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Verhandlungsverfahren | 08/2025

Erweiterung Lucas-Cranach-Grundschule in Kronach

Haupteingang

Haupteingang

Zuschlag

baum - kappler architekten gmbh

Architektur, Innenarchitektur

A2 Landschaftsarchitekten

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

Ausgangslage | Städtebau
In Kronach in Oberfranken soll der bestehende Standort der Lucas-Cranach-Grundschule um Flächen des offenen Ganztags erweitert werden, um den wachsenden Flächenbedarf zu decken und funktionale und flächentechnische Zwänge im bestehenden Bestandsgebäude aus den 1960er Jahren zu lösen. Die Grundschule mit derzeit 430 Kindern wurde bis 2014 im Bestandsgebäude an der Turnstraße grundsaniert. Durch die zusätzlichen Anforderungen an die künftige Ganztagesbetreuung können keine zusätzlichen Flächen mehr im Gebäude geschaffen werden; bereits jetzt sind die Flächen für Mensa und Verwaltung deutlich zu klein. Aufbauend auf einem pädagogischen Konzept für den gebundenen Ganztag sollen die Ganztagesflächen in einen Erweiterungsneubau ausgegliedert werden. Erforderliche Pausenflächen und zugehörige Sportanlagen sollen mangels Ausweichflächen auf dem
Grundstück, trotz Flächenzuwachs, verbleiben.
Die Realisierung des Vorhabens soll in einem Bauabschnitt erfolgen und bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Die städtebauliche Ausrichtung, Gebäudesituierung und funktionale Gliederung der Baumaßnahme folgt dem übergeordneten Campusgedanken. Im Bereich der Friedhofstraße,
am südlichen Giebel des Bestandes wird ein 2-geschossiger Erweiterungsbau vorgeschlagen. Dadurch wir der Straßenraum städtebaulich begrenzt und ein Gegenüber zur denkmalgeschützten Friedhofskapelle geschaffen. Durch die Anordnung der Pausenhalle wird der Schwerpunkt des Ensembles in die Schnittstelle von Grundschule und Gebäude für den gebundenen Ganztag verlagert. Der bestehende giebelseitige Aufzug wird erhalten und um eine Treppe ergänzt. Dadurch kann kostensparend eine barrierefreie Erschließung des Erweiterungsbaus gewährleistet werden.

Gebäude
Das Gebäude wird in Hybridbauweise aus Holz und Stahlbeton errichtet und basiert auf einem Raster von 1,35m. Die Gebäudekonfiguration besteht aus einem rechteckigen Baukörper mit 2 notwendigen Treppen und einem Luftraum über der Aula/Pausenhalle. Diese kann als Speisebereich bzw. für schulische Veranstaltungen genutzt werden. Im Erdgeschoß befinden sich in unmittelbarer Nähe zum neuen Haupteingang die die Pausenhalle mit angrenzender Verteilerküche und Pausenverkauf und die weiteren Räume der Mittagsbetreuung. Im Obergeschoss befinden sich die Gruppenräume des gebundenen Ganztags. Jede Clustereinheit bildet eine Nutzungseinheit im Sinne des baulichen Brandschutzes und ist an einem Fluchttreppenhaus angegliedert. Dadurch können die Flure als Spielflure aktiviert werden und transparente bzw. mobile Raumtrennungen geschaffen werden. Die Räume mit einer Nutzfläche von ca. 45m² können flexibel und themenbezogen genutzt werden. Die westliche Außentreppe kann als direkter Zugang zu den Pausen- und Spielflächen genutzt werden.
Alle Dachflächen werden intensiv begrünt und über ein Retentionsdach bewässert, dass der natürlichen Regenrückhaltung dient. Alle Räume sind nach außen orientiert und bieten vielfältige Ausblicke sowie ausreichende Privatheit.

