Award / Auszeichnung | 04/2022
EUmies Awards 2022
Die Idee für die neue Kita der Goldhofer Stiftung in Memmingen entspringt dem Reggio-Gedanken, mit schon Gebrauchtem und Recycling-Material kreativ und forschend umzugehen.
©Latz+Partner
Kita Karoline Goldhofer
Nominierung
heilergeiger architekten und stadtplaner BDA
Architektur
Bauherren
LATZ+PARTNER LandschaftsArchitektur Stadtplanung
Landschaftsarchitektur
TGA-Fachplanung
Tragwerksplanung
Energieplanung
Lichtplanung
Brandschutzplanung
Projektdaten
-
Objekttyp:
Kindergärten, Vorschulen
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Projektgröße:
keine Angabe
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Status:
Realisiert
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Termine:
Fertigstellung: 06/2019
Projektbeschreibung
Die drei Gebäudeteile des alten Wohnhauses werden erhalten, freigestellt und unter einer neuen Hülle aus Polycarbonatstegplatten eingestellt. Die entstehenden Zwischenräume sind Raumerweiterung für die Kitafunktionen und Element des nachhaltigen Energiekonzepts. Die neue Hülle ist Kollektor von Licht und Energie. Sie erlaubt, die Bestandswände ungedämmt und als historische Schicht zu erhalten. Das Energiekonzept ist kybernetisches Zusammenspiel von Raum, Konstruktion und Gebrauch. Durch die Einsparung von „grauer Energie“, Baustoffen und einer CO2-Reduktion, die bereits heute das Klimaziel 2050 erfüllt, werden die Stärken des Bestands und des Gebrauchten auch im Sinne der Reggio-Pädagogik für den Klimaschutz aktiviert.
Das Konzept des Wiederverwendens und Aktivierens ist erlebbar: Materialität und Details des Bestands bleiben wie vorgefunden. Ergänzte Konstruktion ist sichtbar roh. Neue Möbel vom Schreiner unterstützen den Gebrauch des Alten.
Die Kita sucht nach architektonischen Antworten auf die relevanten Fragen des Bauens: Wie nutzen wir Bestand und schonen Ressourcen? Wie reduzieren wir CO2 und gewinnen Raum? Wie wird Klimaschutz als Bereicherung erfahrbar?
Dachpfannen der Villa wurden als Mauern wiederverwendet. Wichtig war auch ein kunstvoller Umgang mit dem Vorhandenen, so wurde eine Kombination aus vertikaler Schichtung mit ästhetischer Ansichtsfläche und horizontaler Abdeckung etwickelt.
©Latz+Partner
Auch die wiederverwendeten Dachpfannen sollten so natürlich wie möglich belassen werden, auf eine aufwändige Reinigung wurde verzichtet. Flechten auf der Oberfläche lassen neue Muster entstehen und machen natüliche Prozesse erlebbar.
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Mehrstämmige dornenlose Gleditschien spenden lichten Schatten im Eingangsbereich. Der Klimabaum ist robust, trockenheitstolerant und dient gleichzeitig als Bienenweide.
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Raumgestaltung nach Reggio: Der Raum als “dritter Erzieher” - Veränderbarkeit, Flexibilität und Sinnlichkeit lauten die drei Grundsätze, nach denen Räume den Entwicklungsbedürfnissen der Kinder folgen sollen.
©Latz+Partner
Kies und Steine aus dem alten Gartenteich sind wiederverwendet als Experimentier- und Entdeckungsmaterialien für die Kinder.
©Latz+Partner
Im Mittelpunkt des Konzepts steht das Kind als eifriger Forscher und Konstrukteur, das seine Entwicklung und Bildung mitgestaltet. Die ehem. Bestandszufahrt wurde zum Spielweg, mit Experimentierfeldern aus Recyclingmaterialien und Beeten.
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Recycelte Transportboxen der Firma Goldhofer werden als Spieltische und Stauraum für Materialien und Spielzeug genutzt.
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Hecken mit kleinen Fenstern und Durchgängen rahmen die Gartenfelder. Lebende Weidenfaschinen stützen den Hang und fungieren als "Geheimgang" für die Kinder, gleichzeitig dienen die Äste als Baumaterial, beispielsweise für ein Weidentipi.
©Latz+Partner
Wert gelegt wurde auch auf einen größtmöglichen Erhalt des Baumbestands. So entstanden geheimnisvolle Orte, die Geborgenheit und Rückzugsmöglichkeiten bieten.
©Latz+Partner
Die Kita folgt dem Geländeversprung und formt hier den zweigeschossigen Multifunktionsraum
©Nicolas Felder, Wiggensbach
Details des Bestands bleiben und das Ergänzte ist roh
©Nicolas Felder, Wiggensbach
Möbel vom Schreiner unterstützen den Gebrauch des Alten
©Nicolas Felder, Wiggensbach
Das Spielhaus macht das alte Schwimmbad erlebbar
©Nicolas Felder, Wiggensbach
Die Bestandsfassade umschließt mit der Hülle aus recycelbarem Polycarbonat den hohen Multifunktionsraum
©Nicolas Felder, Wiggensbach
Die transluzente Hülle prägt die Atmosphäre in den Raumerweiterungen
©Nicolas Felder, Wiggensbach
Spielen zwischen den alten Bäumen und auf der großzügigen Wiese
©Nicolas Felder, Wiggensbach