Nichtoffener Wettbewerb | 04/2026
Erweiterung Grund- und Gemeinschaftsschule Mühlhausen im Kraichgau
6
Perspektive Schulhof Mensa
©Pussert Kosch Architekten
ein 4. Preis
Preisgeld: 7.500 EUR
Landschaftsarchitektur
Erläuterungstext
Entwurfskonzept
Der Erweiterungsneubau besteht aus zwei rechteckigen Baukörpern die versetzt angeordnet und leicht zueinander verdreht werden. Der südliche Baukörper orientiert sich an der orthogonalen Baukörperstruktur der Bestandbauten und grenzt den neuen Schulhof nach Süden ab. Der westliche Baukörper zeigt in Richtung der bestehenden Grund-schule und bildet den westlichen Schulhofabschluss. Der südliche Baukörper ist zweigeschossig und beinhaltet die neue Mensa und den Mehrzweckraum im Erdgeschoss, sowie die Fachräume der Sekundarstufe im Obergeschoss. Im westlichen drei- geschossigen Baukörper sind in den unteren zwei Geschossen die Räume für die Grundschule angeordnet. Weiterhin sind dort die Flächen für die Ganztagesbetreuung untergebracht. An der Schnittstelle der zwei Baukörper befindet sich die Haupterschließung mit Foyer und einem geschossverbindenden Luftraum. Die Haupttreppe verknüpft die zwei topografischen Niveaus der Schulhöfe Grundschule und Gemeinschaftsschule. Die Sanitäranlagen liegen zentral an der Schnittstelle der zwei Bau-körper und sind sparsam geschossweise übereinanderliegend angeordnet.
Beurteilung durch das Preisgericht
Die Verfasser*innen schlagen zwei rechteckige, zwei- bzw. dreigeschossige Baukörper im westlichen Grundstückbereich vor. Die städtebauliche Setzung des Bauvolumens ist überzeugend in seiner Raumbildung und Maßstäblichkeit. Das leichte Versetzen und Verdrehen der beiden Baukörper wird vom Preisgericht positiv bewertet. Es entsteht eine außenräumliche „Neue Mitte“ im Schulgelände. Die Zugangssituation zu den Bestandsgebäuden bleibt unverändert.
Der Neubau erhält seinen Zugang zu den Grundschulräumen im Gebäudeknick auf Schulhofniveau der Grundschule. Eine angemessen breite und großzügige Sitzstufentreppe verbindet die beiden Pausenhofniveaus und lädt zum Treffen, Sitzen und Verweilen ein. Ganztagesbereich und Bereiche der Sekundarstufe werden vom der oberen Pausenhoffläche erschlossen.
Kritisch gesehen wird die Nutzungsverteilung der Grundschule in zwei voneinander getrennten Gebäuden. Ein Teil der Grundschule wird im Bestandsgebäude verortet, weitere Räume der Grundschule sind im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss des Neubaus vorgesehen. Auch die Durchmischung der Nutzungen vom Ganztagesbereich und den fachspezifischen Unterrichtsräumen der Sekundarstufe werden im Schulalltag funktional kritisch bewertet.
Die Lage der Mensa auf oberem Schulhofniveau mit angegliedertem Außenbereich und der Möglichkeit diese mit dem Multifunktionsraum zusammen zu schalten, wird begrüßt. Jedoch wird ein räumlicher Abschluss der Mensa zu den Erschließungsflächen vermisst. Die Sanitärbereiche sind zentral und gut auffindbar im Bereich der Haupterschließung angeordnet.
Logisch und klar erkennbar wird an der Schnittstelle der beiden Gebäudekörper die Vertikalerschließung mit einläufiger Treppe und geschossübergreifendem Luftraum positioniert. Dies ermöglicht in Verbindung mit breiten Erschließungsflächen und Fluraufweitungen eine hohe Aufenthaltsqualität und eine sehr gute Orientierung im Gebäude mit Blickbeziehungen in den angrenzenden Schulhof und Freibereich.
Das Primärtragwerk besteht überwiegend aus Recyclingbeton bzw. Holz-Beton Hybridelementen. Die gewählte Fassadengestaltung aus lasierter, vertikaler und unterschiedlich breiter Lattenschalung mit horizontalen Fensterbändern weiß in ihrem ruhigen Duktus zu überzeugen und ist konsequent aus den Innenräumen abgeleitet. Eine Akzentuierung erfährt die Fassade durch Einfassung der Fensterbänder, Leibungen und Attika durch eloxierte Aluminiumbleche.
Die Fluchtwege sind über zwei notwendige, direkt in den Außenraum führende Treppenräume gesichert. Die Freiflächen sind der Nutzung nach ausgebildet. Im Wechselspiel zwischen Grüninseln, Holzdecks und Sitzelementen entstehen gut nutzbare Freibereiche. Hierbei sind die Pausenhofflächen der Grundschule ausreichend dimensioniert, hingegen die Schulhofflächen der Gemeinschaftsschule unterschritten sind. Hier könnte eine Erweiterung im südlichen Bereich Abhilfe schaffen.
