Hochbaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb | 04/2024
Erweiterung Max-Brauer-Schule in Hamburg
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Visualisierung
©Philipp Obkircher | KERSTEN KOPP ARCHITEKTEN GmbH
ein 3. Preis
Preisgeld: 19.500 EUR
Architektur
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
BASE Landschaftsarchitekten PartGmbB
Landschaftsarchitektur
Erläuterungstext
STÄDTEBAU: Die bisherige Architektur der Max-Brauer-Schule ist geprägt von vielen kleinteiligen Gebäuden, die im Laufe der vergangenen Jahrzehnte entstanden sind. Die gewachsene Struktur der Bestandsbauten wird von einem dichten alten Baumbestand umgeben. Das neue Klassengebäude positioniert sich als segmentiertes, abstufendes Volumen parallel zum Bestandsgebäude und der Aula. Ergänzend hierzu wird die denkmalgeschützte Paul-Gerhard-Kirche vom Quartiersplatz mit eingebunden und gibt dem neuen Quartiersplatz zusätzlich einen historischen Charakter.
Die neue Sporthalle befindet sich sinngemäß neben den Bestandssporthallen im Süden, um den Schulhof vor dem Lärm der S-Bahngleise abzuschirmen.
DAS GEBÄUDE: Im Erdgeschoss des Schulneubaus befinden sich gemeinschaftlich genutzte Räume sowie die Vorschule im Süden. Durch die Orientierung des Haupteingangs und der Mensa zum Quartiersplatz eignet sich das Erdgeschoss sowohl als neuer Veranstaltungsort für schulische Events als auch für die Vermietung an Externe. Die Lerngruppenräume orientieren sich um eine gut belichtete offene Lernfläche. Diese Raumstruktur ermöglicht differenzierte Unterrichtsformen, die auf individuelle Bedürfnisse der Schüler:innen eingehen können und den Anforderungen an zeitgemäßes und zukunftsorientiertes Lernen gerecht werden. Die neue Sporthalle im Süden des Grundstücks erhält ein einladendes Foyer, in dem Besuchende willkommen geheißen werden. Es dient auch im Schulalltag als Treffpunkt vor dem Unterricht. Vor den Umkleidekabinen im Obergeschoss befindet sich eine Tribüne mit ausreichend Platz für Besuchende.
KONSTRUKTION UND MATERIAL: Im Sinne einer maximalen Flexibilität sowie einer elementierten und damit wirtschaftlichen und schnellen Bauweise wird das Tragwerk der Gebäude als Holzskelettbau in einem Raster aus 7,6 x 7,6m geplant und bildet so ein robustes und flexibles Gerüst für sich ändernde Nutzungs- und Raumanforderungen. Bei Bedarf kann der Schulneubau in Zukunft um ein zusätzliches Lernkompartment im zweiten Obergeschoss erweitert werden und die Schule so auf wachsende Schüler:innenzahlen reagieren. Die Fassaden werden durch ein System aus hochwärmedämmenden Holzrahmenbauelementen mit eingesetzten Fensterelementen als Holz-Alu-Konstruktion mit 3-Scheiben-Verglasungen gebildet und ermöglichen so großzügige Bezüge zum Außenraum und eine sehr gute natürliche Belichtung der Innenräume. Auch im Innenbereich werden nachhaltige Baustoffe verwendet und wo möglich sichtbar gelassen. So werden die nichttragenden Innenwände aus Holzrahmenbau- bzw. Trockenbauwänden hergestellt. Die hölzernen Wand- und Deckenoberflächen werden weitestgehend sichtbar belassen.
Beurteilung durch das Preisgericht
Der Vorplatz mit Haupteingang wird durch Freistellen der Aula (Rückbau der Verbindungsbauten) gestärkt. Veranstaltungsräume, die Mensa und der Zugang zur Verwaltung liegen alle an den Freiflächen des Haupteingangs - vis-a-vis der denkmalgeschützten Kirche. Die Freistellung der Aula im Stadtraum wird befürwortet, die Erschließung soll aber ausschließlich von der Paul-Gerhardt-Kirche erfolgen. Das dadurch entstehende kulturelle Zentrum für Schule und Bezirk wird begrüßt.
Die großzügige Eingangsgeste der Mensa mit Vordach + Ausrichtung des Speiseraums auf die Paul-Gerhardt-Kirche wird befürwortet. Auch die multifunktionale Wegeverbindung durch die Mensa in den südlichen Grundstücksteil mit Sportanlagen wird begrüßt. Die Mensa wird von der Grundschule auch als Differenzierungsfläche genutzt und kann durch die Lage unter den Klassenkompartments gut in den Schulalltag integriert werden.
Die Erschießung/ Versorgung der Küche vom Bahrenfelder Steindamm müsste hinsichtlich der Funktionalität geprüft und überplant werden.
Durch die verspringende Kubatur des Mensa- und des Schulgebäudes entsteht eine größere zusammenhängende und gut nutzbare Grün- und Freifläche zwischen Neubau und Bestand. Die Qualitäten der Freiflächen im Osten hingegen sind nicht zu erkennen.
Die räumliche Organisation der Kompartments wird von der Schule grundsätzlich begrüßt, wobei die sehr breiten, offenen Lernflächen zu einem sehr großen Flächenbedarf führen und teilweise schlecht belichtet sind. Die zentralen multifunktional nutzbaren Erschließungstreppen lassen eine hohe Aufenthaltsqualität erwarten, wobei die Auflagen des Brandschutzes geprüft werden müssten. Die Vorschulklasse kann im EG des südlichen Gebäudeteils angemessen untergebracht werden (ruhige und grüne Lage).
Die Freiflächen sind in ihrer Differenzierung zwischen dem Platz am Eingang zur Schule und dem grüngeprägten Schulhof angemessen gestaltet.
Die Positionierung der kleinen Sporthalle östlich der Sporthalle des Bestands ist nachvollziehbar und schafft größtmögliche und gut nutzbare, klare Flächen für den Sport im Außenraum.
Deutlich kritisiert wird der hohe Flächenbedarf, der 20 % über den Vorgaben aus der Auslobung liegt.
Das Schulgebäude ist sehr breit und wirkt in seiner Kubatur vergleichsweise massiv. In Kombination mit der rigiden, gerasterten Fassade wirkt das Gebäude wenig differenziert und einladend. Es wird diskutiert, ob es architektonisch der Aufgabenstellung der Erweiterung einer Grundschule an dem sensiblen Standort gerecht wird.
Modellfoto
©KERSTEN KOPP ARCHITEKTEN GmbH
Lageplan
©base Landschaftsarchitekten für KUBUS Freiraumplanung
Schnitt
©KERSTEN KOPP ARCHITEKTEN GmbH
Grundriss
©KERSTEN KOPP ARCHITEKTEN GmbH
Axonometrie
©KERSTEN KOPP ARCHITEKTEN GmbH
Visualisierung
©Philipp Obkircher | KERSTEN KOPP ARCHITEKTEN GmbH