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Nichtoffener Wettbewerb | 01/2017

Erweiterung der Realschule Plus

1. Preis

Frank Heinz, Freier Architekt BDA

Architektur

fuchs.maucher.architekten. bda

Architektur

Ernst + Partner

Landschaftsarchitektur

ErlÀuterungstext

Freiraum

Unter dem Grundsatz ‘Raum zum Lernen/ LernrĂ€ume schaffen‘ entstand ein von Vielfalt und Offenheit geprĂ€gtes Konzept fĂŒr GebĂ€ude und Freiraum. Die zurĂŒckhaltende Formensprache des Entwurfs sowie die ausgewĂ€hlten nachhaltigen Materialien lassen die geplante Schulwelt frei von zeitgeistigen EinflĂŒssen und bilden einen geeigneten Rahmen fĂŒr die Entfaltung unterschiedlichster Persönlichkeiten.

Der Entwurf fĂŒr die Freianlagen folgt der stĂ€dtebaulichen Idee und bindet die laut Aufgabenstellung gewĂŒnschten Freiraumeinrichtungen mit ein. So entsteht eine neue Schullandschaft, die sich behutsam in die vorhandene Topografie integriert.

WĂ€hrend Vorfahrt und Haupteingang an der Schulstrasse verbleiben, wird sowohl der Schulhof mit seinen zahlreichen Pausen- und Freizeitangeboten als auch die neue Parkplatzanlage im SĂŒdwesten des Schulareals platziert.

Der Schulhof erhĂ€lt einige wesentliche Gestaltungselemente: ein Spielfeld mit Asphaltbelag, einen schattenspendenden Spielhain (Buche/Birke/Ahorn) mit wassergebundenem Belag und SpielgerĂ€ten fĂŒr unterschiedliche Zielgruppen und ein Holzrelief mit Sitznischen entlang der Sporthalle.

Retentionsmulden entlang des Fußweges gliedern den nördlichen Bereich und folgen dem ökologischen Gedanken der Regenwasserbewirtschaftung.
Auf dem bisher nicht genutzten sĂŒdöstlichen WiesengrundstĂŒck sollen die Schul-„BandgĂ€rten“ eine pĂ€dagogische Biologie-Anwendung eine pĂ€dagogische VerknĂŒpfung zum Freiraum herstellen (grĂŒnes Klassenzimmer).

Die neue Bepflanzung sieht möglichst standortgerechter, regionaltypischer Pflanzen vor.

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Entwurf schafft mittels einer prĂ€zisen, gut proportionierten Setzung des neuen Baukörpers die problemlose stĂ€dtebauliche EinfĂŒgung bei gleichzeitiger Aufwertung des bestehenden SchulgebĂ€udes.
Das in zurĂŒckhaltender Formensprache entwickelte Konzept greift die Grundstruktur des BestandsgebĂ€udes auf und ĂŒberzeugt mittels seines Innenhofkonzeptes.
Der Entwurf nimmt Geschosshöhen und Bezugskanten des BestandsgebÀudes auf und formt zusammen mit dem Altbau ein neues qualitÀtvolles Schulhaus.
Die Haupterschießung erfolgt folgerichtig von der Schulstraße aus, an der Nahtstelle zwischen Alt und Neubau.
Die innere Organisation entlang des Innenhofes verspricht eine sehr gute Orientierung sowie eine hohe innenrĂ€umliche QualitĂ€t. Die vertikale und horizontale Erschließung mit visueller Verbindung zum Außenraum ist hierbei vorbildlich gelöst.
Die FunktionsrÀume sind gut belichtet. Insgesamt erscheinen alle Raumbereiche durchgehend gut proportioniert und von hoher atmosphÀrischer QualitÀt.
Positiv hervorzuheben ist die Anordnung und separate Nutzbarkeit des Ganztagesbereiches im tieferliegenden sĂŒdwestlichen GebĂ€udeteil.
Die prominente Anordnung von Aula und Mensa im Bereich der Schulstraße verspricht eine positive Außenwirkung.
Die Fassaden sind klar, zeitgemĂ€ĂŸ und angemessen entwickelt. Sie sind problemlos in der Wartung und Unterhaltung.
Die sinnfÀllige Konstruktion ist wirtschaftlich und einfach realisierbar.
Insgesamt lassen die Diszipliniertheit der Arbeit und der gut strukturierte Entwurf eine wirtschaftliche Umsetzung erwarten.
Dies gilt insbesondere fĂŒr die wohl ĂŒberlegte Integration des Altbaubestandes.
Durch die Anordnung einer Nebenraumzone vor der nordwestlichen Außenwand des Altbaus und die Nutzung der vorhandenen TreppenhĂ€user werden Volumina und AußenhĂŒllen des Gesamtkomplexes reduziert.
Die AußenrĂ€ume sind aus dem GebĂ€udekonzept heraus entwickelt und unterstĂŒtzen dieses in ĂŒberzeugender Weise. Hier ist die rĂ€umliche QualitĂ€t des Innenhofes mit seiner die unterschiedlichen GelĂ€ndeniveaus verknĂŒpfenden Freitreppe besonders hervorzuheben. Innenhof, Freitreppe und ĂŒberbauter Freiraum im SĂŒdwesten haben einen hohen Nutzwert und können so folgerichtig als Rahmen fĂŒr Veranstaltungen im Freien dienen.


Insgesamt zeigt der Entwurf eine hohe funktionale und gestalterische QualitÀt und versteht es, den Altbau mit dem Neubau zu einer neuen Einheit zu bringen.

Mit fuchs.maucher.architekten.bda, Waldkirch, und Ernst + Partner, Trier