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Verhandlungsverfahren | 11/2015

Freiburg, Holzmarkt, Justizzentrum, 1.BA Neubau, Architektenleistungen nach Teil 3 Abschnitt 1 HOAI

Zugangsbereich

Zugangsbereich

Teilnahme

Kauffmann Theilig & Partner, Freie Architekten BDA, Partnerschaft GmbB

Architektur

Erläuterungstext

Ein 4-geschossiges Gebäude schließt den Innenhof 2 und vervollständigt so sinnfällig die städtebauliche Figur. Es werden damit Anbindungen an die beiden mittleren Gebäuderiegel des Bestands auf allen Ebenen behindertengerecht und mit geringem Aufwand erreicht. Es entstehen kurze Wege innerhalb der Abteilungen.
Auf der S√ľdseite reagiert der neue Bauk√∂rper mit R√ľckstaffelungen in den Geschossen. Teilweise werden die Fassaden nutzungsvertr√§glich geschlossen.
Es entstehen gut proportionierte Abstände der Fassade zwischen neu und alt in den drei Innenhöfen und somit durchgängig gute Arbeitsplatzqualitäten.

Die Erschlie√üung des erweiterten Justizzentrums erfolgt, wie vorgeschlagen, √ľber den Innenhof 1: An zentraler Stelle entsteht zwischen dem neuen Geb√§uderiegel und der bestehenden Staatsanwaltschaft ein 1-geschossiger Geb√§udeteil. Von hier aus werden alle notwendigen Funktionen vom Besucher erreicht. Hier ist die Pforte mit Informationen und allen sicherheitsrelevanten Kontrollen.

Die Sitzungss√§le des Strafrechts befinden sich mit allen notwendigen Infrastruktureinrichtungen im EG im direkten √∂stlichen Anschluss zum Eingang: ein gro√üz√ľgiger Mittelflur mit integrierten Wartebereichen und Beratungszimmern wird √ľber Luftr√§ume und √ľber das Dach belichtet. Die Zuf√ľhrung der Gefangenen erfolgt von Osten √ľber die Luisenstra√üe ebenerdig √ľber einen gesicherten Hof. Alle Einrichtungen der Vernehmung und Verwahrung befinden sich unterhalb der Sitzungss√§le im UG. Von hier aus erfolgt der Zugang der Gefangenen √ľber zwei Aufzugsanlagen ‚Äď unabh√§ngig von Gericht und Besuchern.

Die Zivilgerichte befinden sich im 1. OG. Sie werden ebenfalls √ľber eine gro√üz√ľgige tagesbelichtete Mittelzone erschlossen. Im 2.OG befindet sich das Familiengericht, im 3.OG das Nachlassgericht. Die durchg√§ngige atmosph√§rische Treppe im Luftraum der Mittelzone ist zwischen der Ebene +1 und +2 (optional) unterbrochen, umso die publikumsintensiveren Bereichen von den eher internen Bereichen zu trennen.
Das gesamte Gebäude ist behindertengerecht ausgeformt. Das bestehende Treppenhaus im östlichen Gebäuderiegel wird durch eine Treppe im Neubau ersetzt und die bestehenden Sitzungssäle auf diese Weise direkt an den Neubau angeschlossen.

Das 2. UG nimmt Lager- und Technikfunktionen auf. Die Dachfl√§chen sind formal geordnet und begr√ľnt ‚Äď dies gilt f√ľr die Terrassen und das 1-geschossige Eingangsgeb√§ude. Es wird so die gute 5. Ansicht erreicht.

Alle tragenden und erdber√ľhrenden Bauteile bestehen aus Stahlbeton.
Die tragende Fassade ist gro√üz√ľgig perforiert. F√ľr alle notwendigen Bereiche wird eine gute Tagesbelichtung mit angemessenen Mitteln erreicht. Die B√ľror√§ume sind nat√ľrlich be- und entl√ľftet. Ein au√üenliegender automatisierter Sonnenschutz steuert Lichtlenkung und W√§rmeeintrag.
Eine 3-fach Verglasung in Form von Holz/Alupfostenriegelfenstern sowie eine gute W√§rmed√§mmung der opaken Geb√§udeteile √ľbertreffen die geforderten Werte der Energieeinsparverordnung. Die Kriterien des Bewertungssystems ‚ÄěNachhaltiges Bauen‚Äú werden im Standard Silber erreicht.

Das äußere Erscheinungsbild der Fassade wird geprägt von den hellfarbigen eingefärbten großformatigen Stahlbetonflächen mit der rhythmischen Befensterung. Das ruhige Erscheinungsbild, setzt die Körnigkeit und die strukturelle Gliederung des Bestandsgebäudes fort und verzichtet auf aufgeregte Individualisierungen zu Gunsten des gesamtheitlich neuen Ensembles.

Der zweite Bauabschnitt erg√§nzt das Geb√§ude an der Ecke Holzmarkt und Luisenstra√üe: Die Bestandsgeb√§ude werden r√ľckgebaut. Das bestehende Geb√§ude am Holzmarkt wird in Fortf√ľhrung der Sockel- und Trauflinien vervollst√§ndigt. Das Raumprogramm wird in drei Ebenen organisatorisch gut erf√ľllt - eine Anbindung an den Bestand ist m√∂glich. Ein zentrales Treppenhaus mit Aufzug erschlie√üt im Inneneck leistungsf√§hig die Geschossfl√§chen. Ein nicht klimatisierter Dachraum erg√§nzt den Bauk√∂rper im Sinne des Bestands am Holzmarkt.

Unter dem gesamten Geb√§ude einschl. dem Innenhof 1 wird eine Tiefgarage angeordnet. Die Sockelfigur im Bestand wird aufgegriffen und schafft so eine wirtschaftliche Zufahrt vom Holzmarkt. Die ebenerdige Zufahrt zum gesicherten Hof erfolgt nach wie vor √ľber Hof 3 und die Luisenstra√üe.

Der Bauabschnitt drei setzt bauk√∂rperlich und funktional das vorgeschlagene Erweiterungsgeb√§ude nach Osten fort und wird mit dem Bauabschnitt 2 verkn√ľpft: Dies gilt f√ľr das so entstehende st√§dtebauliche Ensemble mit einer gegliederten Fassade zur Luisenstra√üe als auch f√ľr die Vervollst√§ndigung der TG in Ebene -1 mit ca. 44 Pl√§tzen.
Modell

Modell

Lageplan

Lageplan

Atrium | Erschließung

Atrium | Erschließung

Schnitte

Schnitte

Detailschnitt

Detailschnitt

Innenhof

Innenhof