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Nichtoffener Wettbewerb | 11/2025

Ersatzneubau Spickelbad in Augsburg

Außenperspektive - Blick auf den Haupteingang von Nordosten

Außenperspektive - Blick auf den Haupteingang von Nordosten

Anerkennung

Preisgeld: 18.500 EUR

CODE UNIQUE Architekten

Architektur

RSP Freiraum GmbH

Landschaftsarchitektur

Sailer Stepan Tragwerkteam München GmbH

Tragwerksplanung

HÖRMANN BauPlan GmbH

TGA-Fachplanung

Ingenieurbüro Dr. Matthias Melzer

TGA-Fachplanung

Erläuterungstext

Städtebau und architektonisches Konzept

Das neue Spickelbad versteht sich als zeitgemäße Fortführung einer Geschichte, die eng mit Landschaft, Stadtteil und Gemeinschaft verbunden ist. Als städtebauliche Grundfigur dient das Quadrat – eine klare, richtungslose Form, die Ruhe und Ausgewogenheit vermittelt. Der eingeschossige Baukörper liegt wie ein Pavillon in der grünen Aue. Er kontrastiert bewusst mit dem hohen, abgängigen Bestandsgebäude und fügt sich durch seine horizontale Ausdehnung harmonisch in die Umgebung ein. Ein leicht erhöhter, gestalterisch differenzierter Gebäudeteil markiert die Badehalle. Seine Position an der südwestlichen Ecke betont den pavillonartigen Charakter des übrigen Gebäudes. Durch die deutliche Reduzierung der Nord-Süd-Ausdehnung entsteht ein großzügigerer Außenraum, der die Zugangssituation zum Fribbe-Freibad klarer fasst und räumlich stärkt.

Im Norden öffnet sich ein großzügiger Vorplatz, der Besucherinnen und Besucher empfängt und selbstverständlich zum Haupteingang führt.
Der Platz liegt an der Schnittachse zwischen der Ankunft der ÖPNV-Nutzenden von Norden und der Besucherinnen und Besucher, die mit dem Individualverkehr aus Osten kommen. So entsteht ein großzügiger, verbindender Raum, der alle Ankommenden aufnimmt und sie intuitiv in Richtung Neubau oder Fribbe-Freibad leitet. Ein weit auskragender Unterschnitt markiert den Haupteingang – einladend, offen und zugleich schützend.

Nach Westen orientiert sich der Neubau zum Fribbe-Freibad und öffnet sich mit großflächigen Verglasungen dorthin. Die gezielte Anordnung der Becken verhindert unerwünschte Einblicke – Transparenz und Intimität stehen in einem ausgewogenen Verhältnis. So entsteht ein Haus, dass sich bewusst zum Freibad und zur Bewegung öffnet – und dennoch Schutz und Rückzug bietet, wo Ruhe gefragt ist.
Eine Architektur, die Offenheit und Geborgenheit in Balance hält.

Der Wirtschaftshof im Süden bleibt in seiner bisherigen Lage erhalten und ermöglicht eine klare funktionale Trennung zwischen Besucher- und Lieferverkehr.

Innere Organisation

Im Inneren gliedert sich das Gebäude klar und übersichtlich. Ein großzügiges Foyer bildet den Ort des Ankommens. Es öffnet sich weit nach Norden und empfängt Gäste gleichermaßen von der Straße wie von der Parkplatzseite im Osten. Der Kassentresen ist so angeordnet, dass er sowohl den Zugang zum Freibad überblickt als auch den Innenraum klar strukturiert. Ergänzend sind zwei Außenkassen vorgesehen, die einen reibungslosen Betrieb in der Sommersaison gewährleisten.

Das Foyer ist funktional und zugleich ein Ort des Verweilens: Ticketautomaten, Automatengastronomie, Sitzgelegenheiten und Abstellflächen für Kinderwagen und Rollatoren bilden ein lebendiges, offenes Raumgefüge. Die Zugänge zu den Umkleiden verzweigen sich von hier – getrennt nach Familienbad, Schulen und Vereinen, aber dennoch aus einem gemeinsamen Zentrum heraus. So entsteht eine räumliche Nähe ohne Überschneidung der Besucherströme. Ein separater Zugang für Schulen und Vereine an der Ostseite erlaubt zudem den betrieblichen Parallelbetrieb. Vom Foyer aus lässt sich auch der Fitnessraum erschließen, der als eigenständiger, aber integrierter Bereich den sportlichen Charakter des Hauses ergänzt.

