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Nichtoffener Wettbewerb | 06/2024

Erweiterung Friedrich-Ebert-Schule in Nienburg / Weser

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2. Rundgang

Kunst + Herbert Architekten

Architektur

RABE LANDSCHAFTEN | ARGE STUDIO URBANE LANDSCHAFTEN

Landschaftsarchitektur

GRUBE Ingenieurteam

Tragwerksplanung

Duschl Ingenieure GmbH & Co.KG

TGA-Fachplanung

Erläuterungstext

Städtebau
Das Konzept für den Anbau und den Neubau eines weiteren Schulhauses für die Friedrich-Ebert-Grundschule in Nienburg nimmt Bezug auf deren baulichen Bestand aus den späten 90er Jahren und setzt die städtebauliche Setzung und Kubatur des bestehenden Schulhauses schlüssig fort. Die Formensprache des Bestandsgebäudes, die wesentlich geprägt ist durch eine kleinmaßstäbliche und vielfältige Dachlandschaft greift der Entwurf auf und entwickelt diese auf den eingeschossigen Ergänzungsbauten in eine moderne Erscheinung des Gesamtensembles weiter. Mit dem ergänzenden, neuen Schulhaus im nord-westlichen Bereich des Areals sowie einem Anbau als Vervollständigung an das vorhandene Gebäude im nord-östlichen Bereich wird ein weiterführendes, räumliches Pendant zum baulichen Bestand der Friedrich-Ebert-Schule geschaffen.

Anbau und Neubau organisieren sich auf der nördlichen Seite des bestehenden Schulgebäudes und rahmen den grünen Freiraum der Sportwiese mit dem Bolzplatz und dem Haupteingang als zentrales grünes Herzstück des Schulcampus. Der ergänzende Anbau auf der östlichen Seite schirmt das Schulgelände zum Straßenraum ab und stärkt gleichzeitig das Gesicht des Schulgeländes zum umliegenden städtischen Raum am Berliner Ring gegenüber des östlich gelegenen Bildungscampus’. Nach Nord-Westen schafft das neue Schulhaus eine akustische Barriere zum dort gelegenen Wohngebiet.

Durch die Platzierung und Ausrichtung der ergänzenden Bauten werden BesucherInnen vom Berliner Ring kommend logisch und selbstverständlich auf das Schulgelände und zum Haupteingang der Schule geleitet. Der identitätsgebende Fahnenmast in der Mitte des Bestandsgebäudes bleibt als zentraler Blickfang erhalten. Der charmante und grüne bestehende Schulhof auf der Südseite des Bestandsgebäudes bleibt ebenso erhalten und wird in das übergeordnete freiräumliche Konzept der Schule eingebunden.

Architektur
Die ergänzenden Gebäude und die Neuorganisation der Nutzungen auf dem Gelände transformieren die Friedrich-Ebert-Schule in einen einladenden Ort, mit dem über die schulischen Nutzungen hinaus ein halb-öffentlichen Raum für kulturelle, soziale und Bildungsveranstaltungen als sozialer Ankerpunkt im Quartier entsteht. Der Entwurf greift die architektonischen Themen des bestehenden Schulhauses mit der prägenden Leitmauer aus Stein, der abgesetzten Dachstruktur, haptischen Materialien und innenliegendem Hof auf und setzt dieses mit der Konzeption des An- und Neubaus weiterführend fort.

Die Schulmensa wird durch ihre neue Platzierung zum verbindenden Baustein und zentralen Treffpunkt für alle SchülerInnen und Mitarbeitenden der Schule. Am nördlichen grünen Platz gelegen bildet sie ein funktionales Gegengewicht zu Aula, die sich zum südlichen Schulhof orientiert. Das Bestandshaus erweitert sich nach Norden; es entsteht großzügiger Innenraum für den Ganztagsbereich und die Bibliothek. Zwischen der neuen Mensa und der angegliederten Küchenräumen entsteht zwischen Bestands- und Anbau ein neuer, zusätzlicher Innenhof als ‚Mensahof‘ - ein Außenbereich für die Mittags- und kleineren Pausen. Der Ganztagsbereich und die Bibliothek organisieren sich um den innenliegenden Freiraum im Bereich der ehemaligen Mensa und Küche, so dass der im bestehenden Schulhaus vorhandene Innenhof zur neuen Nutzung als Lesehof belebt und aufgewertet wird. Zwischen Mensa, Küche und Lehrküche im Anbau und dem neuen Ganztags- und Bibliotheksbereich im Bestandshaus sind außerdem die Räumlichkeiten des Hausmeisters mit einer kleinen Werkstatt angeordnet. Die Unterbringung der Haustechnikanlagen ist teilweise im UG unter dem neuen Anbau vorgesehen.

Mit einem geneigten Pultdach öffnet sich der Anbau großzügig zum nördlichen Hof und betont die Eingangszone der Schule. Zum Straßenraum des Berliner Rings neigt sich das Dach und schottet das Schulareal so vom Verkehr ab. Die Anordnung der neuen Mensa und Lehrküche im Zugangsbereich des Haupthauses machen das lebendige Treiben des Schulalltags an prominenter Stelle für BesucherInnen von außen sichtbar.

Auch im Neubau, dem ergänzenden Schulhaus im nord-westlichen Bereich des Areals ist gleich eines innenliegenden „Hofs“ ein geräumiger Gemeinschaftsbereich im Zentrum des Hauses, inmitten der in Clustern angeordneten Schulräume als Herzstück des Lernhauses und Treffpunkt für alle geplant. Eine außenliegende, zum grünen, lebendigen Schulhof orientierte Terrasse erweitert diesen Gemeinschaftsbereich zusätzlich in den Außenraum. Der transparent gestaltete Eingang des Neubaus ermöglicht BesucherInnen der Schule schon vom grünen Schulhof aus großzügige Einblicke in das Gebäude.

Die um den „Innenhof“ des Neubaus organisierten Gruppenräume der Lerncluster sind durch verschiebbare Elemente vom zentralen Gemeinschaftsbereich getrennt, so dass die Räume den wechselnden Nutzungsanforderungen der Grundschule entsprechend flexibel mit diesem zusammenzuschließen sind. So werden ein zeitgemäßes Lernen in unterschiedlichen Formaten und Gruppengrößen mit Aussenbezug und auch für kleinere Veranstaltungen im neuen Schulhaus ermöglicht. Die Sanitärräume und Lehrerbüros sind im hinteren, süd-westlich gelegenen Bereich des Hauses angeordnet.