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Nichtoffener Wettbewerb | 11/2021

Erweiterung Familienzentrum, Lernwerkstatt und KiTa Campus Waldau in Kassel

ein 1. Preis

Preisgeld: 16.250 EUR

pape+pape architekten

Architektur

GTL Michael Triebswetter Landschaftsarchitekt

Landschaftsarchitektur

DREWES + SPETH Beratende Ingenieure im Bauwesen Partnerschaftsgesellschaft mbB

Tragwerksplanung

modellwerk weimar | Architekturmodelle, Modellbau, Frässervice, Laserservice

Modellbau

Erläuterungstext

Städtebauliches Konzept und Typologie

Der Neubau f√ľr das Familienzentrum mit Lernwerkstatt und KiTa am Campus Waldau erg√§nzt die Grundschule Waldau um eine weitere Bildungs- und Sozialeinrichtung.

Einladender Vorplatz
In seiner Setzung bildet der der L-f√∂rmige Bauk√∂rper zwei bauliche Kanten parallel zur n√∂rdlichen und westlichen Grundst√ľcksgrenze aus, die das bestehende Campusareal in seinen Baufluchten fortf√ľhren und nach Nordwesten hin abschlie√üen. Der Bauk√∂rper besteht aus zwei ineinandergeschobenen Bauvolumina (Lernwerkstatt und KiTa/Familienzentrum), die durch ihren Versatz eine einladende und adressbildende Platzgeste zum Kreuzungsbereich G√∂rlitzer- / Breslauer Stra√üe ausbilden.

Archetypische Formsprache
W√§hrend die KiTa, die parallel zur Breslauer Stra√üe angeordnet wird, als zweigeschossiger Bau mit Satteldach in Form einer h√∂lzernen Scheune geplant wird, verfolgt die eingeschossige Lernwerkstatt mit ihren drei aufgestellten Shedd√§chern die Anmutung einer klassischen ‚ÄěWerkstatt‚Äú-Typologie. Es entsteht eine markante und pr√§gende Geb√§udesilhouette, die sowohl ein stadtr√§umliches Merkzeichen als auch einen innovativen und identit√§tsstiftenden neuen Lernort inmitten Waldaus repr√§sentiert.

Erschließung

Eingangsbereich mit Vordach
Durch die √úberlagerung der beiden Bauk√∂rper entsteht zum Vorplatz hin eine gro√üz√ľgige Vordach-Geste, die den Haupteingang des Geb√§udes markiert und gleichzeitig einen attraktiven √ľberdachten Au√üenbereich schafft. An der Schnittstelle der beiden Geb√§udeteile entsteht ein ma√üvolles zweigeschossiges Atrium als zentraler Eingangsbereich, um den herum sich alle Nutzungen des Geb√§udes gruppieren. F√ľr gr√∂√üere Veranstaltungen kann der zentrale Eingangsbereich mit dem direkt angrenzenden Multifunktionsraum zusammengeschaltet werden.

Klare Verteilerzonen
Aufgeweitete Verteilerzonen sorgen f√ľr den flie√üenden √úbergang in die Lernwerkstatt, die KiTa sowie das Familienzentrum, das ganz bewusst - etwas zur√ľckgezogen - im Obergeschoss angeordnet wird. √úberdies erh√§lt der zentrale Eingangsbereich an seiner Ostseite Anschluss an das innere Wegenetz des Campus.

√Ėffnung nach Innen und Au√üen
Gro√üe √∂ffenbare Glas√∂ffnungen in der Lernwerkstatt, im Multifunktionsraum als auch zum Campusgel√§nde erzeugen eine gro√üe Transparenz und lassen das Geb√§ude in einen unmittelbaren Dialog mit seinem Freiraum treten. Eine breite Faltwand im Multifunktionsraum erm√∂glicht neben dem Ein- und Ausblick auch die Bespielung des Vorplatzes mit einer integrierten B√ľhne.

Nebengebäude als östlicher Abschluss
√úber den Vorplatz erreichen die Fahrradfahrer die hier platzierten Fahrradst√§nder, die sich entlang der Ostseite der Lernwerkstatt befinden. Hier ist auch das Nebengeb√§ude (Wertstofflager, √ľberdachte Fahrrad-Stellpl√§tze) angeordnet, welches das Areal zum st√§dtebaulich diffusen Geb√§udebestand nach Osten hin abschlie√üt.

