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Nichtoffener Wettbewerb | 07/2026

Erweiterung Phoenix-Gymnasium in Dortmund-Hörde

Visualisierung Faßstraße
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Visualisierung Faßstraße

2. Preis

Preisgeld: 28.725 EUR

caspar.

Architektur

studio grüngrau GmbH

Landschaftsarchitektur

Werner Sobek AG

Tragwerksplanung

Drees & Sommer SE

TGA-Fachplanung

Erläuterungstext

1. Städtebaulich-freiraumplanerisches Konzept
Der Erweiterungsbau des Phoenix-Gymnasiums formuliert einen klaren städtebaulichen Auftakt zum Stadtteil Hörde und vermittelt zwischen dem großmaßstäblichen Verkehrsraum der Faßstraße und dem geschützten Schulcampus.
Der kompakte viergeschossige Baukörper besetzt die östliche Grundstückskante und definiert einen robusten räumlichen Abschluss zur stark frequentierten Faßstraße. Gleichzeitig entsteht westlich des Neubaus ein ruhiger, geschützter Freiraum, der sich selbstverständlich in die bestehenden Schulhofflächen einfügt und die vorhandene Campusstruktur stärkt. Durch die präzise Setzung des Baukörpers werden die Freiräume akustisch abgeschirmt, klare Orientierung geschaffen und räumliche Restflächen vermieden.
Der Haupteingang orientiert sich zur Alfred-Trappen-Straße und bildet gemeinsam mit dem Vorbereich eine adressbildende Eingangssituation für die Sekundarstufe II. Der Eingangsbereich verknüpft Ankommen, Aufenthalt und Orientierung und schafft eine klare Verbindung zwischen Neubau, Sporthalle und bestehendem Schulgelände.
Zwischen der bestehenden Sporthalle und dem Neubau entsteht eine kleine platzartige Situation als räumlicher Übergang zwischen Bestand und Erweiterung. Trotz der beengten Situation wird dieser Bereich bewusst aktiviert und sozial kontrolliert. Der Aufenthaltsraum der Oberstufe sowie ein zusätzlicher Nebeneingang zum offenen Haupttreppenhaus orientieren sich zu diesem Freiraum und stärken dessen Aufenthaltsqualität und Nutzbarkeit im Schulalltag. Gleichzeitig bleibt der notwendige brandschutztechnische Abstand zur Sporthalle als robuste befestigte Bewegungsfläche erhalten und gewährleistet kurze und intuitive Wege zwischen Sporthalle, Schulhof und Erweiterungsbau.
Die Freiraumgestaltung greift die Formensprache des kürzlich neugestalteten Schulhofs des Phoenix-Gymnasiums auf und entwickelt diese weiter. Polygonale, weich abgerundete Flächen schaffen ein zusammenhängendes und identitätsstiftendes Gesamtbild zwischen Bestand und Erweiterungsbau. Die klare und zeitgemäße Gestaltung stärkt die räumliche Zusammengehörigkeit des Schulcampus und ergänzt diesen um neue Aufenthaltsbereiche für die Oberstufe.
Unterschiedliche Sitz- und Kommunikationsangebote sowie schattige Aufenthaltsbereiche unter Einbeziehung des vorhandenen Baumbestandes schaffen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für Lernen, Aufenthalt und informelle Begegnungen. Vor dem Neubau werden befestigte Aufenthalts- und Bewegungsflächen durch großzügige Pflanzinseln mit umlaufenden Sitzbänken gegliedert. Eine Pflanzinsel am Haupteingang formuliert eine adressbildende Eingangssituation und schafft einen grünen Auftakt des Neubaus. Entlang der Sporthalle integrieren weitere Pflanzflächen Schulgärten als ergänzende pädagogische Nutzungen und gemeinschaftliche Aufenthaltsbereiche.