Die Umkleiden des Familienbads liegen im Norden, jene für Schulen und Vereine im Osten. Von dort führen separate Vorreinigungszonen in die Badehalle, die sich hell und übersichtlich präsentiert. Das Sportbecken lässt sich akustisch und thermisch separieren und liegt in direkter Nachbarschaft zum Lehrschwimmbecken – ideale Bedingungen für Schul- und Vereinsschwimmen. Im Norden, etwas zurückgezogen, liegen das Kinderbecken und die Liegebereiche. Niedrigere Raumhöhen und eine zurückhaltende Atmosphäre schaffen hier einen Ort der Ruhe und Geborgenheit.

Alle Wasserflächen orientieren sich nach Westen zum Fribbe-Freibad und gehen eine symbiotische Beziehung miteinander ein, die besonders im Sommer, in Kombination mit der öffenbaren Fassade, einen großen Mehrwert bietet. Der Bademeisterplatz ist zentral angeordnet und gewährleistet die optimale Übersicht über alle Becken. Lager-, Sauna- und Nebenräume sind funktional integriert. Die Verwaltungs- und Personalräume im Süden werden direkt an den Wirtschaftshof angebunden. Ein direkter Zugang zum Untergeschoss und zum Lastenaufzug ermöglicht die reibungslose Andienung der gesamten Technik, die im Untergeschoss konzentriert angeordnet wird.

Gestaltung und Materialität

Der Neubau präsentiert sich als ruhiger, monochromer Baukörper, dessen Ausdruck aus dem Wechselspiel von geschlossenen und offenen Flächen entsteht. Transparente Zonen – Foyer, Verkehrsflächen und Aufenthaltsbereiche – öffnen sich gezielt zu den umgebenden Seiten, während die geschlossenen Wandflächen der Badehalle die notwendige Intimität wahren. Nur nach Westen, zum Freibad, öffnet sich das Gebäude vollständig: Innen und Außen verschmelzen hier zu einem gemeinsamen Erlebnisraum. Der höhere Gebäudeteil der Badehalle ist subtil akzentuiert und wird über Öffnungen im Norden und Süden großzügig belichtet. Ein sanfter Grünton der Fassade lässt den Neubau mit der Vegetation des Fribbeparks verschmelzen – architektonische Präsenz ohne Dominanz. Um den pavillonartigen Charakter zu betonen, wird eine Fassade aus grün lasiertem Holz vorgeschlagen. Sie vermittelt Wärme, Natürlichkeit und Dauerhaftigkeit – Materialien, die altern dürfen und den Lauf der Zeit sichtbar machen.

Die Materialität des Schwimmbads folgt funktionalen, hygienischen und atmosphärischen Ansprüchen zugleich. Im Innenraum prägen grüne Wandfliesen und beige Bodenfliesen in Kombination mit hellem Holz das Erscheinungsbild. Die grünen Fliesen greifen die Farbigkeit der umgebenden Natur auf und holen den Außenraum visuell ins Gebäude. Beige und Holz ergänzen dieses Spiel der Farben mit warmen, erdigen Tönen, die Ruhe und Natürlichkeit ausstrahlen. Regional eingesetztes, helles Holz prägt zudem Möbel und Deckenlamellen und verbindet funktionale Robustheit mit sinnlicher Qualität. Der schlichte, graue Gussasphaltestrich bildet dazu einen ruhigen, modernen Kontrast.
Die einheitlichen, optimierten Fassadenoberflächen minimieren Wartungs- und Reinigungsaufwand und tragen zur Langlebigkeit des Gebäudes bei.

So entsteht durch den Einsatz natürlicher, erdverbundener Materialien ein harmonisches Gesamtbild, das Nachhaltigkeit, Regionalität und gestalterische Klarheit vereint. 

Freiraumplanerische Konzeption

Die Freianlagen teilen sich klar auf in den Vorplatz mit Haupteingang ins Spickelbad im Norden, Anlieferungszone im Süden und Außenbereich des Freibads im Westen. Entlang der Ostseite werden die geforderten Fahrradstellplätze in wasserdurchlässigem Belag sortiert und integrieren die bestehenden Bäume sowie gezielte Neupflanzungen. Der Hauptzugang erfolgt über einen einladenden Platzbereich mit Wasserspiel, der als identitätsstiftendes Element dient und gleichzeitig eine Aufenthaltsqualität für Besucher des Spickelbads schafft. Zwischen Eingangsbereich und Kaufbach spannt sich eine neue baumbestandene Grünfläche und sorgt für großflächige Entsieglung und schafft Retentionsfläche für Regenwasser. Über ein großzügiges Holzdeck gelangt man im Westen aus dem Spickelbad zum außenliegenden Planschbecken. Die Formensprache des Planschbeckens wird aufgegriffen und neu interpretiert Richtung Süden fortgesetzt, wo Grüne Inseln zum Aufenthalt und Spielen im naturnahen und schattigen Bereich einladen. Der Entwurf soll sich in den Landschaftsraum des Fribbe-Freibads einfügen, sowie klare Zugänge und Abgrenzungen schaffen.

