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Werkstattverfahren | 11/2025

Freiraumentwicklung BID Quartier Colonnaden in Hamburg

Perspektivische Darstellung
6

Perspektivische Darstellung

3. Preis

Preisgeld: 6.500 EUR

HAHN HERTLING VON HANTELMANN

Landschaftsarchitektur

Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit hat den Titel „Gartenband auf Stadtparkett“ gewählt. Vor einer Beschreibung und Auseinandersetzung mit dem Entwurf soll festgehalten werden, dass der gewählte Entwurfsansatz eine konsequente Umsetzung gefunden hat.

In den Straßenzug Colonnaden legen die Verfasser ein stringentes gärtnerisches Band aus einer Baumreihe und linearen Staudenbeeten. Der Straßenraum erhält damit eine klar ablesbare Zonierung und eine eindeutig grüne Prägung. Die Bäume sind halb in Trögen, halb im Erdreich über der Untergrundbahn gepflanzt. Als Baumart ist der französische Ahorn (Acer monspessulanum) mit einer Wuchshöhe von bis zu 10 m gewählt. Die Staudenbeete sind von einem Gitter gefasst, so dass die offenen Vegetationsflächen Regenwasser aufnehmen können. In den Zwischenräumen sind Sitzbänke und Gastronomieflächen angeordnet, der Bereich vor dem Arkadengang ist frei von Einbauten und für Gastronomie vorgesehen. Die Jury schätzt die konsequente Haltung des grünen Bandes, die Pflanzenauswahl und die positiven ökologischen Aspekte, erkennt aber auch die damit einhergehenden Nachteile und räumlichen Einschränkungen. Dementsprechend werden die Raumteilung als zu stark trennend, die Beete und erdverbundenen Tröge als zu unflexibel und die Bespielung des Straßenraums vor den Arkaden mit weiteren Trögen und Außenbestuhlung insbesondere aus denkmalpflegerischer Sicht negativ bewertet. Zudem wird die technische Realisierung eines durchgängigen Gartenbandes im südlichen Bereich aufgrund des U-Bahn-Tunnels in Frage gestellt. Der Auftakt der Colonnaden am Jungfernstieg ist sehr zurückhaltend ausgebildet, hier kann sich die Jury eine stadträumlich kraftvollere Geste vorstellen.

Der Gustav-Mahler-Platz mit den ergänzenden Baumpflanzungen, der vorgelagerten Skulptur in einem Wasserspiel ist eine angemessene und stimmige Lösung. Die Verkehrsführung auf dem Platz ist gut gelöst, die zusätzliche Führung durch Poller könnte jedoch anspruchsvoller gestaltet sein. Die Baumpflanzung vor der Eckbebauung zur Fehlandtstraße wird aus stadtbildlicher bzw. denkmalpflegerischer Sicht kontrovers diskutiert.

Das im Titel genannte „Stadtparkett“ besteht aus einer Pflasterung aus 60x60 cm und 60x90 cm großen Granitplatten, die diagonal im Blockverband in den Colonnaden verlegt werden. Der europäische Straßengrundriss wird über Entwässerungslinien angedeutet. Es entsteht ein barrierefreies und großzügiges Pflasterbild. Ob dieses – insbesondere mit der einmal gewählten Ausrichtung über das gesamte Quartier ausgebreitet werden muss, ist gestalterisch und bautechnisch ausgesprochen fraglich. Die hochwertige Materialwahl in großen Formaten geht mit hohen Verlege- und Schnittkosten einher. Auch die angrenzenden Straßenräume sollen in Granitpflaster ausgeführt werden. Die Jury sieht die Einhaltung des eingestellten Budgets als wesentlich an und bewertet dies kritisch.

Die Herstellung der Möblierung aus Pflanztrögen, Beeteinfassungen und Abfallbehälter aus einem einheitlichen Gestaltungsansatz wird gewürdigt. Die gewählte Bankform ist in ihrer Formensprache angemessen, wirkt jedoch für den Straßenraum überdimensioniert. In den angrenzenden Straßenräumen zu den Colonnaden werden die Baumpflanzungen hinsichtlich der Grundstücksgrenzen, Ladezonen und Fahrradstellplätze kritisch diskutiert.

Insgesamt stehen den Stärken des Entwurfes – insbesondere den ökologischen Mehrwerten des Grünen Bandes und der hochwertigen Pflasterung – deutliche Kritikpunkte gegenüber. Mit dem konsequenten und gradlinigen Ansatz leistet der Entwurf dennoch einen wertvollen Beitrag zur Diskussion um die Neugestaltung der Colonnaden.
Perspektivische Darstellung

Perspektivische Darstellung

Lageplan

Lageplan

Lageplan

Lageplan

Details

Details

Skizzenhafte Darstellung Möblierungsfamilie

Skizzenhafte Darstellung Möblierungsfamilie