Die erforderlichen Stellplätze einschließlich barrierefreiem Stellplatz und Ladeinfrastruktur werden im südlichen Grundstücksbereich angeordnet und durch Heckenpflanzungen gegenüber dem Straßenraum eingegrünt. Robuste Belagsmaterialien sowie reduzierte, standortgerechte Pflanzungen gewährleisten einen geringen Pflegeaufwand und eine langfristig hohe Nutzungsqualität im Schulalltag. 
2. Material- und Farbklang
Die Architektur des Neubaus zeichnet sich durch eine klare, robuste und langlebige Materialität aus. Horizontale Fassadenbänder und vorgelagerte Balkonzonen gliedern den Baukörper und vermitteln zwischen dem großmaßstäblichen Straßenraum und dem menschlichen Maßstab der Lern- und Aufenthaltsbereiche.
Die hinterlüftete Metallfassade verleiht dem Gebäude einen präzisen und zeitlosen Ausdruck. Gleichzeitig gewährleistet sie eine dauerhafte und wartungsarme Gebäudehülle mit hoher Robustheit im Schulalltag. Die horizontale Fassadengliederung bindet den Neubau in den Maßstab des Campus ein und unterstützt die ruhige Gesamtwirkung des Gebäudes.
Die äußere Farbgebung des Neubaus nimmt Bezug auf die Materialität und den Farbton des östlich gegenüberliegenden historischen Magazingebäudes aus den 1920er Jahren. Die warmen, erdigen Farbtöne der Metallfassade interpretieren den Charakter des bestehenden Backsteinbaus in zeitgemäßer Form und verankern den Erweiterungsbau im historischen und stadträumlichen Kontext von Hörde. Dadurch entsteht trotz der eigenständigen Architektursprache eine subtile Verbindung zur industriell geprägten Identität des Ortes.
Die vorgelagerten Balkone übernehmen sowohl funktionale als auch gestalterische Aufgaben. Sie dienen als außenliegende Flucht- und Rettungswege und ermöglichen in Verbindung mit den offenen Außentreppen eine wirtschaftliche und sichere Erschließung des Gebäudes. Gleichzeitig schaffen sie zusätzliche Aufenthalts- und Kommunikationsbereiche mit direktem Bezug zum Stadtraum und zum Schulcampus. Darüber hinaus übernehmen die Balkonzonen Funktionen des konstruktiven Sonnen-, Witterungs- und Schallschutzes und verbessern die Aufenthaltsqualität der Innenräume.
Im Innenraum prägen sichtbare Holzoberflächen, natürliche Materialien und eine warme Farbigkeit die Lernatmosphäre. Holzstützen, Holzoberflächen und robuste Bodenmaterialien schaffen eine ruhige und identitätsstiftende Umgebung für die Schülerinnen und Schüler. Die Materialwahl folgt dabei dem Ziel einer langlebigen, ressourcenschonenden und wartungsarmen Architektur.
Die Konstruktion basiert auf einem wirtschaftlichen Hybrid-Skelettbau aus Holz und Stahlbeton mit hohem Vorfertigungsgrad. Stahlbetonkerne übernehmen die Aussteifung des Gebäudes, während ein regelmäßiges Stützenraster flexible Grundrissstrukturen und langfristige Anpassungsfähigkeit ermöglicht. Zum Einsatz kommen Holz-Beton-Verbunddecken mit kreuzverleimten Holzplatten und aufliegenden Betonfertigteilen. Durch die Kombination beider Materialien entsteht ein leistungsfähiges Deckensystem mit hoher Tragfähigkeit, guten bauphysikalischen Eigenschaften und reduzierten grauen Emissionen.