Energie und Technik

Das Gebäude wird an die öffentliche Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung angebunden. Zur Reduzierung des Trinkwasserverbrauchs wird ein separates Grauwassernetz für WC-Spülung und Außenzapfstellen aufgebaut, das mit aufbereitetem Spülabwasser der Badewassertechnik, Regen- oder Brunnenwasser gespeist wird. Weitere Trinkwassereinsparungen werden durch den Einsatz von elektronischen Sanitärarmaturen erreicht. Durchgeschliffene Trinkwasserleitungen, Spülstationen, Strömungsteiler und ein Duschmanagementsystem gewährleisten die notwendige Trinkwasserhygiene.

Für die Wärmeversorgung wird Fernwärme der Stadtwerke Augsburg verwendet. Zusätzlich kommt eine Luft/Wasser-, Wasser/Wasser- oder Sole/Wasser-Wärmepumpe zum Einsatz, die vom eigenerzeugten Strom der PV-Anlage gespeist wird. Die Heizungsanlage wird in ein Hochtemperatur- und ein Niedrigtemperaturnetz aufgeteilt, die zur Erhöhung der Versorgungssicherheit hydraulisch verbunden sind. Die Beheizung des Hallenbereichs erfolgt über die Lüftungsanlage. Zudem werden Liege- und Sitzflächen zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität beheizt. In den übrigen Gebäudebereichen sind Luftheizung, Fußbodenheizung und statische Heizflächen geplant.

Die RLT-Anlagen für den Hallenbereich werden aufgrund der gewünschten wärmetechnischen Abtrennung der Badebereiche in 2 unabhängige Anlagen aufgeteilt. Die Zuluft wird im Bodenbereich der Fassade/Außenwand eingeblasen und im Deckenbereich der Innenwände abgeführt. Als Gerätetechnik sind hocheffiziente Schwimmbadgeräte mit Wärmetauscher, leistungsgeregelter Wärmepumpe, Beckenwasserkondensator und Kältemittelunterkühlung geplant. Die übrigen Bereiche in EG und UG werden nach Bedarf über zwei weitere zentrale RLT-Anlagen be- und entlüftet.
Für die Versorgung mit Elektroenergie ist zusätzlich zum Anschluss an das öffentliche Netz eine PV-Dachanlage geplant, die ertragsoptimiert eine möglichst große Fläche einnehmen soll. Die Beleuchtung des Gebäudes wird über tageslichtabhängig dimmbare LED-Leuchten realisiert.

Die badewassertechnischen Anlagen werden in vier Wasserkreisläufe unterteilt. Alle Badewasser-aufbereitungsanlagen befinden sich im Untergeschoss. Zusätzlich zu Schwallwasserbehälter und Filter werden Desinfektions-, Dosier-, Steuerluft- und Schaltanlagen, Schlamm- und Spülwasserspeicher vorgesehen. Für die Umwälzung kommen hocheffiziente Pumpen zum Einsatz. Zur Einhaltung der Abwasser-Einleitwerte ist eine Spülabwasseraufbereitungsanlage erforderlich. Das aufbereitete Spülabwasser wird als sekundäres Füllwasser und ggf. als Grauwasser für die WC-Spülung wiederverwendet, wodurch Trinkwasser eingespart wird.

Die Steuerung und Regelung des vollautomatischen Betriebs der neu errichteten Anlagen erfolgt über eine Mess-, Steuer- und Regelanlage (MSR-Anlage). Die Regelung erfolgt auf Basis einer speicherprogrammierbaren Steuerung in DDC-Technik, die alle Prozessdaten der Anlagen verarbeitet. Zudem können betriebs- und Störmeldungen externer Anlagen verarbeitet werden. Zur komfortableren Steuerung, Überwachung, Optimierung und Auswertung der Anlagenzustände wird eine Gebäudeleittechnik geplant, die z.B. auch eine Aufschaltung der Anlagen auf die Leitzentrale der Stadtwerke Kronach ermöglicht.