KiTa
Einfachheit und Klarheit
Die Grundrisse der KiTa werden klar, √ľbersichtlich und √ľbereinanderliegend strukturiert, was neben einer guten Orientierung, sowohl f√ľr Kinder als auch f√ľr Erzieher*innen, zu einer kompakten und wirtschaftlichen Bauweise f√ľhrt.

Erschließung
Die Haupterschlie√üung der KiTa erfolgt √ľber den Vorplatz (Eingangshalle oder Nebeneingang), w√§hrend Zugang und Parkplatz f√ľr die Mitarbeiter im s√ľdlichen Grundst√ľcksbereich liegen. Hier erfolgen auch die Anlieferung und Entsorgung. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto bringen, nutzen die geplanten √∂ffentlichen Hol- und Bring-Stellpl√§tze entlang der G√∂rlitzer Stra√üe.

Zentrale offene Spielflure √úber einen zentralen Bereich im Erdgeschoss, an dem sich neben den allgemeinen Geb√§udenutzungen auch der Eltern- und Informationsbereich sowie die Kita-Leitung befindet, gelangt man in den zentralen Spielflur, der mit einer einl√§ufigen Treppe an das Obergeschoss anbindet. Die beiden Einheiten des Kindergartens werden auf zwei Geschosse mit jeweils drei Gruppenbereichen (mit der Krippe im EG) und gemeinsamen Spielflur aufgeteilt. Die Gruppenr√§ume orientieren sich dabei nach Osten zu den Au√üenspielfl√§chen und verf√ľgen √ľber einen Laubengang, der direkt an die Garderobenbereiche anbindet. So entsteht eine witterungsgesch√ľtzte √úbergangszone, die die Gruppenr√§ume im Obergeschoss jeweils mit einer Treppe bzw. einer zentralen Rutsche an die Freifl√§chen anbindet. Zus√§tzlich dient dieser Laubengang als zweiter Rettungsweg. Die Spielflure werden direkt √ľber die zweigeschossige Eingangshalle erschlossen und nehmen sowohl die Garderoben der einzelnen Gruppen als auch die gemeinsamen Essensbereiche (im EG) auf. Die Garderoben liegen dabei zwischen den Gruppenbereichen und belichten den Spielflur √ľber den Laubengang im Osten. Das Kinderrestaurant erweitert die Spielflure und bindet diese an die Westfassade an. Im Norden werden die Flure bis an die Fassade gef√ľhrt und erschlie√üen im Erdgeschoss zus√§tzlich die K√ľche (Anlieferung). Der Aufzug und das barrierefreie Besucher-WC (nutzbar f√ľr KiTa, Familienzentrum und Lernwerkstatt) werden √ľber die Eingangshalle erschlossen.

Attraktive Dachterrasse
Der Zugang zu den Gruppenr√§umen liegt jeweils vor den Garderobenbereichen am Spielflur. Die Differenzierungs-, Wasch- und Nebenr√§ume im Obergeschoss werden vis-√†-vis der Gruppenr√§ume angeordnet. Eine nach Westen orientierte Dachterrasse sorgt f√ľr eine optimale Belichtung des Flur- und Erschlie√üungsbereichs und schafft einen zus√§tzlichen attraktiven Freiraum im Obergeschoss. Im Erdgeschoss sind Schlafraum und Sanit√§rbereich der Krippengruppe unmittelbar am Gruppenraum angeordnet, so dass f√ľr die Erzieher*innen kurze Wege und eine direkte Zug√§nglichkeit erm√∂glicht wird.

Eingebauter Stauraum
Einbauschr√§nke mit Schiebet√ľren entlang der Innenw√§nde der Flurzonen und Gruppenr√§ume nehmen, neben den regul√§ren Abstellr√§umen, die zu lagernden Materialien auf.