3. Gestaltungselemente / Möblierung / Ausstattung / Beleuchtung
Der Neubau organisiert die Räume der Sekundarstufe II in einer klaren und flexiblen Lernstruktur. Die innere Organisation folgt einer eindeutigen funktionalen Gliederung mit gemeinschaftlich genutzten Bereichen im Erdgeschoss und darüber angeordneten jahrgangsbezogenen Lernclustern.
Im Erdgeschoss befinden sich die gemeinschaftlich genutzten Bereiche des Erweiterungsbaus. Forum, Bibliothek und Aufenthaltsraum der Oberstufe bilden zusammen mit den Fachbereichen Kunst, Musik und Literatur das kommunikative Zentrum des Hauses. Das Forum öffnet sich sowohl zum Stadtraum als auch zum Schulcampus und ermöglicht eine flexible Nutzung für schulische und außerschulische Veranstaltungen. Durch die räumliche Nähe der gemeinschaftlichen Nutzungen entstehen vielseitige Lern- und Aufenthaltsbereiche mit hoher Aufenthaltsqualität.
Ab dem 1. Obergeschoss werden die drei Lerncluster der Sekundarstufe II entlang der Nordfassade übereinander organisiert. Die Cluster bestehen jeweils aus unterschiedlich großen Unterrichtsräumen und einer großzügigen Cluster-Mitte als gemeinschaftlichem Lern-, Aufenthalts- und Kommunikationsbereich. Sichtbeziehungen zwischen Unterrichtsräumen und Cluster-Mitten fördern Orientierung, Transparenz und Kommunikation innerhalb der Jahrgänge. Im südlichen Bereich des 1. Obergeschosses ergänzen weitere Fachräume für Kunst, Musik und Literatur die Lernbereiche und profitieren von der räumlichen Nähe zu den gemeinschaftlichen Nutzungen im Erdgeschoss.
Im 2. Obergeschoss befinden sich die Verwaltungs- und Personalbereiche der Oberstufe mit Teamstation, Materialraum sowie Büro- und Besprechungsbereichen. Die zentrale Lage innerhalb des Gebäudes ermöglicht kurze Wege und eine enge Anbindung an die Lerncluster.
Im 3. Obergeschoss befindet sich das Lerncluster der Jahrgangsstufe 13. Zwei zusammenschaltbare Unterrichtsräume ermöglichen hier die flexible Nutzung als Abiturklausurbereich. Ergänzt wird das Geschoss durch die gemeinschaftlich nutzbare Dachterrasse als identitätsstiftender Aufenthaltsbereich der Oberstufe. Die Terrasse orientiert sich zum Schulcampus und eröffnet Blickbeziehungen zum Hauptgebäude des Phoenix-Gymnasiums, zur bestehenden Schulhoflandschaft sowie zum Stadtraum von Hörde. Dadurch wird die räumliche Verbindung zwischen Erweiterungsbau, Bestandsschule und urbanem Umfeld gestärkt und ein gemeinschaftlicher Ort für Aufenthalt, Austausch und informelles Lernen geschaffen.
Die Cluster-Mitten werden als offene und flexibel nutzbare Lernlandschaften verstanden. Unterschiedliche Möblierungsangebote ermöglichen individuelles Lernen, Gruppenarbeit sowie informelle Aufenthalts- und Kommunikationssituationen. Mobile Möblierungen und flexibel nutzbare Unterrichtsbereiche unterstützen unterschiedliche pädagogische Szenarien und ermöglichen langfristige Anpassungen an zukünftige Anforderungen.
Das innenliegende Haupttreppenhaus wird als offener Kommunikationsraum Teil der Lernlandschaft. Die großzügigen Sichtbeziehungen zwischen Erschließung, Cluster-Mitten und Aufenthaltsbereichen fördern Orientierung und soziale Interaktion innerhalb des Gebäudes.
Pflanzbeete mit kleineren Gehölzen strukturieren die Dachterrasse und schaffen zusammen mit Sitzbänken, frei möblierten Aufenthaltsbereichen und einer Pergola einen geschützten Aufenthaltsort mit hoher Aufenthaltsqualität für die Oberstufe.
Die Beleuchtung orientiert sich an einer gleichmäßigen, blendfreien und lernfreundlichen Atmosphäre. Großzügige Verglasungen gewährleisten eine gute Tageslichtversorgung aller Lern- und Aufenthaltsbereiche. Ergänzend sorgt eine energieeffiziente LED-Beleuchtung mit Tageslicht- und Präsenzsteuerung für eine bedarfsgerechte und wirtschaftliche Ausleuchtung der Räume. Die sichtbaren Holzoberflächen sowie die warme Materialität unterstützen zusätzlich eine angenehme und ruhige Lernatmosphäre.
Das Gebäude versteht sich darüber hinaus als sichtbares Lernobjekt für nachhaltiges Handeln. Über digitale Anzeigen im Eingangsbereich werden Energie- und Wasserverbräuche sowie die Leistung der Photovoltaikanlage transparent dargestellt. Die Visualisierung schafft einen unmittelbaren Bezug zu Ressourcenverbrauch, Energieflüssen und klimatischen Zusammenhängen und integriert Nachhaltigkeit als Bestandteil des schulischen Alltags.

