B Ü R G E R H A U S W E R N E C K
Ein Gebäude, in dem Menschen zusammenkommen. Ein Gebäude, das verbindet.
Das große, offene Foyer verbindet die Stadt und die Auffahrt mit dem Hochparterre der alten Schule, mit der unteren Ebene und dem Garten, mit dem Saal und dem Blick nach Süden in die Landschaft.
Das Foyer verbindet das Lernen - in der Bibliothek und im Musikzentrum - das Aufführen in den Sälen und das Zusammenkommen - in den Foyers und im Jugendbereich. Es ist ein Ort der Begegnung von Jung und Alt, von Traditionellem und Unkonventionellem, auch im architektonischen Sinne von Alt und Neu.
Die Jugend hat ihren eigenen Bereich, für sich, mit eigenem Eingang und eigener Terrasse mit ganztägiger Sonne und Panoramablick. Dennoch ist er über die Haupttreppe voll und ganz in das Geschehen der anderen Aktivitäten, des Eingangs und des Gartens integriert.
Der Saal ist eine natürliche Fortsetzung der Stadt, des Eingangs und des Gartens. Er ist wie das Foyer ein Innenraum, gestaltet wie ein Außenraum, nicht nur Konzertsaal, sondern auch Treffpunkt, übertragenes Forum oder Marktplatz.
Der Neubau ist mit dem Altbau verwoben, über seine Räume und Wege, über die Materialität des Backsteins. Die alte Schule bleibt aber als Wahrzeichen weiterhin erhalten, insbesondere bleibt das Ensemble mit dem parkähnlichen Garten der Ostseite weitestgehend unverändert.
Der Hauptweg verbindet alle Bereiche miteinander. Die alte Treppe führt vom Musikbereich im Dach über den Jugendbereich und setzt sich in der breiten, geschwungenen Foyertreppe fort. Diese ist nicht nur Weg, sondern auch Eingang und Treppe der Begegnung und Repräsentation, vielleicht eine Reminiszenz an die andere Balthasar-Neumann-Stadt, an die Würzburger Residenz.
Der Schwung der Treppe führt in den Saal und zur Aussicht nach Süden, aber auch zurück über die Bar und in den Garten. Eine große Säule zentriert den Raumkomplex und ist zugleich angeleuchteter Turm für Mitteilungen der Bürgerschaft aller Art, auch digital.
Die zweite Treppe im Norden ermöglicht den autarken Betrieb sowohl des Jugendbereichs als auch des Musikzentrums, z.B. für individuellen Musikunterricht außerhalb der Öffnungszeiten. Gleichzeitig wird der zweite Flucht- und Rettungsweg sichergestellt. Der Aufzug mit Außeneingang erschließt alle Ebenen barrierefrei, auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten.
Der Saal ist als „Schuhschachtel“ mit den Proportionen 4:2:1 ideal für eine optimale Akustik und eine wirtschaftliche Realisierung geschnitten. Die gefaltete Holzdecke mit strukturierten Sichtziegeloberflächen ist Teil des akustischen Konzeptes und integriert Tragstruktur wie Technik, die bühnenabgewandten
Faltungen werden microperforiert. Die Grundfläche von 200 m2 und eine mittlere Höhe von 5,55 m ergeben ein akustisch günstiges Volumen für 200 Zuschauer und die geplante Mehrfachnutzung und schaffen einen klanglich vielseitigen, angenehmen und lebendigen Raum. Das warme Material findet seine Entsprechung in der stapelbaren Holzbestuhlung. Die Polsterung schafft neben dem Sitzkomfort auch einen akustischen Ausgleich zwischen dem leeren Raum bei Proben und dem voll besetzten Raum bei Veranstaltungen. Verdunkelungsvorhänge vor den Fensterflächen können ebenfalls akustisch genutzt werden. Die ausfahrbare Bühne mit einer Höhe von 80 cm schafft den gewünschten Kontakt zum Publikum. Die Unterteilung in kleinere Raumeinheiten erfolgt durch hochschalldämmende mobile Trennwände.
Foyer und Saal öffnen sich in voller Breite zum Garten und verbinden diesen mit dem Eingang und der Stadt. Der Garten ist vielfältig nutzbar. Die Toiletten sind sowohl von innen als auch direkt vom Garten aus zugänglich.
Musikschule
Die Unterrichtsräume Musik sind mit schallabsorbierenden Vorwänden 90° zueinander angeordnet ausgestattet und bieten Platz für Klavier und zwei weitere Musizierende. Beim Gruppensaal wird das Dach bis unter dem First und bis zur Traufe geöffnet um ein großzügigeres Raumgefühl und einen guten Klang zu erzeugen. Paneelen in den Vorwänden und den Schränken können geöffnet werden um die Raumakustik zu steuern.