Nichtoffener Wettbewerb | 01/2026
Erweiterung Schule an der Jungfernheide zur Gemeinschaftsschule in Berlin-Spandau
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Außenperspektive
©NAK / Davide Abbonacci
Anerkennung
Architektur
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
Lennart Beckebanze, Jan Schmidt-Schweda, Evgenii Varlygin, Maximilian Schneider, Christian Hennemann
ST raum a. Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH
Landschaftsarchitektur
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Verfasser:
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Mitarbeitende:
Tragwerksplanung
Erläuterungstext
Der Erweiterungsneubau der Schule an der Jungfernheide besteht aus vier höhengestaffelten Baustei-
nen, die sich um eine gemeinsame Mitte gruppieren. Die leichte Verschiebung der Bausteine zueinander
bildet einen gefassten Vorplatz im Südwesten und einen Ausgang zu den Pausenflächen im Nordwes-
ten. So adressiert der Schulneubau sich signifikant in den Straßenraum, während die Positionierung der
Sporthalle an der östlichen Grundstücksgrenze einen großzügigen Freiraum fasst, der wiederum durch
die Geometrie des Neubaus gegliedert wird. Die prägenden Baumreihen im südlichen Grundstückbe-
reich werden erhalten und bilden ein Rückgrat als übergeordnete fußläufige Erschließung des Grund-
stücks.
Beurteilung durch das Preisgericht
Das städtebauliche Konzept sieht getrennte Baukörper für Schule und Sporthalle vor. Diese klare Setzung ermöglicht dem Verfasser eine hohe Freiheit bei der Ausbildung differenzierter und qualitätsvoller Außenräume in den Zwischenbereichen. Der wertvolle vorhandene Baumbestand wird vollständig erhalten und sinnvoll in das Gesamtkonzept integriert. Die verschatteten, nach Norden orientierten Außenanlagen werden jedoch kritisch gesehen. Der Haupteingang der Schule ist eindeutig ablesbar und klar zum Rohrdamm orientiert. Innerhalb des kompakten Bauvolumens sind die Funktionen schlüssig und übersichtlich organisiert. Im Erdgeschoss sind der Mehrzweckbereich, die Fachbereiche Kunst und Musik sowie der Verwaltungstrakt als eigenständige Cluster um eine räumliche Mitte angeordnet, die als gemeinsames Foyer dient. Von hier aus führen großzügig dimensionierte Treppenanlagen in die Obergeschosse, in denen die Unterrichtscompartments angeordnet sind. Diese gruppieren sich um einen zentralen Lichthof, der zur Belichtung des Foyers beiträgt und das Manko der großen Gebäudetiefe überzeugend kompensiert. Zusätzlich erhalten die Compartments eine wertvolle zweiseitige Belichtung sowie die Möglichkeit zur Querlüftung.
Der Entwurf überzeugt durch eine sehr gut gelöste räumliche Organisation auf Grundlage des Konzepts des Berliner Lern- und Teamhauses. Die Compartments sind klar strukturiert und konsequent aus den jeweiligen funktionalen Anforderungen entwickelt. Dadurch entsteht eine hohe räumliche Logik, die den pädagogischen Abläufen ebenso wie der täglichen Nutzung in besonderer Weise gerecht wird. Die Cluster der Primarstufe und der Sekundarstufen bilden jeweils eigenständige räumliche Einheiten mit klarer Identität.
Besonders positiv hervorzuheben sind die hohe Übersichtlichkeit sowie die gute Erreichbarkeit der einzelnen Räume. Die innere Organisation ermöglicht eine intuitive Orientierung und kurze Wege, was die Funktionalität des Gebäudes deutlich stärkt.
Aus den unterschiedlichen Geschosshöhen im Erdgeschoss ergibt sich ein Höhenversatz, der sich in den Obergeschossen als Split-Level-Typologie fortsetzt. Diese verspricht spannende räumliche Beziehungen, wird jedoch im Hinblick auf Barrierefreiheit und Inklusion kritisch diskutiert.
Die Fassaden folgen einem seriellen Prinzip. Hinsichtlich Ihres architektonischen Ausdrucks werden Sie kritisch diskutiert.
Durch die gezielte Positionierung des Baukörpers auf dem Grundstück wird der Lärmschutz wirksam berücksichtigt und ein geschützter Außenbereich geschaffen. Das Raumprogramm ist gut erfüllt. Der kompakte, auf einem seriellen Prinzip beruhende Baukörper lässt eine wirtschaftliche Umsetzung erwarten. Besonders positiv hervorzuheben ist zudem das Low- Tech-Konzept einer natürlichen Lüftung mit Nachtauskühlung, das mithilfe eines ausgeklügelten Systems aus vertikalen und horizontalen Lüftungskanälen auf eine flächendeckende mechanische Lüftung verzichtet.
Insgesamt weist der Beitrag eine hohe architektonische und funktionale Qualität auf und leistet einen wertvollen Beitrag zur gestellten Aufgabe.
Innenperspektive
©NAK / Davide Abbonacci
Lageplan Gesamtkonzept
©ST raum a.