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Nichtoffener Wettbewerb | 10/2025

Freiraumgestaltung Hafner Grünes Band in Konstanz, 1. Bauabschnitt

Perspektive-1

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1. Preis

Preisgeld: 28.000 EUR

faktorgruen

Landschaftsarchitektur

Erläuterungstext

Leitidee
Mit dem Grünen Band entsteht im neuen Stadtteil Hafner in Konstanz ein zukunftsweisender Freiraum, der urbane Qualitäten, landschaftliche Identität und klimatische Resilienz vereint. Als grünes Rückgrat verbindet es im ersten Bauabschnitt die Dettinger Straße im Westen mit dem Landschaftskorridor am Kreuzäckerbach im Osten. Dabei entfaltet sich eine offene Abfolge von Räumen, die Orientierung schafft und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bietet. Vom städtischen Platzraum bis zum naturnahen Bachufer.

Gestaltungskonzept
Zentrales Prinzip ist ein durchgehender Pflasterbelag, der sich wie ein Teppich von Fassade zu Fassade spannt. Darauf liegen die „Grünen Schollen“, begrünte Inseln mit klarer Natursteineinfassung, die den Raum strukturieren und unterschiedliche Atmosphären schaffen. Sie bieten Platz für Spiel, Bewegung, Begegnung und Erholung und bleiben dabei barrierefrei und intuitiv lesbar.

Die Grünen Schollen
Die modularen Schollen prägen den Charakter des Entwurfs. Zwischen offenen und dichteren Bereichen entstehen abwechslungsreiche Mikroklimata. Lockere Baumpflanzungen gliedern die Flächen: Ufergehölze wie Erlen oder Weiden begleiten den Bachlauf, während in den offenen Bereichen Obstbäume wie Apfel, Birne und Zwetschge die regionale Identität stärken. Die Obstgehölze fördern Biodiversität, laden zur Ernte ein und werden zu einem Symbol gemeinschaftlichen Lebens im Quartier.

Klimaanpassung
Das Grüne Band setzt auf klimaresiliente Gestaltung mit Verschattung, Verdunstung, Regenwasserbewirtschaftung und hoher Biodiversität. Der grüne Raum wirkt temperaturausgleichend und mindert urbane Hitzeinseln. Ein innovatives Regenwassermanagement leitet Niederschläge über Mulden und Rigolen kontrolliert in den Untergrund ab und unterstützt die Grundwasserneubildung.

Mit seiner dichten, standortgerechten Vegetation, extensiven Wiesen und naturnahen Wasserführung wird das Grüne Band zu einem lebendigen ökologischen Rückgrat des neuen Stadtteils, ein Ort, der Klima, Natur und Gemeinschaft in Einklang bringt.

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Beurteilung durch das Preisgericht

Der Beitrag arbeitet mit der Leitidee, auf einen hellen „Teppich“ aus großflächigem Natursteinpflaster sechs in ihrer Form markante grüne Schollen mit unterschiedlichen Codierungen anzuordnen. Den westlichen Auftakt bildet ein kleiner Quartiersplatz, in Höhe der Grundschule wird ein weiterer Platz, die „Soziale Mitte“, schlüssig in die Abfolge der Schollen eingebunden. Damit entsteht eine robuste und gestalterisch klar ablesbare Struktur, die das Plangebiet gut strukturiert und gleichzeitig Pate für eine eventuelle Fortsetzung des Grünen Bandes in Richtung Osten stehen kann.

Die Umweltrasse fügt sich mit ihrem hell eingefärbten Asphalt schlüssig in den Teppich ein. Die grünen Schollen sind mit verschiedenen Funktionen – vom Community Garden über Jugend- und Wasserspielbereiche, Versickerungsmulden bis zur Fitness am Hafnerbach – gestalterisch und funktional sauber durchgearbeitet. Der Hafnerbach wird in leichten Schwüngen südlich in die Schollen integriert, die Querungen zwischen den Schollen werden mit großzügigen Brücken aus Holz dargestellt.

Die gestalterisch intendierte Trennung der Schollen schafft einen urbanen Charakter, schwächt allerdings die Durchgängigkeit des Grünen Bandes in gewisser Weise.

Der Baumbestand wird in wesentlichen Teilen erhalten und um weitere Pflanzungen ergänzt, so dass eine intensive Durchgrünung erreicht wird, ohne den Freiraum zu dicht oder intransparent werden zu lassen. Die Lage der „Sozialen Mitte“ ist funktional richtig der zukünftigen Grundschule und Kindertagesstätte zugeordnet.

Dem Quartiersplatz im westlichen Auftakt fehlt eine, der Bedeutung des Grünen Bandes Hafner einerseits und der städtebaulichen Ausgangssituation andererseits, angemessene räumliche Fassung und Gestaltqualität. Die vollständige Auspflasterung ist gestalterisch nachvollziehbar, aber funktional kritisch zu sehen.

Die Gliederung des Raumes in Nord-Süd-Richtung und die Verzahnung mit den angrenzenden Quartieren wird positiv gesehen. Allerdings wirken die Verkehrsräume im Bereich des Grünen Bandes überdimensioniert.

Der Umfang der versiegelten Flächen wird insgesamt als zu hoch und nicht den zukünftigen Anforderungen an das Quartier im Sinne der Durchgrünung und Klimafolgenanpassung als angemessen angesehen. Die technischen Bauwerke wie die Brücken erscheinen sehr aufwändig. Ein Beleuchtungskonzept ist nicht erkennbar.

Positiv wird die kaskadenförmige Abwicklung des Regenwasserabflusses angesehen, die Rückhalteflächen sind allerdings zu gering dimensioniert. Die unter dem nördlichen Boulevard vorgesehenen Rigolen sind technisch nur schwer umsetzbar, es werden zudem Konflikte mit Versorgungsleitungen und Baumstandorten gesehen. Eine Spülbarkeit der Rigole wäre nicht durchgehend gegeben.

Der Ideenbereich um die Umwelttrasse ist schwächer durchgearbeitet, die dargestellten Aura-Zonen berücksichtigen nicht die Erdgeschossnutzungen. Eine Bremsung des Verkehrs ist nicht angedacht, eine Bushaltestelle in Richtung Osten fehlt.

Die Arbeit leistet insgesamt einen hervorragenden Beitrag zur Lösung der gestellten Aufgabe.
Perspektive-2

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Plan

Plan

SCHNITT-01

SCHNITT-01

SCHNITT-02

SCHNITT-02

Freiräumliches Konzept

Freiräumliches Konzept