Familienzentrum
Zentral und doch geborgen
Aufgrund der beschriebenen M√∂glichkeit der Privatsph√§re wird das Familienzentrum dem t√§glichen Trubel etwas entr√ľckt im Obergeschoss, im unmittelbaren Anschluss an die Kindertagesst√§tte geplant. Der Zugang erfolgt √ľber den zentralen Eingangsbereich. Alternativ kann der Eingang vom Campusareal oder der als Rettungsweg ben√∂tigte Nebeneingang an der Westseite des Geb√§udes genutzt werden. Der teilbare Veranstaltungs-, Schulungs-, und Beratungsraum wird √ľber eine zum Eingangsbereich offene Galerie erschlossen. Beide Bereiche erhalten mit den beiden direkt angeschlossenen Dachterrassen, neben attraktiven Freibereichen, differenzierte und zugleich gesch√ľtzte p√§dagogische Arbeits- und R√ľckzugsr√§ume.

Lernwerkstatt
Die Lernwerkstatt liegt an der unmittelbaren Schnittstelle zwischen Vorplatz, Campus und Multifunktionsgeb√§ude und versteht sich als offener, interdisziplin√§r nutzbarer Lern- und Vermittlungsort. √úber ihre √∂ffenbaren Fassadenelemente kann die ‚ÄěWerkstatt‚Äú in drei Richtungen zu differenziert nutzbaren Freir√§umen ge√∂ffnet werden. In ihrer Typologie mit den drei aufgestellten Shedd√§chern vermittelt die Lernwerkstatt einen hellen und durchl√§ssigen Raumeindruck (insbesondere auch im ungeteilten Zustand), der eine inspirierende Lern- und Arbeitsatmosph√§re entstehen l√§sst.

Freianlagen
Die Kubatur und Innenraumaufteilung des neuen Familienzentrums schafft im Freiraum klare Zuordnungen und Zonierungen. Ein gro√üz√ľgiger Vorplatz an der Schnittstelle zwischen Breslauer und G√∂rlitzer Stra√üe l√§sst viel Raum f√ľr den t√§glichen Plausch unter Eltern genauso wie f√ľr Pausengespr√§che bei den gelegentlichen Auff√ľhrungen. Ein L√ľmmeldeck, etwas seitlich angeordnet, wird ein beliebter Treff f√ľr die Kids werden. Auf der ruhigeren Ostseite bieten kindgerechte Bank-Tischkombinationen Platz zum Hausaufgaben machen oder Basteln im Freien. Zwischen Neubau und Turnhalle ist der Au√üen-Spiel- und Toberaum f√ľr die Kindergartenkinder angeordnet. Eine lineare Spielplastik bietet von verschiedenen Kletter- und Balancierm√∂glichkeiten √ľber den √ľberdachten Sandspielplatz bis zu R√ľckzugs- und Kuschelboxen ein die gesamten Sinne anregendes Spielerlebnis f√ľr alle Altersgruppen. Durch seine Anordnung am Rand entsteht eine zusammenh√§ngende Fl√§che zum Sausen und Toben √ľber die wellenf√∂rmig reliefierte Rasenfl√§che. Der Freibereich f√ľr die U3- Gruppe kann bei Bedarf √ľber niedrige Holztore vom Rest des Spielbereichs abgetrennt werden und erh√§lt einen eigenen Sandkasten mit Deck und Spielh√§uschen und eine kleinen Rasenh√ľgel mit Kleinkindrutsche. Dabei bleibt genug Raum, dass noch weitere Spielangebote angeordnet werden k√∂nnten. F√ľr beide Altersgruppen sind jeweils Beete zum S√§en und Ernten vorgesehen. Die Terrasse am Essbereich ist in einen Naschgarten mit einem reichen Angebot an leckeren Fr√ľchten und Kr√§utern eingebettet und durch niedrige Fruchthecken vom Rest des Gel√§ndes abgeschirmt.
Auch im √ľbrigen Gel√§nde werden die Geb√ľschs√§ume mit Erdbeeren, Heidelbeeren und Minze angereichert; alle Str√§ucher und B√§ume sind fruchtend und/oder Lieferanten f√ľr Bastelmaterial wie z.B. Nuss- und Obstb√§ume oder Kastanien. Die Zufahrt zum Mitarbeiterparkplatz erfolgt √ľber einen kurzen, verbreiterten Stich vom Weg ‚ÄěIm Kreutzhof‚Äú aus. F√ľr den Hol-undBringverkehr k√∂nnten an der G√∂rlitzer Stra√üe zwei bis drei zus√§tzliche L√§ngsparkpl√§tze angeordnet werden.

