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Nichtoffener Wettbewerb | 09/2025

Erweiterung und Sanierung Kindergarten St. Elisabeth in Merdingen

Perspektive
9

Perspektive

ein 2. Preis

Preisgeld: 11.250 EUR

Böwer Eith Murken Hautau Winterhalter Architekten BDA

Architektur

bhm Planungsgesellschaft mbH

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

Der Kindergarten St. Elisabeth bildet seit einem halben Jahrhundert einen wichtigen Baustein am Übergang vom Ortskern zum westlich angrenzenden Wohngebiet in Merdingen. Das Gebäude mit seiner eigenwilligen Bauform und den auf der Sechseck-Wabenstruktur aufgebauten Innenräumen sowie der qualitätvolle Außenspielbereich haben Generationen von Merdingern in ihrer kindlichen Entwicklung begleitet.

Durch den geplanten Umbau und die Erweiterung wird diese identitätsstiftende Funktion gestärkt und in die Zukunft überführt. Der Kindergarten ist als kompaktes 2-geschossiges, energiesparendes und ressourcenschonendes Gebäude konzipiert, welches sich in einem neuen, vom Baustoff Holz geprägten Gewand präsentiert. Durch den Verzicht auf eine Erweiterung in der Fläche wird der „Footprint“ des Gebäudes nicht vergrößert und die schönen Außenflächen mit dem alten Baumbestand bleiben erhalten. So entsteht ein zeitgemäßes, nachhaltiges Bauwerk mit hervorragender Adressbildung und hohem Identifikationsgrad für die zukünftigen Generationen Merdinger Kinder, das Geborgenheit ausstrahlt und gleichzeitig das angestrebte, kreative Umfeld für die Entwicklung der Kinder schafft.

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Verfasser löst die Entwurfsaufgabe mit einer Aufstockung.
Der daraus resultierende minimale Fußabdruck verbunden mit maximaler Außenspielfläche und dem Erhalt des kompletten Baumbestands wird sehr positiv bewertet.
Plangebiet, Baugrenze und Abstandsflächen werden eingehalten.

Die Vorteile im Vergleich zu anderen Aufstockungen liegen zum einen in der geschlossenen, sehr gefälligen Außenkubatur angelehnt an das Bestandsgebäude.
Auch die Dachform und die Idee des zenitalen Lichteintrags werden übernommen.
Ein Laubengang auf der Gartenseite folgt der verspringenden Fassade und bildet zusammen mit der Außentreppe den erforderlichen 2. baulichen Rettungsweg.

Im Vergleich mit anderen Aufstockungskonzepten mit einer Weiterführung des bestehenden Grundrissstruktur sind die baulichen Eingriffe außerhalb des bestehenden Umrisses gering, was im Zusammenhang mit der Umsetzung positiv bewertet wird.

Das Obergeschoss wird im geschwungenen Duktus nur in Teilen überbaut, ein Teilbereich wird für die Unterbringung einer sechsten Gruppe in der Zukunft freigehalten.
Dieser Aspekt wird im Hinblick auf die erforderlichen baulichen Maßnahmen an Dach, Wand und Fassade im Erweiterungsfall kritisch bewertet.

Das bestehende Erschließungssystem bleibt erhalten.
Ein Aufzug wird direkt am Eingang richtig platziert.
Der zentrale Flurbereich wird im Erdgeschoss vergrößert.
Leider wird die Idee der durchlässigen Fugen aus den Piktogrammen im Bereich der Intensivräume in den Grundrissen nicht eingelöst.
Im Obergeschoss erhält dieser Bereich Licht von oben.

Die Grundrisstypologie nimmt eine klare Zuordnung der Gruppenräume und Intensivräume zum Außenbereich und der Nebenräume zur Straße hin vor.
Lediglich der Bewegungsraum neben dem Eingang verlässt dieses Prinzip, gewährt Einblicke ins Geschehen und bietet einen Zugang von außen, ein Aspekt, der bei Veranstaltungen von Vorteil sein kann.
Die Garderoben sind in die Flurzonen integriert.

Die Verfasser schlagen einen Erhalt der bestehenden tragenden Wände im Erdgeschoss und eine Aufstockung in Holztafelbauweise vor.
Die Decken sind als Hohlkastenelemente angedacht.
Die Dachkonstruktion soll im Sinne der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung mit wiederverwendeten Bauteilen errichtet werden, was an der Realität zu überprüfen wäre.
Die vertikale, hinterlüftete Holzlattung stellt eine unaufgeregte Lösung für die Außenhaut dar.

Hinsichtlich der Flächen und Kubaturen liegt die Arbeit im leicht unterdurchschnittlichen Bereich.
Es bleibt die Problematik der statischen Ertüchtigung des Bestands bis in die Fundamente hinein, die ggf. einen nicht unbeträchtlichen baulichen und finanziellen Aufwand darstellen.
Abgesehen davon stellt die Arbeit eine naheliegende Lösung für die Entwurfsaufgabe dar, die Bestehendes aufgreift und sinnvoll weiterführt.
Lageplan

Lageplan

Grundriss EG

Grundriss EG

Querschnitt

Querschnitt

Ansicht Südwest

Ansicht Südwest

Ansicht Nordwest

Ansicht Nordwest

Ansicht Südost

Ansicht Südost

Piktogramm

Piktogramm

Modell

Modell