuhalten. Ein Holzdeck, das über Trittplatten erreicht wird, lädt zum Verweilen am Wasser ein. Östlich des neuen Spickelbads bildet eine bepflanzte Mulde einen grünen Filter zum Parkplatz hin. Die entfallenden Stellplätze werden hier durch die nötige Anzahl an Fahrradstellplätzen ersetzt.
Im Westen im Übergang zum Freibad verbindet eine Terrasse das neue Spickelbad mit dem grünen Freibad. Davor liegt das Kinderplanschbecken mit zwei unterschiedlich tiefen Bereichen. Ein lockerer Baumhain dient als Sichtschutz zum Eingangsplatz, der über einen schmalen Weg aus Trittplatten durchquert werden kann und über eine Durchschreitemulde zur Terrasse führt.
Der Betriebshof bleibt im Süden erhalten. Hier bleibt das Filterhaus bestehen und es werden zwei Garagen und ein Doppelcarport ergänzt. Auch die Stellplätze für die Müllcontainer sowie die Abfallgruben sind hier vorgesehen. Die Pflegezufahrt für das Freibad sowie die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge erfolgen ebenfalls über den Betriebshof.

Beurteilung durch das Preisgericht

Gebäude und Innenräume
Die differenziert gegliederte Kubatur des neuen Hallenbads greift die Formensprache der vorhandenen Strukturen des Freibads auf und führt diese auch in den Freianlagen fort. Auf einem polygonalen Sockelgeschoss markieren zwei versetzt zueinander angeordnete Kuben die beiden Schwimmhallen und bilden einen städtebaulichen Akzent. Dabei wäre ein größerer Abstand untereinander wünschenswert.

Der Zugang mit einem Vorplatz im Nordosten ist richtig gesetzt.
Mit Ausnahme des Foyers sind die Fassaden zur Stadt relativ geschlossen. Im Gegensatz dazu öffnet sich die Westfassade über zwei Geschosse mit sehr großen Fensterflächen. Ob der hier angedeutete außenliegende Sonnenschutz ausreicht, wird kritisch hinterfragt.

Die interne Struktur ist klar und übersichtlich. Im östlichen Bereich befindet sich eine langgestreckte Funktionsschiene mit Umkleiden und Nassbereiche. Von dort können die Schwimmbecken über mehrere Durchgänge gut erreicht werden. Die Zuordnung der Gruppen- und Einzelumkleiden zum Lehrschwimmbecken und Sportbecken ist schlüssig. Allerdings müssen individuelle Badegäste einen sehr langen Weg ohne räumliche Gliederung vom Foyer zu den Umkleiden zurücklegen.

Ein baulicher Kern zoniert die drei unterschiedlichen Schwimmbereiche und trennt diese optisch. Ergänzende Glaswände bieten akustische Trennung und lassen dennoch eine gewisse Transparenz zu.
Eine parallele Nutzung der unterschiedlichen Schwimmbecken ist möglich.

Freianlagen
Die Gestaltung der Freianlagen verspricht – z.B. auf der neuen Terrasse – eine hohe Aufenthaltsqualität und ist überzeugend ausgearbeitet. Retentionsbereiche im Norden und Osten des Gebäudes ermöglichen ein Wassermanagement. Der Baumbestand wird in ausreichender Weise gewürdigt.
Der Betriebshof wird leider etwas lieblos behandelt und lässt eine räumliche Fassung vermissen.

Tragwerksplanung
Die Kombination aus Stahlbetonwänden und – stützen mit Dächern aus Holz ist gut gelöst. Die Tragstruktur der aufgesetzten Kuben mit Brettschichtholzbindern ist eine effiziente und optisch ansprechende Lösung.
Im Bereich des Lehrschwimmbeckens kann die Lüftungsanlage gut integriert werden. Über dem Sportbecken ist das nicht möglich. Hierzu müssten die Träger über die Längsrichtung gespannt werden.

Technische Ausrüstung
Die Größe und Höhe der Technikräume sind auskömmlich. Allerdings fehlen Aussagen zur Badewasseraufbereitung. Die Kombination von Fernwärme mit zwei unterschiedlichen Wärmepumpen erscheint überzogen.

Allgemein
Die eingeschossige Anlage ermöglicht vollständige Barrierefreiheit. Hinsichtlich Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Flächeneffizienz befindet sich der Entwurf im mittleren Bereich.
Erdgeschoss

Erdgeschoss