Materialität und Gestaltung
Die Materialsprache des Neubaus orientiert sich an der regionalen Bauweise und der Wertigkeit der umgebenden Bestandsbebauung. Die Fassaden des Erweiterungsneubaus werden mit einer flächigen Holzfassade aus Mehrschichtplatten und vorgesetzten vertikalen Lisenen verkleidet. Giebelseiten erhalten eine robuste hinterlüftete Verkleidung aus Faserbetonplatten. Fenster und Fassaden werden in Holz-Aluminium-Konstruktion ausgeführt. In den ebenerdigen Zonen bieten Holz- Glasfassaden Einblicke in die neue Pausenhalle sowie Durchblicke vom Straßenraum zum Innenhof. Die Innenbereiche werden ebenfalls einheitlich im Grundmaterial Holz gestaltet, um einen wohnlichen Raumeindruck und ein angenehmes Raumklima zu schaffen. Hierzu werden die Brettsperrholzwände in Sichtoptik ausgeführt.

Beschreibung Tragwerk
Die Hauptbaukörper wird in Hybridbauweise errichtet. Für die Bodenplatte und die Gründung wird eine klassische Ortbetonbauweise gewählt, genauso wie für Innenwände mit Brandwandanforderung. Stützen werden in Stahlverbundbauweise ausgeführt um die gewünschte Schlankheit zu erreichen.
Die beiden einläufigen Treppenanlagen werden als Betonfertigteil ausgeführt. In Verbindung mit den Deckenscheiben aus Brettsperrholz, und Massivholzwänden aus BBS bilden die Giebelwände die räumliche Steifigkeit und Stabilität der Gebäude. Das Obergeschoss wird ebenfalls in Holzbauweise errichtet. Die Außenwände werden dabei in Fassaden- und Fensterkonstruktionen aufgelöst, geschlossene Bereiche in Massivholzbauweise. Tragende Innenwände werden ebenfalls in Massivholzbauweise (Speichermasse) mit sichtbarer Holzoberfläche geplant. Die Decken des Obergeschosses werden auch in Holzmassivbauweise ausgeführt, Geschoßdecken als Holz-Beton-Verbundecken, Dachdecken als Brettstapeldecken.

Freiraumkonzept
Die Freianlagenplanung orientiert sich stark am Bestand. Das Rasenspielfeld wird erhalten wohingegen der Allwetterplatz neu angelegt wird, um Fläche für den Erweiterungsbau zu schaffen. Der große Baumbestand wird um Neupflanzungen ergänzt, sodass ausreichend Schatten zur Verfügung steht. Die Eingangsbereiche werden einladend gestaltet. Es werden baumüberstandene erhöhte Sitz- und Liegeplattformen als Aufenthaltsbereiche integriert.
Weiterhin bieten mit Kletterpflanzen berankte Pergolen bei der Laufbahn Orte zum Aufenthalt. Die Tischtennisplatten werden erhalten und versetzt. Ein Baumhain mit Hängematten bietet den Kindern einen Naturerfahrungsraum im Kontrast zu den ansonsten sehr offen gehaltenen Spiel- und Aufenthaltsflächen. Vor dem Baumhain entsteht ein neues Spielfeld mit Kletterangebot und Trampolinen.
An der Turnstraße wird das aktuell mit Rasen angesäte Abstandsgrün um eine pflegearme Blühwiesenansaat, die nur dreimal im Jahr gemäht werden muss, ergänzt. Hierdurch entstehen extensiv angelegte Flächen, die gleichzeitig einen Mehrwert für Flora und Fauna bieten. Der Eingangsbereich an der Turnstraße wird um überdachte Fahrradständer und Sitzbänke sowie Baumpflanzungen ergänzt. Weiterhin sind hier zwei barrierefreie Stellplätze
in direkter Eingangsnähe vorzufinden.

Grundriss Erdgeschoss

Grundriss Erdgeschoss

Grundriss Obergeschoss

Grundriss Obergeschoss