Betrachtet man die Kenndaten, bewegt sich der Entwurf in einem mittleren wirtschaftlichen Bereich. Sowohl die Kubatur als auch die notwendigen Verkehrs- und Nutzflächen liegen sind angemessen, ohne dabei räumlich oder gestalterische Qualitäten opfern zu müssen.
Insgesamt bietet der Entwurf – von der Baukörpersetzung, der Erscheinung, der Grundrisskonfiguration und der nachhaltigen Bauweise bis hin zur Materialauswahl – einen guten und zukunftsfähigen Beitrag. Hingegen kann die vorgeschlagene Nutzungsverteilung im schulischen Tagesbetrieb leider nicht überzeugen.
Der Neubau erhält seinen Zugang zu den Grundschulräumen im Gebäudeknick auf Schulhofniveau der Grundschule. Eine angemessen breite und großzügige Sitzstufentreppe verbindet die beiden Pausenhofniveaus und lädt zum Treffen, Sitzen und Verweilen ein. Ganztagesbereich und Bereiche der Sekundarstufe werden vom der oberen Pausenhoffläche erschlossen.
Kritisch gesehen wird die Nutzungsverteilung der Grundschule in zwei voneinander getrennten Gebäuden. Ein Teil der Grundschule wird im Bestandsgebäude verortet, weitere Räume der Grundschule sind im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss des Neubaus vorgesehen. Auch die Durchmischung der Nutzungen vom Ganztagesbereich und den fachspezifischen Unterrichtsräumen der Sekundarstufe werden im Schulalltag funktional kritisch bewertet.
Die Lage der Mensa auf oberem Schulhofniveau mit angegliedertem Außenbereich und der Möglichkeit diese mit dem Multifunktionsraum zusammen zu schalten, wird begrüßt. Jedoch wird ein räumlicher Abschluss der Mensa zu den Erschließungsflächen vermisst. Die Sanitärbereiche sind zentral und gut auffindbar im Bereich der Haupterschließung angeordnet.
Logisch und klar erkennbar wird an der Schnittstelle der beiden Gebäudekörper die Vertikalerschließung mit einläufiger Treppe und geschossübergreifendem Luftraum positioniert. Dies ermöglicht in Verbindung mit breiten Erschließungsflächen und Fluraufweitungen eine hohe Aufenthaltsqualität und eine sehr gute Orientierung im Gebäude mit Blickbeziehungen in den angrenzenden Schulhof und Freibereich.
Das Primärtragwerk besteht überwiegend aus Recyclingbeton bzw. Holz-Beton Hybridelementen. Die gewählte Fassadengestaltung aus lasierter, vertikaler und unterschiedlich breiter Lattenschalung mit horizontalen Fensterbändern weiß in ihrem ruhigen Duktus zu überzeugen und ist konsequent aus den Innenräumen abgeleitet. Eine Akzentuierung erfährt die Fassade durch Einfassung der Fensterbänder, Leibungen und Attika durch eloxierte Aluminiumbleche.
Die Fluchtwege sind über zwei notwendige, direkt in den Außenraum führende Treppenräume gesichert. Die Freiflächen sind der Nutzung nach ausgebildet. Im Wechselspiel zwischen Grüninseln, Holzdecks und Sitzelementen entstehen gut nutzbare Freibereiche. Hierbei sind die Pausenhofflächen der Grundschule ausreichend dimensioniert, hingegen die Schulhofflächen der Gemeinschaftsschule unterschritten sind. Hier könnte eine Erweiterung im südlichen Bereich Abhilfe schaffen.
Betrachtet man die Kenndaten, bewegt sich der Entwurf in einem mittleren wirtschaftlichen Bereich. Sowohl die Kubatur als auch die notwendigen Verkehrs- und Nutzflächen liegen sind angemessen, ohne dabei räumlich oder gestalterische Qualitäten opfern zu müssen.
Insgesamt bietet der Entwurf – von der Baukörpersetzung, der Erscheinung, der Grundrisskonfiguration und der nachhaltigen Bauweise bis hin zur Materialauswahl – einen guten und zukunftsfähigen Beitrag. Hingegen kann die vorgeschlagene Nutzungsverteilung im schulischen Tagesbetrieb leider nicht überzeugen.
Lageplan M 1.500
©Pussert Kosch Architekten
Erdgeschoss M 1.200
©Pussert Kosch Architekten
Piktogramm
©Pussert Kosch Architekten
Fassadendetail Schnitt M 1.50
©Pussert Kosch Architekten
Modellfoto
©Pussert Kosch Architekten