4. Aussagen zu Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit; Folgekosten
Der Entwurf verfolgt einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz, der ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigt.
Die kompakte Gebäudestruktur reduziert den Energiebedarf sowie die Hüllflächenverluste und ermöglicht gleichzeitig eine hohe Flächeneffizienz. Großzügige Tageslichtversorgung, außenliegende Verschattungselemente sowie robuste und langlebige Materialien schaffen behagliche Lernräume mit hoher Aufenthaltsqualität und minimieren langfristige Betriebs- und Instandhaltungskosten.
Das Raumklimakonzept schafft optimale Bedingungen für konzentriertes Lernen und einen energieeffizienten Gebäudebetrieb. Aufgrund der Lärmbelastung durch die Faßstraße sowie der Gebäudetiefen erfolgt die Belüftung der Unterrichtsbereiche über dezentrale, fassadenintegrierte Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung. Jeder Unterrichtsraum wird individuell und bedarfsgerecht mit Frischluft versorgt. Der Luftaustausch erfolgt zugfrei und energieeffizient bei gleichzeitig hoher Raumluftqualität und akustischem Komfort.
Die Lüftungsgeräte verfügen über integrierte Heiz- und Kühlregister zur thermischen Konditionierung der Zuluft. In den Wintermonaten wird die Frischluft bedarfsgerecht temperiert, während in den Sommermonaten eine kontrollierte Kühlung der Räume erfolgt und Überhitzung vermieden wird. Ergänzend ermöglichen öffenbare Fassadenflügel eine unterstützende freie Fensterlüftung in den Übergangszeiten und erhöhen den Nutzerkomfort.
Die Regelung der Raumkonditionen erfolgt CO₂- und temperaturabhängig und ermöglicht eine individuelle Steuerung der einzelnen Unterrichtsbereiche. Durch die dezentrale Gebäudetechnik können große zentrale Technikflächen vermieden werden. Der Neubau kommt daher ohne Unterkellerung aus. Die Technikflächen beschränken sich auf einen kompakten Hausanschluss- und Technikraum im Erdgeschoss, eine offen gestaltete Technikzentrale mit Luft/Wasser-Wärmepumpe auf dem Dach sowie einen kleinen Technikbereich für die PV-Anlage. Dies reduziert sowohl den technischen Aufwand als auch die Eingriffe in den Baugrund und verbessert die Wirtschaftlichkeit des Gebäudes.
Die Wärmeversorgung erfolgt über eine bivalente Luft/Wasser-Wärmepumpe mit dem natürlichen Kältemittel R290. In den Sommermonaten kann das System in einen Kühlbetrieb wechseln und die Lüftungsregister mit Kaltwasser versorgen. Die offen gestaltete Technikzentrale wird über filigrane Wetterschutzgitter in die Architektur integriert und unterstützt den robusten und wartungsarmen Gebäudebetrieb.
Die Konstruktion basiert auf einem wirtschaftlichen Hybridtragwerk mit hohem Vorfertigungsgrad und materialeffizienten Bauteilen. Die Holz-Beton-Verbunddecken reduzieren die grauen Emissionen gegenüber konventionellen Stahlbetondecken deutlich und ermöglichen gleichzeitig eine robuste und langlebige Bauweise. Ergänzend kommen CO₂-reduzierte Betone mit Recycling-Gesteinskörnungen zum Einsatz.
Die Tragwerks- und Materialwahl folgt den Prinzipien des zirkulären Bauens und orientiert sich am Cradle-to-Cradle-Gedanken. Die verwendeten Bauteile sind weitgehend sortenrein trennbar, rückbaubar und recyclingfähig. Der Neubau wird damit als langfristig nutzbares und werthaltiges Materialdepot verstanden.
Aufgrund der geringen Gebäudehöhe und des regelmäßigen Tragwerksrasters kann eine wirtschaftliche Gründung über Streifenfundamente erfolgen. Die Bodenplatte wird als nichttragendes Bauteil ausgeführt, wodurch Materialeinsatz, Emissionen und Baukosten reduziert werden.
Die ökologischen Ziele des Entwurfs werden durch ein ganzheitliches Energie- und Wasserkonzept unterstützt. Die Dachflächen werden vollflächig mit Photovoltaikmodulen sowie extensiven Dachbegrünungen kombiniert und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion des Primärenergiebedarfs sowie zur Verbesserung des Mikroklimas.
Sämtliche Dachflächen werden als Retentionsdächer ausgebildet und leisten einen aktiven Beitrag zum klimaangepassten Bauen. Niederschlagswasser wird auf den Dachflächen zurückgehalten und zeitlich verzögert abgeführt, wodurch die Kanalisation entlastet und die Verdunstung gefördert wird. Das Regenwasser des Hauptdaches wird zusätzlich in einem Tagesspeicher gesammelt und zur Bewässerung der Außenanlagen sowie der Dachbegrünung genutzt.
Ergänzend verfolgt das Planungsteam die Möglichkeit einer zukünftigen Regenwassernutzung für WC-Anlagen im Rahmen eines pädagogischen Projektansatzes mit den Jahrgangsstufen 11 bis 13. Nachhaltigkeit wird dadurch nicht nur baulich umgesetzt, sondern auch als Teil schulischer Bildung vermittelt.
Die flexible Grundrissorganisation, die robuste Materialität sowie die wartungsarmen Fassaden- und Techniksysteme sichern eine langfristige und wirtschaftliche Nutzbarkeit des Gebäudes über den gesamten Lebenszyklus.