Der in Nords√ľd-Richtung verlaufende Gr√ľnzug mit erhaltenswertem Baumbestand bleibt vollst√§ndig erhalten.

Materialität, Energie und Nachhaltigkeit

Das Geb√§ude ist als wirtschaftlicher und nachhaltiger Neubau konzipiert, er wird als Holzkonstruktion mit einem hohem Vorfertigungsgrad geplant, Geschossdecken in Brettsperrholz und die Au√üen- sowie Innenw√§nde in Holzst√§nderbauweise. Die Innenw√§nde werden mit Lehmsteinen ausgefacht. Die D√§cher werden als Kehlbalkendach sowie Pfettendach geplant, die Aussteifung des Geb√§udes erfolgt √ľber Holzst√ľtzen, Deckenscheiben sowie Aussteifungsw√§nde. Als sichtbare Fassade ist eine vorgeh√§ngte Holzfassade (vorvergraut) vorgesehen, die in Form einer vertikal verlaufenden Holzschalung ausgef√ľhrt wird.

√úbergeordnetes Ziel: klimaneutraler Betrieb Die √ľbergeordnete Idee des Neubaus basiert auf der konsequenten Reduzierung des Energie- und Leistungsbedarfs f√ľr Strom und W√§rme, dem Einsatz innovativer Geb√§udetechnik, der passiven und aktiven Nutzung von Sonnenenergie und dem Stromlastmanagement. Die kompakte Bauform, hochw√§rmed√§mmende Bauteile und eine luftdichte Geb√§udeh√ľlle reduzieren die Transmissionsw√§rmeverluste der Wohngeb√§ude. W√§rmebr√ľckeneffekte werden durch eine Optimierung aller Bauteilanschl√ľsse begrenzt. Abgestimmt auf die Bed√ľrfnisse an die Tageslichtversorgung werden die solaren W√§rmegewinne maximiert. Hierbei ist von Bedeutung, dass der Nutzungsgrad der solaren W√§rmegewinne begrenzt ist und deshalb nahezu orientierungsunabh√§ngig ist. Das Ziel einer zeitgem√§√üen Energieeffizienz wird ebenfalls durch den Einsatz bew√§hrter technischer Mittel und eine hochged√§mmte H√ľlle erreicht.

Der Neubau wird als Holzkonstruktion mit √ľberwiegender Vorfertigung geplant. Die Wahl dieser zeitlosen und dauerhaften Materialien garantiert einen langen, wartungsfreien Lebenszyklus. Der kompakte, klar im Raster geplante Bauk√∂rper l√§sst eine wirtschaftliche Bauweise erwarten. Bautechnisch einfache, kosteng√ľnstige Materialien und Konstruktionen gew√§hrleisten die n√∂tige Wirtschaftlichkeit. Das st√§dtebauliche Konzept erlaubt seriell wiederholte, damit kosteng√ľnstige Bauelemente, ohne monoton zu wirken. Bei der vorgeschlagenen Bauweise und den eingesetzten Materialien wird bewusst auf Verbundbaustoffe verzichtet. Dadurch wird eine einfache R√ľckbaubarkeit und sortenreine Trennung der Baustoffe erm√∂glicht, die gr√∂√ütenteils nach Ablauf ihrer Lebensdauer recycelt werden k√∂nnen. Die Grundrissgeometrien sind so gew√§hlt worden, dass eine rein nat√ľrliche Be- und Entl√ľftung aller Bereiche m√∂glich ist. Dies gilt auch f√ľr die Sanit√§rbereiche die weitestgehend an der Fassade angeordnet sind und ein Fenster zur L√ľftung haben (im OG alsDachfl√§chenfenster). Nur in Einzelf√§llen mit innenliegenden Sanit√§rbereichen wird eine Abluft mit Nachstr√∂mung (DIN 18017) notwendig.