Tragwerk und Konstruktion

Das Tragwerk des Neubaus wird überwiegend in Holzbauweise ausgeführt. Lediglich das Untergeschoss und einzelne konstruktive Bauteile werden aus Stahlbeton hergestellt. Ziel der Tragwerkskonzeption ist eine wirtschaftliche, ressourcenschonende und dauerhaft robuste Konstruktion unter Berücksichtigung architektonischer Anforderungen und einer hohen Nutzungsflexibilität.

Das oberirdische Tragwerk gliedert sich in mehrere Funktionsbereiche mit unterschiedlichen Spannweiten und Konstruktionsprinzipien. Die Badehalle wird durch Brettschichtholz-Binder überspannt. Der Achsabstand der Binder beträgt 2,85 m. Die Querschnitte sind mit einer Höhe von 200 cm und einer Breite von 24 cm vorgesehen. Diese Konstruktion ermöglicht eine großflächige, stützenfreie Überdeckung der Beckenbereiche und gewährleistet gleichzeitig eine wirtschaftliche Materialnutzung. In den Bereichen des Foyers und der Familienumkleiden treten größere Spannweiten auf. Zur Realisierung einer offenen, stützenfreien Raumstruktur wird ein Trägerrost aus Brettschichtholz mit einer Gesamthöhe von 100 cm und einer Breite von 24 cm eingesetzt. Der Achsabstand entspricht mit 2,85 m dem der Badehalle, wodurch eine einheitliche Tragwerkslogik entsteht. Die Bereiche der Vorreinigung werden durch tragende Brettsperrholzwände gebildet. Diese Wände übernehmen gemeinsam mit den geschlossenen Außenwandscheiben die horizontale Aussteifung des Gebäudes in Längs- und Querrichtung. Hierdurch werden Wind- und Horizontallasten sicher in die Fundamentierung abgeleitet. Der westliche Gebäudeteil wird in einer ökonomischen Holzbauweise errichtet. Ein regelmäßiges Stützenraster ermöglicht wirtschaftliche Querschnitte und erlaubt zugleich eine flexible spätere Umnutzung. Sämtliche Innenwände in diesem Bereich werden als nichttragende Zwischenwände ausgeführt.

Das Untergeschoss wird vollständig in Stahlbetonbauweise errichtet. Hier ist der Einsatz von Recyclingbeton in Verbindung mit CO2-reduziereten Zementsorten vorgesehen, um ökologische Gesichtspunkte und Ressourcenschonung zu berücksichtigen. Gegebenenfalls können Teile des Bestandsbetons aus dem alten Spickelbad in die neue Konstruktion integriert werden. Die Stahlbetonkonstruktion übernimmt die vertikale Lastabtragung sowie die Aufnahme der Wasserdrücke und Horizontallasten aus Erd- und Wasserdruck.

Die Tragwerkskonzeption folgt dem Prinzip einer nachhaltigen Materialwahl. Durch den hohen Anteil an Holz als nachwachsendem Baustoff sowie die Verwendung von Recyclingbeton im Untergeschoss wird die ökologische Bilanz des Gebäudes deutlich verbessert. Gleichzeitig sorgt die modulare Bauweise für eine langfristige Anpassungsfähigkeit an künftige Nutzungsanforderungen.

Beurteilung durch das Preisgericht

Gebäude und Innenräume
Es handelt sich um einen klar strukturierten und sehr einfachen Baukörper, der die Schwimmhallen gemeinsam nach Osten und Süden zweigeschossig sichtbar macht. Diese werden umfasst nach Westen/Freibadeingang und Norden/Vorbereich/Erschließung durch einen einheitlich 1-geschoßigen Baukörper. Nachteil dieser klaren Baukörperform ist das Fehlen jeglicher Vordächer bzw. geschützter Vorzonen. Nachteil der kompakten Beckenhallen ist erstens eine überhöhte Zone über dem Lehrschwimmbecken sowie die lediglich gläserne Trennwand zwischen den zwei Becken ohne zusätzliche Aufenthaltsfunktion
Die Ausrichtung des Blicks aus allen Schwimmhallenbereichen nach Süden zum Freibadbereich ist konsequent auf das Erdgeschoß beschränkt, die zusätzliche seitliche Belichtung der Schwimmhallen oberhalb des Erdgeschoßniveaus nach Osten (Schwimmhalle) und Westen (Lehrschwimmbecken) verspricht eine gut differenzierte Lichtsituation. Die Eingänge sind richtig angeordnet.
Die Wegeführung aus dem Foyer mit angelagertem Fitnessraum in die zwei Umkleidebereiche Einzelumkleiden bzw. Sammelumkleiden ist übersichtlich und klar, allerdings sind die Umkleidebereiche wenig schlüssig den jeweils (nicht) zugehörigen Becken zugeordnet. Zumindest ist der Weg aus den Einzelumkleiden über die Halle Lehrschwimmbecken in die Schwimmhalle unbefriedigend. Die eindeutige Zuordnung des Kinderbereichs zum Schulschwimm- bzw. Kursbecken ist auch nicht ganz überzeugend.

