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Offener Wettbewerb | 09/2021

Erweiterung Schulstandort Sandinostraße in Berlin-Lichtenberg

1. Preis / Zur Realisierung empfohlen

Preisgeld: 47.500 EUR

Woltereck Fitzner

Architektur

Station C23 - B√ľro f√ľr Architektur, Landschaftsarchitektur und St√§dtebau

Landschaftsarchitektur

Schmöller Brandschutz

Brandschutzplanung

Staupendahl & Partner Bauplanungsgesellschaft mbH

Tragwerksplanung

Beurteilung durch das Preisgericht

Mit der Setzung zweier als ‚ÄěCommunity Hubs‚Äú benannter Bauk√∂rper jeweils f√ľr Mensa, Mehrzweckraum und Sporthalle der beiden Schulen an die westlichen und √∂stlichen Grundst√ľckr√§nder folgt der Entwurf in unpr√§tenti√∂ser und gleichzeitig richtiger Geste der Bautypologie der Umgebung, wo jeweils geschlossen oder abschnittsweise die R√§nder von Baubl√∂cken bebaut sind. Auch die Bestandsbauk√∂rper erhalten so, im Zusammenspiel mit ihren neuen baulichen Erg√§nzungen, eine verbesserte st√§dtebauliche Aussage als block-begrenzende Geb√§ude. Der in den Block gesetzte Neubau der Erweiterung der ISS ist dazu folgerichtig als neutral gerichteter quadratischer Solit√§r gesetzt, der dadurch, dass er von der √∂stlichen Grundst√ľcksgrenze abr√ľckt auch angemessenen Abstand von der Wohnbebauung an der Altenhofer Stra√üe h√§lt. Mit der so erreichten offenen Blockmitte wird der MEB-Bauk√∂rper optisch und mittels eines gedeckten Boulevards auch physisch in das Ensemble der Grundschule eingebunden. Der Bestand bleibt nahezu, au√üer der Herstellung der Barrierefreiheit, unbearbeitet, was dem gew√ľnschten Nutzungsfortbestand w√§hrend der Bauphase zwar entgegen kommt, jedoch Chancen einer eindeutigeren und gro√üz√ľgigeren Adressierung an der Sandinostra√üe und einer transparenteren √úberleitung zu den Erweiterungen ungenutzt l√§sst.
Das Ausformulieren zweier gleichwertiger spiegelbildlicher Geb√§ude, den ‚ÄěCommunity Hubs‚Äú, ist ein richtiges und starkes architektonisches Bild. So wird das Selbstverst√§ndnis zweier Schultypen an einem Standort gest√§rkt und dennoch ein Dialog mittels des baulichen Vis-√†-Vis und des Freiraums dazwischen hergestellt. Die Trennung der Freibereiche bleibt in den Pl√§nen skizzenhaft. Durch die st√§dtebauliche Setzung bleiben begr√ľ√üenswerte Nutzungsoptionen f√ľr die gemeinsame Bespielung des Freiraums erhalten.
Die insgesamt als Holz-Skelettbau mit Glasausfachungen der Fassaden und Holz-Beton-Verbund-Gescho√üdecken vorgeschlagenen Konstruktionen folgen einer nachvollziehbaren Einfachheit, werden sich in der Ausarbeitung gegen√ľber thermischen und brandschutztechnischen Anforderungen aber auch erst noch behaupten m√ľssen. Die Einfachheit im baulichen Gesamtausdruck gilt es dabei zu bewahren.
Die geschickte Anordnung der R√§ume im Schnitt der ‚ÄěCommunity Hubs‚Äú lassen folgerichtige Wege zwischen Foyer, Umkleiden und Sporthallen entstehen und generieren auf der obersten Ebene noch Galeriefl√§chen, vorgeschlagen als Gymnastik, Mehrzweck oder Fitnessbereich. Die vorbildlich zusammenschaltbaren Mensen und Mehrzweckr√§ume bei gleichzeitig m√∂glicher Abtrennbarkeit zu anderen R√§umen und Verkehrswegen er√∂ffnen gemeinsam mit den doppelgeschossigen Raumh√∂hen hervorragende Nutzungsm√∂glichkeiten und Dialoge mit dem Freiraum. Beide Schulen erhalten ein neues Herz, ‚Äď einen Entfaltungsraum.
Der Erweiterungsbauk√∂rper der ISS, der ebenfalls √ľber einen gedeckten Boulevard an das Bestandsgeb√§ude und den Community-Hub angebunden ist, kann als Compartment-Idealbau gelesen werden. Die Verortung der Compartments zwischen den Technik/WAT-R√§umen im EG mit direktem Au√üenraumbezug und den NaWi-R√§umen im obersten Geschoss mit eigenen Dachterrassen erm√∂glicht kurze Wege aller Nutzer zwischen den Unterrichtsstunden. Dem Zwang der Auslobung, nur ein Forum f√ľr zwei Compartments auszubilden, stellt der Entwurf das Angebot zur Seite, die Lehrmittelr√§ume als offene kleine Lernlandschaft in jeweiliger Compartmentmitte auszubilden, so dass zus√§tzliche M√∂glichkeiten der Unterrichtsdifferenzierung entstehen. Diese sind aus den Teamr√§umen gut einsehbar. Alle R√§ume, auch die Foren und Mitten sind gro√üz√ľgig mit Tageslicht und nat√ľrlichen L√ľftungsm√∂glichkeiten versorgt.
Grundlage der Au√üenraumgestaltung bildet die Erhaltung des gesamten Baumbestands. Die Baumorte werden impulsgebend f√ľr die Anordnung von Aufenthalts- und Spielzonen unter den Baumkronen. Dies wirkt zwar noch skizzenhaft, kann jedoch auch als unpr√§tenti√∂s gelesen werden mit dem Anspruch, den Freiraum nicht √ľber zu instrumentalisieren. Die gedeckten Boulevards bieten im Dialog dazu ein ordnendes Element mit wettergesch√ľtzten Vorbereichen der ‚ÄěCommunity Hubs‚Äú.
Insgesamt bietet der Entwurf gro√üe Qualit√§ten f√ľr die Entwicklung des Schulstandorts Sandinostra√üe und st√§rkt die Eigenst√§ndigkeit zweier Schultypen auf einem gemeinsamen Bildungscampus.
Lageplan // Station C23

Lageplan // Station C23

Grundriss Erdgeschoss // Station C23

Grundriss Erdgeschoss // Station C23

Fassadendetail Erweiterungsbau

Fassadendetail Erweiterungsbau

Fassadendetail Community Hub

Fassadendetail Community Hub