Photovoltaik
In die Dachfl√§chen k√∂nnen Photovoltaikelemente integriert werden, die den Eigenstromverbrauch kompensieren. Die erforderliche Anlagentechnik kann neben dem Technikraum im Erdgeschoss zus√§tzlich in den Dachr√§umen, die sich √ľber den Waschr√§umen befinden, untergebracht werden. Nicht durch PV-Elemente belegte Dachfl√§chen werden extensiv begr√ľnt.

Geb√§udeh√ľlle
F√ľr die opaken Bauteile werden U-Werte zwischen 0,10 und 0,15 W/(m¬≤K) angestrebt, die UW-Werte der Fenster werden mit 0,8 W/(m¬≤K) avisiert. Dabei wird eine w√§rmebr√ľckenoptimierte Konstruktion (W√§rmebr√ľckenzuschlag ca. 0,01 W/(m¬≤K = Unterschreitung des Standardwerts um 90 %) angestrebt.

Sonnenschutz
Es wird ein außenliegender Sonnenschutz vorgesehen. Als Verschattungselemente sind Fallarmmarkisen bzw. Screens vorgesehen.

Tageslichtkomfort
Die geplante Ost-West-Orientierung verspricht ein hohes Maß an passiven Solarenergiegewinnen. Bei der Planung des Fensterflächenanteils werden die Maximalgrößen unter Abwägung von Tageslichtkomforts und der Minimierung des sommerlichen Wärmeeintrags optimiert (sommerlicher Wärmeschutz).

Heizwärmeerzeugung
Die Beheizung des Geb√§udes erfolgt √ľber einen Fernw√§rmeanschluss mit einem Prim√§renergiefaktor von 0,24. Die Versorgung erfolgt aus dem Netz der SWK. Gro√üe Anteile der Fernw√§rmeerzeugung basieren auf regenerativen Brennstoffen und Technologien.

Heizungsverteilung
Die W√§rmeverteilung erfolgt mittels Vorlaufverteiler/R√ľcklaufsammler √ľber einzelne Heizkreise als Pumpenwarmwasserheizung. Die Beheizung wird fl√§chendeckend √ľber ein Fu√übodenheizungssystem durchgef√ľhrt.