Beurteilung durch das Preisgericht

Mit einem kompakten, aber recht breiten viergeschossigen Baukörper formuliert diese Arbeit einen kräftigen Stadteingang für Dortmund-Hörde, nimmt die Richtung des Turnhalleneingangs auf, dreht leicht Richtung Schulcampus und öffnet sich diesem mit einer großen Dachterrasse, die als exzeptionelles Freiraumangebot heraussticht.

Auch zum Stadtraum und damit zur Öffentlichkeit präsentiert und öffnet sich das Schulgebäude bewusst mit einer umlaufenden Glasfassade in allen Geschossen, also auch im Erdgeschoss und schafft eine urbane Qualität im Straßenverlauf. Damit wird zum einen der Stadtraum belebt, zum anderen wird damit der Anspruch des Gymnasiums aufgegriffen, sich als integraler Bildungsort dem Stadtteil zu präsentieren.

Zur Alfred-Trappen-Straße wird ein großzügiger Vorplatz ausgebildet, der allerdings nicht als einladendes Entrée wahrgenommen werden kann, da er durch den Parkverkehr deutlich gestört wird und kaum Aufenthaltsqualität aufweist. Der Versiegelungsgrad des Außenraums ist insgesamt sehr hoch. So wird auch der Grundstücksstreifen vor der Ostfassade nicht als Grünpuffer genutzt, sondern wird als Teil des Gehwegs verstanden.

Durch den großen Fußabdruck des Gebäudes und der Drehung Richtung Campus wird der Raum zwischen Turnhalle und Neubau zu stark eingeengt und fungiert mit diesem schluchtartigen Charakter lediglich als Transitraum.

Mit der bunten Farbgebung der Fassade soll sich das Gebäude an den Kontext des Campus anpassen, wirkt hier allerdings etwas aufgeregt und in seiner Materialität (Geschossbänder in rot-lackiertem Wellblech) nicht wertig. Der sehr hohe Glasanteil der Fassade wird im Hinblick auf Funktionalität, Sonnenschutz und Klimaresilienz kritisch gesehen. Der außenliegende Sonnenschutz in Form von Lamellen-Rollos wird als nicht nachhaltig erachtet.

Die Grundrisse sind gut organisiert und bieten gleichzeitig großzügige Begegnungsräume mit hoher Aufenthaltsqualität in allen Etagen. Der schmale Windfang im Eingang erscheint jedoch bei Hochbetrieb zu gering dimensioniert.

Das großzügige Forum ist einladend möbliert, ein Podest mit Sitzstufen vielfältig nutzbar, seitens der Nutzenden könnte auf einen Musikraum und einen WC-Raum verzichtet werden.

Zum großzügigen, offenen Treppenhaus im zentralen Aussteifungskern besteht eine gute Sichtbeziehung vom Eingang. Mit den großen Treppenaugen werden zudem interessante Blickbeziehungen in die Obergeschosse ermöglicht. Da die Treppenanlage jedoch nicht abgetrennt dargestellt ist, kann sie nicht als Fluchtweg dienen. Daher werden zwei weitere Treppen in der Außenfassade angeboten, sowohl im Süden als auch im Norden als offene, berankte Treppenanlage, die durch Laubengänge an der Ostseite verbunden ist und im Erdgeschoss jeweils unter dem Gebäude- Rücksprung endet. Dies ist eine pragmatische und urbane Lösung, die gegebenenfalls im Sommer zusätzliche Aufenthaltsflächen schafft, jedoch für die Durchwegung aus Sicherheitsgründen eher nachteilig erscheint.

Die Lerncluster sind sehr gut organisiert und schaffen mit ihren differenzierten und großzügigen Clustermitten in den drei Obergeschossen anregende Lernatmosphären. Auch hier sind die Sanitäranlagen in der Clustermitte sowie der Lernmittelraum im zweiten Obergeschoss, der durch eine Teeküche ersetzt werden könnte, überflüssig.

Als besonderes Highlight ist die Dachterrasse zu werten, die einen weiten Ausblick in den Schulcampus und in den Stadtteil erlaubt, und gleichzeitig den geschützten Freiraum bietet, der auf dem knappen Grundstück fehlt.

Insgesamt bietet die Arbeit ein sehr gutes Konzept für einen lebendigen Lernort.
Visualisierung Eingang

Visualisierung Eingang

Visualisierung Aula

Visualisierung Aula

Visualisierung Aufenthaltsraum

Visualisierung Aufenthaltsraum

Visualisierung Balkon

Visualisierung Balkon

Lageplan

Lageplan