Freianlagen
Die Freianlagen sind räumlich insgesamt schlüssig und gut strukturiert. Die Fahrradabstellzone stellt einen Filter zwischen Parkplatz und Hallenbad dar und ermöglicht einen nutzungsfreien Bereich nördlich des nur leicht überdimensionierten Vorplatzes. Die den Schwimmhallen nach Süden zum Freibad hin vorgelagerten Holzterrassen sind richtig angeordnet, vielleicht etwas zu groß und in ihrer Materialität wohl aus Gründen der Haltbarkeit und der Trittsicherheit (im nassen Zustand Rutschgefahr) nicht realisierbar.
Es fehlen Aussagen zur Entwässerung Regenwasser, große versiegelte Flächen im Außenbereich werden sehr wahrscheinlich durch das auf dem Dach angeordnete Extensivdach kompensiert.

Tragwerk
Die Tragrichtung über die lange Seite ist ungewöhnlich, aber dem Konzept entsprechend.
BSH-Dachträger über den Hallen und Brettschichtträgerrost über den Nebenräumen sind angemessen dimensioniert und lassen bis auf die Begrünung auf den Holzdächern keinen übermäßigen Wartungs- und Instandhaltungsaufwand erwarten.
Ob die geplante Gründung mit massiver Bodenplatte sowie Auflast über massive Träger unter den Becken tatsächlich die Auftriebssicherung ohne Pfahlrückbindung ermöglicht, wurde nicht überprüft und wurde kontrovers diskutiert.

Technische Ausrüstung
Die geforderte Betriebskostenhochrechnung wurde wie bei allen anderen Konzepten nicht vorgelegt. Aussagen zur Technik sind – allerdings nicht sehr detailliert - vorhanden.
Die vorgeschlagene Grauwassernutzung ist ökologisch gedacht, aber ökonomisch fragwürdig. Die vorgeschlagene Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist situationsbedingt ineffizient, wogegen die Luft-Wasser-Wärmepumpe sowohl ökologisch als auch ökonomisch als sinnvoll erachtet wird.
Die Anordnung der Technikbereiche im UG ist nicht überzeugend gelöst. Eine kreuzungsfreie Leistungsführung ist so nicht möglich, da u.a. die Wasserbehälter von den Filtern getrennt angeordnet sind und auch die Lüftungszentrale nicht zentral angeordnet ist, was zu langen und vielen Leitungswegen führt.

Allgemein
1007 ist in jedem Fall ein interessanter Beitrag zum Lösen der Aufgabe.
Die oberirdische Konstruktion aus Holz sowie das massive UG aus RC-Beton sind die (auch von anderen Arbeiten angewendete) Antwort des Verfassers auf die Frage der Nachhaltigkeit. Dementsprechend ist ein guter Rückbau des EG möglich, die Massivität der UG-Konstruktion ist in Bezug auf die Rückbaubarkeit allerdings kontraproduktiv.
Der Entwurf reagiert auf die zu erwartenden, durch den Klimawandel erhöhten, Einstrahlungen mit reduzierter Glasfläche und kompaktem Baukörper.
Das Verhältnis Kubatur zu Nettoraumfläche liegt leicht über dem Durchschnitt, entsprechend könnte evtl. der betriebliche Aufwand ebenso leicht über dem Durchschnitt liegen.
Durch die Anordnung der gesamten Anlage im EG ist eine vollständig barrierefreie Erschließung sowohl im Innenbereich als auch im Anschluss an den Freibereich gegeben. Allerdings folgen hieraus erhöhte Gründungskosten, die jedoch im Hinblick auf die bessere Verbindung Hallenbad und Freibad sowie auf die gewünschte Barrierefreiheit in Kauf genommen werden.
Die Darstellung lässt einen Durcharbeitungsgrad erkennen, der eine weitgehende Realisierbarkeit (bis auf die genannte Technikanordnung) erwarten lässt.
Innenperspektive von der Badelandschaft

Innenperspektive von der Badelandschaft

Lageplan

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