Beurteilung durch das Preisgericht

Zwei Bauk√∂rper arrondieren den Schulcampus auf sinnf√§llige Weise. Der doppelgeschossige Langbau der Kita bildet dabei einen kraftvollen westlichen Abschluss des Ensembles, die eingeschossige Lernwerkstatt im Norden erm√∂glicht eine funktional stimmige Anbindung an die benachbarte Grundschule im Osten. Durch den Versatz der beiden Bauteile entsteht ein gut proportionierter Vorplatz am Kreuzungsbereich, der eine attraktive Adresse des Hauses im Quartier formuliert. Der Baumbestand entlang der B√∂schung kann gr√∂√ütenteils erhalten werden, die Stellpl√§tze im S√ľdwesten des Hauses wurden unauff√§llig untergebracht und durch die B√§ume abgeschirmt, allerdings wird f√ľr die Stellpl√§tze eine relativ gro√üe Fl√§che versiegelt. Allerdings kann der Versiegelungsgrad anhand des Oberfl√§chenmaterials sowie mittels anderweitiger Stellplatzverordnung noch verringert werden. √úber die Parkplatzzufahrt erfolgt sehr selbstverst√§ndlich auch die Anlieferung der K√ľche. Zudem ist die geforderte Feuerwehrzufahrt gew√§hrleistet. Zwischen Kita und Sporthalle ergibt sich ein gut proportionierter und r√§umlich gefasster Freispielbereich, der durch die 3 Freitreppen aus dem Obergeschoss in √ľberschaubare Bereiche zoniert wird. Parallel zur Sporthallenfassade wird ein langgestrecktes Spielelement vorgeschlagen, welches ein attraktives Gegen√ľber zu den Funktionsr√§umen der Kita bildet und eine Antwort auf die r√ľckw√§rtige Fassade der Turnhalle bietet. Durch das Interpretieren der vorhandenen Reliefenergie der Topographie entstehen spannende informelle Spielangebote. Nach S√ľden hin √∂ffnet sich der Freiraum gro√üz√ľgig zum angrenzenden Gr√ľnzug. Eine Terrasse erm√∂glicht, dass sich die Aktivit√§ten der Lernwerkstatt ins Freie hin erweitern lassen. Auch f√ľr den Speisesaal wird ein eigener Freisitz auf der Westseite der Kita vorgeschlagen. Vom Vorplatz aus gelangen die Besucher in ein Foyer, welches die drei Funktionsbereiche gut miteinander verkn√ľpft und doch auch voneinander trennt. Hier erfolgt richtigerweise auch die fu√ül√§ufige Anbindung an die benachbarte Grundschule. Der Mehrzweckraum der Kita l√§sst sich mit dem Foyer zu einer vielf√§ltig bespielbaren Zone verbinden. Die Lernwerkstatt erh√§lt durch ihre bauliche Separierung eine eigene Identit√§t, welche durch das Sheddach noch betont wird. Ob das Sheddach auch zur Belichtung der R√§ume genutzt wird, ist aus den Pl√§nen nicht zu erkennen. Das Familienzentrum im 1.Obergeschoss des n√∂rdlichen Geb√§udekopfes wird √ľber eine Treppe im Foyer und eine separate Au√üentreppe bestens erschlossen. Es ist durch das doppelgeschossige Foyer vom Eingang aus gut wahrnehmbar. Die Lage im Obergescho√ü wird zudem durch zwei Dachterrassen gut kompensiert. Die Ausformung der inneren Treppenanlage mit dem im Treppenauge liegenden Aufzug wird kontrovers diskutiert, die Geb√§udeh√∂he im Bereich des Aufzugs scheint nicht ausreichend. Die innere Struktur des Hauses ist logisch, funktional und attraktiv. Es gibt regelm√§√üig Au√üenbezug, enge Flursituationen werden vermieden. Der Speisesaal durchbricht die Nebenraumspange der Westseite und schafft auch hier eine reizvolle Durchl√§ssigkeit. Eine interne Treppe verbindet die beiden Etagen der Kita an zentraler Stelle und schafft so kurze Wege im Alltag. Die vier Funktionsr√§ume im Obergeschoss sind paarweise geb√ľndelt und verf√ľgen √ľber gesch√ľtzte Garderobenzonen im jeweiligen Vorbereich, die den Spielflur rhythmisieren. Der ostseitig vorgelagerte Laubengang erm√∂glicht den direkten √úbergang zum Freispielbereich und dient gleichzeitig als Fluchtweg. Zudem erzeugt er im Erdgeschoss eine √ľberdeckte und somit wettergesch√ľtzte Vorzone. Das geneigte Dach erzeugt in den Funktionsr√§umen eine gro√üe Raumh√∂he und damit auch zus√§tzliches Volumen. Da keine zweite Spielebene in den Funktionsr√§umen gew√ľnscht wird, wird die Raumgeometrie von Seiten der Nutzer als wenig kindgerecht angesehen. Das zitierte Bild einer Scheune entlehnt ihr Motiv aus dem s√ľdlich angrenzenden Ortskern des Stadtteils und der benachbarten Altstadt und erscheint einerseits kindgerecht und f√ľr das Familienzentrum geeignet. Andererseits wird typologisch und gestalterisch die Anschlussf√§higkeit an den bestehenden Schulcampus vermisst. Die ins geneigte Dach eingeschnittenen Dachterrassen werden in Nutzung und Bauerhalt kritisch gesehen. Die klare Struktur des Hauses verspricht eine idealtypische und wirtschaftliche Realisierung des Hauses in Holzbauweise und wird so den Anforderungen der Auslobung an nachhaltiges Bauen gerecht. Die vorgeschlagene holzsichtige Materialit√§t erzeugt eine sehr gute und stimmige Aufenthaltsqualit√§t im Geb√§ude. Die Arbeit √ľberzeugt durch ihre klare innere Grundrissorganisation und die sehr guten Potentiale unterschiedlicher Nutzungen auch nach Betriebsschluss der Kita.
Ansicht Westen

Ansicht Westen

Abgabeplan 01

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Perspektive

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Abgabeplan 02

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